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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2019

Ein solider Christina Lauren

Weil es Liebe ist
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Holland nimmt jeden Tag bewusst einen Umweg von der Arbeit, um einen Straßenmusiker in der New Yorker U-Bahn spielen zu sehen. Sie ist fasziniert von dem jungen, begnadeten Künstler und bald schon wird ...

Holland nimmt jeden Tag bewusst einen Umweg von der Arbeit, um einen Straßenmusiker in der New Yorker U-Bahn spielen zu sehen. Sie ist fasziniert von dem jungen, begnadeten Künstler und bald schon wird sie ihm ein unglaubliches Angebot unterbreiten, dass er auf keinen Fall ablehnen kann.

Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten, denn ich würde ziemlich spoilern. Ich wusste nach dem Lesen des Klappentextes nicht, wohin die Reise dieser Geschichte gehen würde und war überrascht, was hier im Laufe des Buches passierte. Solch eine Thematik ist mir bisher noch nicht in einem Contemporary/New Adult begegnet und das hat mi wirklich gut gefallen.

Die Autorinnen hinter Christina Lauren verstehen sich einfach darin schöne Liebesgeschichten mit viel Gefühl und Humor zu schreiben. Dies zeigen immer wieder ihre Protagonisten und deren Chemie.
Holland ist eine Mittzwanzigerin, die nach dem Studium einen einfachen Job bei einem Broadwaymusical hat, aber nicht das machen kann, was sie liebt. So entwickelt sie ein Obsession für Calvin.
Dieser verdient sich sein Geld als Straßenmusiker oder bei Gastauftritten in Bars. Beide fand ich sehr liebenswert und konnte verstehen, mit welchen Problemen sie im Laufe des Buches zu kämpfen hatten.

Dabei kamen immer wieder neue Wendungen hinzu, die es den beiden sehr schwer machten. Es lagen einige Konflikte in der Luft, die den Roman unterhaltsam machten. Allerdings fand ich, dass sich die Geschichte am Ende zu schnell auflöste. Das hat mich emotional leider nicht so erreicht, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber das ist meckern auf ganz hohem Niveau!

"Weil es Liebe ist" von Christina Lauren ist mal wieder ein wundervoller Roman aus der Feder des Autorinnen-Duos, welcher Fans der beiden und alle, die es werden wollen, sehr gut unterhalten kann.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Begeisternde Atmosphäre

Sturmwächter 1. Das Geheimnis von Arranmore
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Fionn verbringt die Ferien zusammen mit seiner Schwester bei seinem Großvater auf der kleinen irischen Insel Arranmore. Dort wüten die Gezeiten und man erzählt sich die Geschichte, dass eine böse Zauberin ...

Fionn verbringt die Ferien zusammen mit seiner Schwester bei seinem Großvater auf der kleinen irischen Insel Arranmore. Dort wüten die Gezeiten und man erzählt sich die Geschichte, dass eine böse Zauberin in der Insel begraben liegt. Bald muss der 11-Jährige erkennen, dass an der Geschichte etwas wahres dran ist und dass auch in ihm etwas magisches steckt. Wird er seinem Großvater als Sturmwächter folgen?

Mich reizte an dem Buch ganz klar das Setting und auch der Schreibstil gefiel mir auf Anhieb. Catherine Doyle schafft es mit ihrer Erzählung den Charakteren viele Eigenheiten mitzugeben, das hat mir wirklich gut gefallen.
Außerdem schildert sie die raue Umgebung der Insel Arranmore, die es übrigens wirklich gibt, sehr atmosphärisch. Dort tosen Stürme, das Meer ist gefährlich und unruhig und außerdem scheint Magie über der Insel zu liegen.

Dass die Sommerferien besonders werden, erfährt Fionn spätestens als sein Großvater ihn in das Geheimnis der Kerzen einweiht. Der Sturmwächter gießt Kerzen und vergräbt seine Erinnerungen in ihnen. Jedes Mal, wenn eine Kerze entzündet wird, reist dessen Träger in die Vergangenheit und erfährt diese Erinnerung.
Ich finde diese Idee wunderschön, spannend und einzigartig. Das hat mir richtig gut gefallen.

Außerdem schwelt auf der Insel ein Familienkonflikt über den Posten des Sturmwächters. Welcher Sprössling soll als nächstes dieses Amt bekleiden?

Dabei besitzt das Kinderbuch auch noch einiges an unerwarteter Tiefe, denn Fionns Familienmitglieder haben einige Probleme. Dennoch schaffte die Handlung es nicht, mich komplett zu packen, was mein einziger Kritikpunkt ist. Ich kann auch nicht 100%ig benennen, woran es lag. Es war einfach mein subjektives Empfinden.

Dennoch kann ich den ersten Teil der Sturmwächter-Reihe allen empfehlen, die auf ein Abenteuer auf einer rauen irischen Insel aus sind.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Beeindruckend

Good Night Stories for Rebel Girls 2
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In den klassischen Gute Nacht Geschichten gibt es eine Prinzessin, die in schwerer Not ist, aus der sie sich allein nicht befreien kann. Erst wenn der Prinz erscheint und sie befreit, kann sie ihre Erfüllung ...

In den klassischen Gute Nacht Geschichten gibt es eine Prinzessin, die in schwerer Not ist, aus der sie sich allein nicht befreien kann. Erst wenn der Prinz erscheint und sie befreit, kann sie ihre Erfüllung in einer Heirat mit dem Prinzen finden... Klingt so nach vergangenem Jahrtausend? Ist es auch! Das dachten sich wohl auch die beiden Autorinnen und schrieben einfach neue Gute Nacht Geschichten nieder für alle, die nicht nur auf ihren Prinzen warten wollen.

Die ist bereits der zweite Teil des Bestsellers Good Night Stories for Rebel Girls und in ihm werden 100 neue, außergewöhnliche Frauen vorgestellt. Unter ihnen sind J.K. Rowling, Nofretete, Beyonce, Ellen Degeneres oder Oprah Winfrey und Hillary Clinton. Es ist also eine vielfältige Mischung aus vielen Bereichen und unterschiedlichen Zeiten.

In kurzen Texten, sie umfassen eine Buchseite, werden die Biografien der Frauen kurz umrissen. Die Autorinnen bleiben hier recht allgemein und beschränken sich auf Kernaussagen, die man aus den Leben der Damen ziehen kann. Das fand ich nett zum Neugierigmachen und Weiterrecherchieren, aber wenn man bereits mehr zu den einzelnen Frauen und ihren Schicksalen weiß, war ich doch erstaunt, wo die Autorinnen ihr Augenmerk drauf legten. Das war mir stellenweise doch zu lapidar.

Das Besondere und Herausragende an diesem Buch sind da die Illustrationen , welche von 60 Künstlerinnen weltweit angefertigt wurden. Von total abstrakt bis zu fast fotorealistisch wird hier für das Auge viel geboten. Es war wirklich erstaunlich wie unterschiedlich die Zeichenstile sind und wie gut der Charakter der Frauen auf den Illustrationen herüberkam.

Besonders gut gefielen mir die Porträts von Hedy Lamarr oder Mata Hari, die schon fast eine tragische Figur war.

Good Night Stories for Rebel Girls ist wirklich ein außergewöhnliches Buchprojekt, das hier in die zweite Runde ging. Neben inspirierenden Botschaften punkten vor allem die farbenprächtigen Porträts der 100 Frauen. Das Buch ist wirklich kurzweilig und ein perfekter Geschenktipp.

Veröffentlicht am 23.12.2018

Umfangreich und informativ

Queen Victoria
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Kaum eine Monarchin prägte ihr Land, gar einen ganzen Kontinent so sehr wie Victoria. Die meisten werden von ihr die Fotografien einer alten, matronenhaften Frau kennen, die bieder und verbittert erscheint. ...

Kaum eine Monarchin prägte ihr Land, gar einen ganzen Kontinent so sehr wie Victoria. Die meisten werden von ihr die Fotografien einer alten, matronenhaften Frau kennen, die bieder und verbittert erscheint. Doch nur dieses Bild würde dieser außergewöhnlichen Frau und Herrscherin nicht gerecht werden.
Mit 18 wurde sie Königin, unverheiratet. Erst später arrangierte man eine Ehe mit dem Deutschen Albert. Was niemand ahnen konnte, war, dass daraus eine große Liebe werden sollte, die mit 9 Kindern gekrönt wurde. Kurioserweise trugen alle die Vornamen ihrer Eltern.
Deutlich früher als Victoria starb Albert. Die Queen sollte nie darüber hinwegkommen. Ihre letzten Lebensjahre waren geprägt von Fettlaibigkeit, Krankheit und Verlustängsten. Victoria war eine starke und schwierige Frau, aber eine Königin, die ihre Zeit prägte, wie keine andere.

All das und so viel mehr gibt Biografin Julia Baird auf über 600 Seiten in 5 Abschnitten wieder. Dabei schafft sie es mit ihrem lebendigen Schreibstil ein kurzweiliges und informatives Leseerlebnis zu gestalten. Eigentlich lese ich keine Biografin, doch diese hat mir Spaß bereitet und eine interessante Ära näher gebracht.
Aufgelockert werden die Texte dank Fotos und Illustrationen. Hilfreich war auch der Stammbaum auf den ersten Seiten.
Julia Bairds Biografie zu Queen Victoria ist fundiert, informativ und unterhaltsam. Mehr kann man sich nicht wünschen

Veröffentlicht am 28.10.2018

Innovativ und fantasievoll

Der Welten-Express (Der Welten-Express 1)
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Flinn sitzt jeden Abend auf dem verlassenen Bahnhof ihrer kleinen Heimatstadt. Flinn sucht ihren Bruder, der vor zwei Jahren in den Welten Express einstieg und nie wiederkehrte. Als besagtes Internat für ...

Flinn sitzt jeden Abend auf dem verlassenen Bahnhof ihrer kleinen Heimatstadt. Flinn sucht ihren Bruder, der vor zwei Jahren in den Welten Express einstieg und nie wiederkehrte. Als besagtes Internat für besondere Kinder plötzlich am Bahnsteig hält, denn nichts anderes ist der Welten Express, steigt Flinn ein und begibt sich in ein ganz besonderes Abenteuer.

Die Covergestaltung ist wirklich liebevoll. Es ist farbenprächtig und genau auf die Handlung des Buches hin illustriert wurden. Das gefällt mir besonders gut, denn so hat man direkt ein Abbild der Charaktere vor Augen.

Auf den ersten Seiten des Buches geht es direkt spektakulär weiter. Schon im Prolog zeigt uns die Autorin Anca Sturm, dass sie ein erzählerisches Talent besitzt. Der Prolog ist auf den Punkt gebracht und führt uns in die fantastische Welt ein. In ihr ist Magie möglich und besondere Jugendliche sollen daraufhin geschult werden. Dafür fährt der Welten Express durch alle Länder und gabelt diese potenziellen Schüler auf. Blöderweise hat Flinn nie ein Ticket bekommen. Sie dürfte den Express also gar nicht sehen, geschweige denn, in ihm sein.

Dabei wünscht sich Flinn nichts sehnlicher. Das Internat könnte das Zuhause sein, das sie niemals wirklich hatte. Die 13-Jährige haute aus ihrem ärmlichen Elternhaus mit einer überforderten Mutter und 3 Brüdern ab, um endlich Jonte, ihren großen Bruder, wiederzusehen. Doch schnell muss Flinn feststellen, dass ihr Bruder nicht an Bord des magischen Zugs ist.

Dabei lernt sie neue Freunde und neue Feinde kennen, denn die wenigsten wollen sie im Welten Express dabei haben. Mir gefielen die Figuren des Jugendbuches sehr gut. Die Protagonistin ist trotz ihres jungen Alters sehr selbstreflektiert und mutig. Das macht eine sehr gute Kombination aus.
Die Nebenfiguren konnten mich auch überzeugen und könnten wohl nicht unterschiedlicher sein.

Das Konzept des Welten Express ist innovativ und interessant. Jeder Wagon hat eine Funktion und die Unterrichtsfächer sind nicht so, wie sie im normalen Schulsystem gelehrt werden würden.

Ein wenig mehr der magischen Aspekte hätte ich mir allerdings noch gewünscht, auch Erklärungen dazu, wie sich die Magie weiterhin auswirken kann, woher sie kommt und wie sie die Menschheit beeinflusst.
Berühmte Menschen der Weltgeschichte sind Absolventen des Welten Express, aber was nahmen sie aus ihrer magischen Schulzeit mit, um die Welt besser zu machen, bzw. so eine herausragende Bedeutung zu erhalten?

Natürlich gibt es auch eine Gegenspielerin, die jedoch noch nicht im ersten Band ihr volles Potenzial, in meinen Augen, entwickelt hat.

Der Welten Express von Anca Sturm ist ein fantasievolles und innovatives Debüt, dass mich vor allem dank eines tollen Erzählstils und liebenswerten Protagonisten begeistern konnte. Dennoch bleibt Luft nach oben für die Folgebände.