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Veröffentlicht am 08.10.2016

Abrechnung

Abrechnung
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Zwei verschwundene Frauen, deren einzige Gemeinsamkeit ihre ehrenamtliche Arbeit in einem Flüchtlingsheim war. Während die eine brutal zu Tode gequält, schon kurze Zeit später wieder auftaucht, gibt es ...

Zwei verschwundene Frauen, deren einzige Gemeinsamkeit ihre ehrenamtliche Arbeit in einem Flüchtlingsheim war. Während die eine brutal zu Tode gequält, schon kurze Zeit später wieder auftaucht, gibt es von Katja Mohr keine Spur. Aufgrund der Brisanz des Falles wird die Kriminalpsychologin Hannah Jakob eingeschaltet, die sich schwerpunktmäßig um Vermisstenfälle kümmert. Nach einem wichtigen Hinweis, der Parallelen zu einem früheren Mordfall aufzeigt, wird der erste Verdacht, dass es sich um eine Straftat aus dem Nazimilieu handelt, immer unwahrscheinlicher.

Nachdem klar ist, dass es sich möglicherweise um verschiedene Täter handelt, ist wieder alles offen und es beginnt eine fieberhafte Suche nach möglichen Querverbindungen. Vor allem Hannah, die glaubt eine Spur ihrer vor vielen Jahren verschwundenen Schwester gefunden zu haben, läßt nicht locker und setzt alles daran den Fall endlich aufzuklären. Es beginnt eine wilde Jagd, bei der lange unklar ist, wer Täter und wer Opfer ist.

Fazit
Ein sehr komplexer und vielschichtiger Fall, der die düstere Atmosphäre des Falls sehr gut einfängt und bis zum Ende gekonnt den Spannungsbogen aufrecht erhält. Die unerwartete Aufklärung gewährt einen Einblick in die Unergründlichkeit der menschlichen Psyche, die immer wieder in Erstaunen versetzt.

Veröffentlicht am 04.10.2016

Nachtmahl

Nachtmahl
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Kaum dass der Suchanek gedacht hat, mit dem Gutschein zum Abenteuerwochenende würde für ihn mal was ganz Spezielles und Besonderes rausspringen, hat er sich auch schon wieder geirrt. Also, speziell wars ...

Kaum dass der Suchanek gedacht hat, mit dem Gutschein zum Abenteuerwochenende würde für ihn mal was ganz Spezielles und Besonderes rausspringen, hat er sich auch schon wieder geirrt. Also, speziell wars dann schon, aber eben ganz anders als er sich das so vorgestellt hat.

Eigentlich ist er ja keiner der sich rege am Smalltalk beteiligt und schon gar nicht an so einem abgedrehten Kennenlernabend wie im Hinterland. Aber wenn man ihn provoziert rutscht ihm doch schon mal das ein oder andere unbedachte Wort vorschnell über die Lippen. Dazu kommt, das ihm sein Ruf als Held von Wulzendorf ständig vorauszueilen scheint. Damit werden aber nur falsche Erwartungen in ihn gesetzt und Hoffnungen auf seine Talente geweckt, die er selbst nicht kennt, aber umständehalber bereit ist zu erfüllen. Das bringt ihm tatsächlich einen lukrativen Job ein und so blöd, dass er diesen nicht annehmen würde ist er, entgegen landläufiger Meinung, dann doch nicht.

Nicht ganz uneigennützig kommt ihm auch noch der Grasel zu Hilfe, nicht, dass der Suchanek ihn darum gebeten hätte. Aber wenn er schon mal da ist und weil ja bekanntlich vier Augen mehr sehen als zwei, läßt er ihn gewähren. Und das ist gut so. Denn Grasel, umtriebig wie er ist, kommt so mancher Ungereimtheit auf die Spur und wenn auch der Suchanek endlich mal sein umnebeltes Hirn einschaltet, steigen die Chancen den Fall aufzuklären erheblich.

Fazit
Eine verrückte Story, bei der sehr einfallsreich gemordet und nicht weniger einfallsreich ermittelt wird. Schräg, komisch und abgefahren, eine Kriminalkomödie voller Überraschungen.

Veröffentlicht am 20.09.2016

Ein unterschätzter Gegner

Sizilianische Rache
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Eigentlich dachten Giulia und Diego dass sie bei ihrem Ausflug auf die kleine, unbewohnte Museumsinsel Mozia ungestört sind. Stattdessen stolpert Diego über einen toten Studenten, während Giulia beobachtet ...

Eigentlich dachten Giulia und Diego dass sie bei ihrem Ausflug auf die kleine, unbewohnte Museumsinsel Mozia ungestört sind. Stattdessen stolpert Diego über einen toten Studenten, während Giulia beobachtet wie die Diebe mit der berühmten antiken Statue flüchten. In seiner Not wendet Diego sich an seinen Vater Luca Santangelo und bittet ihn um Hilfe.

Der zuständige Commisario ist mit dem Fall restlos überfordert und als feststeht, dass der Student ermordet wurde, sieht Luca sich gezwungen die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Verzweifelt versucht er einen Zusammenhang zwischen dem Mord und der gestohlenen Statue zu erkennen. Ihm ist klar, dass er damit einen Wettlauf mit der Zeit eingeht und wenn er ihn verliert, sein Sohn des Mordes angeklagt wird.

Die Suche nach dem wahren Mörder erscheint ihm aussichtslos, wenn es ihm nicht gelingt das Rätsel um die gestohlene Statue zu lösen. Dies führt ihn weit in die Vergangenheit, die so manches Geheimnis in sich trägt. Nach und nach begreift er, dass vieles ganz anders ist als es zunächst ausgesehen hat und dass es alte Verbindungen gibt, die genügend Tatmotive in sich bergen. Doch der Gegner ist mächtig und Luca muss schwer aufpassen um nicht selbst zum Opfer zu werden.

Fazit
Eine interessante Geschichte, die sich aus aktuellem Geschehen und Rückblenden in die Vergangenheit zu einem logischen Ganzen zusammenfügt und so einen spannenden Bogen von der Antike bis ins heutige Sizilien spannt.

Veröffentlicht am 19.09.2016

Eine ausgemachte Schweinerei

Der Metzger
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Willibald Adrian Metzger, bekennender Anhänger, der in der Kaiserstraße angebotenen Fleischeslust, zieht einen abrupten Schlussstrich. Notgedrungen gewissermaßen. Aber das kann er nicht weiter unterstützen, ...

Willibald Adrian Metzger, bekennender Anhänger, der in der Kaiserstraße angebotenen Fleischeslust, zieht einen abrupten Schlussstrich. Notgedrungen gewissermaßen. Aber das kann er nicht weiter unterstützen, wie der Vollblutmetzger Woplatek seinen Sohn Hansi nur aus reiner Habgier aufs Abstellgleis schiebt. Eher wird er zum Vegetarier, wie der in Ungnade gefallene Hansi. Zum Glück gibt es da aber noch den Zawodnik mit seinem Imbissstand – keine wirkliche Alternative, aber so bleibt er sich wenigstens selbst treu.
Und dann kommt er, der schicksalshafte Tag. Metzger wird hautnah Zeuge eines dreisten Angriffs auf den Zawodnikschen Imbiss der alles niedermachenden Woplatek-Wurstologie. Da kann er natürlich nicht tatenlos zusehen. Sein umgehend in die Tat umgesetztes Eingreifen führt ihn zwar, in die seit langem tunlichst gemiedene Kaiserstraße, aber das ist ihm der Hansi allemal wert.
Kurz darauf schlägt das Schicksal wieder zu. Keine Ruhe wird dem Metzger vergönnt. Geradezu elektrisiert reagiert er, als er über das von Hansi, seinerzeit in beginnender Abtrünnigkeit auf seine Herkunft erdachte Pseudonym stolpert, das jetzt den neuen Bestseller ziert. Entgegen seiner tief in ihm verborgenen Ablehnung gegen das geschriebene Wort und Autorenlesungen im Besonderen, muss er eine Ausnahme machen und sich der Herausforderung stellen. Doch dann, schreckliches Erwachen, der Hansi ist nicht Hansi! Jetzt hat der Metzger nur noch ein Ziel vor Augen. Koste es was es wolle, er wird herausfinden was aus Hansi geworden ist.

Fazit
Eine ungemein schräge Story, der es trotz allem Witz nicht an Ernsthaftigkeit mangelt. Ein Lesespass nicht nur für Krimifans.

Veröffentlicht am 16.09.2016

Alles was bleibt

Die schwedischen Gummistiefel
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Fredrik Welin, einsamer Bewohner eines abgelegenen schwedischen Schäreneilands, durch den Brand seines Hauses jäh aus dem Schlaf gerissen, erlebt ein alles in Frage stellendes Trauma. In seiner Not benachrichtigt ...

Fredrik Welin, einsamer Bewohner eines abgelegenen schwedischen Schäreneilands, durch den Brand seines Hauses jäh aus dem Schlaf gerissen, erlebt ein alles in Frage stellendes Trauma. In seiner Not benachrichtigt er seine Tochter Louise. Und obwohl beide keinen wirklichen Draht zueinander haben, taucht sie wenige Tage später wie aus dem Nichts bei ihm auf. Entsprechend schwierig gestaltet sich ihr Miteinander. Als Louise ohne Ankündigung plötzlich wieder verschwindet, verliert Welin sich zunehmend in Betrachtungen über seine Vergangenheit und in unerfüllbaren Wunschträumen, die ihn immer tiefer in seiner Ausweglosigkeit versinken lassen.

In Welin beginnt ein Gefühl von Wut und Angst zu wachsen. Er spürt wie ihm langsam die Kontrolle über sein Leben entgleitet und er driftet zunehmend in seine eigene Welt ab. Hin- und hergerissen zwischen Reflexionen über sein bisheriges Leben und den derzeitigen dramatischen Ereignissen, lebt er zunächst planlos weiter. Dies ändert sich erst, als ihn ein Hilferuf seiner Tochter erreicht und er aufbricht um sie zu suchen. Die zunächst aussichtslos erscheinende Suche, führt beide wieder zusammen und scheint, nach einer zaghaften Annäherung, zu einer zukunftsweisenden Perspektive für ihn zu werden.

Fazit
Eine zutiefst berührende Geschichte über den Sinn des Lebens, die Auswegslosigkeit und Hoffnung gleichermaßen eine Chance gibt.