Profilbild von libri-amici

libri-amici

Lesejury Star
offline

libri-amici ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit libri-amici über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2019

Sei das Mädchen, das ein Risiko eingeht!

Wieder zurück auf Anfang
0

Sei das Mädchen, das ein Risiko eingeht!

„Du weißt, welche Fakten eine Liebesgeschichte ausmachen. Aber dir selbst hast du nie zugestanden, es auch zu erleben.“

Seit Kate Walkers Beziehung zum eleganten ...

Sei das Mädchen, das ein Risiko eingeht!

„Du weißt, welche Fakten eine Liebesgeschichte ausmachen. Aber dir selbst hast du nie zugestanden, es auch zu erleben.“

Seit Kate Walkers Beziehung zum eleganten College-Professor Gil vor einigen Jahren in die Brüche ging, glaubt die junge Frau nicht mehr an die Liebe. Sie baut einen festen Schutzwall um ihr Herz und lässt fortan niemanden mehr emotional an sich herankommen. Leider erlebt auch ihre Karriere als Drehbuchautorin eine starke Flaute, und Kate erhält laufend Ablehnungen für ihre Buchprojekte. Der Hilferuf ihrer Familie nach einem schlimmen Tornado veranlasst Kate dazu, für eine Weile nach Hause zurückzukehren. Als Kates Bruder Logan auch seinen besten Freund, den NFL-Quaterback Colton Greene, um Hilfe bittet, entschließt der attraktive kalifornische Footballstar sich ebenfalls, nach Maple Valley zu reisen. Auch Coltons Träume sind zerplatzt, seine Karriere wurde durch eine schwere Sportverletzung beendete. Als sich seine Freundin Lilah auch noch einem anderen Mann zuwendet und Colton verlässt, stürzt dieser in eine tiefe Lebenskrise. Darüber hinaus quälen ihn dunkle Schatten aus der Vergangenheit und eine Auszeit in Maple Valley soll ihm Klarheit über seine Zukunftspläne verschaffen. Als Kate in ihrem Elternhaus auf den Hausgast Colton trifft und die beiden sich ein wenig näher kennenlernen, eröffnet sich sowohl für Kate, als auch für Colton, neue Möglichkeiten. Doch Kate möchte kein Risiko mehr eingehen…

„Wieder zurück auf Anfang“ erzählt von zwei Menschen, die in ihrer Vergangenheit tiefe emotionale Verletzungen erleiden mussten und diese Ereignisse noch immer nicht verarbeiten konnten. Sowohl Kate, als auch Colton, stehen an einem Scheideweg ihrer Karriere, die Zukunft erscheint für beide ungewiss.

Die Autorin präsentiert durch Kate Walker und Colton Green zwei wundervoll charakterisierte Protagonisten, deren bewegtes Innenleben sie hervorragend darzustellen vermochte. Melissa Tagg bringt deren Ängste, Zweifel und Hoffnungen hinsichtlich ihrer beruflichen und privaten Neuorientierung überzeugend zum Ausdruck, sie stellt den beiden zudem auch sehr sympathische Nebenfiguren zur Seite. Ich habe den gesamten „Walker-Clan“, aber auch die Familie von Kates Agenten Marcus auf der Stelle ins Herz geschlossen. Selbst die etwas verrückte Kaffeehausbesitzerin Megan sammelte mit fortschreitendem Handlungsverlauf durch ihr verletzliches Inneres hinter der ruppigen Fassade immer mehr Sympathiepunkte. Ich schaffte es noch nicht einmal, den Antagonisten Gil als solchen zu betrachten – sein weiterer Lebensweg ließ vielmehr tiefes Mitleid und Bedauern in mir aufkommen.

Ich empfand den flüssigen und einnehmenden Schreibstil der Autorin kombiniert mit den in die Handlung eingebrachten Aspekt des Glaubens als Bereicherung. „Wieder zurück auf Anfang“ hat mir ausgezeichnet gefallen, ein wunderschönes und emotionales Leseerlebnis verschafft und mich aufgrund einiger humorvoller Passagen auch sehr gut unterhalten.

Fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung für diese berührende Familien- und Liebesgeschichte!

Veröffentlicht am 18.01.2019

Kriminalhauptkommissar Faber und sein Team ermitteln in Pilsum

Tödliches Pilsum. Ostfrieslandkrimi
0

Kriminalhauptkommissar Faber und sein Team ermitteln in Pilsum

Als im Juni 2018 in Pilsum, Ostfriesland ein teurer Firmenwagen aus einem Kanal gefischt wird, deutet alles darauf hin, dass es sich bei ...

Kriminalhauptkommissar Faber und sein Team ermitteln in Pilsum

Als im Juni 2018 in Pilsum, Ostfriesland ein teurer Firmenwagen aus einem Kanal gefischt wird, deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Besitzer des Wagens um einen seit über fünf Jahren vermissten Mann handeln könnte. Das vermeintliche Entführungsopfer Dr. Robert Gerber galt als brillant und war einer der führenden Köpfe eines Chemieunternehmens. Richard Faber, der Chef des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Emden beschließt, den Fall neu aufzurollen. Er macht sich gemeinsam mit seinem Team auf die Suche nach neuen Spuren. Ein weiterer Mordfall sowie einige brisante Erkenntnisse bringen Tempo in die Untersuchungen, und Ungereimtheiten beim Tod von Gerbers kleiner Tochter kurz vor dessen eigenem Verschwinden lassen auf die Existenz eines sogenannten „Todesengels“ schließen, einer Person, die im medizinischen Bereich tätig ist und aktive Sterbehilfe leistet. Doch wie sich bald herausstellt, sind die Hintergründe in diesem verzwickten Fall weit dramatischer, als Richard Faber es sich auch nur im Entferntesten auszumalen vermochte.

„Tödliches Pilsum“ war mein erstes Buch dieser Autorin und hat mich sehr positiv überrascht. Der Schreibstil ist einnehmend, und die wunderschönen, beinahe bildhaften Schilderungen der beschaulichen Landschaft Ostfrieslands trugen ebenfalls zu meinem Lesevergnügen bei.

Bereits der Prolog wartet mit einer Szene in einem Krankenhaus auf, die viele Jahre später der Auslöser für einige der nachfolgenden Handlungen dieses Buches sein sollte. Die Identität der beteiligten Personen bleibt jedoch lange ungewiss, ein Faktor, der unter anderem für die Spannung dieses Krimis verantwortlich zeichnet. Es wurde und wird zwar gemordet, doch Elke Nansen verschont ihre Leser mit einer allzu blutigen Darstellung der Morde und deren Schauplätze. Die Geschichte lebt vielmehr von den handelnden Figuren, die große Authentizität und einen hohen Sympathiefaktor aufweisen. Die beiden Protagonisten Kriminalhauptkommissar Richard Faber und Kommissarin Rike Waatstedt arbeiten mit einem mehrköpfigen Team zusammen, wobei ihnen besonders Kommissar Tamme Hehler und Dr. Philipp Schorlau als starke Nebenfiguren zur Seite stehen. Speziell im Umgang der Akteure mit dem Ermittler und EDV-Experten Tamme, von der Mannschaft aufgrund seines Äußeren liebevoll „Wikinger“ genannt, wird ein gewisser Humor ins Spiel gebracht. Philipp Schorlau ist nicht nur kompetenter Chef-Forensiker, sondern darüber hinaus auch guter Freund des Kriminalhauptkommissars. Sein weiches, herzliches Inneres versucht der Pathologe durch arrogantes, manchmal auch zynisches Gehabe zu tarnen. Die Autorin liefert eine hervorragende Charakterzeichnung der Ermittlungsbeamten und versteht es perfekt, auch alle anderen in diesen Fall involvierten Personen mit hoher Glaubwürdigkeit auszustatten. Besonders Augenmerk wird dabei auf die Familie des Entführungsopfers Robert Gerber gelegt, deren Leben durch die beiden dramatischen Ereignisse in der Vergangenheit völlig durcheinandergebracht wurde. Trotz der großen Anzahl höchst interessanter und vielschichtig gezeichneter Nebendarsteller konnte „Opa Knut“ die meisten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Dem urigen und pfeifenrauchenden alten Ostfriesen mit dem großen Herzen ist eine kriminalistische Kombinationsgabe zu eigen, und er liebt seine Enkeltochter Rike Waatstedt über alles.

Um etwaige Spoiler zu vermeiden und die Spannung nicht vorwegzunehmen, möchte ich auf nähere Details zu diesem vielschichten Mordfall verzichten. Der geneigte Leser darf sich jedoch auf einen unerwarteten und – zumindest aus meiner Sicht – völlig überraschenden Ausgang dieses Krimis freuen, der mich hervorragend unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder Elke Nansens.

Veröffentlicht am 13.01.2019

Lass uns nach Benton County fahren. Bringt mich nach Hause!

Zu Hause wartet die Hoffnung
0

Lass uns nach Benton County fahren. Bringt mich nach Hause!

Die achtzigjährige Hazel Mae Blackwell lebt in Kendrickson, Nevada und musste bereits in sehr jungen Jahren einen schmerzlichen Verlust erfahren. ...

Lass uns nach Benton County fahren. Bringt mich nach Hause!

Die achtzigjährige Hazel Mae Blackwell lebt in Kendrickson, Nevada und musste bereits in sehr jungen Jahren einen schmerzlichen Verlust erfahren. Ihre kleine dreijährige Schwester Maggie verschwand unter ihrer Obhut beim Beerensammeln im Wald und wurde nie wiedergesehen. Nicht nur Hazel, sondern die gesamte Familie war zutiefst traumatisiert und erholte sich nie wieder von diesem schrecklichen Ereignis.

Margaret Diane De Ford arbeitete als Lehrerin in Little Rock, Arkansas und kommt nicht gut mit ihrer Mutter Hazel aus. Sie war bereits in jungen Jahren eine richtige Rebellin, lehnte sich gegen die Fürsorge ihrer Mutter auf, fühlte sich überwacht, kontrolliert und bevormundet. Margaret Diane ist darüber hinaus eifersüchtig auf die innige Verbindung zwischen ihrer Tochter Meghan und deren Großmutter Hazel, die ihre Enkelin mit Zuneigung und Aufmerksamkeit überschüttet.

Als Meghan De Ford aufgrund eines Autounfalls längere Zeit krankgeschrieben wird, beschließt sie, ihre sechswöchige Zwangspause von ihrem Job bei der Kriminalpolizei bei ihrer über alles geliebten Großmutter zu verbringen. Sie empfindet die vor ihr liegende kostbare Zeit mit Hazel als ein Geschenk des Himmels. Völlig überrascht stellt sie bei ihrer Ankunft in Kendrickson fest, dass auch ihre Mutter Margaret Diane beschlossen hat, Hazel zu besuchen. Lange unterdrückte Emotionen und schwelende Verletzungen kommen nun an die Oberfläche, und die Situation scheint aussichtslos und verfahren. Beim Betrachten alter Bilder aus Hazels Kindheit konfrontiert Meghan ihre Großmutter mit einer Aufnahme, die deren ruhige Gelassenheit ins Wanken bringt. Die alte Dame spricht zum ersten Mal seit über siebzig Jahren von ihrer verschollenen Schwester Maggie und dem großen Schmerz, den sie bereits ihr gesamtes Leben lang mit sich herumschleppt. Ihre tiefe Verzweiflung und ihre Trauer wecken in Meghan das Bedürfnis, den größten Herzenswunsch ihrer Großmutter zu erfüllen: Hazel möchte noch einmal in den winzigen Ort namens Cumpton nach Benton County fahren, das alte Farmhaus wiedersehen, das einmal ihr Zuhause war, und das Grab ihrer lange verstorbenen Eltern besuchen. Sie wünscht sich zudem nichts sehnlicher, als ihre schmerzlich vermisste Schwester noch einmal in die Arme schließen zu dürfen. Doch die Chancen, Spuren in einem über siebzig Jahre alten Fall zu finden, sind mehr als gering.

Kim Vogel Sawyer erzählt in ihrem Roman die berührende Geschichte von drei Frauen, die lernen mussten, mit großen Verletzungen, tiefem Schmerz und tragischen Verlusten zu leben. Sie berichtet von einer Mutterliebe, die sehr intensiv und stark ist, von einer rebellischen Tochter, die sich gegen die emotionale Umklammerung ihrer Mutter wehrt, und von einer Enkeltochter, die alles in ihrer Macht stehende versucht, für die beiden Menschen, die sie am meisten liebt, als Friedensstifterin zu fungieren. In einem wunderschönen und einnehmenden Schreibstil rollt die Autorin in Form von Rückblicken in Hazels und Margaret Dianes Vergangenheit behutsam die damaligen Ereignisse nach und nach auf. Zu Beginn der einzelnen Kapitel weisen Namen in schwungvollen Lettern als Überschrift stets darauf hin, welcher der drei Hauptpersonen sich Kim Vogel Sawyer nun widmet. Darüber hinaus tragen Angaben zu Zeit und Ort der Handlung zu einer raschen Orientierung im Buch bei. Mir haben Kim Vogel Sawyers ruhige, bedächtige Art zu erzählen und ihre Gewichtung auf die Gefühlswelt von Hazel, Margaret und Meghan ausgezeichnet gefallen.

Die Ungewissheit über das Schicksal der verschollenen Schwester Maggie erzeugt einen gewissen Spannungsbogen, der Fokus liegt jedoch eindeutig auf der Beziehung zwischen den drei Protagonistinnen. Deren liebevolle Charakterisierung zeugt von hoher Authentizität. Sowohl die würdevolle und rüstige Hazel, die als Inbegriff selbstloser Liebe dargestellt wurde, als auch ihre Enkelin Meghan, sind mir sofort ans Herz gewachsen. Margaret Diane war eine Figur, der ich anfangs eher ablehnend gegenüberstand. Sie machte jedoch die größte Wandlung in dieser Geschichte durch und überraschte mich durch ihre bemerkenswerte Einsicht. Der christliche Glaube hat einen sehr hohen Stellenwert inne – ein Aspekt, den ich als unglaubliche Bereicherung empfand und der diesem Buch zusätzliche Tiefe verlieh.

Fazit: „Zu Hause wartet die Hoffnung“ stellte für mich ein herausragendes Lese-Highlight dar und hat mich zutiefst berührt. Kim Vogel Sawyer erzählt eine ergreifende Geschichte von Liebe, Schmerz, und der Kraft der Vergebung, die getragen von einem unerschütterlichen Glauben an Gott letztendlich Großes bewirkt. Eine ausgezeichnete Lektüre, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 06.01.2019

Meisterwerke – geschaffen nach Gottes Plan

Das Meisterwerk
1

Meisterwerke – geschaffen nach Gottes Plan

„Ich will mehr vom Leben. Ich will das, was Sie haben und was Ihnen offensichtlich dabei hilft, Dinge zu sehen, die ich nicht sehen kann.“

Der vierunddreißigjährige ...

Meisterwerke – geschaffen nach Gottes Plan

„Ich will mehr vom Leben. Ich will das, was Sie haben und was Ihnen offensichtlich dabei hilft, Dinge zu sehen, die ich nicht sehen kann.“

Der vierunddreißigjährige Roman Velasco lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Als erfolgreicher und gefeierter Künstler, für den Geld keine Rolle spielt, müsste er im Grunde rundum glücklich und zufrieden sein. Doch der attraktive Junggeselle bewahrt ein dunkles Geheimnis, er wird von Albträumen gequält, ist unzufrieden, frustriert und launisch. Roman hält nichts von Regeln und versteckt sich hinter seinem Zorn. Er ist ein Getriebener, innerlich zerfressen, fühlt eine große Leere in sich.

Grace Moore, alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes, ergreift die Chance, als Romans neue Assistentin endlich auf eigenen Füßen stehen und selber für sich und ihren Sohn Sam sorgen zu können. Die attraktive und einfühlsame Frau überzeugt durch ihre offene und vertrauenswürdige Art, sie erledigt ihre Arbeit ruhig und zuverlässig. Grace wird von ihrem Glauben an Gott getragen und spricht mit großer Offenheit darüber.

Die beiden Protagonisten dieses Buches wirken zunächst konträr, haben jedoch eines gemeinsam: ihre von Angst und Verletzungen geprägte lieblose Kindheit wird von traumatischen Erlebnissen überschattet, die sie bis zum heutigen Tage nicht aufarbeiten konnten. Während Grace Trost und Halt im Glauben fand, errichtete Roman hohe Mauern um sein Inneres. Er lässt keine Vertrautheit und Nähe zu und seine Erfahrungen lehrten ihn, dass Liebe stets mit Verlust und Schmerzen verbunden ist. Erst ein dramatischer Vorfall in Graces Beisein führt zu einer großen Wende in Romans Leben.

Die christliche Bestsellerautorin Francine Rivers rückt auf knapp sechshundert Buchseiten die Bewältigung von Kindheitstraumata, die Macht der Vergebung und den Glauben an Gott in den Mittelpunkt der Handlung. Ihre erstklassig ausgearbeiteten und liebevoll gezeichneten Charaktere punkten durch hohe Authentizität. Der Entwicklungsprozess von Grace und Roman wird detailliert beschrieben und ihre innere Wandlung im Verlauf des Buches sehr überzeugend dargestellt. Die Autorin lässt den Leser an den Gedanken ihrer Protagonisten teilhaben, sie wurden im Buch in kursiver Schrift dargestellt. Francine Rivers arbeitet zudem mit vielen Rückblenden, um dem Leser nähere Einblicke über die Vergangenheit zu ermöglichen. Darüber hinaus präsentiert sie überzeugend ausgearbeitete Nebenfiguren, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Das Ehepaar Masterson sowie Jasper Hawley wurden zu wichtigen Bezugspersonen für Roman Valesco, während ihre drei Freundinnen Shanice, Ashley und Nicole einen wichtigen Anker in Graces Leben darstellten. Besonders hervorheben möchte ich den bodenständigen Jugendpastor Brian Henley, der allen Menschen mit Liebe und Respekt begegnet, ihnen voller Mitgefühl und ohne jegliche Vorurteile oder Verurteilung zuhört und hilft. Der tief gläubige Mann hat mich durch seine umsichtige und kluge Art und seinen Umgang mit seinen Mitmenschen beeindruckt. Ich kann nicht umhin, Graces Ex-Ehemann Patrick als meinen ganz persönlichen Antagonisten anzuführen – sein Charakter und sein Verhalten haben starke – und keineswegs positive - Emotionen während der Lektüre erzeugt. Graces Tante Elizabeth war ein Charakter, den ich lange nicht einschätzen konnte sie durchlebte abgesehen von den Protagonisten dieses Buches wohl die größte Wandlung.

Die Handlung dieses Buches wird von der Entwicklung ihrer Figuren getragen, die vielschichtig und tiefgründig dargestellt sind. Francine Rivers kommt mühelos ohne große Spannungsmomente aus und glänzt durch einen von detaillierten Beschreibungen und tiefen Emotionen getragenen Schreibstil sowie einer bildhaften und wunderschönen Sprache. Die Umsetzung ihrer Geschichte ist ihr aus meiner Sicht ausgezeichnet gelungen.

Francine Rivers wurde im Verlauf der letzten Jahre zu meiner favorisierten Autorin im Bereich der christlichen Romane und zeichnet sich durch den hohen Stellenwert des Glaubens in ihren Büchern aus. Ich schätze ihre Bücher über alle Maßen, habe mich auch bei dieser Neuerscheinung emotional stark auf die Figuren einlassen können, wurde tief in die Handlung einbezogen und durfte diese Lektüre in vollen Zügen genießen. Francine Rivers tiefe Einsichten und Lebensweisheiten wurden gemeinsam mit den Grundwerten des Christlichen Glaubens zu einem wundervollen Ganzen verwoben.

Ich empfand „Das Meisterwerk“ als ein sehr tiefgründiges und herzergreifendes Lesehighlight, das ich nur zu gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 01.01.2019

Aufgeben ist keine Option

Hoffnungsschimmer in Trümmern
0

Aufgeben ist keine Option

Niemals, unter keinen Umständen, die Hoffnung aufzugeben, ist das Lebensmotto von Grete aus Posen. Dieser felsenfesten Überzeugung ist es zu verdanken, dass die starke und tapfere ...

Aufgeben ist keine Option

Niemals, unter keinen Umständen, die Hoffnung aufzugeben, ist das Lebensmotto von Grete aus Posen. Dieser felsenfesten Überzeugung ist es zu verdanken, dass die starke und tapfere junge Frau all ihren Mut zusammennahm und sich mit ihrer kleinen Tochter Ilse auf den gefährlichen Weg in die Freiheit aufmachte.

Im vorliegenden Roman erzählt die Autorin Pia Wunder die tief bewegende Geschichte ihrer Großmutter. Sie beginnt dabei mit den Ereignissen im Jahre 1942 in Posen, wo die ledige junge Grete ein kleines Mädchen zur Welt brachte. Da ihr Verlobter kurz vor der geplanten Hochzeit an die Front versetzt wurde und ihre Familie weit entfernt von ihr lebt, ist Grete völlig auf sich alleine gestellt. Doch mit ihrem unglaublichen Mut und Überlebenswillen sowie einer felsenfesten Hoffnung auf ein glückliches Leben mit ihrem geliebten Ludwig nach Kriegsende schafft sie es, nach einer dramatischen Flucht die Reise voller Gefahren und Hindernisse in die Freiheit mit ihrer kleinen Tochter anzutreten.

Pia Wunder hat mich mit ihrer biografischen Erzählung über die Geschicke ihrer Großmutter Grete und ihrer Mutter Ilse tief beeindruckt. Die Kriegsereignisse und deren furchtbare Auswirkungen auf die Bevölkerung als stete Rahmenhandlung vor Augen zeichnet sie ein anschauliches Bild dieser beiden starken Frauen, erlaubt dem Leser auch Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Grete brachte ihrer Tochter bei, niemals über ihr Schicksal zu hadern, sondern vielmehr stets dankbar dafür zu sein, was sie hat. Sie ermöglichte Ilse als ledige und alleinstehende Mutter trotz aller Armut und Einschränkungen ein Aufwachsen in einem liebevollen Zuhause voller Wärme und Glück. Jenes Glück, welches diese bewundernswerte Frau in den kleinsten Dingen fand, eine Lebenseinstellung, die sie auch ihrer Tochter vermittelte.

Der einnehmende und flüssige Schreibstil sowie die Neugier auf den Fortgang dieser Schicksale brachten mich dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. „Hoffnungsschimmer in Trümmern“ war eine Lektüre, die mich stark bewegt und sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Ich finde es großartig, dass Pia Wunder mit diesem Buch dafür sorgte, die Geschichte ihrer beiden mutigen Vorfahren auch für die Nachwelt zu erhalten und sie es ihren Lesern darüber hinaus auch gestattete, durch ihr Buch ebenfalls Anteil an den damaligen Ereignissen zu nehmen.

FAZIT: Absolut lesenswert, unglaublich berührend und mit ihrem Porträt dieser beiden starken Frauen darüber hinaus auch sehr überzeugend!