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Abibliophobia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2019

Inside

Good Morning, Mr. President!
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Das Buch „Good Morning Mr. President“ von Beck Dorey-Stein erzählt die Geschichte von Beck, die als Stenografin im Weißen Haus für Barack Obama arbeitet und uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben lässt.
Das ...

Das Buch „Good Morning Mr. President“ von Beck Dorey-Stein erzählt die Geschichte von Beck, die als Stenografin im Weißen Haus für Barack Obama arbeitet und uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben lässt.
Das Cover ist farblich nicht mein Fall, passt aber wunderbar zur Protagonistin und ihrem Leben. Das Buch beginnt direkt lustig und verspricht viel gute Unterhaltung. Man findet direkt ins Buch, stellt eine Verbindung zu Beck her und ist direkt mitten im Geschehen. Man fragt sich gleich zu Beginn, wie man an so einen tollen Job geraten kann und ist wirklich neidisch auf diese tolle Aufgabe. Dass der Beruf auch Schattenseiten hat, stellt man erst später fest.
Das Buch ist fesselnd und mitreißend, man hat das Gefühl mit in der Air Force One zu sitzen und wenn Beck dem Präsidenten begegnet hält man beim Lesen vor Spannung die Luft an. Die zahlreichen Anekdoten sind zum Schreien komisch. Ein toller, authentischer Einblick in einen Fulltime-Job, der nur wenig Zeit für Privatleben lässt. Man spürt förmlich die Aufregung und das Gewusel, das alle umgibt. Zwischendurch zieht sich das Buch etwas, aber die Langatmigkeit wird durch neue spannende Geschichten aufgehoben. Das typische Liebeswirrwarr um Beck, Jason und Sam darf natürlich auch nicht fehlen. Dorey-Stein ist sehr selbstkritisch und nimmt sich selbst gegenüber kein Blatt vor den Mund. Sie hat keine Angst Fehler zuzugeben. Hut ab, dazu gehört wirklich Stärke.
Zu Beginn ist man völlig begeistert von dem Job im Weißen Haus, stellt aber schnell fest, dass alle Mitarbeiter die typischen Alltagsprobleme haben und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Beck ist eine tolle Hauptfigur, ihr Schreibstil ist unterhaltsam, lustig und fesselnd und das Buch ist absolut zu empfehlen.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Mexikoring

Mexikoring
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Der Kriminalroman „Mexikoring“ von Simone Buchholz ist ein weiterer Fall für die Staatsanwältin Chastity Riley.
Bereits bei den Kapitelüberschriften merkt man, dass es sich nicht um einen typischen Krimi ...

Der Kriminalroman „Mexikoring“ von Simone Buchholz ist ein weiterer Fall für die Staatsanwältin Chastity Riley.
Bereits bei den Kapitelüberschriften merkt man, dass es sich nicht um einen typischen Krimi handelt. Sie sind einfallsreich, witzig und passen wunderbar zur verrückten Ermittlerin. Zu Beginn ist das Buch noch etwas irritierend, da man erst herausfinden muss, aus welcher Perspektive erzählt wird. Der Sprachstil ist sehr umgangssprachlich und rotzig, was mir persönlich sehr gut gefällt. Chastity ist cool, lässig und dabei völlig authentisch. Der Leser begleitet die Ermittlung auf jedem Schritt, egal ob am Tatort oder beim Brainstorming und Teamzusammenstellung im Büro. Dies schafft eine hohe Identifikation mit der Handlung. Leider geht Simone Buchholz davon aus, dass man die Charaktere bereits aus ihren anderen Büchern kennt, über die Figuren erfährt man nur sehr wenig.
Das Buch gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben von Clans, ihre Regeln, Strukturen und Machtverhältnisse und die herrschende Skrupellosigkeit und Gewaltbereitschaft. Man taucht ab in fremde Kulturen und Bräuche und vergisst ganz, dass man sich dennoch in Deutschland befindet. Diese detaillierten Schilderungen machen das Buch so faszinierend und fesselnd. Obwohl man nicht persönliches über sie erfährt, wächst einem die kaltschnäuzige Chastity mit jeder Seite mehr ans Herz.
Das Buch besticht durch ein spannendes Ende, das auf eine Fortsetzung der Ermittlungsreihe hoffen lässt. Einziges Manko: das Buch ist leider bereits nach 250 Seiten zu Ende.

Veröffentlicht am 03.04.2018

Die Idylle trügt

Kleine Feuer überall
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Der Roman Kleine Feuer überall von Celeste Ng handelt von dem Vorort Shaker Heights und seinen Bewohnern. Die noble Gegend scheint perfekt, aber im Laufe des Buches kann der Leser das Bröckeln der Fassade ...

Der Roman Kleine Feuer überall von Celeste Ng handelt von dem Vorort Shaker Heights und seinen Bewohnern. Die noble Gegend scheint perfekt, aber im Laufe des Buches kann der Leser das Bröckeln der Fassade miterleben.
Das Buch beginnt direkt mit der Brandstiftung und dem Abbrennen des Hauses der Richardsons. Endlich ist etwas los in Shaker Height. Mich begeisterte gleich zu Beginn der nüchterne Schreibstil, besonders die ironische, tolle Beschreibung des noblen Vorortes mit all seinen zahlreichen Regeln. Ein gut gewählter Ausgangspunkt für eine Geschichte. Es entsteht eine tolle Balance zwischen heile Idealwelt und Wirklichkeit, die sich durchs gesamte Buch zieht. Die Charaktere im Buch sind zahlreich und vielschichtig. Pearl freundet sich mit allen Kindern der Familie Richardson an, die Kinder sind begeistert von Pearls einfacher Lebensweise und Pearl wäre gerne Teil der wohlhabenden Familienidylle. Durch die detaillierten Beschreibungen hat man das Gefühl, man sitzt mit den Richardsons gemeinsam im Wohnzimmer. Izzy, das schwarze Schaf der Familie, sticht aus der Familie heraus. Nichts an ihr passt zu den anderen und das macht sie für den Leser sehr sympathisch.
Der Spannungsbogen der Geschichte ist etwas lang, zwischendurch hat man den Brand schon wieder vergessen. Die Geschichte May-Lings schafft eine überraschende Wende. Sie wurde am Anfang nur kurz angesprochen, aber dahinter steckt eine tiefgründige, bewegende Geschichte. Der Leser fragt sich immer wieder, welche Geheimnisse die Menschen verbergen, jeder Einzelne von ihnen. Die Geschichte May-Lings spaltet die idyllische Wohngegend in zwei Lager, die Fassade bröckelt nach und nach. Die unterschiedlichen Einstellungen der Personen zum Thema Moral und „das Richtige tun“ machen das Buchs o interessant und eröffnen neue, vielschichtige Perspektiven. Teile der Handlung sind vorhersehbar, aber dennoch spannend erzählt. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, ohne dass sie mit der Gesamthandlung kollidiert oder es unübersichtlich wird. Das Buch ist sehr gut durchdacht.
Anfang dachte man, es geht um Izzy, aber der Brand war nur der Ausgangspunkt für viele weitere Geschichten. Mias Vergangenheit ist spannend, die Geschichte entfernt sich meiner Meinung nach zu sehr von Shaker Heights, zwischenzeitlich hat man das Gefühl ein ganz anderes, neues Buch zu lesen. Die verschiedenen Geschichten sind sehr gut aufgebaut und erzählt, für mich stören sie aber etwas den gesamten Lesefluss des Buches. Die Erzählungen sind so gut, dass man ganz in sie versunken ist und die Urprungshandlung vergisst. Das Buch endet mit einem großen Showdown zwischen Mia und Mrs. Richardson.
Leseempfehlung, klar strukturiert, sehr gut aufgebaut, nimmt den Leser mit in eine vermeintlich idyllische Vorstadt.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Rätselhaft

Die Rätsel meines Großvaters
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Die Rätsel meines Großvaters klingt nach einer spannenden Reise, ich bin gespannt wie schnell ich reinkomme ohne das Vorgängerbuch gelesen zu haben.
Das Cover ist toll und ich liebe den sanft gestalteten ...

Die Rätsel meines Großvaters klingt nach einer spannenden Reise, ich bin gespannt wie schnell ich reinkomme ohne das Vorgängerbuch gelesen zu haben.
Das Cover ist toll und ich liebe den sanft gestalteten Farbschnitt. Ich liebe Rätsel und Bücher und habe hohe Erwartungen, die das gesamte Buch hinweg durch voll erfüllt werden.
Kaedes Vergangenheit wird kurz beschrieben, um den Leser abzuholen. Die Rätsel sind spannend und der Autor schafft es sehr gut die persönlichen Erlebnisse der Vergangenheit der Protagonisten einfließen lassen, sodass man bald rätselt was Realität ist und was Fiktion. Meisterhafte Verschmelzung.
„Solange ich die Wahrheit nicht kenne, komme ich im Leben nicht weiter“ Dieser Satz zeigt die Quintessenz des Buches.
Die Demenz des Großvaters, der abwesende Elternteil und die Arbeit mit der Vergangenheit, das sind große Themen, die äußerst geschickt verpackt wurden.
Man kann den Geschichten sehr gut folgen, ist gebannt und rätselt mit. Man erwartet mit Spannung Kaedes Besuch bei ihrem Großvater für die entscheidenden Lösungshinweise.
Der Verweis auf Hitchcock und Co, die wahren Meister der Kriminalgeschichten sind unterhaltsam und lehrreich.
Der Autor spielt meisterhaft mit der Vorstellungskraft des Lesers. Die Vergangenheit wird perfekt mit der Gegenwart verknüpft.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Donnawetter

Belladonnas
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Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, sowohl vom Inhalt, als auch vom Layout. Das Cover ist sehr luxuriös, zwei schöne Frauen und die goldene Schrift. Optisch macht das Buch schon etwas her.
Es handelt ...

Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, sowohl vom Inhalt, als auch vom Layout. Das Cover ist sehr luxuriös, zwei schöne Frauen und die goldene Schrift. Optisch macht das Buch schon etwas her.
Es handelt von zwei ungleichen Zwillingsschwestern, die sich kaum kennen. Die Eine hatte Glück und wuchs bei reichen Eltern auf, die andere bei ihrer Tante. Klingt schon fast nach einem modernen New Yorker Märchen. Und wie es im Märchen manchmal so läuft nimmt die Geschichte eine grausige Wendung. Julie findet ihre schöne, reiche Zwillingsschwester tot in ihrer Wohnung. Es geht um Luxus, Lügen, Reichtum, Moral und eine Chance, die das gesamte Leben verändert. Wie weit bist du bereit zu gehen?
Julie taucht als Chloe in die luxuriöse Welt der Influencer ein, wer kann es ihr verdenken. Als sie Teil der Belladonnas wird und mit den einflussreichsten und schönsten jungen New Yorker Frauen eine Reise unternimmt nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf. Zuerst fand ich den Thriller etwas flach, sehr auf die oberflächliche Welt der Influencer und ihrer täglichen Posts abgestellt. Dann hat der Thriller mich aber mit überraschenden Wendungen überzeugt, sodass ich trotz der viel beschriebenen Oberflächlichkeiten versöhnt bin und einen wirklich spannenden Thriller zur Seite lege.

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