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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2019

Berührende Geschichte

Die Unsterblichen
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Im Sommer 1969 machen sich die vier Geschwisterkinder Gold auf zu einer Wahrsagerin, die ihnen ihr genaues Todesdatum voraussagt. Die Kinder wissen zunächst nicht genau, was sie damit anfangen sollen. ...

Im Sommer 1969 machen sich die vier Geschwisterkinder Gold auf zu einer Wahrsagerin, die ihnen ihr genaues Todesdatum voraussagt. Die Kinder wissen zunächst nicht genau, was sie damit anfangen sollen. Jeder für sich geht mit diesem Wissen sehr besonders um: Simon, der Jüngste, geht nach San Francisco, um aus dem Leben alles herauszuholen. Klara tritt in die Fußstapfen ihrer Großmutter und wird zu einer Zauberkünstlerin. Daniel landet als Arzt in der Army. Varya geht in die Forschung. Welchen Einfluss wird das exakte Datum aus dem Mund der Wahrsagerin auf ihr Schicksal haben?

Mit den vier Kindern verfolgt der Leser ihren weiteren Lebensweg, zunächst den von Simon, dem jüngsten der vier Kinder, bis hin zur Ältesten, zu Varya. Über all ihrem Handeln schwebt immer unbewusst die Vorhersage der Wahrsagerin. Und sicherlich wird sich bei der Lektüre jeder selbst an die Nase fassen: Hätte ich an dieses Datum geglaubt? Wie würde ich mein Leben verändern, wenn ich wüsste, wann es zu Ende ist?

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, schnell ist der Leser in der Lektüre versunken und möchte wissen, was das Leben für die vier Kinder bereit hält. Immer mit der großen Frage: Trifft das Datum zu, und wenn ja, warum? Bis sich dann zum Schluss der Kreis schließt und der Leser nachdenklich zurück bleibt, während er die Buchdeckel wieder schließt.

Eine solch berührende Geschichte möchte ich sehr gerne weiter empfehlen und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Keine Chance der Langeweile!

Ein Affe an der Angel
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Bei anhaltendem Regen oder bei Stau auf der Autobahn, da droht die Langeweile Drako zu überwältigen. Doch der Junge weiß, wie er sich helfen kann: Mit seiner Ausrüstung tritt er den Kampf gegen jede Langeweile ...

Bei anhaltendem Regen oder bei Stau auf der Autobahn, da droht die Langeweile Drako zu überwältigen. Doch der Junge weiß, wie er sich helfen kann: Mit seiner Ausrüstung tritt er den Kampf gegen jede Langeweile an. Ganz wichtig ist dabei sein Tierbuch mit den Tieren darin. Mit ihnen besteht er jede Menge Abenteuer.

Darko ist ein findiger Junge: Tierforscher und Fachmann für Abenteuer, so sieht er sich selbst. Und wenn die Tiere aus seinem Buch herauskriechen und diese Abenteuer mit ihm bestehen, dann zeigt er jede Menge Fantasie und Kreativität. Dabei verschwimmen Realität und Fantasie, Darko erschafft sich seine ganz eigene Welt. Klar, dass Langeweile hier keinen Platz hat. So entstehen drei Geschichten mit viel Witz und Spannung, genau richtig für Kinder im Grundschulalter. Die Sprache ist kindgerecht, bietet aber durch interessante Wortschöpfungen („Mamaregenrausgehverbot“) auch älteren Grundschulkindern den Spaß beim Lesen. Die Illustrationen ergänzen aufs Beste die Geschichten, so dass es eine Freude ist darin zu blättern und die Geschichten zu lesen oder vorzulesen. Ein bisschen fragwürdig ist es allerdings, wenn Darko bei Stau auf der Autobahn aus dem Auto aussteigt: Kinder könnten dies für bare Münze nehmen, um selbst auf Abenteuer auf der Autobahn zu gehen. Solche Szenen sollten Erwachsene unbedingt mit ihrem Kind durchsprechen!

Neben der spannenden Geschichte liefert das Buch auch noch interessante Ideen, wie Kinder selbst Möglichkeiten finden, etwas gegen die gefürchtete Langeweile zu unternehmen. Deshalb empfehle ich das Buch sehr gerne weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Rastlose Reporterin auf der Suche nach der Wahrheit

Echo Killer
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Die Polizeireporterin Harper McClain berichtet von einem Tatort, der sie an ihre eigene Geschichte erinnert: Der Mord an ihrer Mutter konnte nie geklärt werden. Wie kommt es, dass die beiden Mordfälle ...

Die Polizeireporterin Harper McClain berichtet von einem Tatort, der sie an ihre eigene Geschichte erinnert: Der Mord an ihrer Mutter konnte nie geklärt werden. Wie kommt es, dass die beiden Mordfälle sich so sehr ähneln? Während die Polizei auf die Unterschiede pocht, ist Harper entschlossen, sich von den Gemeinsamkeiten leiten zu lassen, um den Mord an ihrer Mutter aufzuklären. Doch die Wahrheit hat ihren eigenen, grausamen Preis…

Schon auf den allerersten Seiten schafft es die Autorin Christi Daugherty, den Leser in eine Geschichte hineinzuziehen, deren Spannung stetig ansteigt. Die rastlose Figur der Polizeireporterin, auf der Suche nach ihrer eigenen Geschichte, wird ergänzt durch das Bild zweier zwölfjähriger Mädchen, die ihre Mutter und damit ihren Halt im Leben verloren haben. Das erklärt die atemlose Obsession, mit der Harper an ihrem Ermittlungen festhält, gegen jede Empfehlung ihres Umfelds und bis hin zur Gefahr für sich selbst.

Der schnörkellose Schreibstil ist angenehm zu lesen, so dass dieses Buch für mich zu einem echten Pageturner wurde. Überraschende Wendungen heizen die Spannung zusätzlich an. Ich bin bereits neugierig auf die Fortsetzung und empfehle dieses Buch allen Thrillerfreunden gerne weiter.

Veröffentlicht am 17.01.2019

Überzeugend, wenn auch etwas ausufernd

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht völlig verkatert nach dem Austernfest auf Doggerland in einem Hotelzimmer neben ihrem arroganten Chef auf. Kurz darauf wird seine Ex-Frau erschlagen aufgefunden. Karen ...

Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht völlig verkatert nach dem Austernfest auf Doggerland in einem Hotelzimmer neben ihrem arroganten Chef auf. Kurz darauf wird seine Ex-Frau erschlagen aufgefunden. Karen soll den Fall übernehmen und muss zunächst ein Alibi für ihren Chef finden. Mehr und mehr zeigt sich, dass in diesem Fall die Vergangenheit eine Rolle spielt. Doch vieles aus der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart bleibt undurchsichtig. Karen muss sich zudem gegen missgünstige Kollegen durchsetzen. Dennoch spürt sie, dass nicht locker lassen darf…

Auf eine Insel, die es schon lange nicht mehr gibt, hat die Autorin Maria Adolfsson ihre Geschichte um die Kommissarin Karen Eiken Hornby angesiedelt. Die Kommissarin selbst muss gegen vieles ankämpfen: gegen die Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit, gegen die Arroganz der Männer an ihrer Arbeitsstelle, gegen missgünstige Kollegen und gegen deren voreiligen Beschluss, die Sache schnell zu einem Ende zu bringen. So ergibt sich nach und nach das Bild einer kompetenten und feinfühligen Frau, die trotz vieler Hindernisse ihr Ziel nicht aus den Augen verliert. Unerwartete Wendungen bringen nicht nur viel Spannung in diesen Krimi, sondern auch eine überraschende Auflösung, auf die ich trotz eifrigem Mitraten nicht gekommen wäre. Zwar hätte man manches etwas kürzer zusammenfassen können – immer wieder verliert sich die Autorin in überflüssigen Details -, dennoch lesen sich die gut 500 Seiten recht schnell und flüssig.

Es ist vor allem der besondere Kniff in der Auflösung des Falls, der mich an diesem Krimi überzeugt hat. Auf die Fortsetzung freue ich mich bereits jetzt. Sehr gerne empfehle ich deshalb dieses Buch weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Entscheidung für das Leben

Verschieben wir es auf morgen
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Bei der Schauspielerin Miriam Maertens wurde in frühester Kindheit Mukoviszidose diagnostiziert, eine Krankheit, die zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht richtig therapiert werden konnte. Trotz der Beeinträchtigungen ...

Bei der Schauspielerin Miriam Maertens wurde in frühester Kindheit Mukoviszidose diagnostiziert, eine Krankheit, die zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht richtig therapiert werden konnte. Trotz der Beeinträchtigungen hat sie immer versucht ihr Leben so zu gestalten, als wäre sie gesund. Ihre Sturheit hilft ihr dabei, die Krankheit immer wieder in Schach zu halten. Die schlechte Prognose bei der Geburt (Tod innerhalb von fünf Jahren) kann sie so verändern, dass sie nicht nur Jahrzehnte dranhängen kann, sondern auch den Schauspielerberuf erfolgreich ausübt und eine Familie aufbaut. Eine Lungentransplantation hilft ihr letztendlich, die Krankheit wirklich zu besiegen, nachdem sie einen jahrzehntelangen Kampf mit ihr durchgefochten hat.

Die Autorin erzählt in ihrer Autobiografie über die unglaubliche Selbstdisziplin, den Rückhalt der Familie und ihren eigenen ganz besonderen Stursinn, die ihr in diesem Kampf um das Leben halfen. „Never give up“ wird zu ihrem Lebensmotto, das ihr kleiner Sohn später zusammenfasst in dem Satz: „Ich kann nicht mehr, aber ich geh noch weiter.“ Letztendlich ist diese Einstellung ihre ganz besondere Entscheidung für das Leben.

Dieses Buch macht Mut, den eigenen Lebensweg zu gehen, auch wenn es scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten gibt. Dies ist auch das Ziel der Autorin, die sich sehr spät in ihrem Leben für eine Lungentransplantation entscheidet und dies sich als genau die richtige Entscheidung erweist. „Verschieben wir es auf morgen“ – dass es ihr gelungen ist, dies immer wieder hinzukriegen, nötigt dem Leser Respekt für ihren Lebensweg ab. Der flotte Schreibstil und ihr Humor in allen Lebenslagen machen das Buch gut lesbar.

Ein sehr emotionales Buch, das sehr viel Mut macht, sich dem Leben zu stellen. Unbedingt empfehlenswert!