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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2019

Worin liegt das Glück

Die Angehörigen
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Die Angehörigen der Debut-Roman von Kathrine Dion ist die berührende und emotionale Rückschau auf das Leben des Protagonisten.

Die Autorin hat einen gewöhnungsbedrftigen Schreibstil, der wenn man sich ...

Die Angehörigen der Debut-Roman von Kathrine Dion ist die berührende und emotionale Rückschau auf das Leben des Protagonisten.

Die Autorin hat einen gewöhnungsbedrftigen Schreibstil, der wenn man sich allerdings daran gewöhnt hat nur belohnt. Sie zaubert mit ihrer Sprache Bilder hervor die berühren und nachdenklich machen.

Nach Lesen der Leseprobe und dem Klappentext ging ich von einen ganz anderen Kontext aus, von einem schlimmen Drama welches sich im Laufe des Buches offenbaren wird. Dem war nicht so, es ist ein leises Buch und beleuchtet das Leben von Gene Ashe mit all seinen Gedanken und Gefühlen nach dem Tod seiner Frau Maida. War es ein Leben wie er es sich gewünsccht hat, war er glücklich? Wie soll und kann er nach dem Verlust der Liebe seines Leben weitermachen? Es sind die Rückblenden die bewegen, die Zeit der Kennenlernens, des Eltern- und schließlich des Großeltern- seins. Wo blieb da das eigene und individuelle Leben, wenn man Zeit seines Lebens nur "die Eltern, die Freunde, die Großeltern" war.

All dies wird wunderbar beantwortet ohne ins kitschige abzudriften.

Für mich ganz klar ein Debut welches mich gerade durch den Schreibstil, der mich nachdenken lies und mich aus meiner Lesekomfortzone holte, überzeugt hat.

Veröffentlicht am 25.03.2019

Dunkles Leipzig

Eisige Tage
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Für das Ermittlerduo Milo Nivoc und Hanna Seiler ist eisige Tage der erste gemeinsame Fall.

Als sie an den Tatort des Mordes eines Leipziger Anwalts gerufen werden ahnen sie noch nicht in welche Abgründe ...

Für das Ermittlerduo Milo Nivoc und Hanna Seiler ist eisige Tage der erste gemeinsame Fall.

Als sie an den Tatort des Mordes eines Leipziger Anwalts gerufen werden ahnen sie noch nicht in welche Abgründe der menschlichen Seele sie dieser Fall hineinziehen wird. Was zuerst nach einer Hinrichtung aussieht enwickelt sich zu einem rasantem Thriller aus einem Geflecht um Mädchenhandel, Prostitution, Folter und seelicher Grausamkeiten.

Welche Rolle spielt der 15 jährige Aljoscha in diesem grausamen Spiel?
Wie weit ist Hanna mit den kriminellen Machenschaften des Unterwelt-Bosses von Leipzig verbunden? Dem Leser stellen sich unzählige Fragen, die ein hohes Maß an Spannung aufbauen.

Milo Novic , leidet unter fast kompletter Schlaflosigkeit, deren Ursache sich dem Leser im Lauf der Geschichte nach und nach offenbart. Leider wird der Charakter der Ermittler erst ganz langsam aufgebaut, deshalb wirkten sie für mich Anfangs sehr blass.

Dieser Thriller ist ein guter Einstieg für das Leipziger Team. Aufgrund des doch sehr heftigen Themas und dessen sehr detaillierten Schilderungen würde ich dieses Buch nicht für empfindliche Szenen empfehlen.

Veröffentlicht am 21.02.2019

Facettenreich und spannend

Was ihr nicht seht
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Der Psychothriller "Was ihr nicht seht" von Nuala Ellwood
hat für mich sehr unterschiedliche und auch neue Elemente vereint.

Das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen und passt auch gut zum Titel.

Des ...

Der Psychothriller "Was ihr nicht seht" von Nuala Ellwood
hat für mich sehr unterschiedliche und auch neue Elemente vereint.

Das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen und passt auch gut zum Titel.

Des öfteren habe ich schon Bücher über traumatisierte Kriegsreporter gelesen, deshalb hat es mir sehr gut gefallen, dass es sich diesmal um eine Protagonistin handelt.
Schnell war ich durch den angenehmen Schreibstil im Thema.

Kate hat in Aleppo als Journalistin gearbeitet und dort viele schlimme Geschehnisse dokumentiert.
Die Autorin hat die Geschehnisse sehr detailliert ausgeführt und sie passten für mich mit der aktuellen Berichterstattung des Syrienkrieges überein.

Als Kates Mutter stirbt, macht sie sich auf in ihren Heimatort, in dem noch ihre Schwester Sally lebt.

In den ersten Kapiteln wartete ich immer auf den Thriller, da es dort mehr um Beschreibungen therapeutischer Sitzungen und die schlimme Vergangenheit von Kate und ihrer Kindheit geht.
Durch den Perspektivwechsel zwischen Sally und Kate bleibt das Buch durchweg spannend.

Erst zur Mitte hin entwickelt sich das Buch zu einem Thriller, dafür aber mit äußerst rasantem Tempo welches in einem unerwartetem Ende mündet.

Mir hat der Thriller durch seine Komplexität und die Vereinigung von Familiengeschichte, Krieg und Crime viele spannende Lesestunden beschert.





Veröffentlicht am 25.01.2019

Eindringliches Jugendbuch

Davor und Danach
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as Buch der Autorin Nicky Singer besticht erst einmal durch ein wunderschönes und ausgefallenes Cover, ebenso ist die Schutzklappe über den Seiten, die mit dem zweiten Wort des Titels bedruckt ist, eine ...

as Buch der Autorin Nicky Singer besticht erst einmal durch ein wunderschönes und ausgefallenes Cover, ebenso ist die Schutzklappe über den Seiten, die mit dem zweiten Wort des Titels bedruckt ist, eine gute Idee.


Mhairi ist 14 Jahre alt und lebt in der Zeit Danach, die Zeit Davor hat sie teils noch erlebt und auch sehr bildlich von ihrem Vater immer wieder erzählt bekommen.

Die Ressourcen sind knapp, im Süden gibt es kein Wasser mehr, es finden regelrechte Völkerwanderungen statt. Mhairi die in Schottland geboren ist, verbrachte die letzten 7 Jahre im Suda. Bei der Ausreise/ Flucht verliert sie ihre Eltern und macht sich auf den langen Weg zurück zu ihrer Großmutter. Auf dieser Reise begegnet sie dem kleinen Jungen Mo, der bei ihr bleibt.
Angekommen bei der Großmutter wird Mhairi mit völlig veränderten Gesetzen zum Schutze der Bevölkerung konfontiert. Mo ist ein Unerlaubter.

Das Buch schildert ein nicht unrealistisches, furchtbares Szenario über die Zukunft der Menschheit. Überbevölkerung, Lebenszeitbegrenzung, Flüchtlinge und Ressourcen Knappheit sind nur einige davon.
Diese Vielfalt der Themen führt für mich dazu, dass keins so richtig zu Ende ausgearbeitet wurde.

Ich hätte mir mehr Erklärungen und Tiefe zu den technischen und gesetzlichen Veränderungen gewünscht, jedoch ist dieses Buch ja für Jugendliche geschrieben und für diese Altersgruppe auch sehr gut geeignet.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Bedrückendes Szenario

Graue Nächte
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Ein brutaler Mord in Reykjavík und eine vermeintlicher Selbstmord-Leiche am Strand, eine Überfahrt nach Island, auf der mehrere Menschen über Bord gehen, so führt Indridason den Leser in das besetzte ...

Ein brutaler Mord in Reykjavík und eine vermeintlicher Selbstmord-Leiche am Strand, eine Überfahrt nach Island, auf der mehrere Menschen über Bord gehen, so führt Indridason den Leser in das besetzte Island im Jahr 1943.
Das Ermittlerteam Flovent und Thorson haben die schwierige Aufgabe nach den eventuellen Zusammenhängen dieser scheinbar zufälligen Umstände zu suchen. Im Laufe dieser Ermittlungen stoßen sie auf die Vergangenheit der einzelnen Protagonisten, welches die Lösung der Fälle nicht einfacher gestaltet.
Durch das stoische Schweigen der involvierten Personen kommt nur ganz langsam Licht ins Dunkle. Während ihrer Ermittlungen stechen sie ins buchstäbliche Wespennest und schrecken so auch einzelne Täter auf.
Mit Graue Nächte veröffentlichte Arnaldur Indridason sein 20. Buch und das dritte um das Ermittlerteam Flovent und Thorson.


Der Autor hat es mit seinen Schreibstil und die Wortwahl vorzüglich verstanden die bedrückenden und kalten Zustände Islands zu transportieren. Durch die unterschiedlichen Zeiten der Handlungsstränge wird der Leser gefordert konzentriert zu lesen, dadurch brauchte ich eine Weile bis ich die einzelnen Zeitebenen sicher zuordnen konnte. Gerade diese verschiedenen Ebenen machten die Geschichte aber sehr spannend, es blieb mir bis zum Ende immer was zum Rätseln.
Indridason bleibt auch in diesem Buch seinem Weg treu, nicht zu viel privates über seine Ermittler zu verraten. Wie immer habe ich diesen Umstand als sehr angenehm empfunden habe, da ich mich dadurch ganz auf die einzelnen Fälle,die Umgebung und die Zustände des gebeutelten Islands konzentrieren konnte. Ein Highlight war für mich eindeutig die Namenlose Protagonistin, die viel Raum für Spekulationen in verschiedene Richtungen schaffte.


Graue Nächte hat mich durch die Vielschichtigkeit in seinen Bann gezogen, die Stimmung hat mich gefesselt und mir Island und die Mentalität der Isländer nochmal ein Stück näher gebracht.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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