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Veröffentlicht am 27.10.2016

Eine authentische Reise in die Zeit der Wikinger

Von den Grenzen der Erde
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Ich liebe historische Romane, allerdings nicht jeden. Mit Mittelalter oder verfolgten "Hexen" kann ich momentan nichts anfangen, aber Wikinger reizen mich. Vor allem die "echten" Nordmänner und nicht die ...

Ich liebe historische Romane, allerdings nicht jeden. Mit Mittelalter oder verfolgten "Hexen" kann ich momentan nichts anfangen, aber Wikinger reizen mich. Vor allem die "echten" Nordmänner und nicht die Schönlinge, die in so manchen Büchern auftauchen. Leider finde ich solche Romane selten in der Masse an Büchern. Aber zurück zum Buch: Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin viel recherchiert hat. Sie hat in meinen Augen (ich bin ja keine Expertin) die damalige Zeit und die Lebensarten gut dargestellt und vermittelt. Aber auch die mythologie Seite ist nicht zu kurz gekommen. Auch wenn das jetzt wie eine Floskel klingt: Das Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Umso schlimmer, dass ich nicht viel Zeit zum Lesen hatte und es ständig aus der Hand legen musste.

Die Geschichte beginnt langsam. Bevor sich Lynn und Eirik begegnen werden erstmal ihre Geschichten erzählt. Nach dem Überfall muss Lynn als Sklavin bei den Mördern ihres Vaters und ihrer Freunde leben und ich kann mir gar nicht vorstellen, was da für ein Zwiespalt in einem so kleinen Kind vorgehen muss. Lynn lernt sich anzupassen, bleibt ihr ja auch nichts anderes übrig, aber gleichzeitig will sie das Versprechen an ihren Vater einhalten, was für die nächsten Jahre nicht möglich scheint. Erst als gewisse Intrigen innerhalb der Wikinger ihren Lauf nehmen und Lynn mehr über ihre Gabe lernt, scheint es Hoffnung zu geben. Ich habe mit Lynn mitgelitten und gefiebert. Sie ist klug und mutig, und nach alldem, was mit ihr passiert, habe ich mir für sie ein glückliches Ende gewünscht.
Eirik war von Anfang an schwer einzuschätzen. Er ist schien erst ein verantwortungsvoller Mann zu sein, der seinen eigenen Ehrenkodex hat, aber nach dem thing und dem Fluch scheint er das mehr und mehr zu verlieren. Ich wusste lange Zeit nicht, wie er in Situationen reagieren wird und wann er denn mal sein Wort hält. Sympathisch ist anders, aber ich fand ihn faszinierend. Allerdings war ich von seinem wehleidigen Wesen etwas genervt. Ja, der Fluch ist schrecklich. Und ich kann verstehen, dass er zwischen Aufgeben und Weiterkämpfen hin und her wankt, aber irgendwann dachte ich mir nur, jetzt entscheid dich mal! Ich mag es, wenn Charaktere mich auf gute Art und Weise aufregen können.
Die Nebencharaktere waren auch gut ausgearbeitet und hatten alle ihre Eigenheiten. Manche haben eine weit weniger wichtige Rolle gespielt wie ich anfangs dachte, dafür sind andere in den Vordergrund gerückt. Meistens welche, die ich ganz schnell überhaupt nicht leiden konnte. Sodass ich ihnen ein blutiges Ende wünschte. Den blutig ist es hier allemal. Das Leben damals war hart, besonders die Raubüberfälle der Wikinger, und die Autorin beschönigt hier nichts. Es wird gemordet, verstümmelt, versklavt, vergewaltigt, etc.

Die Geschichte zieht sich über mehrere Jahre, sodass man die wichtigsten Stadionen im Leben der beiden Hauptpersonen miterlebt und ihre Charakterentwicklung und Motivation gut verfolgen kann. Nicht nur ihre, sondern auch die der "Feinde". Geschrieben wird aus der Sicht eingeschränkt, auktorialen Sicht. Meisten aus Lynns oder Eirik Perspektive, aber auch andere Personen kommen zu Wort, damit der Leser alles Wichtige miterleben kann. Ich fand die Mischung hier gut gelungen, da sie alles wichtige verrät, aber nicht zufiel, sodass ich noch mit Eirik und Lynn mitfiebern konnte, ohne die Pläne der "Feinde" zu kennen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Einige Begriffe sind im Glossar erklärt, andere werden über den Text selbst deutlich, sodass ich nicht das Internet bemühen musste, um "Wikingerworte" zu verstehen. Manches kannte ich auch schon aus Dokus oder anderen Büchern.

Fazit

Ein unglaublicher guter Einstieg in die Trilogie. Die Charaktere und die Handlung konnten mich komplett überzeugen. Der Schreibstil und die Erzähperspektive waren angenehm bzw. gut durchdacht. Es las sich authentisch und ich freue mich schon auf die weiteren Bände.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Märchenhafte Welt mit wundervollen Charakteren

Die silberne Königin
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Die silberne Königin ist ein Buch, welches mich sofort in seine märchenhafte Winterwelt gezogen hat. Ein Leben in einem Land, welches keine Jahreszeiten kennt, sondern nur den eisigen Winter und dadurch ...

Die silberne Königin ist ein Buch, welches mich sofort in seine märchenhafte Winterwelt gezogen hat. Ein Leben in einem Land, welches keine Jahreszeiten kennt, sondern nur den eisigen Winter und dadurch abhängig vom Handel ist, ist kein leichtes Leben. Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben und der Tod ist ein ständiger Begleiter. Aber nicht nur der Schnee und die Kälte sind eine Gefahr für Protagonistin Emma und die anderen Bürger des Landes. Auch König Casper scheint kein Interesse am Überleben seines Volkes zu haben.
Emma hat, nachdem sie ihrem alten Job den Rücken gekehrt hat, das große Glück in der Chocolaterie von Madame Weltfremd eine Anstellung zu finden. Zusammen mit ihrer Kollegin Ophelia stellt sie nun täglich Pralinen und weitere Schokoladenköstlichkeiten her. Abends erzählt ihnen Madame Weltfremd das Märchen von der silbernen Königin. Jedes Märchen enthält eine Botschaft und schon bald hängt Emmas Leben davon ab, dieses Märchen zu enträtseln und weiterzuspinnen.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Emma ist eine starke, junge Frau, die früh lernen musste, sich um sich selbst zu kümmern. Sie sieht die Probleme des Landes und als sie die Chance erhält, das Geheimnis des Königs zu lösen und ihr Land zu retten, ergreift sie es. Auch wenn es ihr eigenes Leben kosten könnte. Emmas Part erinnert übrigens etwas an Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht, Aschenputtel und Gerda.
Ophelia spielt wie Madame Weltfremd eine entscheidene Nebenrolle. Sie hilft Emma wo es geht, und wie die gute Fee bei Cinderella hilft sie Emma auf den königlichen Ball zu kommen. Für Madame Weltfremd ist mir kein Märchen eingefallen, aber da sie die Märchenerzählerin ist, ist sie eh irgendwie Teil jedes Märchens. Sie ist rätselhaft und irgendwie hätte ich mir gewünscht mehr über sie und ihre Vergangenheit zu erfahren.
König Casper ist mysteriös und wie Emma konnte ich ihn schwer einschätzen. Mal wirkt er ganz besorgt und nett, dann verschließt er sich wieder und droht mit dem Tod. Wobei seine gewählte Todesart grausam ist und er sie auch noch als Ehre ansieht. Er erinnert definitiv an das Märchen Die Schneekönigin.

Katharinas Secks Schreibstil ist unglaublich toll. Sie beschreibt Landschaften und Orte so detailliert, dass man sie sich vorstellen kann, aber gleichzeitig noch seine eigene Fantasie miteinbauen muss. Die perfekte Mischung meiner Meinung nach. Sobald die Chocolaterie Handlungsort wurde, hatte ich übrigens selbst Lust auf Schoko. Zum Glück habe ich immer was hier. Ich fand es übrigens richtig toll, neben dem Märchen über die Silberne Königin auch noch Hinweise auf andere Märchen zu finden. Wer weiß, vielleicht entdecke ich beim re-readen nochmehr Märchen, die mir so gar nicht aufgefallen sind.

Fazit

Eine wunderbare Geschichte bzw. eigentlich zwei Geschichten, die durch den Schreibstil und durch die Charaktere absolut lesenswert ist.

Veröffentlicht am 24.09.2016

Nicht nur für Austen Fans

Jane Austen bleibt zum Frühstück
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Jane Austen gehört zu meinen Lieblingsautoren und ich kann ihre Romane immer und immer wieder lesen. Da war es natürlich auch ein Muss dieses von Manuela Inusa zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. ...


Jane Austen gehört zu meinen Lieblingsautoren und ich kann ihre Romane immer und immer wieder lesen. Da war es natürlich auch ein Muss dieses von Manuela Inusa zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Gleich die ersten Seiten haben mich gepackt und ich habe den Roman erst aus der Hand gelegt als ich ihn fertig gelesen hatte.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Er ist flüssig und was für mich sehr wichtig war: Ich habe ihr Janes Sprachstil abgekauft. Der Erzählstil ist der des auktorialen Erzählers. Wir sehen in die Köpfe aller auftretenden Personen, obwohl das Hauptaugenmerk auf Penny und Jane liegt. Schön fand ich auch das die Erzählsprache an Jane und Penny angepasst wurde. Während in Pennys Abschnitten mehr Alltagssprache genutzt wird, sind die Beschreibungen in Janes Abschnitten "gehobener". Die Rückblenden sind auch gelungen eingebaut. Nirgends hatte ich mich gewundert, warum auf einmal ein Orts- und Personenwechsel stattfand, sondern wusste sofort, dass Penny oder Jane gerade in der Vergangenheit schwelgen.

Der Plot ist im Klappentext eigentlich sehr gut zusammengefasst. Penny hat schweren Liebeskummer und Jane möchte aus ihrem Alltagstrott herausbrechen und ein Abenteuer erleben. Beide beten, dass ihre Wünsche bald erfüllt werden. Jane hat dabei natürlich nicht an eine Zeitreise gedacht, aber sie erwacht eines Morgens im Jahre 2015 und nach einem verständlichen Schock, kommt sie sehr gut zurecht mit unserer Zeit. Penny hingegen ist begeistert ihre Lieblingsautorin kennenzulernen und genießt die Zeit mit ihr.

Das Ende von Pennys Liebesgeschichte war für mich, nachdem ich Trevor kennengelernt hatte, eigentlich sehr vorhersehbar. Ich gestehe, dass ich mich relativ schnell mehr für Jane´s Geschichte interessierte. Es war zu Beginn nicht gleich zu sehen, welcher der Männer ihr Mr. Darcy wird und als es dann feststand, war da natürlich die Frage, was aus ihrer Liebe wird. Schließlich muss Jane doch zurück in ihre Zeit, damit sie ihre Bücher veröffentlichen kann und die Zukunft nicht verändert wird. Ich war gespannt wie dies aufgelöst wird und ob es ein Happy End gibt.

Wie auch bei den Werken von Jane Austen liegt das Thema der Geschichte mehr bei den Personen und ihren sozialen Interaktionen. Auch wenn man dies auf ein keinen Fall mit einem Austen Werk vergleichen kann. Dafür fehlt Janes Austen Humor und ihr einzigartiger Schreibstil.


Fazit
Auch wenn das Ende einer der Liebesgeschichten vorhersehbar war, hat mich der Erzählstil durch die Geschichte getragen und natürlich die Frage, wie es mit Jane und ihrem Mr. Darcy ausgehen wird.
Um es in Janes Worten zu sagen: Es war ein ganz entzückendes Werk!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderschöne Märchenadaption

Die Luna-Chroniken 1: Wie Monde so silbern
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Aschenputtel/Cinderella gehört zu meinen Lieblingsmärchen. Und Wie Monde so Silbern ist eine unglaubliche gute Adaption des Märchen. Wir haben ein junges Mädchen, das von ihrer Stiefmutter wie eine Sklavin ...

Aschenputtel/Cinderella gehört zu meinen Lieblingsmärchen. Und Wie Monde so Silbern ist eine unglaubliche gute Adaption des Märchen. Wir haben ein junges Mädchen, das von ihrer Stiefmutter wie eine Sklavin behandelt wird; wir haben einen Prinzen, der von alldem nichts weiß; wir haben einen königlichen Ball und den allseits bekannten Schuh. Und was wir noch haben sind Cyborgs, Außerirdische und ein drohender intergalaktischer Krieg. Denn Wie Monde so silbern spielt 126 Jahre nach dem Vierten Weltkrieg im Asiatischen Staatenbund. Und unsere Hauptpersonen Cinder und Kai haben so ganz andere Probleme, als wie im grimmschen Märchen auf einem dreitägigen Ball ihre große Liebe zu finden.

Cinder wird als Versuchsobjekt gegen die unheilbare Blaue Pest genutzt und Kai muss sich mit der Königin von Luna auseinandersetzen, die mit einem Krieg droht, wenn er ihre Forderungen nicht erfüllt. Und doch begegnen sich die zwei und Cinders Schaltkreise spielen verrückt. Achja, erwähnte ich das Cinder ein Cyborg ist und deswegen nicht die gleichen Rechte wie ein "normaler" Mensch hat? Sie ist "Eigentum" ihrer Stiefmutter und muss den Lebensunterhalt für ihre Familie verdienen. Cinder ist so unglaublich sympathisch. Sie kennt ihre Stellung in der Gesellschaft, aber sie sieht sich selbst als genauso wertvoll wie jeder andere Mensch. Schließlich kann sie nichts dafür, dass man sie nach einem Unfall nur durch Cyborg-Technologie retten konnte. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und kämpft für die, die sie liebt, und versucht das Richtige zu tun.

Auch Kai hat es in seinem Leben nicht leicht gehabt und versucht alles, um sein Volk zu retten. Vor der Blauen Pest und vor der Königin von Luna. Während der Prinz im grimmschen Märchen total farblos ist, ist Kai unglaublich sympathisch und seine verzweifelte Suche nach dem richtigen Weg hat mich mitgezogen. Ich konnte seine letztendliche Entscheidung sehr gut nachvollziehen.

Cinder und Kai und auch alle anderen Personen und Androiden wirken so authentisch und haben mich mitgerissen. Kaum war die erste Seite gelesen bin ich auch auch schon bei der letzten angekommen und wünschte mir direkt weiterlesen zu können. Der Schreibstil von Marissa Meyer ist unglaublich gut. Die ganzen neuen technologischen Errungenschaften und die besonderen Fähigkeiten der Lunarier sind verständlich erklärt und so in die Geschichte eingebaut, dass man mit der Geschichte lernt und nicht das Gefühl hat, Definitionen zu lesen. Es gibt keine endlos verschachtelten Sätze und selbst über SciFi-Begriffe bin ich nicht gestolpert. Es ließ sich alles sehr flüssig lesen.

Cinders Rolle in der Geschichte war mir zwar ziemlich schnell klar, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es die Spannung genommen hat. Eher war ich umso gespannter, wie Cinder darauf reagieren wird. Und was Kai tun wird, wenn er es erfährt. Alles in allem finde ich, dass die ganzen SciFi Dinge und die Andeutungen anderer Märchen dafür gesorgt haben, dass es eben nicht nur eine Märchen-Adaption mit zu erwartendem Ausgang ist, sondern es ist zu einer ganz eigenen Geschichte geworden, deren Ende einen gerade zu zwingt, weiterzulesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wenn man die Macht über die Realität hat, wird man Zauberer

PLÖTZLICH ZAUBERER
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Martin Banks verbringt seine Freizeit vor dem Computer. Er surft in den Weiten des Internets und greift auch gerne, nicht ganz legal, auf fremde Systeme zu. In einer sehr unscheinbar klingenden Datei findet ...

Martin Banks verbringt seine Freizeit vor dem Computer. Er surft in den Weiten des Internets und greift auch gerne, nicht ganz legal, auf fremde Systeme zu. In einer sehr unscheinbar klingenden Datei findet er ein Programm, das es ihm ermöglicht die Realität zu verändern. Größe verändern, Teleportieren, den Kontostand erhöhen - alles kein Problem. Martin schwört sich ganz vorsichtig zu sein, damit niemand ihn entdeckt, aber ein paar Mal den Kontostand manipuliert und Männer in schwarzen Anzügen sind hinter ihm her. Martin flüchtet ins mittelalterliche England mit dem Plan als Zauberer sein Geld zu verdienen. Problem: die existierenden Zauberer sind Martin gar nicht so unähnlich und ohne deren Erlaubnis darf Martin nicht bleiben.

Die Geschichte hatte mich sehr schnell gepackt. Martin kam mir zu Beginn etwas naiv vor bzw. er hat erst gehandelt und dann nachgedacht. Dass er es nicht lange schafft unentdeckt zu bleiben, war mir ziemlich schnell klar und die Idee, wie er als Zauberer im mittelalterlichen England Fuß fassen kann - tja, lief wohl nicht so gut. Sehr passend dazu der erste Befehl seines Ausbilders: Erst denken, dann reden bzw. handeln. Auch wenn Martin sich das nicht immer zu Herzen nimmt, findet er sich doch relativ gut zurecht in seiner neuen Umgebung. Zu den Zauberern, die Martin kennenlernt gehören unter anderem sein Ausbilder Phillip und Jimmy, der die ArtusSaga zum Leben erweckt hat und sich selbst zum Vorsitzenden der Zauberer ernannt hat. Und dann ist da noch Gwen, die Schneiderin, die Martins Flirtversuche so gar nicht leiden kann.

Der Schreibstil ist flüssig und Fachbegriffe aus der Computerwelt werden gut erklärt, sodass man auch als Nichtprogrammierer versteht, was Martin und Co. da tun. Die Logik der Zeitreisen, der Einfluss auf die Zukunft, die Frage, wie Computer im Mittelalter funktionieren können, etc. werden meiner Meinung sehr gut umgesetzt. Die Tatsache, dass ein Mensch anscheinend nur ein Code in einem Computerprogramm ist, hat vor Martins Ankunft zu einigen philosophischen Diskussionen unter den Zauberern gesorgt, bevor entschieden wurde, dass es wohl besser wäre, nicht darüber nachzudenken. Mich hat das ein bisschen an Descartes erinnert und an das Gehirn-im-Tank-Beispiel. Was passieren kann, wenn man zu viel darüber nachdenkt, wird im Laufe der Geschichte mehr als deutlich.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Humor in dem Buch. Ich musste zumindest des Öfteren lachen/schmunzeln. Ich glaube, Leute, die in der Popkultur mehr zuhause sind als ich, werden auch einige Andeutunge/Witze verstehen. Mir ging es da eher wie Phillip, der oftmals keine Ahnung hatte.

Zusammengefasst ein sehr gutes Buch, das Zeitreiseproblematiken geschickt umgeht und mich für einige Stunden wunderbar unterhalten konnte. Sollten die anderen Bände auch auf Deutsch erscheinen, werde ich sicherlich weiterlesen.