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Veröffentlicht am 27.11.2018

Balsam für die Seele

Das wunderbare Wollparadies
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In diesem ist das Susan, die Inhaberin von Susan’s Wool Paradise, in dem sie sowohl Wolle als auch gestrickte, genähte und gehäkelte Dinge verkauft.

Direkt zu Anfang ahnt der Leser schon, dass Susan ...

In diesem ist das Susan, die Inhaberin von Susan’s Wool Paradise, in dem sie sowohl Wolle als auch gestrickte, genähte und gehäkelte Dinge verkauft.

Direkt zu Anfang ahnt der Leser schon, dass Susan es nicht immer leicht hatte und ihr einige schlimme Dinge widerfahren sind. Die Ereignisse ihrer Vergangenheit lassen sie nicht los und holen sie gerade zur besinnlichen Weihnachtszeit wieder ein. Doch in diesem Jahr ändert sich so einiges in Susan’s Leben… Und obwohl es das Schicksal bisher nicht gut mit ihr gemeint hat, oder vielleicht auch gerade deswegen, ist sie, genau wie ihre Freundinnen, ein herzensguter Mensch. So hilft sie z.B. an Weihnachten in der Suppenküche aus und bittet ihre Freundinnen um Sachspenden als Weihnachtsgeschenke für Bedürftige.

Immer wenn ich einen Roman der Valerie Lane – Reihe lese, wird mir ganz warm ums Herz und ich habe Tränen in den Augen, weil die Bücher einfach so schön sind. Die kleine Straße in Oxford ist ein ganz besonderer Ort mit ganz besonderen Bewohnern. Jeder Roman ist tiefsinnig und regt meist unterschwellig zum Nachdenken oder Umdenken an. Obwohl „Das wunderbare Wollparadies“ zur Weihnachtszeit spielt, verzichtet Manuela Inusa auf übermäßig kitschige und klischeehaften Weihnachtsdetails. Wobei es für mich eigentlich gar nicht weihnachtlich genug sein kann. Es weihnachtet also nicht zu sehr in diesem Roman und das, obwohl die Hauptprotagonistin Susan genau so ein großer Weihnachtsfan ist wie ich.

Ich kann euch diesen, und auch jeden anderen Roman dieser Reihe wärmstens empfehlen. Sowohl der Schreibstil als auch die Charaktere und die Handlungen sind mehr als gelungen. www.lesenlieben.com

Veröffentlicht am 27.11.2018

Wohlfühlbuch mit Suchtfaktor

Animant Crumbs Staubchronik (Digipak-Version)
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Schon direkt auf den ersten drei Seiten hatte mich die Hauptcharakterin Animant als Fan gewonnen. Animant ist Bücherwurm durch und durch. Noch dazu schlagfertig und nie um ein Wort verlegen, womit sie ...

Schon direkt auf den ersten drei Seiten hatte mich die Hauptcharakterin Animant als Fan gewonnen. Animant ist Bücherwurm durch und durch. Noch dazu schlagfertig und nie um ein Wort verlegen, womit sie nicht nur ihre Mutter in den Wahnsinn treibt. Die liebenswerte Rebellin setzt sich über so manche Regel und gesellschaftliche Normen hinweg, wodurch man als Leser ins Nachdenken gerät. Im 19. Jahrhundert war es um die Gleichberechtigung noch nicht sonderlich gut bestellt und das Frauenbild unterschied sich deutlich von dem heutigen. Oftmals vergisst man beim Lesen, dass der Roman eben nicht im heutigen Jahrhundert spielt, was vor allem an der fortschrittlichen und weltoffenen Denkweise von Animant liegt. Aber nicht nur das Frauenbild, sondern auch Religion und Kultur werden in diesem Roman thematisiert. An einigen Stellen hat mich der Roman an Stolz und Vorurteil von Jane Austen erinnert.


Einblicke in Aminats Leben zubekommen und sie auf ihre Reise nach London zu begleiten hat mir große Freude bereitet. Animant war mir auf Anhieb sympathisch und ich konnte es kaum erwarten, zu erfahren, wo die Handlung hinführt. Aus der Ich-Perspektive erhält der Leser einen guten Einblick in die Erlebnisse, Gedanken- und Gefühlswelt von Animant. Und nicht nur das: Er bekommt auch einen Eindruck von den Aufgaben eines Bibliothekars und eine ungefähre Vorstellung, wie man im 19. Jahrhundert gelebt hat.

Ab der Hälfte des Buches war es dann auch gänzlich um mich geschehen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mir die Nacht um die Ohren geschlagen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Wie sage ich immer so schön: Die besten Bücher werden nachts ausgelesen.

Ich kann euch diesen Roman wärmstens empfehlen, er entführt euch in eine andere Welt. lesenlieben.com

Veröffentlicht am 31.01.2019

Spannendes Krimi-Debüt von Julia Hofelich

Totwasser
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Der Krimi startet mit einem Prolog, der den Leser Einblicke in die Gefühlswelt des Täters gibt. Danach erst beginnt die Haupthandlung, die sich bis zum Schluss durchzieht. Die Handlung wird also (Prolog ...

Der Krimi startet mit einem Prolog, der den Leser Einblicke in die Gefühlswelt des Täters gibt. Danach erst beginnt die Haupthandlung, die sich bis zum Schluss durchzieht. Die Handlung wird also (Prolog ausgenommen) in nur einem Handlungsstrang wiedergegeben. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Anwältin Linn Geller, die das Topmodel Grace Riccardi vertreten soll. Grace Riccardi wird beschuldigt ihren Ehemann, den berühmten Schauspieler Nico Benten, getötet und von einer Klippe geschmissen zu haben. Von der Leiche fehlt jedoch jede Spur. Linn glaubt nicht an die Schuld ihrer Mandantin, auch wenn diese genau das behauptet und lieber heute als morgen ins Gefängnis ginge, um ihre Schuld zu begleichen. Und so beginnt die Anwältin auf eigene Faust zu ermitteln, was sich schwieriger gestaltet als gedacht, denn der Tote scheint ein Heiliger gewesen zu sein, der bei allen beliebt war.

Die Anwältin Linn Geller war mir von vorneherein sehr sympathisch. Schon auf den ersten paar Seiten erfährt man, dass auch sie keine einfache Vergangenheit hatte. Die Ereignisse der Vergangenheit stecken ihr immer noch in den Knochen und sie wird täglich damit konfrontiert. Gerade dadurch wirkt sie unheimlich authentisch, sodass ich mich sehr gut in die Handlung und die Geschehnisse um sie herum hineinversetzten konnte. Ich habe mit Linn mitgefiebert und -gelitten und konnte den Krimi kaum aus der Hand legen. Allerdings muss ich sagen, dass „Totwasser“ nichts für schwache Nerven ist, ich saß teilweise senkrecht im Bett – das haben bisher lediglich die Thriller von Lars Kepler bei mir geschafft.

Mir hat der Krimi „Totwasser“ von Julia Hofelich sehr gut gefallen. Eine fesselnde Story mit einer sympathischen Hauptprotagonistin und einer guten Portion Nervenkitzel. Zudem lädt der Krimi zum miträtseln ein, denn die Handlung ist unvorhersehbar. Erst nach und nach fügen sich langsam alle Puzzleteile zusammen. www.lesenlieben.com

Veröffentlicht am 14.01.2019

Ein packender Roman über Leben und Tod

Die Unsterblichen
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Von Langeweile geplagt begeben sich die Geschwister Gold, die alle noch im Kindesalter sind, zu einer Wahrsagerin, um ihren Todestag vorher gesagt zu bekommen. Das danach nichts mehr ist, wie es mal war, ...

Von Langeweile geplagt begeben sich die Geschwister Gold, die alle noch im Kindesalter sind, zu einer Wahrsagerin, um ihren Todestag vorher gesagt zu bekommen. Das danach nichts mehr ist, wie es mal war, ahnt nur eine von ihnen. Die kleine Klara sitzt nach dem Besuch bei der Wahrsagerin völlig aufgelöst auf den Stufen und auch Simon steht neben sich. Alle vier befolgen lange Zeit den Rat der Wahrsagerin und sprechen mit niemandem über diesen Besuch. Auch untereinander reden sie nicht darüber. Niemand weiß das Todesdatum der anderen, lediglich das eigene spukt den vieren pausenlos im Kopf herum. Sie richten ihr Leben nach diesem Datum aus. Würdest du wissen wollen, wann du stirbst? Und wie würdest du leben, wenn du es wüsstest?

Ich konnte den Roman „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin kaum aus der Hand legen. Die Thematik brachte mich zum Grübeln, denn immer wieder sagt und hört man Sätze wie „Wir leben nur einmal“ oder auch „Manchmal warten wir mit bestimmten Dingen so lange, als hätten wir noch ein zweites Leben“. Und dennoch verinnerlichen nur die wenigsten von uns diese Sätze. Viele von uns leben mit „angezogener Handbremse“, Träume bleiben Träume und werden nicht gelebt.

Simon, Klara, Daniel und Varya wissen wann sie voraussichtlich sterben und gehen sehr unterschiedlich mit diesem Wissen um. Das Buch ist in fünf Abschnitte geteilt. Nach der Einleitung ist jedem der Geschwister ein Abschnitt gewidmet, in dem berichtet wird, wie er sein Leben lebt.

Absolute Leseempfehlung, ein großartiger Roman über das Leben, der zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 14.01.2019

Steht Band 1 in nichts nach

Bluthaus
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Da ich von dem Krimi „Totenweg“ von Romy Fölck so begeistert war, musste ich natürlich direkt Band 2 der „Elbmarsch-Reihe“ lesen. Und, was soll ich sagen, auch dieser Krimi ist wirklich lesenswert und ...

Da ich von dem Krimi „Totenweg“ von Romy Fölck so begeistert war, musste ich natürlich direkt Band 2 der „Elbmarsch-Reihe“ lesen. Und, was soll ich sagen, auch dieser Krimi ist wirklich lesenswert und lässt sich kaum aus der Hand legen.

Wie oben bereits erwähnt, empfehle ich euch, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen, denn in diesem Band begegnen dem Leser alte Bekannte wieder, deren Vergangenheit in Band 1 erläutert wird. Im vorherigen Band wurde z.B. bereits geschildert, wie Frida und Jo, um deren Verschwinden es in diesem Krimi geht, sich kennengelernt und was sie gemeinsam erlebt haben.

Die Handlung des Krimis wird eingeleitet mit den einer Art Vorgeschichte, die sich im Herbst 1997 an der Ostseeküste zutrug. Was anfangs noch recht kryptisch auf mich wirkte, setzte sich nach und nach wie ein Puzzle zusammen. Zwei Handlungsstränge führen den Leser durch das Buch und immer tiefer in ein Netz aus Lügen und Verrat. In unregelmäßigen Abständen wird zwischen den Handlungssträngen um das Verschwinden von Jo, ein Teil der Geschichte erzählt, die sich 1997 an der Ostsee ereignete.

Normalerweise bin ich überhaupt kein Freund von Regionalkrimis, aber die „Elbmarsch – Reihe“ hat es mir angetan. Der Mix aus Elbmarsch-Atmosphäre, sympathischen Charakteren und einer spannenden Story hat mich gänzlich überzeugt.

Alles in allem ist der Krimi „Bluthaus“ von Romy Fölck ein mehr als gelungener zweiter Band. Eine spannende Geschichte, die mich gefesselt hat und mitfiebern ließ.

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