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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2019

Facettenreicher hochspannender Kriminalroman

Hochamt in Neapel
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In Rom beobachten zwei Polizisten einen mutmaßlichen Mord an einem kleinen Zollbeamten, der Commissario Bariello zunächst einiges Kopfzerbrechen bereitet. Doch diese Fährte führt tief in mafiöse Gefilde, ...

In Rom beobachten zwei Polizisten einen mutmaßlichen Mord an einem kleinen Zollbeamten, der Commissario Bariello zunächst einiges Kopfzerbrechen bereitet. Doch diese Fährte führt tief in mafiöse Gefilde, wobei sie eine Spur des Todes hinterlässt. Dabei erregt er einigen Widerstand, den es geschickt zu umschiffen gilt.

Währenddessen stoßen in Neapel, der neue Weihbischof Montebello und seine Vertrauten, im dortigen Kirchenarchiv einen geheimnisvollen Brief mit dem Hinweis auf eine verborgene archäologischen Sensation…..



In dem spannenden Kriminalroman „Hochamt in Neapel“ von Autor Stefan von der Lahr, führen unzählige komplexe Begebenheiten am Ende zu einem großartigen Finale. Es gibt zwei Hauptorte, Rom und Neapel, mit unterschiedlichen Ermittlern.
Die eine Seite ist klassische Polizeiarbeit, mit loyalen und hoch motivierten Kräften, angeführt von Commissario Bariello. Auf der anderen Seite die theologische Fraktion, mit Weihbischof Montebello an der Spitze, die einem kirchlichen Geheimnis auf der Spur ist. Wie das alles zusammenkommt, bleibt sehr lange im Dunkeln, was die Geschichte unglaublich aufregend macht.
Sehr viele Protagonisten, Ereignisse und vielschichtige Handlungsorte fordern alle Konzentration des Lesers, doch die wunderbare Konstruktion der Story lohnt diesen Aufwand auf alle Fälle!
Der Schreibstil gefällt mir gut, sehr präzise, nicht allzu emotional, eine Art Betrachtung von außen, wie bei einem bilderreichen, aufwühlenden, spannenden und actionreichen Kinofilm.

Mein Fazit: Der Krimi bietet ganz großartige Unterhaltung, besonders begeistert dabei die Jagd nach dem großen Ganzen und dem Aha-Effekt am Ende! Faszinierend auch das unterschwellige Böse, in all seinen Facetten, mit einerseits unglaublicher Arglosigkeit oder Skrupellosigkeit, als Motivation der mitwirkenden Gestalten. Wirklich aufregend:)

Veröffentlicht am 10.02.2019

Emotional gestrickter Nachkriegskrimi aus dem Sommer 1947

Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
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Köln im Sommer 1947- Friederike Matthée von der weiblichen Polizei, wird abkommandiert, um bei den Ermittlungen eines blutigen Mordfalls auf dem bergischen Land zu ermitteln. Das Opfer ist eine ehemalige ...

Köln im Sommer 1947- Friederike Matthée von der weiblichen Polizei, wird abkommandiert, um bei den Ermittlungen eines blutigen Mordfalls auf dem bergischen Land zu ermitteln. Das Opfer ist eine ehemalige Kollegin, die während der NS-Zeit für die Einweisung in Besserungsanstalten von angeblich asozialen Jugendlichen zuständig war. Am Tatort wurde ein Mädchen mit einer Waffe überrascht, eine ihrer einstigen Schutzbefohlenen. Für den ermittelnden Kommissar ist sofort klar, die junge Frau wird mit Sicherheit den Mord aus Rache begangen haben. Doch Friederike glaubt den Unschuldsbeteuerungen des Mädchens und beginnt heimlich auf eigene Faust zu recherchieren….

Im Roman „Der Hunger der Lebenden“ aus der Feder von Beate Sauer ermittelt Polizeiassistentin Frederike Matthée nun schon zum zweiten Mal. Die Geschichte spielt nach dem Zweiten Weltkrieg, zur Zeit der Besatzung, im heißen Sommer 1947 als die meisten Überlebenden noch traumatisiert waren und beflissen manche Kriegsverbrechen unter den Teppich zu kehren. Der Hunger war ein täglicher Begleiter und auch Friederike und ihre Mutter kämpfen, trotz Arbeitsstelle täglich um das Überlebensnotwendige. 
Die Autorin versteht es genial diese Phase der Not und den Überlebenswillen ihrer Charaktere herauszuarbeiten und auch tief in deren Psyche einzudringen.  Der Hunger nach Normalität, Liebe und einem geregelten Alltag sind sehr intensiv spürbar.
In diese hoffnungsvolle, aber auch entbehrungsreiche Zeit, ist ein sehr interessanter Mordfall eingefügt, der aus dem historischen Roman einen überaus spannenden historischen Kriminalfall macht.
Das Lesen des ersten Bandes ist für das Verständnis der Geschichte nicht notwendig. Zum besseren Verständnis ist am Ende des Buches noch ein Personenverzeichnis, ein sehr interessantes Nachwort zum Thema Weibliche Polizei(WBK), Besatzungsmilitärpolizei und anderer historische Vorkommnisse der Handlung, angehängt.

Mein Fazit: Ein wirklich gelungener historischer Krimi, der einen treffend beschriebenen Eindruck in das damalige Zeitgeschehen und die Stimmung der Menschen gibt und dazu eine hervorragende Unterhaltung bietet. Der Band 1 „Echo der Toten“ wandert auf alle Fälle auf meine Wunschliste!

Veröffentlicht am 04.02.2019

Mittelalterliches Romandebüt, großartig gelungen!

Die Klosterbraut
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Die bildschöne blonde Adelstochter Melinda von Marienfeld ist dem Ritter Wulf von Röllberg als Braut versprochen. Doch auf dem Weg zu seiner Verlobten schlägt das Schicksal zu! Wulf rettet einem hübschen ...

Die bildschöne blonde Adelstochter Melinda von Marienfeld ist dem Ritter Wulf von Röllberg als Braut versprochen. Doch auf dem Weg zu seiner Verlobten schlägt das Schicksal zu! Wulf rettet einem hübschen brünetten Mädchen das Leben und verliebt sich sogleich unsterblich in sie. Auf der Burg seiner Braut muss er erkennen, die bezaubernde Unbekannte ist Franka von Marienfeld, die jüngere Schwester seiner Braut. Frankas Bestimmung ist es, nach seiner Hochzeit mit Melinda, als Nonne ins Kloster zu gehen.

In ihrem großartigen historischen Debütroman „Die Klosterbraut“, entführt uns Autorin Manuela Schörghofer, in die Hochzeit des Mittelalters. Es geht um zwei Menschen, die sich durch Zufall begegnen und verlieben. Doch die Umstände machen ihrer Verbindung einen Strich durch die Rechnung und der Leser fiebert über 400 Seiten mit den beiden sympathischen Hauptcharakteren, ob ihnen nicht doch noch ein gnädiges Ende vergönnt ist.
Der flüssige bildhafte Schreibstil macht die Lektüre zu einem Vergnügen. Minnesang, Schwertkampf, Turniere, das Klosterleben und der Kreuzzug Friedrich des II., einfach alles was das Mittelalter zu bieten hat, wird gekonnt in die Geschichte des Romans eingeflochten.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, der Spannungsbogen bleibt bis zuletzt scharf gespannt, um sich in einem finalen Showdown zu entladen.
Um gut ins Buch zu finden werden gleich zu Beginn alle fiktiven Protagonisten vorgestellt, der zeitlich Rahmen anhand einzelner historischer Persönlichkeiten festgesteckt und etliche Fachbegriffe durch ein Glossar erklärt.

Eine genial aufregende und unterhaltsame Story, die mich bis zur letzten Seite gefesselt hat!
Wirklich ein prima gelungenes Romandebüt, so macht Geschichte Spaß:)

Veröffentlicht am 30.01.2019

Krasse, amüsante und bitterböse Adelsposse

Schund und Sühne
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Prinzessin Seph ist verzweifelt auf der Suche nach einem Prinzen und auch ihr Bruder Valu will das Haus Rosenbrunn um jeden Preis in die nächste Generation hinüberretten, um das elterliche Schloß zu erhalten ...

Prinzessin Seph ist verzweifelt auf der Suche nach einem Prinzen und auch ihr Bruder Valu will das Haus Rosenbrunn um jeden Preis in die nächste Generation hinüberretten, um das elterliche Schloß zu erhalten und um im Adelsverzeichnis Gotha ja nicht zu erlöschen.
Das ist aber auch deren beider einzigstes Lebensziel, wenn man mal von der Jagd oder Ballteilnahme absieht.
Doch dann mischen sich plötzlich zwei Ungeborene, die Groschenroman Autorin Kat und der Rosenzüchter Moritz, in den adeligen Alltag der von Schells….


In ihrem neuen Roman „Schund und Sühne“, widmet sich die aus Essen stammende Ex-Groschenroman Autorin Anna Basener jetzt mehr der gediegeneren Adelsbetrachtung von humoristischer Seite aus.
Ihre Prinzessin Seph träumt zwar noch von Prinz Harry, muss aber den Tatsachen ins Auge sehen, das die Prinzen nicht mehr das sind was sie mal waren, denn sie heiraten mittlerweile Ungeborene. Sollte sie vielleicht auch von ihrem hohen Ross hinabsteigen und sich einen zur Verfügung stehenden Rosenkavalier anlachen!?
Überhaupt scheinen die Charaktere dieser Familie „von Schell“ zuerst einmal zum Brüllen komisch. Da gibt es noch die skurrile Tante, Gräfin Grazie, die auf Groschenromane abfährt. Ihre von Emotionen befreie, immer beige und auf Etikette bedachte Schwester Fürstin Follie und deren Ehegatte der fleischgewordener Weidmann Fürst Fredi; wird ergänzt vom edlen Prinzen Valu, der seinen geheimen Makel verzweifelt zu verstecken sucht.
Diese „adel-edle“ Welt bringt die Autorin auf die köstlichste Art und Weise auf den Punkt und schickt den VONs ihre beiden „ungeborenen“ Störenfriede ins Schloss, die dort unbarmherzig alle verborgenen Schwächen aufdecken. Es werden unglaublich amüsante Episoden geboten, aber auch traurig Schockierende. Der Leser taucht mitsamt all den köstlich charakterisierten Protagonisten, in ein Wechselbad der Gefühle ein und am Ende kommt natürlich auch der ein oder andere Höhepunkt dazu;)

Ein gewollt, mit etlichen Übertreibungen und Metaphern gespickter Schreibstil, lädt zum Amüsieren ein und macht Spaß. Dieser Roman ist zwar rasant übertrieben aber auch wahnsinnig witzig und unterhaltsam! I like:)

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Veröffentlicht am 17.01.2019

Spannender zweiter Fall für Frida und Bjarne

Bluthaus
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Frida Paulsen nimmt gerade eine Auszeit auf dem heimatlichen Apfelhof und ist hin- und hergerissen, ob sie denn wieder ihren Polizeidienst aufnehmen soll. Dort erreicht sie ein Hilferuf von Jo, einer befreundeten ...

Frida Paulsen nimmt gerade eine Auszeit auf dem heimatlichen Apfelhof und ist hin- und hergerissen, ob sie denn wieder ihren Polizeidienst aufnehmen soll. Dort erreicht sie ein Hilferuf von Jo, einer befreundeten Privatdetektivin.
Die alte Freundin hat auf einem verlassenen Gehöft eine tödlich verletzte Frau gefunden und vermutet nun beim zuständigen Mordermittler Bjarne Haferkorn unter Mordverdacht zu stehen. Frida versucht zu vermitteln, aber im Eifer des Gefechts verschwindet Jo plötzlich spurlos. Ist sie doch Schuldig!? Frida versucht ihrer Spur zu folgen und stößt dabei auf ein altes Foto, von einem Ferienhaus an der Ostsee, in dem vor 20 Jahren eine ganze Familie bestialisch ausgelöscht wurde……

Der Kriminalroman „Bluthaus“ von Autorin Romy Fölck, ist der zweite Fall einer spannenden Krimiserie mit der jungen Polizistin Frida Pausen und dem erfahrenen Alt-Ermittler Bjarne Haverkorn. 
Frida will ihrer guten Freundin Jo helfen und beginnt privat zu ermitteln. Dabei stößt sie auf einen alten ungeklärten Fall. Kriminalkommissar Bjarne, dem der aktuelle Fall noch recht rätselhaft ist, wird zudem gerade ein wenig abgelenkt, durch überraschende private Ereignisse.
Die Autorin hat sich wirklich wieder eine verzwickte und aufregende Geschichte ausgedacht, mit vielen unerwarteten Wendungen. Ihre flüssige und anschauliche Erzählweise liest sich großartig und ihre Protagonisten wirken lebendig und sind hervorragend charakterisiert. 
Geschickt eingestreute Rückblenden ergänzen die Geschichte und sorgen für einen kontinuierlichen Spannungsaufbau. 
Die Geschichte ist gekonnt konstruiert und ein spannender Showdown bildet den Abschluss.

Der wirklich spannungsgeladener Regional-Krimi, der mit seinem geschickt eingeflochtenen Cold Case, wieder für ein unterhaltsames Lesevergnügen meinerseits gesorgt hat.