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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2019

Fantasy-Abenteuer-Fortsetzungsroman

Secret Keepers 1: Zeit der Späher
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Allem vorangestellt sei eine Warnung, denn der Band 1 endet mitten in der Geschichte. Dieses open end empfinde ich als sehr ärgerlich, denn so werden die Leser, so sie Gefallen an der Geschichte gefunden ...


Allem vorangestellt sei eine Warnung, denn der Band 1 endet mitten in der Geschichte. Dieses open end empfinde ich als sehr ärgerlich, denn so werden die Leser, so sie Gefallen an der Geschichte gefunden haben, gezwungen, auch Band 2 und vielleicht sogar noch weitere Folgebände zu kaufen.

Der Verlag erzählt den Inhalt so: „In Rubens Heimatstadt herrscht der Schatten, ein mysteriöser und boshafter Mann. Seine Späher kontrollieren alles und jeden. Sie haben es auch auf die geheimnisvolle Taschenuhr abgesehen, die Ruben gefunden hat. Wenn man sie auf genau zwölf Uhr stellt und aufzieht, wird ihr Träger unsichtbar. Ruben macht sich das zunutze und verfolgt eine Spur bis zum Leuchtturm Point William…“ Die weitere Inhaltsangabe ist schlichtweg falsch, weil behauptet wird, Ruben würde sich zusammen mit Penelope auf Schatzsuche im Schmugglerstollen machen, während im Buch Ruben ganz alleine in dem Stollen unterwegs ist.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, er ist ein wenig umständlich, die Sprache wirkt bemüht, woran man sich zwar im Laufe des Lesens gewöhnt, aber dennoch geht dadurch die Geschichte insgesamt nur mühsam-langsam voran. Eigentlich wäre der Plot durchaus geeignet für ein packendes Leseerlebnis, aber durch zu viele Überlegungen, zu viele Abwägungen, durch insgesamt zu viele Wörter und zu wenig Geschehen wird das Buch sehr langatmig. Welch ein Sinn hinter der geschilderten kaputten, heruntergekommenen, muffigen Welt steckt, erschließt sich mir nicht. Es würde mich interessieren, ob 10-Jährige tatsächlich Spaß an diesem Buch haben können. Ich als Erwachsene hatte kein Vergnügen daran und war durch das Buchende mitten in der Geschichte verärgert.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Sammlung langatmiger postapokalyptischer Grausamkeiten

Deathland Dogs
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Kälte, Hass, Grausamkeiten, Brutalität und keine Zeichensetzung – so sieht also ein Jugendbuch aus? Ich wüsste gerne, wie Vierzehnjährige urteilen, falls sie die 540 Seiten Finsternis und Langeweile überhaupt ...


Kälte, Hass, Grausamkeiten, Brutalität und keine Zeichensetzung – so sieht also ein Jugendbuch aus? Ich wüsste gerne, wie Vierzehnjährige urteilen, falls sie die 540 Seiten Finsternis und Langeweile überhaupt durchhalten.
Worum es geht: „Jeet ist ein sogenanntes »Dogchild«: Aufgewachsen bei den Deathland Dogs, lebt er seit einigen Jahren wieder unter den Menschen. Doch immer noch sind die Deathland Dogs für ihn seine eigentliche Familie, ihre Instinkte schlummern weiterhin in ihm. Als es zum Kampf zwischen seinen Leuten und dem benachbarten Clan der Dau kommt, soll Jeet sich mittels seiner als »Dogchild« erworbenen Fähigkeiten in die Siedlung der Dau einschleusen. Sein Auftrag: Material für den bevorstehenden Kampf sicherzustellen. Dadurch gerät er unversehens ins Zentrum des Konflikts und ist sich seines Lebens nicht mehr sicher. Doch für eine Flucht ist es bereits zu spät…“
Ja, es handelt sich um eine Dystopie, und zwar eine von der brutalsten Sorte. Die Geschichte spielt nach unserer Zeit, lange nach unserer Zeit. Die Welt, wie wir sie kennen, ist zerstört. Es gibt nur noch wenige Menschen, die sich im Überlebenskampf und auf der Suche nach Nahrung auf das Brutalste bekriegen. Und deren einziges Ziel erfolgreicher Kampf ist. Da mit der Zivilisation der Menschen auch jegliche Bildung verloren ging, können nur noch ganz wenige lesen und schreiben. Um dies „abzubilden“, wird im Buch auf jegliche Kommasetzung verzichtet. Naja, da kommt mir natürlich sofort der Gedanke, wer überhaupt noch heutzutage korrekte Zeichensetzung beherrscht… Abgesehen vom Inhalt bringen die etwas langatmige Erzählweise und die sehr detaillierten, jegliche Spannung vernichtenden Darstellungen keinerlei Lesespaß. Nein, diese Sammlung sinnfreier postapokalyptischer Überlebenskämpfe ohne Zeichensetzung ist kein Jugendbuch. Aber es ist auch kein Erwachsenenbuch. Es ist meiner Meinung ein Buch, das das Lesen nicht wert ist.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Eine Rezension, die keine ist

Hochamt in Neapel
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Am meisten ärgerte sich der legendäre Reich-Ranicki über Bücher, die ihn langweilten. Daran musste ich denken, als ich versuchte, das vorliegende Buch zu lesen. Und ich muss gestehen, ich habe es nach ...


Am meisten ärgerte sich der legendäre Reich-Ranicki über Bücher, die ihn langweilten. Daran musste ich denken, als ich versuchte, das vorliegende Buch zu lesen. Und ich muss gestehen, ich habe es nach ein paar Versuchen aufgegeben, mich mit „Hochamt in Neapel“ anzufreunden. Denn das Drittel, durch das ich mich quälte, langweilte mich entsetzlich. Namen, Namen, Namen. Unklare Ortswechsel. Unnötige italienische Spracheinsprengsel. Unklare Handlungsstränge. Alle großen Themen der Welt miteinander verschmolzen zu einem langweiligen Buch. Es will klug erscheinen, aber wenn die Lebendigkeit fehlt, wenn die vorgestellten Protagonisten so blutleer daherkommen, die Situationsschilderungen nur nüchtern abgearbeitet werden, dann sollte der Autor keinen Kriminalroman schreiben, sondern Sachbücher. Nein, ich bin nicht zu blöd für dieses Buch. Ich mag durchaus anspruchsvolle Literatur, aber eben dann, wenn eine faszinierende, inspirierte Schreibfähigkeit dahintersteht, die Kunst, mit Wörtern zu malen, also genau genommen echte Schreibekunst. Die ich hier nicht finden konnte. Und weil mir meine Lebenszeit zu schade ist für Bücher, die mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich langweilen oder gar ärgern, habe ich aufgehört, weiter zu lesen.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Keine Ahnung, wozu dieses Buch gut sein soll

Ein wirklich erstaunliches Ding
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Tja, was soll ich zu diesem Buch sagen? Dass ich nicht weiß, wozu man es lesen sollte? Dass ich es nach anfänglichen ernsthaften Versuchen des Lesens nur mehr quergelesen habe? Dass ich es schließlich ...


Tja, was soll ich zu diesem Buch sagen? Dass ich nicht weiß, wozu man es lesen sollte? Dass ich es nach anfänglichen ernsthaften Versuchen des Lesens nur mehr quergelesen habe? Dass ich es schließlich ratlos weggelegt habe?
Der Einfachheit nutze ich als Einführung den Klappentext: „Ein paar Klicks, ein kurzer Film, eine spontane nächtliche Aktion – und Aprils Leben steht auf dem Kopf. Eigentlich hatte sie nur eine mysteriöse, aber beeindruckende Roboter-Skulptur gefilmt und ins Netz gestellt und ihr aus Spaß den Namen CARL gegeben – nichts Besonderes eigentlich, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht, niemand weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wofür sie gut sind. April wird zur Carl-Expertin, die Medien stürzen sich auf sie, ihre Videos verbreiten sich millionenfach. Doch im Zentrum der weltweiten Hysterie erntet sie nicht nur Likes...“
Kurzweilig ist es geschrieben, das muss man sagen. Leicht lesbar ist es auch. Nicht schön ist die Sprache, oftmals eher ordinär oder primitiv, immer eher Umgangssprache. Das mag ich nicht. Und unverständliche Wörter, die vielleicht manche Jugendliche kennen oder Nerds, mag ich auch nicht. Vielleicht könnte man das Buch auch streckenweise als witzig und schräg bezeichnen, mag sein. Aber letztlich bleibt die ratlose Frage übrig: Wozu soll man es lesen? Dass es möglich ist, das fiktive Leben in der Social-Media-Welt als (PseudRealität zu erleben? Dass es möglich ist, finanziellen und persönlichen Wert aus der Zahl der Likes und Followers zu ziehen. Wissen wir. Ja, und? Also: Warum überhaupt dieses Buch? Ich habe absolut keine Ahnung.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Langweilig

Die Kreuzfahrer
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Was für ein großartiges Thema für Kaminer, so dachte ich. Kreuzfahrten zu allen Sehenswürdigkeiten der Welt, während derer es in der Hauptsache um Essen und Trinken geht und um das Bemühen, den Kreuzfahrern ...


Was für ein großartiges Thema für Kaminer, so dachte ich. Kreuzfahrten zu allen Sehenswürdigkeiten der Welt, während derer es in der Hauptsache um Essen und Trinken geht und um das Bemühen, den Kreuzfahrern keinen Moment, ja keine Sekunde der Langeweile zuzumuten. Das war doch genau die Szenerie, in der Kaminer zu Höchstform auflaufen könnte, dachte ich. Und so erwartete ich Pointen und freundlich-entlarvende Szenenschilderungen in der gewohnten Kaminer-Weise.

Was ich jedoch erhielt, war genau die Langeweile, die es doch eigentlich zu vermeiden galt, nicht nur bei den Kreuzfahrern, sondern auch bei Lesern bzw. Hörern. Sicher, Kaminer nimmt sich auch hier selbst auf den Arm. Hin und wieder spürt man seinen verhaltenen, leicht bissigen Humor, aber alles in allem ödete mich die Hörbuch-Fassung an. Zumal mir die vorsätzlich kultiviert-russische, etwas grobschlächtig wirkende Aussprache von Wladimir Kaminer zunehmend auf die Nerven ging. Da habe ich ihn schon viel scharfzüngiger und unterhaltsamer erlebt.