Der Andere
Die Akte RosenrotUm es gleich zu sagen, „Die Akte Rosenrot“ von Astrid Korten ist ein Thriller, der mir einiges abverlangte, mich aber auch begeisterte. Es ist der Auftakt einer Serie um den Ermittler Ibsen Bach. Bis zu ...
Um es gleich zu sagen, „Die Akte Rosenrot“ von Astrid Korten ist ein Thriller, der mir einiges abverlangte, mich aber auch begeisterte. Es ist der Auftakt einer Serie um den Ermittler Ibsen Bach. Bis zu einem Autounfall vor fünf Jahren war der Andere, der alte Ibsen, ein erfolgreicher Profiler. Er wurde damals schwer verletzt, seine Frau Lara starb.
Eines Tages wird am Tatort eines bestialischen Mordes eine Postkarte für Ibsen gefunden. Die OMON, eine Einheit der russischen Polizei, bittet das BKA um Amtshilfe. Währenddessen recherchiert die Bloggerin Leonela Sorokin in Moskau im Cold Case eines vermissten Journalisten.
Bald ist klar, es gibt eine Verbindung, die 30 Jahre zurückreicht. Ibsen reist zusammen mit seinem Freund und Kollegen Andreas Neumann nach Moskau. Dort treffen sie auf den zuständigen Ermittler Dimitri Kamorow und seine Nichte Pola, ebenfalls eine Profilerin.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ibsen Bach. Das schafft Nähe, ist aber manchmal verwirrend. Denn Ibsen hat Visionen. Er leidet unter Gedächtnisverlust, nimmt starke Medikamente und hat zudem einen Hirntumor. Was ist Wahn, was ist Wirklichkeit?
Ein gut recherchiertes Buch, mit einem intensiven Spannungsbogen und einem überraschenden Ende. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer brutalen Handlanger.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Pola kommt sympathisch rüber. Aber mit Ibsen und Leonela bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Er ist voller Zweifel und hadert mit seiner Vergangenheit. Leo mochte ich nicht. Sie war mir zu naiv.
Fazit: Ibsen Bach ermittelt in Berlin und Moskau. Spannend, grausam und mit politischem Hintergrund.