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Veröffentlicht am 14.03.2021

super tolles Buch

Das Gegenteil von Hasen
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Anne Freytag ist für ihre realistischen und wahren Jugendbücher bekannt. Auch ihr neustes Werk „Das Gegenteil von Hasen“ ist ehrlich und gewaltig.



Protagonistin Julia ist hübsch und beliebt. Sie hat ...

Anne Freytag ist für ihre realistischen und wahren Jugendbücher bekannt. Auch ihr neustes Werk „Das Gegenteil von Hasen“ ist ehrlich und gewaltig.



Protagonistin Julia ist hübsch und beliebt. Sie hat den Freund, den jedes Mädchen der Schule gerne an ihrer Seite hätte. Ihr Leben scheint perfekt, doch hinter der schillernden Fassade ist Julia ziemlich unzufrieden. Sie führt einen Blog als Tagebuch, die Beiträge sind jedoch nicht öffentlich gestellt, doch eines Morgens plötzlich weiß die ganze Schule Bescheid über ihre Gedanken und Gefühle. Plötzlich steht sie alleine da, alle wenden sich von ihr ab.



Hier wird man direkt ins Geschehen geworfen, ohne Probleme findet man sich dennoch zurecht. Es ist der Autorin gelungen, ein so ernstes Thema interessant zu gestalten. Die Worte sind klar und deutlich und treffen mitten ins Herz.



Das Buch beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing unter Jugendlichen. Unter verschiedenen Punkten werden die Schüler hier mit Sticheleien und Ausgrenzungen konfrontiert. Homosexualität und Rassismus spielen hier auch mit rein. Der Umgang mit der Liebe, sich zueinander bekennen, über die Worte der Mitschüler stehen. All das müssen die Protagonisten händeln. Harte Themen werden hier ohne Scheu angesprochen und regen zum Nachdenken an.



Geschrieben ist das Buch aus der Sicht mehrerer Protagonisten. Julia, Edgar und Lina haben hier den größten Sprachanteil. Wichtige Nebencharaktere haben ebenfalls kurze Passagen. Und auch der „Täter“, die Person, die Julias Blogbeiträge veröffentlicht hat, hat einige Kapitel. Diese Abwechslung hat mir sehr gut gefallen, so bekommt man viele Gedanken und die verschiedenen Handlungsstränge hautnah mit. Ebenfalls gut gefallen hat mir der Einbau der Passagen des Gesprächs der Schulleiterin mit den Schülern und Eltern.



Fazit:

Mit diesem Buch hat Anne Freytag mich noch ein Stück mehr für mich gewinnen können. Sie hat ein sehr ernstes Thema interessant verpackt. Man möchte immer weiterlesen, ist schockiert und bangt und hofft mit den Protagonisten. Sie hat ein Jugendbuch geschrieben, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 12.07.2020

Wohlfühlbuch!

Wir sind das Feuer
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Erster Satz:
"Dieser Tag hatte begonnen wie jeder andere."

Meine Rezension:
Gerne lasse ich mich von einem Debütroman einer jungen Autorin überzeugen.
Schon vor dem Erscheinen des Buches war ich gespannt, ...

Erster Satz:
"Dieser Tag hatte begonnen wie jeder andere."

Meine Rezension:
Gerne lasse ich mich von einem Debütroman einer jungen Autorin überzeugen.
Schon vor dem Erscheinen des Buches war ich gespannt, was mich erwarten wird, da das Buch auf Instagram sehr stark pormotet wurde.

Sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht. Ich hatte zwar gewisse Erwartungen an das Buch, bin aber unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen.

Von Anfang an habe ich mich sehr wohl in der Welt gefühlt. Das Setting rund um das Redwood College ist einfach super heimelig und zum Wohlfühlen. Die Emotionen der Charaktere werden bildhaft und lebendig dargestellt. Sie sind intensiv und glaubwürdig.
Die Autorin versteht es, mit Worten umzugehen, an den richtigen Stellen die Kraft der Worte zu nutzen.
So ist es für mich sehr leicht gewesen, mich in die Charaktere Lousia und Paul hineinzuversetzen und mit ihnen zu fühlen.
Auch die Nebencharaktere haben genug Platz und können sich entfalten. Sie tragen ihren Teil zur Entwicklung der Geschichte bei.

Von der Storythematik erwartet man eine klassische New Adult Geschichte, doch dieses Buch hat mir das Gefühl von mehr gegeben. Die Theen Freundschaft, Liebe, Familie und Zukunft werden hier eng miteinander verbunden.
Der innere Konflikt unserer Protagonisten Louisa und Paul ist deutlich spürbar.

Fazit:
Ich konnte mich vollkommen in die Geschichte fallen lassen, die Seiten sind nur so dahingeflogen.
Die Geschichte ist gefühlsintensiv, spannend und an den richtigen Stellen fesselnd. Die Stimmung war einfach perfekt.
Ich werde auf jeden Fall den zweiten Band lesen und die Autorin im Auge behalten.

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Veröffentlicht am 03.03.2019

Hank Green konnte mich überzeugen

Ein wirklich erstaunliches Ding
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„Ein wirklich erstaunliches Ding“ ist der erste Roman des Youtube Stars Hank Green, Bruder von John Green. Und sein Debüt ist gelungen!

Die 23-jährige April May entdeckt eines Nachts auf dem Heimweg ...

„Ein wirklich erstaunliches Ding“ ist der erste Roman des Youtube Stars Hank Green, Bruder von John Green. Und sein Debüt ist gelungen!

Die 23-jährige April May entdeckt eines Nachts auf dem Heimweg eine ungewöhnliche Skulptur mitten in New York. Kurzentschlossen dreht sie mit ihrem besten Freund Andy ein Youtube-Video und stellt es online. Die Skulptur, von April nur noch Carl genannt, ist plötzlich aufgetaucht, keiner hat es mitbekommen, und das nicht nur in New York, weltweit sind es 64 Carls, massiv, riesig, mysteriös. Rasant verbreitet sich dieses Video, Ruhm und Tausende von virtuellen Followern gehören von nun an zu Aprils Leben, verfolgen sie und Roboter Carl auf Schritt und Tritt.
Das Geschehen wirkt sehr wirklichkeitsnah, als Leser kann man sich Carl und den ganzen Ruhm sehr gut vorstellen. Wenn man denkt, dass die Geschichte auf einen Krieg zwischen Invasoren und Menschen abdriftet, hat falsch gezielt. Der Fokus liegt definitiv auf den realistischen Folgen solch einer Entdeckung im Zeitalter der digitalen Welt.
Das Buch bleibt durchweg menschlich, was größtenteils an April liegt, sie trifft öfters unbedachte und kurzentschlossene Entscheidungen. So kann man sich als Leser identifizieren, nicht jeder kann immer die richtigen Entscheidungen treffen oder steht mal vor ähnlichen Entscheidungen. Im Verlauf der Geschichte lernt man immer neue Leute kennen, verbringt Zeit mit ihnen, aber irgendwann kommt auch der Punkt, an dem Aprils Entscheidungen nicht mehr ohne Konsequenzen bleiben und man doch das ein oder andere Mal an ihr zweifelt.

Die Handlung ist stets voller Überraschungen, in jedem Kapitel kommt etwas Neues, schlägt die Geschichte eine neue Richtung ein, womit man vorher nicht gerechnet hätte. Es baut sich ein Spannungsbogen auf, man klebt an den Seiten, um zu wissen, wie es mit den Carls weitergeht. Der Plot ist vielseitig und abwechslungsreich, Hank Green schafft es, die Ereignisse so um April aufzubauen, dass man sich als Teil der Geschichte fühlt.

Die Geschichte ist durchweg authentisch. Die Charaktere sind alle realistisch dargestellt und aus dem Leben gegriffen. Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas abgehoben wirkt, passt es doch letztendlich in das Gesamtbild. Mit viel Humor und lustigen Szenen lässt sich die Geschichte auch recht flüssig lesen, wenn man sich einmal an den Stil gewöhnt hat. Denn der Erzählstil ist etwas eigen, was aber zur Protagonistin und auch zu der Handlung passt. Mir hat das sehr gut gefallen, so hebt sich die Geschichte ab.

Auch der aktuelle Bezug zu den sozialen Netzwerken ist grandios gelungen. YouTube, Twitter und Facebook spielen eine große Rolle. Der Autor schafft es, aufzuzeigen, welch eine wichtige Rolle die sozialen Medien in mancher Menschen Leben spielt, bzw. er kritisiert auch den Einfluss der Medien, die zu Popularität und Likes führen. Er hofft, dem Leser die Augen zu öffnen, dass es auch zu Problemen kommen kann.

Fazit:
„Ein wirklich erstaunliches Ding“ unterhält von Anfang bis Ende. Die Handlung ist vielseitig und macht Spaß! Hank Greens Debüt ist ihm gelungen! Ich bin überzeugt, dass es jedem gefallen wird!

Veröffentlicht am 14.02.2019

wundervolle Liebesgeschichte!

All In - Zwei Versprechen
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Der zweite Band der „All In“ Dilogie bringt wieder viel Gefühl mit sich, so viel sei gesagt.
In diesem Band müssen die Charaktere, allem voran Theo und Kacey, mit der Trauer um Jonah zurechtkommen. Der ...

Der zweite Band der „All In“ Dilogie bringt wieder viel Gefühl mit sich, so viel sei gesagt.
In diesem Band müssen die Charaktere, allem voran Theo und Kacey, mit der Trauer um Jonah zurechtkommen. Der Schmerz sitzt noch sehr tief, es ist noch kein Jahr vergangen.

Kacey schmerzt Jonahs Verlust sehr, überall sind Erinnerungen. Deshalb hat sie auch die Flucht ergriffen und ist nach New Orleans gezogen. Dort startet sie eine Solomusikkarriere. Doch ihre Trauer ist zu groß, sie ertränkt ihre Gefühle im Alkohol, das Leben zieht quasi wie im Nebel an ihr vorbei.
Während Kacey es nicht mehr in Las Vegas ausgehalten hat, stürzt sich Theo in die Arbeit und sein Studium. Sein Traum, ein eigenes Tattoostudio zu eröffnen, ist immer noch präsent. Nebenbei opfert er sich für seine Familie auf, seine eigenen Gefühle der Trauer stellt er hinten an und scheint unter seiner Last unterzugehen.
Als Kacey Hilfe braucht, eilt Theo direkt zu ihr. Er hat es immerhin seinem Bruder versprochen, sich um sie zu kümmern. Können sie zusammen wieder ein Weg ins Leben finden?

Die Geschichte ist wie auch schon Band 1 sehr bewegend, aber mir kamen nicht nur die Tränen der Trauer, sondern auch der Freude, es gab auch einige erfreuliche Momente. Das Tempo ist langsam und nichts ist überstürzt. Theo und Kacey finden einen Weg zueinander, sie lassen sich Zeit. Jonah ist allgegenwärtig, das Loch, was er hinterlassen hat, ist permanent spürbar. Auch seine Versprechen bringen Probleme, Ängste und Zweifel mit sich, die die Protagonisten Stolpersteine in den Weg legen und sie zurückwerfen.

Der Schreibstil konnte mich auch wieder von sich überzeugen, er ist sehr angenehm, gefühlvoll und bildlich. Man kann sich die Orte und Personen gut vorstellen, die Gefühle sind greifbar und allgegenwärtig. Dadurch, dass die Geschichte aus Kaceys und Theos Sicht geschrieben ist, kann man sich in beide Protagonisten super hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle gehen unter die Haut. Auch die künstlerischen Leidenschaften der Protagonisten hat die Autorin wirklich toll herausgearbeitet. Ich habe mir nie großartig Gedanken um das Tätowieren gemacht, aber in diesem Buch spielt das eine so große Rolle, dass ich realisiert habe, wie umfangreich auch diese Kunst ist.

Auch wenn mir die Geschichte super gut gefallen hat, habe ich zwei kleine Punkte dennoch anzumerken. Einmal fand ich Kaceys Alkoholentzug etwas zu banal dargestellt. Ich weiß nicht, wie genau es mit ärztlicher Hilfe abläuft, aber ich kann mir keinesfalls vorstellen, dass es so schnell geht wie beschrieben und man danach direkt abstinent ist. Die Tatsache stört aber keinesfalls den Handlungsverlauf!
Und die zweite Sache ist, dass ich den 3. Teil/Abschnitt etwas zu schnell bzw. zu kurz gehalten fand. Die Ereignisse folgen Schlag auf Schlag, man kann aber dennoch gut folgen. Und die Emotionen kommen definitiv auch nicht zu kurz, es war für mich der gefühlvollste Teil des Buches.
Es sind wirklich Kleinigkeiten, die mir beim Lesen aufgefallen sind, aber in keinster Weise den Lesefluss störten oder beeinflussen, das Gesamtbild wird nicht getrübt.

Fazit:
Das Buch konnte mich wirklich von Anfang bis Ende begeistern und bleibt mir noch lange im Gedächtnis. Die Geschichte um Theo und Kacey ist gefühlvoll und zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit einem schweren Verlust und der Trauer umgehen. Liebe und Schmerz liegen in diesem Buch so nah beieinander, das macht die Geschichte zu etwas Besonderem. Emma Scott bleibt definitiv auf meinem Autorenradar.

Veröffentlicht am 09.02.2019

super gelungenes Buch!

Renegades - Gefährlicher Freund
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Erster Satz:
"Am Anfang waren wir alle Schurken."

Meine Rezension:
Bekannt ist die Autorin durch ihre "Luna-Chroniken", die von einem einzigen Leseerlebnis zeugen. Mit "Renegades - Gefährlicher Freund" ...

Erster Satz:
"Am Anfang waren wir alle Schurken."

Meine Rezension:
Bekannt ist die Autorin durch ihre "Luna-Chroniken", die von einem einzigen Leseerlebnis zeugen. Mit "Renegades - Gefährlicher Freund" erschien nun der Auftakt einer neuen Reihe.

Im Fokus stehen hier die Superhelden. Eine Gruppe führt die Anachie in Gatlon City, sie wollen vor allem die Unterdrückung der Menschen mit besonderen Kräften beenden, doch es ist eine Zeit der Gewalt.
Zehn Jahre später hat sich eine Superheldengruppe etabliert, die Renegades. Sie stellen die Ordnung wieder her, die Anachisten wurden fast vollständig zerschlagen.
Augenscheinlich herrscht Frieden in Gatlon City, doch die Anachisten verbergen sich im Untergrund, bereit zuzuschlagen. Allem voran Nova, Nichte des ehemaligen Anführers der Anachisten.

Nova ist ein sehr authentischer Charakter. Sie handelt nachvollziehbar und schafft es, das Herz des Lesers zu erobern.
Auf der anderen Seite, der Seite der Renegades, lernen wir Adrian kennen, Sohn der Oberhäupter der Renegades. Er kämpft für ihre Sache, hält aber auch seine eigenen Ziele im Blick. Er ist sypathisch und geheimnisvoll, mich konnte er von sich überzeugen.

Die Grundidee des Buches mit zwei Gruppierungen, die nach Macht streben, ist nichts wirklich neues, doch in dieser Geschichte steckt noch so viel mehr. Dadurch, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven geschrieben ist, erfährt man viel über die Renegades und die Anachisten. Werden die Renegades als die Helden angesehen und die Anachisten als die Schurken, so erkennt man doch recht schnell, dass gut nicht immer gut und böse nicht immer böse ist.

Die Story hat viele actionreiche Szenen, in denen die Superhleden ihre Kräfte demonstrieren. Die verschiedenen Fähigkeiten sind grandios, ich hätte mir teilweise noch mehr Szenen gewünscht. Natürlich gibt es auch ruhige Szenen, die aber auch sehr interessant sind. Dort werden Backgroundinformationen zu den Charakteren oder die Welt beschrieben. Die Verbindungen zwischen den Charakteren wirken erst fraglich, doch dann plötzlich ist alles herausragend inszeniert und fügt sich zusammen.

Der Schreibstil ist sehr bildlich und angenehm. Man kommt super einfach in die Geschichte herein. Auch wenn es ert ein paar Seiten dauert bis die Geschichte an Tempo gewinnt, sorgte der Schreibstil für eine entspannte Atmosphäre. Geschrieben ist das Buch aus der 3. Person von Nova und Adrian, sodass man sich in beide Charaktere gut hineinversetzen kann.

Fazit:
Beginnt die Geschichte noch ruhig, so wird sie von Kapitel zu Kapitel spannender und umfangreicher bis alles im Finale gipfelt. Das Worldbuilding und die Charaktere können überzeugen. Marissa Meyer hat es geschafft, wieder ein grandioses Buch zu schreibe!