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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2019

Eher Mittelmaß

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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Holly Wakefield arbeitet als Psychologin in einer Anstalt, unterrichtet zusätzlich am College. Sie fällt aus allen Wolken, als die Ermittler in einem Mordfall sie als Profilerin hinzuziehen wollen. Eine ...

Holly Wakefield arbeitet als Psychologin in einer Anstalt, unterrichtet zusätzlich am College. Sie fällt aus allen Wolken, als die Ermittler in einem Mordfall sie als Profilerin hinzuziehen wollen. Eine bestialisch zugerichtete Leiche wurde gefunden, für die Ermittler perfekt in Szene gesetzt. Schnell wird klar, dass auch ein weiterer Mord auf dasselbe Konto geht. Holly soll den Serienmörder stoppen helfen.

Dark call ist sicherlich kein schlechter Thriller. Aber auch keiner, der sich irgendwie aus der breiten Masse abheben kann. Der Mörder ist brutal, die Beschreibungen mittelgrausam, die Profilerin natürlich klug und mit einer düsteren Vergangenheit gesegnet. Der Ermittler ist natürlich ebenfalls smart, hat aber auch sein Päckchen zu tragen. Die Ermittlungen spielen in London, wo es naturgemäß meist regnet oder schneit. Ich kann nichts Außergewöhnliches an diesem Thriller finden, eher so als würde hier der übliche Einheitsbrei mit dem üblichen „furioses Debüt“ beworben. Geschrieben ist das Buch nicht schlecht, Griffin schreibt sehr gefällig und auch spannend. Da überliest man schon auch mal die eine oder andere Logiklücke (ein Beispiel: eine Leiche wird ca. 2 Tage nach dem Mord gefunden, weil dem Ermittler das Blut ins Gesicht tropft; das natürlich noch quietscherot ist und natürlich nicht gerinnt. Sonst wäre ja der theatralische Effekt kaputt.) Vielleicht bin ich von dieser Art Story etwas übersättigt. Vielleicht ist Dark call aber wirklich einfach nicht so sonderlich anders als das Gros der anderen Thriller.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Die Frauen von Salaga

Die Frauen von Salaga
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Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Wurche ist eine Königstochter, Aminah die Tochter eines einfachen Händlers. Doch das Schicksal hat es mit beiden nicht gut gemeint, denn sie werden aus ...

Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Wurche ist eine Königstochter, Aminah die Tochter eines einfachen Händlers. Doch das Schicksal hat es mit beiden nicht gut gemeint, denn sie werden aus ihrem Zuhause gerissen. Im Ghana des 19ten Jahrhunderts haben Frauen nicht viel zu melden, egal aus welcher Herkunft.

In letzter Zeit habe ich immer mehr Romane gelesen, deren Handlung in Afrika angesiedelt ist. „Die Frauen von Salaga“ schienen in mein Beuteschema zu passen, und so war ich sehr auf die Lektüre gespannt. Das geschilderte Geschehen ist tragisch, doch die Autorin schafft es überhaupt nicht entsprechende Emotionen bei mir zu wecken. Das lag auch am sehr einfachen Erzählstil; sehr kurze Sätze, alles recht seicht gehalten. Das hat mir ein bisschen die Story vermiest, die ansonsten durchaus Potential gehabt hätte. Aminah fand ich als Hauptfigur etwas gelungener, ihr Charakter ist greifbarer und man kann ihr Denken und Handeln besser nachvollziehen. Wurche ist unnahbar, die Veränderungen, die sie durchläuft fand ich nicht immer stimmig. Ansonsten gab es noch allerlei völlig austauschbare Nebenfiguren, die die Handlung mehr schlecht als recht bevölkert haben. Ich hätte mir außerdem etwas mehr Überblick über gesellschaftliche und historische Hintergründe gewünscht; da mir zu dieser Epoche Infos fehlen, spielte die Geschichte für mich im luftleeren Raum. Stände es nicht im Klappentext, ich wüsste noch nicht einmal wann die Handlung angesiedelt ist. Apropos Klappentext: die angedeutete Liebesgeschichte ist bei weitem nicht so dominierend wie erwartet. Ich fand das gut, wer allerdings eine Lovestory vor historischem Hintergrund erhofft, der wird enttäuscht sein. Insgesamt fand ich „Die Frauen von Salaga“ nicht völlig verkehrt, die Story ist aber doch hinter meinen Erwartungen zurück geblieben.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Etwas undurchsichtiger Spionagethriller

Schatten der Toten
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Judith Kepler könnte ein einfaches Leben haben, wäre ihr Vater nicht Bastide Larcan; einst Doppelagent der BRD & DDR, jetzt völlig abgetaucht in halbseidene Geschäfte und handfeste Verbrechen. Eigentlich ...

Judith Kepler könnte ein einfaches Leben haben, wäre ihr Vater nicht Bastide Larcan; einst Doppelagent der BRD & DDR, jetzt völlig abgetaucht in halbseidene Geschäfte und handfeste Verbrechen. Eigentlich haben die beiden keinen Kontakt, und doch holt Judith jetzt die Verbindung zu ihm ein.
„Die Schatten der Toten“ ist der Abschlussband der Trilogie rund um die Tatortreinigerin Judith Kepler. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, da scheint mir dann doch das eine oder andere zum großen Verständnis gefehlt zu haben. Was mich aber mit oder ohne Vorwissen wirklich gestört hat ist, dass zwar groß mit Keplers Beruf „geworben“ wird, es aber quasi null Einblick in die Welt eines Tatortreinigers gibt. Vielleicht naiv, das zu erwarten, aber im Endeffekt hätte Judith auch eine 08/15-Putzfrau sein können, das hätte an der Handlung nichts geändert. Die entwickelt sich mehr und mehr zu einem Verwirrspiel rund um Spione, Spionage, Doppelagenten, Verrat und… erwähnte ich schon kaltgestellte Spione? Ich hatte ziemlich schnell den Spionageoverload, und nach mehreren hundert Seiten auch zunehmend den Überblick verloren. Vielleicht habe ich nicht gut genug mitgedacht, vielleicht hätte die Handlung auch etwas weniger labyrinthartig konzipiert sein können, ich war auf jeden Fall nicht so recht überzeugt. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt, sie hat ein Auge für Details und legt ihren Figuren immer das richtige Wort in den Mund. Trotzdem war „Die Schatten der Toten“ für mich einfach nicht das richtige Buch.

Veröffentlicht am 09.03.2019

Mittelmäßiger Auftakt

Das gefälschte Siegel
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Vor vielen Jahrhunderten war die Gegend um Neraval von einem Dämonen geknechtet bis eine Zauberin ihn schließlich in einer Schriftrolle bannte. Diese steht unter der Aufsicht von Tymurs Familie, streng ...

Vor vielen Jahrhunderten war die Gegend um Neraval von einem Dämonen geknechtet bis eine Zauberin ihn schließlich in einer Schriftrolle bannte. Diese steht unter der Aufsicht von Tymurs Familie, streng bewacht von den Steinernen. Doch jetzt scheint das Siegel gebrochen, und keiner weiß so recht, ob der Dämon noch sicher verwahrt ist. Zusammen mit Lorcan, einem Steinernen, Enidin, einer Magierin und Kevron, dem Fälscher macht sich Tymur auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich war vom Klappentext und auch dem Beginn der Story wirklich angetan, leider hat sich die Begeisterung im Verlauf der Geschichte etwas abgekühlt. Die Grundidee rund um die Schriftrolle fand ich echt gelungen, aber die Handlung zieht sich zwischenzeitlich dann leider doch etwas. Zudem neigt die Story etwas zu Wiederholungen, seit es inhaltlich oder in der Ausdrucksweise; manche Begriffe gingen mir aufgrund ihrer Häufung regelrecht auf die Nerven. Ansonsten fand ich den Erzählstil aber recht angenehm, nicht immer wird der Ton getroffen, doch unterm Strich liest sich das Buch sehr flüssig. Mit den Figuren war ich nur teilweise glücklich, richtig gelungen finde ich nur Kevron (der Kev genannt wird, was in Zeiten des Kevinismus eine mehr als unglückliche Namenswahl ist – zumindest für meinen Geschmack). Kevron also, den versoffenen und todunglücklichen, trotzdem aber genialen Fälscher mochte ich wirklich gerne. Er wirkt sehr echt, man kann sein Handeln immer nachvollziehen und das macht ihn mir mehr als sympathisch. Auch Lorcan finde ich sympathisch, er bleibt aber einfach noch zu blass als dass man sich wirklich eine Meinung bilden kann. Blass ist auch die einzige Frau im Bunde, man kann nur hoffen, dass Enidin in den nächsten Bänden etwas mehr Fleisch auf die literarischen Rippen bekommt. Tymur ist eine undurchsichtige Nervensäge, auch wenn er dafür seine Gründe hat. Wegen mir darf er gerne demnächst den Heldentod sterben, und das Heldenzepter an Kevron weitergeben. Insgesamt fand ich diesen Trilogieauftakt doch eher durchwachsen, zwar interessiert mich schon das ein oder andere, so richtig gepackt hat mich die Story aber nicht.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Stella allein zu Haus

Einer wird sterben
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Eigentlich führt Stella ein schönes Leben. Mit ihrem Mann Paul lebt sie in einer Villa, in einer gehobenen und sicheren Wohngegend. Er ist Kapitän und fliegt Fracht durch alle Welt, sie ist Hausfrau und ...

Eigentlich führt Stella ein schönes Leben. Mit ihrem Mann Paul lebt sie in einer Villa, in einer gehobenen und sicheren Wohngegend. Er ist Kapitän und fliegt Fracht durch alle Welt, sie ist Hausfrau und Katzenmutti. Doch die Fassade beginnt zu bröckeln als eines Tages zwei Wildfremde auf der Straße auftauchen. Sie sitzen in einem Auto, fallen in der ruhigen Gegend schnell auf. Doch was wollen sie hier? Stella beschleicht immer mehr der Gedanke, dass sie wegen ihrer Vergangenheit hier sind. Doch mit der hatte sie doch eigentlich abgeschlossen.

Ich hatte von der Autorin zwar noch nichts gelesen, aber schon viel Positives gehört, umso gespannter war ich also auf diesen Psychothriller. So recht überzeugt hat mich die Autorin mit „Einer wird sterben“ leider nicht. Die kleine, aber feine Blumenstraße und ihre Bewohner werden sehr realistisch gezeichnet, Streitigkeiten unter Nachbarn lebensecht wiedergegeben. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Geschichte ist flüssig zu lesen. Stella als Hauptfigur wirkt zunächst glaubwürdig, man kann sich gut in ihre Lage hineinversetzen. Auch der zunehmende psychische Druck, der auf ihr lastet, kommt beim Leser an. Leider fand ich die Auflösung dann nicht stimmig mit ihrem vorherigen Verhalten, sodass am Ende eher ein maues naja-Gefühl bleibt, da die Story einfach nicht rund werden wollte. Zwar gibt es während der ganzen Handlung immer mal wieder etwas spannendere Szenen, insgesamt wäre da aber definitiv noch Luft nach oben gewesen. Insgesamt also ein eher mäßiger Thriller, bei dem mir mehr Thrill und v.a. ein stimmiges Ende gefehlt hat.