Die Vergangenheit holt einen immer ein
Nur wer die Hölle kennt
„Nur wer die Hölle kennt“ ist bereits der vierte Fall für die ostfriesischen Kommissare Nola von Heerden und Renke Nordmann. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...
„Nur wer die Hölle kennt“ ist bereits der vierte Fall für die ostfriesischen Kommissare Nola von Heerden und Renke Nordmann. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Martinsfehn 1997. Als die 15-jährige Melody von einer Geburtstagsparty heimkommt, steht der Reiterhof ihrer Mutter in Flammen. Ihre Mutter, ihr kleiner Bruder Michel und die Reiterin Daniela kommen ums Leben. Der Brandstifter wurde nie gefunden.
Melody hatte eine verkorkste Kindheit. Aber auch ihr Leben danach verlief nicht besonders glücklich. 20 Jahre später scheint Melody ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen. Jedenfalls kehrt sie mit ihrem 5-jährigen Sohn Linus in ihr Heimatdorf zurück.
Wieder feiert ihre Freundin Simone Geburtstag und Melody begegnet dort ihrer großen Liebe Thore, der inzwischen verheiratet ist. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Am nächsten Tag ist Simone tot. Wieder ein Brandanschlag. Hat der Täter von damals erneut zugeschlagen?
Barbara Welndelken erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus wechselnden Perspektiven. Wobei der Leser der Polizei fast immer einen Schritt voraus ist. Über das Wiedersehen mit Nola und Renke habe ich mich sehr gefreut. Auch, wenn privat nicht alles rund läuft, verbeißt Nola sich in den Fall, während Renke sich im Gestern zu suhlt.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und lassen bis zum Schluss mehrere Verdächtige als Täter infrage kommen. Dass Barbara Wendelken im Finale nochmal richtig Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn einige Überraschungen gegen Ende des Krimis hält die Autorin für ihre Leser noch bereit.
Fazit: Fall Nr. 4 für Nola und Renke. Atmosphärisch!