Profilbild von MartinS

MartinS

Lesejury Star
offline

MartinS ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MartinS über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2019

Eine echte Überraschung!

Schafe hüten
0

In letzter Zeit kommt es mir so vor, als würde ich von vielen Büchern etwas ganz anderes erwarten. Auch bei Schafe hüten hatte ich etwas ganz anderes erwartet und auf keinen Fall das, was ich geboten bekam. ...

In letzter Zeit kommt es mir so vor, als würde ich von vielen Büchern etwas ganz anderes erwarten. Auch bei Schafe hüten hatte ich etwas ganz anderes erwartet und auf keinen Fall das, was ich geboten bekam. Ich bin davon ausgegangen, dass man Einblicke in die Arbeit eines Schäfers bekommt und mehr über Hirtenarbeit erfährt. Nicht, das mich das wirklich interessiert hätte, aber ich war der Meinung, dass man darüber auch etwas wissen könnte. Geschadet hätte es ja nicht. Nur … jetzt bin ich genauso schlau wie vorher, was Hirtenarbeit anbelangt. Aber … das ist vollkommen egal.
Ich habe ein Sachbuch erwartet, ein ernstes noch dazu … aber … ich habe mich tot gelacht.
Kurz und knapp beschreibt der Autor seinen Alltag mit den Schafen … sehr kurz und knapp. Schachtelsätze gibt es nicht und manchmal sind die Zusammenhänge nicht gleich ersichtlich. Da spielt keine Rolle, denn das Buch hat eine Art von Humor, die mir zugesagt hat.
Wie gesagt, ich habe mich totgelacht (und Rotz und Wasser geheult, das passiert mir eher selten).

Wie gesagt, man erfährt nicht viel über das eigentliche Schafe hüten, dafür aber über die Probleme mit einzelnen Schafen, Zäunen und anderen Widrigkeiten des Schafe hütens.
Und ja … es werden auch Tiere geschlachtet.

Aber für mich stellt dieses kleine Büchlein eine echte Überraschung dar … und ein Lesehighlight.

Veröffentlicht am 28.03.2019

Supersüß und super...

Insekten: Das große Summen
0

Also ... es gibt eine Sache, die mir bei den meisten Büchern von arsEdition negativ auffällt: Wenig Seiten, hoher Preis. (und das sage ich, der sie als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt bekommt ...

Also ... es gibt eine Sache, die mir bei den meisten Büchern von arsEdition negativ auffällt: Wenig Seiten, hoher Preis. (und das sage ich, der sie als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt bekommt ...).
Aber ... das war's auch schon. Okay fast, negativ an diesem Buch ist tatsächlich, dass es so kurz ist. Denn ich finde es sehr unterhaltsam (vielleicht habe ich auch zu viel Kaffee intus und bin nicht ganz Herr meiner Sinne).
Das ganze Buch ist ein Gedicht (im wörtlichen Sinne) und obwohl ich der Poesie nicht so zugetan bin, hat mich nicht nur der Text erheitert, sondern auch die dazugehörigen Bilder, die den Hauptteil des Buchs ausmachen. Liebevolle Zeichnungen von allerlei Krabbelgetier (mit sechs, acht oder sogar vier Beinen).
Das große Summen ist eine Hommage an die kleinen Lebewesen unserer Welt und ein Aufruf an unsere Kleinen (oder auch an die Erwachsenen), sich bewusster mit der Umwelt auseinanderzusetzen.
Dann erkennt man auch die Schönheit, bzw. das Interessante an den ansonsten meist als eklig abgestellten Sechs- oder Achtbeinern.

Als Bestimmungsbuch ungeeignet, aber zum Vorlesen und Anschauen ein gelungenes Buch.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Nicht was ich erwartet hätte, aber eine positive Überraschung

Oh, eine Pflanze!
0

Anhand des Covers bin ich von einem netten, witzigen und informativen Kinderbuch ausgegangen...das Wörtchen Sex im Klappentext habe ich wohl überlesen (wollen). Denn was wie ein Kinderbuch wirkt ... ist ...

Anhand des Covers bin ich von einem netten, witzigen und informativen Kinderbuch ausgegangen...das Wörtchen Sex im Klappentext habe ich wohl überlesen (wollen). Denn was wie ein Kinderbuch wirkt ... ist es eigentlich nicht, oder anders gesagt ... es ist ein Buch für (fast) jedes Alter.
Auf witzige, teilweise sehr unterhaltsame Weise zeigt Felix Bork die heimische Pflanzenwelt in sehr liebevollen (wenn auch nicht unbedingt detailgetreuen) Bildern. Und nebenbei lernt der Leser/Betrachter auch etwas.
So habe ich zum Beispiel gelernt, wie groß ein DinA10-Blatt ist, oder wie man sich eine Fette Henne vorzustellen hat. Okay, es gibt auch wirkliche Informationen, über Blatt- und Baumformen, Bütenfarben und die eine oder andere pflanzliche Eigenschaft.
Oh, eine Pflanze ist ein Sach/Lachbuch, das mich tatsächlich überrascht hat. Von wegen Bestimmungsbuch für Kinder ...
Und trotz all des Humors ... so unrecht hat der Autor nicht: Geh raus und schau dir die Pflanzen genau an, denn sie sind beeindruckend und wunderschön.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Köstlich

Unsterblichkeit ist auch keine Lösung
0

Ich habe eine Vorliebe für abgedrehte, skurrile Geschichten und das Goethe-Schiller-Desaster klang ganz danach. Ich habe mich auch gut unterhalten, aber ... es hätte noch abgedrehter sein können. Andererseits ...

Ich habe eine Vorliebe für abgedrehte, skurrile Geschichten und das Goethe-Schiller-Desaster klang ganz danach. Ich habe mich auch gut unterhalten, aber ... es hätte noch abgedrehter sein können. Andererseits blieb die Geschichte so zumindest einigermaßen glaubhaft ... sofern man das von einer Geschichte erwarten kann, deren Hauptpersonen über 200 Jahre alt (und dabei nicht einmal Vampire ) sind.

Nun ja, Goethe und Schiller begeben sich auf Lesereise, wobei Schiller nur Beiwerk ist (jedenfalls hätte das Goethe so) und der Roman aus Goethes Sicht erzählt wird.

Die Lesereise durch den Harz ist ziemlich anstrengend (nachdem hauptsächlich vor Schülern gelesen wird, die genauso viel Interesse am WERTHER haben, wie die Lehrer, nämlich gar keines und Goethe kaum bekannt ist ... ach ja... Anfassen lässt er sich auch nicht), außerdem hat Goethe auch noch Probleme ganz anderer Art und daran ist die Politik nicht ganz unschuldig.

Es ist sehr unterhaltsam in Goethes Gedanken Welt eindringen zu dürfen und seine Meinung über seine Deutschen (wie er uns nennt) und Schiller zu erfahren.

Vieles wird nicht erklärt, oder vorausgesetzt, so sind die beiden uralten Knacker mit der modernen Technik durchaus vertraut und warum sie unsterblich sind (und Heine beispielsweise nicht) wird auch nur unzureichend erklärt. Aber, das spielt keine große Rolle.

Man hätte Goethe auch ohne Schiller durch den Harz reisen lassen können und das Desaster ist eher von kleiner Natur.

Aber ... man muss kein Goethe- oder Schillerkenner sein, um Spaß am Lesen zu haben. Es ist gut geschrieben, sehr abwechslungsreich und manchmal hat man durchaus Mitleid mit den Klassikern

Veröffentlicht am 06.03.2019

Ein MUSS für Sherlock Holmes. Fans

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
0

Man muss kein Sherlock-Holmes-Fan sein, um das Buch zu mögen. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf das Werk von Arthur Conan Doyle (und auch anderen Autoren seiner Zeit), aber die Zusammenhänge werden ausreichend ...

Man muss kein Sherlock-Holmes-Fan sein, um das Buch zu mögen. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf das Werk von Arthur Conan Doyle (und auch anderen Autoren seiner Zeit), aber die Zusammenhänge werden ausreichend erklärt, dass auch ein Doyle-Laie den Anschluss an die Handlung(en) nicht verliert. Und vielleicht greift er danach zu einem Buch des genialen Autors ...

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete spielt in zwei Zeitebenen, die scheinbar kaum etwas mit einander zu tun haben (sieht man davon ab, dass in beiden Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes eine Rolle spielen) und beide weisen interessante Charaktere und abwechslungsreiche Wendungen in der Handlung auf.

So richtig weiß man nie, ob die (ultimativen) Vermutungen stimmen, aber natürlich klärt sich alles und auch die Verbindung der beiden Handlungsstränge wird offensichtlich.

Der Roman ist spannend geschrieben und da jede Zeit ihr eigenes Kapitel hat, wird es auch nicht unübersichtlich. Es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen (selbst, wenn man es bereits zu Ende gelesen hat).

Eine absolute Empfehlung für Krimifans, Freunde von Sherlock Holmes/Arthur Conan Doyle und des Viktorianischen Zeitalters.