Für Pupi
Say You’ll Remember MeIch habe die letzte Szene in diesem Buch zwar noch nicht verarbeitet und doch muss ich aller Welt schon erzählen was für eine tolle Geschichte das war.
Es beginnt wie eine typische RomCom und war für ...
Ich habe die letzte Szene in diesem Buch zwar noch nicht verarbeitet und doch muss ich aller Welt schon erzählen was für eine tolle Geschichte das war.
Es beginnt wie eine typische RomCom und war für mich doch viel mehr.
Samantha, eine junge quirlige Frau, trifft auf Xavier, einen grumpy Tierarzt, der sich um die süßesten Tiere überhaupt kümmert. Das erste Treffen in seiner Praxis verläuft alles andere als ideal und endet damit dass sie ihn beleidigt und doch können sie sich nicht vergessen. So beschließt Samantha ihren letzten Abend in der Stadt mit ihm zu verbringen. Das beste Date ihres Lebens, für Beide, und doch trennen sie ab dem nächsten Tag mehrere Kilometer, da sie ans andere Ende des Landes zieht um sich um ihre Demenz kranke Mutter zu kümmern.
Und so beginnt ihre Geschichte. Sie halten sich fest, lassen nicht los trotz aller Widrigkeiten. Auch wenn es schwer ist und beide oft fast an ihren negativen Gedanken und der Einsamkeit ersticken, versuchen sie sich am Positiven festzuhalten. Versuchen immer das Gute in ihrer Situation zu finden. Und als ob die Belastung, die eine Fernbeziehung nun einmal mit sich bringt, nicht reichen würde, kämpfen beide mit ihren (durch die Familie verursachten) Traumata. Xavier schleppt immer noch einen Haufen Ballast aus seiner Kindheit mit sich herum. Vernachlässigung, Missbrauch und fehlende Liebe verschwinden schließlich nicht einfach so nur weil man jetzt erwachsen ist.
Samantha hingegen hatte eine tolle Kindheit und eine liebevolle Familie, die nun an einem Schicksalsschlag nach dem anderen zu zerbrechen droht. Während sie bei der Pflege ihrer kranken Mutter versucht zu helfen und dabei ihre Familie zu entlasten, muss sie jeden Tag mit ansehen wie ihre Mutter immer mehr verschwindet. Wie Erinnerungen verblassen und der geliebte Mensch immer mehr an Farbe verliert. Und genau dieser Handlungsstrang ist eigentlich das was das Buch ausmacht. Das war nicht einfach zu lesen, vor allem nicht für jemanden der auch einen seiner Liebsten pflegen durfte, und doch hat es mich total abgeholt. Die Gefühle, Handlungen, Schwierigkeiten waren alle sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Die einzige Person, deren Umgang ich mit all dem nicht verstehen und auch nicht verzeihen konnte, ist die des Vaters. Mir ist bewusst, dass Jede_r mit Trauer anders umgeht. Vor allem wenn man um einen Menschen trauern muss der theoretisch noch da ist. Dennoch war das für mich unverständlich. Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen, allen Abby Jiménez Fans aber auch allen die eine Story suchen in der die Protagonistinnen trotz schweren Zeiten nicht die Hoffnung verlieren.
Vielen Dank an den Verlag und an #netgallyde für das Rezensionsexemplar