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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2019

Sprachlich kunstvolle Kurzgeschichten rund um die Liebe

Liebe wird überschätzt
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„Liebe wird überschätzt“ ist eine kurzweilige Sammlung von acht Erzählungen, die sich mit verbotener, später, unerfüllter und alltäglicher Liebe beschäftigen. Obwohl sie die vielen Fassetten der Liebe ...

„Liebe wird überschätzt“ ist eine kurzweilige Sammlung von acht Erzählungen, die sich mit verbotener, später, unerfüllter und alltäglicher Liebe beschäftigen. Obwohl sie die vielen Fassetten der Liebe behandelt, fällt Valeria Parrella nicht in die Kitschfalle. Besonders gut haben mir ihr einfühlsamer, aber nüchterner Schreibstil und die vielseitigen Protagonisten gefallen. Bei jeder Kurzgeschichte stehen interessante Charaktere im Mittelpunkt, von scheinbar unauffälligen älteren Paaren, die sich gegenseitig betrügen, über Eltern mit kranken Kindern bis hin zu einer Äbtissin. Liebe in all ihren Formen durchzieht die Kurzgeschichten: Liebe zwischen Partnern, Liebe zwischen Eltern und Kindern, Liebe zwischen Freunden und Liebe zur Freiheit. Damit widerlegt die Autorin im Grunde ihren eigenen Buchtitel, denn die Liebe ist der zentrale Erzählgegenstand.

Mit nur 140 Seiten fällt das Buch etwas kurz aus, jedoch habe ich jede Seite genossen.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Spannender Irland-Krimi

Lügenmauer. Irland-Krimi (Ein Emma-Vaughan-Krimi 1)
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Sligo im Nordwesten Irlands: Als der protestantische Reverend Charles Fitzpatrick, ein angesehener Mann in seiner Gemeinde, ermordet aufgefunden wird, übernimmt Emma Vaughan die Ermittlungen. Als Protestantin ...

Sligo im Nordwesten Irlands: Als der protestantische Reverend Charles Fitzpatrick, ein angesehener Mann in seiner Gemeinde, ermordet aufgefunden wird, übernimmt Emma Vaughan die Ermittlungen. Als Protestantin in einer vorwiegend katholischen, traditionsbewussten Gegend ist Emma vielen Vorurteilen ausgesetzt, die ihr die Arbeit erschweren. Sie läuft gegen viele Wände und die Ermittlungen verlaufen nur stockend, doch Emma kämpft sich durch. Barbara Bierach erzählt den Krimi in drei spannenden Handlungssträngen, die sie nach und nach gekonnt miteinander verflechtet.

Der Autorin gelingt ein atmosphärisch dichtes dichtes Werk. Als Irland-Fan gefallen mir die realistischen Beschreibungen. Ich finde es gleichzeitig sehr gut, dass Barbara Bierach nicht in den üblichen Kitsch abrutscht, sondern dieses faszinierende Land und seine schwierige Geschichte auch kritisch betrachtet. Der Leser erfährt nebenbei einiges über den Immobilienboom vor der Finanzkrise, über die Troubles und die IRA sowie über den unvorstellbar großen Einfluss, den die Kirche auf das Leben der Menschen hat. So entsteht eine vielschichtige Geschichte mit komplizierten, aber realistischen Charakteren.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Durchaus spannend

Die Rache des Chamäleons
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Der Hund bellt; Frühstück mit der Familie; auf dem Weg zur Arbeit - "Die Rache des Chamäleons" beginnt mit ganz alltäglichen Situationen. Trotzdem kommt von Anfang an kein Gefühl von Normalität auf. Åke ...

Der Hund bellt; Frühstück mit der Familie; auf dem Weg zur Arbeit - "Die Rache des Chamäleons" beginnt mit ganz alltäglichen Situationen. Trotzdem kommt von Anfang an kein Gefühl von Normalität auf. Åke Edwardson verschwendet keine Zeit: Noch bevor sich das Leben von Peter und seiner Frau Rita von Grund auf ändert, gibt der Autor dem Geschehen einen grusligen Unterton. Die Handlung verdichtet sich schnell und Edwardson schafft es bis zu der überraschenden Wendung am Ende scheinbar mühelos, die Spannung zu halten und den Leser zu fesseln. Seine bildhafte Ausdrucksweise lässt die Handlung vor dem inneren Auge lebendig werden. Ein spannendes und aufregendes Leseabenteuer!

Veröffentlicht am 18.03.2019

Verrückte Lektüre

Noir
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Was für ein verrücktes Buch! Jenny-Mai Nuyen nimmt den Leser mit auf eine rasante Reise durch einige Wochen in Nino Sorokins 23. und 24. Lebensjahr. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen - es ist eine irre ...

Was für ein verrücktes Buch! Jenny-Mai Nuyen nimmt den Leser mit auf eine rasante Reise durch einige Wochen in Nino Sorokins 23. und 24. Lebensjahr. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen - es ist eine irre Reise. Die Autorin hat sich eine sehr fantastische Situation rund um Seelen und Tod ausgedacht. Die Leseprobe hatte bei mir Vorstellungen geweckt, die letztendlich kaum erfüllt wurden, da das Buch nach den ersten paar Seiten in eine völlig andere Richtung geht. Da ich mit Dingen wie Gläser Rücken und Esoterik nicht besonders viel anfangen kann, musste ich mich erst daran gewöhnen, den Gedanken auszublenden, dass die Handlung extrem unrealistisch ist. In sich funktioniert die von Jenny-Mai Nuyen kreierte Welt aber bestens, die Geschichte ist logisch aufgebaut und die zentralen Charaktere sind vielschichtig.

Ein bisschen gestört hat mich der übermäßige Drogenkonsum. Gegen Ende ist ja immerhin ein tieferer Sinn darin zu erkennen. Aber zu Beginn hatte ich öfters das Gefühl, dass die Charaktere Drogen konsumieren, ohne dass es etwas zur Handlung oder zur Charakterisierung beiträgt.

Das Buch liest sich insgesamt sehr flüssig und unkompliziert, sodass die Zeit beim Lesen nur so vorbeifliegt. Passend zum Fantasygenre ist die Sprache sehr fantasievoll.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Wirklich krank

Krank
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"Krank" ließt sich sehr flüssig und die Handlung war gut nachvollziehbar. Ungefähr die ersten zwei Drittel des Buches - bis Ryder die Campingplätze inspiziert - waren zwar durchaus spannend, aber es war ...

"Krank" ließt sich sehr flüssig und die Handlung war gut nachvollziehbar. Ungefähr die ersten zwei Drittel des Buches - bis Ryder die Campingplätze inspiziert - waren zwar durchaus spannend, aber es war nicht so, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Erst im letzten Teil wurde der Thriller dann wirklich rasant und ich wollte dann ohne Unterbrechung weiterlesen.

Den eingestreuten Humor fand ich manchmal ganz angenehm, ab und zu war mir vor allem Ryder aber ein bisschen zu albern. Aber das ist wohl einfach das typische amerikanische Klischee - der Held, der alle Hindernisse überwindet, Menschen rettet und dabei immer noch einen flotten Spruch auf den Lippen hat.

Insgesamt hat mir "Krank" ziemlich gut gefallen. Die Charaktere sind zum größten Teil gut ausgearbeitet und auch die Handlung war fesselnd. Einige Wendungen waren zwar vorhersehbar (logisch, dass Crayline am Anfang nicht einfach nur aus Spaß erwähnt wird und dann nie wieder auftaucht...) Ein paar wirkliche Überraschungen waren aber trotzdem dabei.