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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2019

Nadelherz

Nadelherz
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Bei "Nadelherz" handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe von Julia Corbin. Wie bei den meisten Thrillerreihen üblich kann man auch hier die Bände ohne Probleme einzeln lesen.

Zum einen wird die ...

Bei "Nadelherz" handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe von Julia Corbin. Wie bei den meisten Thrillerreihen üblich kann man auch hier die Bände ohne Probleme einzeln lesen.

Zum einen wird die Geschichte aus der Perspektive der Polizei erzählt, welche wir bei ihren Ermittlungen begleiten. In Rückblenden erfährt man als Leser aber auch nach und nach welches Martyrium Tessa und ihre Freundin durchleben mussten. Einfach unvorstellbar, was den beiden widerfahren ist. Ich konnte Tessa daher gut verstehen, dass sie auf eigene Faust heraus finden möchte, wer ihr dieses Nadelherz schickt und weshalb. Ihr mangelndes Vertrauen in die Polizei war aufgrund ihrer Vergangenheit durchaus nachvollziehbar.

Alexis und Karen haben mir als Ermittlerinnen sehr gut gefallen. Die beiden sind ein eingeschweißtes Team, mit ordentlich Power und Kampfgeist. So schnell lassen die zwei sich auf jeden Fall nicht unterkriegen.

Für mich waren beide Erzählstränge sehr interessant und spannend zu verfolgen. Der Schreibstil ist spannend und fesselnd zugleich und auch wenn sich die actionreichen und die ruhigeren Phasen abwechseln, wurde es dennoch nie langweilig.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Das Honigmädchen

Das Honigmädchen
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Dieses Mal schickt Autorin Claudia Winter ihre Leser nach Südfrankreich, in das abgelegene Bergdorf Loursacq. Blühende Wiesen, summende Bienen und einige kautzige Bewohner stellen hierbei den Rahmen des ...

Dieses Mal schickt Autorin Claudia Winter ihre Leser nach Südfrankreich, in das abgelegene Bergdorf Loursacq. Blühende Wiesen, summende Bienen und einige kautzige Bewohner stellen hierbei den Rahmen des Schauplatzes. Ein malerisches Örtchen, bei dem man die Hektik des Alltags vergessen und Ruhe finden kann.

Genau dorthin verschlägt es Camilla gemeinsam mit ihrer Tochter Marie. Während Camilla sowieso schon mit den Nerven am Ende ist, muss sich sich zu allem Überfluss auch noch ihren nervtötenden Nachbar ertragen, der sie spontan begleitet hat. Camilla ist in meinen Augen eine ziemliche Powerfrau und ich habe mich immer wieder gefragt, wie sie den Spagat Job und Kind so gut bewältigen kann.
Durch die Scheidung ihrer Eltern und der vielen Arbeit ihrer Mum, fühlt Marie sich ziemlich allein gelassen und verloren - ihre Reaktion: Rebellion wo es nur geht. Da ist Zoff vorprogrammiert und so wird es alles, nur nicht langweilig.
Mit Camilla hatte ich es manchmal etwas schwer, da ich ihre misstrauische Art gegenüber ihrer Tochter nicht so ganz nachvollziehen konnte.
Am meisten mochte ich allerdings Henri, der sich so liebevoll um seine Bienen kümmert. Ihn kann man auch gar nicht richtig beschrieben, Henri muss man einfach erleben.

Mit ihrer aktuellen Lektüre hat die Autorin ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen und schafft Verständnis für die Bienen und ihre wichtige Bedeutung für uns. Die Umsetzung hat mir total gut gefallen und man konnte auch einiges Wissenswertes über die kleinen Brummer erfahren.
Der Schreibstil selbst war zügig und flott zu lesen und dank der bildgewaltigen Sprache, habe ich mich direkt nach Südfrankreich versetzt gefühlt.
Einziger Kritikpunkt waren für mich die Dialoge, die mir öfter zu konstruiert erschienen. Mir ist zwar klar, dass die Autorin bestimmte Schnittpunkte erreichen musste, aber das hat man hier dann doch recht deutlich gemerkt und ich glaube in einigen Situationen würde man in der Realität völlig anders reagieren. Daher gibt es hier etwas Punktabzug.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Die dunklen Lande

Die dunklen Lande
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Als Grundidee hat Markus Heitz hier die Figur des Solomon Kane auserwählt und mit Aenlin eine Tochter hervorgebracht, die in die Fußstapfen ihres weltberühmten Vaters treten möchte.

Aenlin wird von einer ...

Als Grundidee hat Markus Heitz hier die Figur des Solomon Kane auserwählt und mit Aenlin eine Tochter hervorgebracht, die in die Fußstapfen ihres weltberühmten Vaters treten möchte.

Aenlin wird von einer Mystikerin namens Tahmina begleitet und gemeinsam sind sie auf dem Weg, Aenlins Erbe ausfindig zu machen. Die Umstände führen dazu, dass sie sich gemeinsam mit einer Söldnertruppe auf den Weg nach Bamberg machen, um einige Personen von dort zurück nach Hamburg zu eskortieren.
Tahmina hat mich als Person sofort von sich überzeugt und sie war tatsächlich mein Liebling in dieser Geschichte. Aenlin selbst konnte bei mir nicht so viele Sympathiepunkte erzielen und ich war doch öfter genervt von ihrer hilflosen und naiven Art. Sie hat mich so gar nicht an ihren Vater erinnert und ohne Tahmina bezweifel ich stark, dass sie es alleine bis nach Hamburg geschafft hätte.

Markus Heitz hat ein großartiges Gespür dafür, historische Fakten mit fantastischen Elementen zu verknüpfen. Auch hier ist ihm dies wieder einmal sehr gut gelungen. Das Setting selbst ist überwiegend düster und besonders die Hexenprozesse- und verfolgungen, machen deutlich in was für einer schlimmen und schwierigen Zeit die Menschen damals gelebt haben. Insgesamt entsteht so ein düsterer Dark Fantasy Roman, der immer wieder die ein oder andere Überraschung bereit hielt.

Für meinen Geschmack waren mir die Kapitel allerdings doch etwas zu lange. Wiederum gut gefallen haben mir die historischen Illustrationen, die im Buch eingebunden sind. So erhält man noch einmal einen viel besseren Einblick in die damalige Hochzeit der Hexenverfolgung.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Todesurteil im Old Bailey

Todesurteil im Old Bailey
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Die Autorin war mir bislang unbekannt, allerdings hat mich der Klappentext sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Ein wenig habe ich mich an Sherlock Homes erinnert gefühlt und tatsächlich schlägt ...

Die Autorin war mir bislang unbekannt, allerdings hat mich der Klappentext sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Ein wenig habe ich mich an Sherlock Homes erinnert gefühlt und tatsächlich schlägt die Handlung leicht in diese Richtung ein.

Zunächst lernt man Daniel Pitt kennen, der gerade einen anderen Fall betreut und noch recht jung und unerfahren in seinem Beruf wirkt. Trotz alledem scheint er zu wissen was er tut und es war toll seine ersten Bemühungen vor Gericht beobachten zu können.
Russell Graves wiederum hat auf mich einen sehr undurchsichtigen Eindruck gemacht und so richtig schlau bin ich aus seinem Verhalten zunächst nicht geworden. Obwohl sein Leben auf dem Spiel steht scheint er zu Beginn wenig kooperativ zu sein und erst mit der Zeit konnte ich seine Beweggründe besser begreifen.
Daniel Pitt wird in dem Fall von dem erfahrenen Juristen Mr. Kitteridge unterstützt. Die beiden geben ein sehr ungewöhnliches Team ab, funktionieren aber erstaunlicherweise sehr gut zusammen.

Der Fall entwickelt sich nach und nach und nimmt immer größere Ausmaße an. Für mich war es höchst interessant zu sehen, wie Anwälte und Polizei zur damaligen Zeit gearbeitet haben, als es noch keine moderne Technik gab und das Untersuchen von Fingerabdrücken noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Spannung nimmt mehr und mehr zu und am Ende konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der finale Höhepunkt war gut ausgearbeitet und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, welches doch die ein oder andere Überraschung bereit hält.

Veröffentlicht am 23.03.2019

Schuld

Schuld
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Bei "Schuld" handelt es sich um einen weiteren Kurzgeschichten-Roman von Ferdinand von Schirach. Auch dieses Mal lässt uns der Autor an einigen seiner spektakulärsten Fälle teilhaben.

Diese Erzählungen ...

Bei "Schuld" handelt es sich um einen weiteren Kurzgeschichten-Roman von Ferdinand von Schirach. Auch dieses Mal lässt uns der Autor an einigen seiner spektakulärsten Fälle teilhaben.

Diese Erzählungen machen wieder einmal deutlich wie ungerecht es in unserer Welt oftmals zugeht. Manche Verbrecher kommen ungeschoren davon, während andere Opfer ewig auf Wiedergutmachung oder Rache warten müssen.

Die Geschichten der Menschen haben mich teilweise sehr berührt, wohl gerade auch deswegen, weil einem immer wieder bewusst wird, dass es sich hier um keine Fiktion handelt, wie bei einem Thriller oder Krimi, sondern um "echte" Menschen mit echten Schicksalen.

Obwohl das Buch mit rund 200 Seiten recht dünn ist, muss man doch immer wieder eine Pause einlegen, um das Gelesene verarbeiten zu können. Es ist keine leichte Lektüre, die man mal schnell zwischendurch liest. Nein, für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen um wirklich alle s begreifen und erfassen zu können.