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Veröffentlicht am 05.05.2019

Im Plauderton vom Neandertaler zum Cyborg

Eine kurze Geschichte der Menschheit
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Die Geschichte war für mich immer schon etwas trocken und langweilig - meist habe ich nie die Dinge erfahren, die mich wirklich interessiert hätten. Yuval Noah Harari schafft es jedoch die Thematik vom ...

Die Geschichte war für mich immer schon etwas trocken und langweilig - meist habe ich nie die Dinge erfahren, die mich wirklich interessiert hätten. Yuval Noah Harari schafft es jedoch die Thematik vom Neandertaler bis zum heutigen Tag und darüber hinaus einfach und sachlich, humorvoll und gerade, aber vor allem auf den Punkt zu bringen.

Cover: Das Cover mit der "überladenen" Welt hat mich zunächst an den Klimawandel erinnert, an den Wachstum des Menschen und auch des Mülls. An die Grenzen unseres Planeten. Beim genauen Hinsehen erkennt man jedoch, dass alle Erfindungen und Errungenschaften der Menschheit hier vereint sind. Und somit in einem Bild sein 500-Seiten-Buch erklären.

Schreibstil: Harari schreibt einfach und sehr informativ, er schafft es den Leser dort abzuholen, wo er gerade ist - egal wer das Buch liest. Seine Kapitel sind kurz und knapp gehalten, genauso wie sein Erzählstil - er bringt jedes Thema philosophisch, ethisch, wirtschaftlich, kritisch auf den Punkt ohne zu viel aber auch nicht zu wenig zu erzählen.

Meinung: Ich finde das Buch sehr gelungen und habe es wirklich gern gelesen. An einigen Stellen war mir die Thematik etwas zu trocken (zum Beispiel beim Thema Kapitalismus, Geld, Wirtschaft). Insgesamt sind die Themen aber wunderbar historisch aneinandergereiht, so dass sich der Leser fühlt, als würde er einen netten Spaziergang durch die Menschheitsgeschichte machen, während Yuval Noah Harari im Plauderton die Highlights der jeweiligen Zeit erklärt. Ein Sachbuch, das eigentlich keines ist, sondern vielmehr wie ein sachlicher Roman geschrieben ist, kritische Meinungen in den Raum stellt aber auch zum Nachdenken anregt ohne belehrend zu wirken. Ein großartiges Buch, das sogar mich als Geschichts-Couchpotato fasziniert hat.

Fazit: Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen - nicht nur für Geschichtsfans, sondern für alle interessierten Menschen. Es geht um Leidenschaft, Ziele, Träume, Wissenschaft, Liebe, Macht und Glück - einfach alles, was ein Leben braucht.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Artgerecht ist nur die Freiheit

Artgerecht ist nur die Freiheit
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Über dieses Buch bin ich durch Zufall gestolpert, weil ich mich zurzeit mit dem Thema Tierhaltung beschäftige. Daher musste ich es natürlich sofort lesen.

Cover: Ich finde das Cover sehr gelungen, da ...

Über dieses Buch bin ich durch Zufall gestolpert, weil ich mich zurzeit mit dem Thema Tierhaltung beschäftige. Daher musste ich es natürlich sofort lesen.

Cover: Ich finde das Cover sehr gelungen, da ein (scheinbar) glückliches Schwein mit Strohresten im Fell in die Kamera „lächelt“ und dabei (zumindest bei mir) schon Mitgefühl, Liebe und das Gefühl es einfach lieb haben zu müssen im Betrachter aufsteigt.

Schreibstil: Hilal Sezgin schreibt in einem sehr überzeugenden sachlichen Stil, der dennoch flüssig zu lesen ist. Einzelne persönliche Eindrücke – die jedoch nie rein subjektiv sind – unterstreichen ihre überzeugenden Argumente. Pro und Contra und sogar mögliche Kompromisslösungen werden angesprochen und diskutiert. So kann sich der Leser stets selbst eine Meinung überlegen und die bisherigen Ansichten überdenken.

Meinung: Ich finde das Buch sehr gelungen, da Hilal Sezgin eine sehr klare Struktur verfolgt. Bei dem Thema werden ja viele Menschen (ob pro oder contra Tiernutzung) schnell sehr persönlich und argumentieren völlig planlos. Sie hingegen gliedert das Buch in deutliche Kapitel: die Definition von Tierethik und schließlich die drei Fragen, ob wir Tiere quälen, töten oder überhaupt nutzen dürfen und sie schließt mit dem Kapitel, wie wir mit Tieren leben können. Es werden überzeugende Argumente geliefert und sachlich erklärt, ohne jemanden anzugreifen oder überzeugen zu wollen. Dennoch ruft sie zum Umdenken auf – liefert aber überzeugende Argumente dafür. Es werden viele Themen aufgegriffen, die man vielleicht beim ersten Gedanken (es geht nicht nur ums Fleischessen) gar nicht berücksichtigt. So erhält der Leser einen umfassenden und sachlichen Einblick in die Tierethik unsrer heutigen Welt.

Fazit: Das Buch ist leicht zu lesen, ob wohl es viele ethische und komplexe Themen behandelt. Hilal Sezgin holt den Leser dort ab, wo er ist – und das können durchaus verschiedene Standpunkte sein. Das Buch ist geeignet für alle Menschen, die sich mit Tierethik beschäftigen wollen, die die Nutzung von Tieren in unserem Alltag hinterfragen wollen und sinnvolle Argumente lesen möchten. Lesenswert und bereichernd – ohne belehrend und beschuldigend wirken zu müssen.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Ein Gespräch unter Freundem übers Glückslichsein

Die bessere Hälfte
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Ich bin ein riesiger Hirschhausen-Fan und lese deshalb grundsätzlich jedes Buch von ihm – auch die, die nicht mich als primäre Zielgruppe ansprechen. Es geht nämlich um das Älter werden und das Leben in ...

Ich bin ein riesiger Hirschhausen-Fan und lese deshalb grundsätzlich jedes Buch von ihm – auch die, die nicht mich als primäre Zielgruppe ansprechen. Es geht nämlich um das Älter werden und das Leben in der zweiten Hälfte, sagen wir so ab 50.

Schreibstil: Der Stil dieses Buches ist ganz besonders hervorzuheben, denn es ist nicht im normalen, bekannten Fließtext geschrieben. Das Buch ist vielmehr ein Gespräch zwischen zwei Ärzten, nein sagen wir zwischen zwei Freunden, die sich einfach über den Sinn des Lebens unterhalten. Der eine ist kursiv gedruckt, der andere nicht, so dass man nicht durcheinanderkommt. So ist jedes Kapitel, als würde man zwei Ärzte bei (ehrlichen) Gespräch belauschen – einfach großartig!

Meinung: Ich finde das Thema für jeden spannend, egal ob man in der zweiten Hälfte des Lebens steckt, kurz davor ist oder noch weit entfernt. Es trifft ja doch jeden von uns – umso besser, wenn man sich auf etwas Gutes freuen kann! Hirschhausen und Esch beschreiben die verschiedenen Bereiche des Lebens und Älterwerdens: sein schlechter Ruf, das Auf und Ab im Laufe des Lebensalters, Glück und Zufriedenheit, daneben aber auch Stress, Depressionen und Schmerzen, Selbstheilung und seine Wirkung und schließlich das Ankommen bei der inneren Zufriedenheit. Es ist so spannend das Leben mal auf eine ganz andere Weise zu betrachten und (obwohl das Alter natürlich meist mit körperlichen Gebrechen und Krankheiten verbunden wird) scheint es daneben noch etwas zu geben, das diese Dinge vielleicht sogar aufwiege kann?!

Fazit: Wieder einmal ein gelungenes Buch von Hirschhausen, diesmal gemeinsam mit Freund Tobias Esch. Die beiden sind sympathisch, halten quasi mit dem Leser ein kleines Pläuschchen und erzählen, wie es sonst kein Arzt tut. Unbedingt lesenswert – für jeden von uns!

Veröffentlicht am 16.03.2019

Zwei Welten: Zwischen Diskriminierung und Anpassung

The Hate U Give
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Cover: Das Cover ist sehr dezent und dennoch auffällig gehalten. Ein schwarzes Mädchen hält ein weißes Schild vor dem Körper auf dem der Titel des Buches steht. Ansonsten ist das Cover, wie auch das weiße ...

Cover: Das Cover ist sehr dezent und dennoch auffällig gehalten. Ein schwarzes Mädchen hält ein weißes Schild vor dem Körper auf dem der Titel des Buches steht. Ansonsten ist das Cover, wie auch das weiße Schild nur weiß.

Schreibstil: Die Sprache ist in diesem Buch ein ganz besonderer Teil, der die gesamte Stimmung ausmacht. Je nach Sprachverwendung werden die zwei Leben der dunkelhäutigen Starr betont. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Problemviertel in einer Großstadt, in der Drogen, Kriminalität und Gewalt zum Alltag gehören. Entsprechend wird ein lockerer Slang verwendet. Starrs Schulalltag ist das komplette Gegenteil: sie besucht eine weiße Privatschule außerhalb der Stadt, in der sie zu den wenigen dunkelhäutigen Schülern gehört. Hier spricht Starr völlig anders: gehoben, kein Slang, kein Verschlucken von Endungen, eben weiß. Angie Thomas schafft es allein durch ihren Schreibstil die Stimmung dieser beiden Welten zu verdeutlichen.

Meinung: Ich fand die Thematik wirklich schwierig und belastend, da man (vor allem hier in Deutschland) nicht regelmäßig damit konfrontiert wird. Ich habe mit Starr mitgelitten, habe ihre Gefühle verstanden und ihre Ängste geteilt. Insgesamt ist es leicht zu lesen und durch die vielen Gespräche und Gedanken fühlt man sich als Leser mittendrin. Man lernt eine neue Sichtweise kennen bzw. denkt über ein Thema nach, mit dem man in unserem (meinem) Alltag kaum konfrontiert wird. Ich kannte dieses Problem bisher nur aus den Nachrichten und lebe doch sehr behütet und beschützt.

Fazit: Das Buch ist spannend geschrieben und regt zum Nachdenken an. Obwohl das Thema natürlich schwierig und vielleicht sogar belastend ist, sollte man das Buch lesen, da es so viel mit sich bringt und gleichzeitig auch leicht zu lesen ist. Ich bin begeistert und kann es wirklich empfehlen.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Attraktiver Tierarzt lässt grüßen

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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Nachdem ich Redwood Love immer und immer wieder gesehen habe und nur gutes darüber gelesen habe, musste ich Band 1 nun endlich selbst lesen.

Cover: Das Cover ist sehr schön und rustikal gestaltet. Die ...

Nachdem ich Redwood Love immer und immer wieder gesehen habe und nur gutes darüber gelesen habe, musste ich Band 1 nun endlich selbst lesen.

Cover: Das Cover ist sehr schön und rustikal gestaltet. Die Holzoptik erinnert an die süße, rustikale Kleinstadt, in der die Geschichte spiel. Einzelne Fotos von einem verliebten Paar sind außerdem zu sehen und versprechen eine romantische Geschichte.

Schreibstil: Kelly Moran schreibt sehr direkt und persönlich, man kann förmlich die Gedanken der einzelnen Personen lesen und mitfühlen. Als wäre man selbst eine der Charaktere, die die Situation hautnah erlebt. Sie schreibt sehr detailliert und genau, so dass man sich als Leser die Geschichte, die Handlung und die Orte genau vorstellen kann.

Meinung: Ich fand die Geschichte wirklich packend von Anfang an. Es ist eine leichte und romantische Liebesgeschichte, die aber so harmonisch und herzlich geschrieben ist, dass man sich direkt wohl fühlt. Dies heißt nicht, dass alles reibungslos abläuft. Aber es ist doch eine sehr schöne Stimmung mit der man gerne nach Redwood Love „reist“. Die Personen sind sehr sympathisch und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen, besonders die Protagonistin Avery ist nett und eine absolut normale Frau, in die man sich direkt hineinversetzen kann, ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen kann. Manche Szenen waren mir ein bisschen zum umfassend und vor allem zu häufig im Buch, aber das ist glaube ich Geschmackssache.

Sehr interessant finde ich die Tatsache, dass es um drei Brüder geht, die in jedem Buch als Hauptperson auftreten, also in Band 1 der erste Bruder, in Band 2 etc. Man kann sich also auf eine Fortsetzung freuen, die mit neuen und alten Personen spielt (denke ich mir).

Fazit: Eine romantische Geschichte, in der man sich wohlfühlt, mitfiebert und einfach wunderschön geschrieben ist. Charaktere, die man lieben muss und mit allen Problemen und Freunde mitfiebert. Selten hat mich eine romantische Geschichte so begeistert.