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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2018

Erfordert Konzentration

Die Unruhigen
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In "Die Unruhigen" von Linn Ullmann geht es um die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Linn Ullmann ist die Tochter des Regisseurs Ingmar Bergmann und Liv Ullmann eine berühmte Schauspielerin. ...

In "Die Unruhigen" von Linn Ullmann geht es um die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Linn Ullmann ist die Tochter des Regisseurs Ingmar Bergmann und Liv Ullmann eine berühmte Schauspielerin. Dass es nicht leicht ist als Tochter zweier solcher Berühmtheiten aufzuwachsen stellen wir beim Lesen sehr bald fest. Dieses Buch ist ein Roman, der aber teils autobiographische Teile in sich trägt. Was davon fiktiv und was wahr ist lässt sich nicht klar differenzieren.

Als der Vater schon an Demenz erkrankt ist, beschließen die beiden ein letztes Projekt zu starten. Die Tochter interviewt den Vater, was zunehmend schwer fällt aufgrund seiner Erkrankung. Das entstandene Werk ist ein Buch über das Älterwerden, wie sich Kinder und Eltern voneinander entfernen und wie unterschiedlich teilweise die Ansichten sind.

Das Buch ist kein Roman den mal eben so zwischendurch "wegliest". Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen und sich darauf einlassen. Die Sprache ist gehoben und teilweise anspruchsvoll, was dem Ganzen aber sehr gut tut. Ich finde dass es ein sehr gefühlvoller Roman geworden ist, der die Emotionen sehr gut eingefangen hat.

Veröffentlicht am 12.06.2018

Nicht für den Alltag

Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund
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Da eine Freundin von mir dieses Buch in einer Leserunde gewonnen hat, durfte ich mir dieses ein Weilchen ausleihen und komme jetzt endlich dazu eine Rezension zu verfassen.

Dieses Kochbuch ...

Da eine Freundin von mir dieses Buch in einer Leserunde gewonnen hat, durfte ich mir dieses ein Weilchen ausleihen und komme jetzt endlich dazu eine Rezension zu verfassen.

Dieses Kochbuch ist kein typisches Kochbuch im herkömmlichen Sinne. Erwin Seitz verbindet seine beiden Leidenschaften und hat ein Buch über "naturnahes Kochen" verfasst. Die Bilder sind sehr ansprechend und können schon mal Hunger machen :).

Man muss sich im Klaren sein, dass dies keine Rezepte sind die ständig im Alltag umsetzbar sind (also zumindest für mich nicht). Ich habe keine zig Biohändler oder Bauernhöfe um mich herum. Jedoch finde ich für besondere Abende kommt dieses Buch gerade recht, ein tolles Rezept aussuchen, sich mit den Zutaten auch wirklich auseinander setzen und letztendlich genießen.

Manche Rezepte finde ich für Laien mit wenig Kocherfahrung etwas zu gewagt, vielleicht wäre es sinnvoll die Rezepte in Schwierigkeitsgrade einzuteilen um Enttäuschungen zu vermeiden. Die Warenkunde fand ich sehr interessant und inspirierend. Alles in allem ein schönes Kochbuch, wenn man sich darauf einlässt.

Veröffentlicht am 14.04.2018

Mutig und Aufrüttelnd

MUTIG
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Rose McGowan hatte keinen einfachen Start ins Leben - in die Sekte "Children of God" hineingeboren und schon früh musste sie lernen was es heißt eine "Frau" zu sein. Nachdem die Flucht aus der ...

Rose McGowan hatte keinen einfachen Start ins Leben - in die Sekte "Children of God" hineingeboren und schon früh musste sie lernen was es heißt eine "Frau" zu sein. Nachdem die Flucht aus der Sekte gelingt, beginnt sie schon bald als Schauspielerin in Hollywood zu arbeiten. Auch dort begegnet ihr Brutalität und Sexismus. Statt sich dem Klischee "Du musst lange Haare haben um sexy zu sein" hinzugeben, rasiert sie sich kurzerhand ihre Haare ab.

Man muss zugeben, dass dieser Frau sehr viel Schlimmes passiert ist und dieses Schicksal alles andere als einfach ist. Jedoch finde ich diese Pauschalisierungen Männern gegenüber etwas unglücklich formuliert. Natürlich gibt es viele schlimme Menschen - nett ausgedrückt - aber es gibt auch viele gute - egal ob männlich oder weiblich. Vielleicht sollte nächstes mal etwas besser darauf achten, wie so etwas beim Leser ankommen könnte.

Veröffentlicht am 31.03.2019

Der Wolfsjunge

Deathland Dogs
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"Die Deathlands. Eine öde Wüste, die von wolfsähnlichen Hunden – den Deathland Dogs – beherrscht wird. Am Rande der Deathlands, im Nomansland, leben die wenigen verbliebenen Clans, die um die ...

"Die Deathlands. Eine öde Wüste, die von wolfsähnlichen Hunden – den Deathland Dogs – beherrscht wird. Am Rande der Deathlands, im Nomansland, leben die wenigen verbliebenen Clans, die um die kargen Ressourcen streiten. Jeet ist ein sogenanntes »Dogchild«: Aufgewachsen bei den Deathland Dogs, lebt er seit einigen Jahren wieder unter den Menschen. Doch immer noch schlummern die Instinkte in ihm. Als es zum Kampf zwischen seinen Leuten und dem benachbarten Clan der Dau kommt, soll Jeet sich mittels seiner als »Dogchild« erworbenen Fähigkeiten in die Siedlung der Dau einschleusen. Sein Auftrag: Material für den bevorstehenden Kampf sicherzustellen. Dadurch gerät er unversehens ins Zentrum
des Konflikts..." -
Quelle: vorablesen.de

Das Buch kommt in gebundener Ausführung daher und fühlt sich schön schwer und hochwertig in der Hand an. Der abnehmbare Schutzumschlag ist sehr schön gestaltet mit warmen Farben und einem zum Titel und zur Geschichte passenden Wolf illustriert. Die Art und Weise wie das Cover dargestellt ist gefällt mir sehr gut.

Ich habe mich ein wenig an Mogli erinnert beim Lesen der Geschichte ;). Es geht um einen Jungen der bei 3 Wölfen aufgewachsen ist und nun bei Menschen lebt. In dieser Welt gibt es verschiedene Clans und als es zu Konflikten zwischen den Clans kommt, muss der Wolfsjunge seine Fähigkeiten einsetzen, die er bei seinem Rudel gelernt hat.

Die Geschichte ist kreativ, spannend und eine willkommene Abwechslung. Das Buch ist zwar Jugendliteratur, jedoch habe ich mich als Erwachsener nicht gelangweilt beim Lesen. Man muss sich nur im Klaren sein, dass Brooks sehr detailliert und genau beschreibt und schreibt. Für den "schnellen" Leser könnte das als langatmig interpretiert werden, ist es jedoch nicht.

Alles in allem ein solides Jugendbuch, was ich so weiter empfehlen würde.

3 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 21.10.2018

Erschütternde Trostlosigkeit

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Inhalt:

"Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint ...

Inhalt:

"Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es.

Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land."


Meinung:

Der Roman ist in 3 Bücher unterteilt und ist in verschiedene Zeitebenen eingeteilt, was den langsamen Abrutsch der beiden Protagonisten noch deutlicher werden lässt. Im Buch geht es um zwei Brüder, die in Sachsen aufwachsen. Was den Roman besonders macht ist die Trostlosigkeit und langsam aufkeimende Feinseligkeit gegenüber den Sorben/Ausländern. Durch die Eltern vernachlässigt, da diese viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind geraten die beiden Jungen an Ramon und Menzel - Nazis. Hier wird durch Langeweile und Hoffnungslosigkeit schon einmal drauf los geprügelt oder Sachbeschädigung betrieben. Mich erschüttert auch, dass diese Kinder so wenig Erziehung genießen - und wenn dann die falsche Art und Weise davon. Man merkt von Anfang an, dass der Absturz und die Richtung in die die Jungs ihr Leben gehen werden bereits vorgegeben scheint. Der Autor schafft es diese Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit zu Papier zu bringen. Der Schreibstil sagt mir persönlich leider nicht zu - ich fand ihn sehr zäh und langatmig - was dem Buch und der Geschichte aber nicht geschadet hat. Ich denke sogar dass das beabsichtigt und ein wichtiges Stilmittel für den Autor ist.

Obwohl es mir nicht zu 100% gefallen hat, ist es ein wichtiges Buch, gerade in anbetracht unserer derzeitigen politischen Lage.