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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2020

Ein schützendes Nest...

Ein Versteck unter Feinden
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Als die Autorin dieses Buches, Roxane van Iperen, im Jahr 2012 in eine Villa einzieht, ahnt sie noch nicht, welche Geschichte dieses Haus verbirgt. In den Zeiten der deutschen Besatzung der Niederlande, ...

Als die Autorin dieses Buches, Roxane van Iperen, im Jahr 2012 in eine Villa einzieht, ahnt sie noch nicht, welche Geschichte dieses Haus verbirgt. In den Zeiten der deutschen Besatzung der Niederlande, arbeiteten die beiden Schwestern Lien und Janny Brilleslijper für den Widerstand und schufen hier - umgeben von dem Feind - ein Versteck für zahlreiche Untergetauchte. Bis sie im Sommer 1944 verraten wurden...
Das Buch besticht durch eine nüchterne Betrachtung, die mitunter nur wie die Aneinanderreihung von Fakten anmutet. Dieser Schreibstil (mitunter in der Gegenwart geschrieben) ist meines Erachtens etwas gewöhnungsbedürftig und ich brauchte einige Seiten um mit diesem Buch warm zu werden. Doch diese Geduld lohnt sich auf jeden Fall! Man erhält Einblick in das wohlorganisierte Leben der beiden Schwestern, die sehr mutig, aber auch mit vielen glücklichen Zufällen ihr Leben dem Widerstand widmen. Sie setzten damit nicht nur das eigene Leben sowie das ihrer Familien und Kinder aufs Spiel, sondern sind zeitgleich für etliche Untergetauchte verantwortlich, die sie nicht nur verstecken, sondern auch versorgen müssen. Dabei zeigt sich eine straffe und gut durchdachte Organisation, in dem jeden eine Aufgabe zu Teil wird. Ich bin sehr beeindruckt von der überaus menschlichen und mutigen Einstellung der beiden, die glücklicherweise stellvertretend für zahlreiche Unbekannte stehen, die in dieser grausamen Zeit Mensch blieben. Dieser Teil der Geschichte darf nie vergessen werden und dieses Buch trägt seinen Teil dazu bei. Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 15.09.2019

gelungene Komposition aus Naturbetrachtungen, Gesellschaftskritik, Liebe und Rache

Der Gesang der Flusskrebse
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Als Kind wird Kya nach und nach von ihrer Mutter, älteren Geschwister und dem gewalttätigen, trunksüchtigen Vater in ihrer schäbigen Behausung in der Marsch zurückgelassen. Kya bleibt mit ihren Sorgen ...

Als Kind wird Kya nach und nach von ihrer Mutter, älteren Geschwister und dem gewalttätigen, trunksüchtigen Vater in ihrer schäbigen Behausung in der Marsch zurückgelassen. Kya bleibt mit ihren Sorgen und Ängsten allein und muss alles mit sich selbst ausmachen. Neben der normalen Entwicklung muss sie dazu weitere schwierige Situationen meistern, wo externe Hilfe angebracht wäre.
Bereits sehr früh zeigt sich, dass sie ein Außenseiter ist und als solcher auch so behandelt wird. Kya’s erste Erfahrungen mit Menschen sind sehr negativ – als Abschaum wird sie gemieden, andere Kinder hänseln sie als Marschmädchen und machen sich über sie lustig. Instinktiv macht Kya alles richtig, in dem sie sich zurückzieht um sich zu schützen. Ihre Freunde sind die Tiere und die wilde Natur – hier fühlt sie sich wohl und sicher.
Der Tankwart Jumpin und seine Frau Mabel, die beide selbst nicht so viel besitzen, haben Mitgefühl für Kya. Ihre Idee des Tauschhandels als Unterstützung hilft selbiger, ihr Gesicht zu wahren indem sie für ihr Auskommen arbeitet und nicht auf Almosen angewiesen ist.
Tate, ein Freund ihres größeren Bruders, nähert sich ihr behutsam, gewinnt ihr Vertrauen, lehrt sie lesen und weitere Dinge, letztendlich auch die Liebe - bis er sie für sein Studium verlässt und Kya dadurch wieder einen herben Verlust erfahren lässt. Obwohl von Menschen enttäuscht, hat sie durch ihn die zwischenmenschliche Beziehung erfahren, die ihr nun fehlt und die sie in dem gutaussehenden Sunnyboy Chase zu ersetzen sucht. Als Chase tot aufgefunden wird, sind alle überzeugt, dass dafür nur das Marschmädchen verantwortlich ist…

Delia Owens ist mit diesem Buch eine wundervolle Komposition aus Naturbetrachtungen, Gesellschaftskritik, Liebe und Rache gelungen.
Sehr gut sind neben der Haupthandlung die gesellschaftlichen Grenzen dieser Zeit dargestellt – die Abgrenzung von schwarz und weiß, arm und reich. Oft sind es nur kleine Abschnitte, die wie nebenbei die grausamen Auswüchse davon behandeln.
Mein erster Impuls des Unverständnisses, wie gerade eine Mutter ihre Kinder zurücklassen kann, wird im Verlauf der Handlung sehr tragisch nachvollziehbar erklärt.
Spektakulär sind meiner Meinung nach auch die Schilderungen zu Kya’s Beobachtungen in der Natur, die von viel Kenntnis der Autorin diesbezüglich zeugen. Ich könnte mir aber vorstellen, das einigen Lesern dies vor dem Hintergrund der eigentlichen Handlung zu ausführlich ist.
Teilweise sind die Passagen mit den Gedichten recht langatmig – ein Vorteil war für mich dabei, dass ich das Hörbuch hatte, im Buch hätte ich es sicher überlesen…
Im Ganzen ist „Der Gesang der Flusskrebse“ ein sehr gelungenes Buch, für das man sich jedoch Zeit nehmen sollte.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Gelungener Auftakt einer neuen Action/Krimi-Reihe

Freak City 1 - Hexenkessel
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Der Titel charakterisiert dieses Hörbuch bereits recht gut: Freaks treffen in diesem Hexenkessel aufeinander, in dem Habgier, Korruption, Bestechung oder einfach nur die Suche nach dem großen Glück köcheln.
Patsy ...

Der Titel charakterisiert dieses Hörbuch bereits recht gut: Freaks treffen in diesem Hexenkessel aufeinander, in dem Habgier, Korruption, Bestechung oder einfach nur die Suche nach dem großen Glück köcheln.
Patsy bricht mit ihrem neuen Freund Milo in der Villa eines Reichen ein und wird dabei vom Burglary-Killer überrascht. Und das alles nur um ihrer Tochter Kristy nach der Trennung von ihrem Mann ein gutes Leben zu bieten. Dabei verliert sie ihr Portemonnaie am Tatort und beide geraten ins Visier des Killers.
Pearl wiederrum, eine Rothaut mit bewegter Vergangenheit zu der man leider noch nicht viel erfährt, soll eine verschwundene Schauspielerin aufspüren, wobei ihm diese Recherche nicht leichtgemacht wird.
Letztendlich führen beide Handlungsstränge doch überraschend zu einer Lösung zusammen.
Auf jeden Fall ist Pearl ein Charakter mit viel potential, über den man hoffentlich in weiteren Bänden noch mehr erfährt.
Stefan Lehnen macht als Sprecher seinen Job ebenfalls sehr gut – für mich somit ein Hörbuch auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Hilfreiches Arbeitsbuch zum Erkennen eigener Stärken und Ausbauen vorhandener Potentiale

Alles, was mich stark macht
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Der Untertitel beschreibt dieses Buch schon sehr treffend: „Eigene Stärken erkennen – Potentiale ausbauen“. Dieses Buch ist dafür eine gelungene Handreichung und Anleitung. Auf die 52 Wochen des Jahres ...

Der Untertitel beschreibt dieses Buch schon sehr treffend: „Eigene Stärken erkennen – Potentiale ausbauen“. Dieses Buch ist dafür eine gelungene Handreichung und Anleitung. Auf die 52 Wochen des Jahres ausgelegt, ist für die Beantwortung der Fragen bzw. das Erstellen und zusammenfassen der eigenen Überlegungen mit einem Thema pro Woche genug Zeit – und diese sollte man sich auch nehmen, denn viele Gedanken kommen einem nicht „vor dem Buch“ sitzend, sondern manchmal ganz unvermittelt im Alltag. Integriert in das Buch ist die Arbeitsseite zum Notieren. Meines Erachtens würde sich jedoch eine Trennung in „reines“ Buch und Arbeitsbuch als sinnvoller erweisen. Zusätzlich bieten die 52 Arbeitskarten noch zusätzliche Anreize zur Selbstreflexion.
Meiner Meinung nach ist es ein Buch für aufgeschlossene Menschen, die etwas in ihrem Leben ändern wollen und dabei auch nicht den Aufwand der Zeit und evtl. unangenehmer Fragen an sich selbst scheuen. Festgefahrenes Verhalten und Denkmuster lassen sich nur langfristig ändern – dafür ist dieses Buch ein idealer Begleiter.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Perfides Psycho-Spiel - Traue niemanden - auch nicht Dir selbst!

Tote Asche
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Ein sehr fesselnd geschriebenes Buch, das mich bereits ab der ersten Seite begeistert hat. Die junge Kira fühlt sich für den Tod ihres Vaters verantwortlich und hat aus einer Psychose heraus schon einmal ...

Ein sehr fesselnd geschriebenes Buch, das mich bereits ab der ersten Seite begeistert hat. Die junge Kira fühlt sich für den Tod ihres Vaters verantwortlich und hat aus einer Psychose heraus schon einmal die Wohnung in Flammen gelegt und damit ihren Bruder Ben und ihre Mutter in Gefahr gebracht.
Nach dem Tod ihrer Mutter verfolgen sie seltsame Geschehnisse, die offensichtlich nur sie sehen kann: die Urne ihrer Mutter auf dem Küchentisch, ein offenes Grab mit ihrem Todesdatum, rote Luftballons mit ihrem Todestag. Zusehens verunsichert und in Angst erneut eine Psychose entwickelt zu haben, traut sie sich nicht, mit jemanden darüber zu reden. Immer mehr Vorfälle bringen sie an den Rand der Verzweiflung: sie wacht mit blutverschmierten Händen in ihrem Bett auf, erhält Telefonate von ihrem eigenen Festnetzanschluß, Emails von ihrer verstorbenen Mutter, sieht immer wieder rote Luftballons. Sie ist dadurch so verängstigt, dass sie die Ursache immer nur bei sich sucht. Dabei hat sie genug Menschen um sich, denen sie sich öffnen könnte: ihren Bruder Ben, ihren Freund Felix, ihre beste Freundin Sarah, ihren Kollegen Jonas, ihre neue, nette Nachbarin und den Pfleger ihrer Mutter Manuel. Ihr immer merkwürdigeres Verhalten fällt ihnen natürlich auf und mit einer Häufung von Todesfällen in ihrem Umfeld wird auch die Polizei auf sie aufmerksam. War sie es - und kann sich nur nicht erinnern - oder treibt jemand ein perfides Psycho-Spiel mit ihr.
Während dem Lesen wurde ich durch alles so verunsichert, das ich fast bei jedem einen Grund/eine Veränderung sehen wollte, Kira so zu verwirren. Aber warum?
Das Ende hat mich sehr überrascht - ist in allem aber stimmig, so das für mich keine Fragen offen bleiben. Die Story ist so fesselnd, das ich mit Lesen nicht aufhören konnte, bis ich am Ende war. Das spricht meines Erachtens eindeutig für das Buch, wofür es von mir eine klare Leseempfehlung gibt!