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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2016

Der Angstmann

Der Angstmann
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Ein merkwürdiger Mord, der sich zunächst keinem logischen Täterprofil zuordnen läßt und eine zwielichtige Gestalt die ihr Unwesen treibt. Keine leichte Aufgabe für Kommissar Max Heller, inmitten der Kriegswirren ...

Ein merkwürdiger Mord, der sich zunächst keinem logischen Täterprofil zuordnen läßt und eine zwielichtige Gestalt die ihr Unwesen treibt. Keine leichte Aufgabe für Kommissar Max Heller, inmitten der Kriegswirren im Jahr 1944 seinen Ermittlungsaufgaben nachzukommen. Im allgemeinen Misstrauen, das sich wie ein vernichtender Virus durch alle Bevölkerungsschichten zieht, dem allgegenwärtigen Fliegeralarm und ständiger Todesangst ausgesetzt, kämpft er mit dem Rücken zur Wand.

Als es zu weiteren Morden kommt, die eindeutig dem gleichen Täter zuzuordnen sind, wird es langsam eng für Heller. Ohne Unterstützung von seinem Vorgesetzten, der ihn zusätzlich versucht mit allen Mitteln auszuhebeln, kämpft er auf ziemlich verlorenem Posten. Aber er bleibt sich selbst treu. Lieber riskiert er sein eigenes Leben, bevor er seine Ideale aufgibt.

Auch nach Kriegsende, als es ihm, mittlerweile vom Dienst suspendiert, vollkommen egal sein könnte wer für die grausamen Morde verantwortlich ist und er sich besser um sein eigenes Leben kümmern sollte, kann er nicht locker lassen. Im Gegenteil, er wagt sich mitten hinein in die Höhle des Löwen – ohne groß darüber nachzudenken ob er den Kampf gewinnen kann.

Fazit
Eine überaus beeindruckende Aufarbeitung deutscher Geschichte, die verpackt in einer spannender Story, nicht nur das damalige Geschehen hinterfragt.

Veröffentlicht am 11.10.2016

Frankfurt am Limit

Asphaltseele
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Sein Name ist sein Markenzeichen. Ruben Rubeck ist knallhart und unerbittlich. Als Ermittler im Frankfurter Rotlichtmilieu ist er mittendrin. So gerät er prompt in eine Schießerei, greift zur Waffe – und ...

Sein Name ist sein Markenzeichen. Ruben Rubeck ist knallhart und unerbittlich. Als Ermittler im Frankfurter Rotlichtmilieu ist er mittendrin. So gerät er prompt in eine Schießerei, greift zur Waffe – und trifft. Dies bringt ihm einen Job ein, den er nur äußerst widerwillig und mit zwiespältigen Gefühlen nach langem Zögern annimmt. Der Auftrag ist brisant und hochgefährlich, doch das wird ihm erst so richtig klar, als er bis zum Hals in der Sache drinsteckt. Er muss sich dringend etwas einfallen lassen, vor allem aber muss er klären, wer in diesem Spiel welche Rolle spielt.

Seine unorthodoxe Arbeitsweise verschafft ihm, während sich die Situation dramatisch zuspitzt, so manchen Vorsprung, den er auch dringend braucht wenn er nicht den Kürzeren will. Es kommt zu einer wilden Hetzjagd, die sein ganzes Können fordert, wenn er lebend aus der Geschichte rauskommen will. Und das will er mit aller Macht, denn Ruben Rubek läßt sich nicht austricksen.

Fazit
Sehr eigenwillig und unkonventionell, ist dieser temporeiche Actionthriller sicher nicht unbedingt jedermanns Sache. Wer sich aber auf diesen ungewöhnlichen Kommissar einläßt, wird es bestimmt nicht bereuen.

Veröffentlicht am 05.10.2016

Ein perfider und gnadenloser Rachefeldzug

Die Mühle
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Als Lana, der früher von ihr angehimmelte Schulkamerad Johnny buchstäblich vor die Füße fällt, ist sie sofort wieder voll in seinen Bann gezogen. So hat er es auch nicht schwer sie dazu zu bringen, die ...

Als Lana, der früher von ihr angehimmelte Schulkamerad Johnny buchstäblich vor die Füße fällt, ist sie sofort wieder voll in seinen Bann gezogen. So hat er es auch nicht schwer sie dazu zu bringen, die Einladung für den geplanten Wochenendtrip seiner ehemaligen Clique, an dessen Stelle anzutreten. Nichtsahnend worauf sie sich damit einläßt, nimmt Lana das Angebot an.

Das Hotel ist nobel, die ehemalige Freundesclique weniger. Trotzdem raufen sie sich zusammen und folgen gemeinsam bedenkenlos der schriftlichen Anweisung die sie erhalten haben. Viel zu spät erkennen sie, dass dies ein riesengroßer Fehler war. Auch wenn sich die Situation immer mehr zuspitzt, ist trotzdem ist keiner von ihnen dazu bereit sein Schweigen zu brechen und Lana in das bisher so gut gehütete Geheimnis einzuweihen.

Und so sitzen sie letzendlich gemeinsam in einer Falle, aus der des kein Entrinnen zu geben scheint. Gefangen in ihren Schuldgefühlen und dem fehlenden Mut sich endlich die Wahrheit einzugestehen, steuern sie unausweichlich auf ihren Untergang zu. Einzig Lana, die als Außenseiterin nicht weiß worum es wirklich geht, schafft es sich gegen das unausweichliche Unheil vehement zu wehren. Doch es bleibt fraglich, ob es ihr gelingt lange genug durchzuhalten um der Wahrheit auf den Grund zu kommen.

Fazit
Spannend und packend! Ein Thriller, der einen schon mit den ersten Zeilen in seinen Bann zieht und einen, trotz einem unwahrscheinlich wirkenden Szenario, erst wieder befreit aufatmen läßt wenn der Horror sein Ende gefunden hat.

Veröffentlicht am 03.10.2016

Alles ist anders

Anders
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Der Tag an dem Sanders verschwindet ändert alles. Die zurückgebliebenen Familienmitglieder driften immer weiter auseinander, während jeder versucht auf seine Art und Weise mit dem Geschehen klarzukommen. ...

Der Tag an dem Sanders verschwindet ändert alles. Die zurückgebliebenen Familienmitglieder driften immer weiter auseinander, während jeder versucht auf seine Art und Weise mit dem Geschehen klarzukommen. Es ist aber nicht nur der Verlust des Sohnes und Bruders der auf ihnen lastet. Sanders, der kein einfaches Kind war und es geschickt verstanden hat sein wahres Gesicht zu verbergen, hat schon lange den Grundstein gelegt seine Familie zu zerstören.

Als er sechs Jahre nach seinem Verschwinden vollkommen unerwartet wieder auftaucht, wird dies zu einer ungeheuren Belastung und Zerreißprobe für alle. Ihre Nerven liegen blank und gefangen in ihrer Unfähigkeit offen miteinander reden zu können, wird die Lage immer bedrohlicher und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein bis es zur alles klärenden Eskalation kommt.

Fazit
Ein unblutiger Thriller, der sich immer mehr zu einem grausamen Psychodrama entwickelt, dass einen voll in seinen Bann zieht und erst wieder zu Atem kommen läßt, wenn man die schockierende Lösung kennt.

Veröffentlicht am 30.09.2016

Der letzte Zeitungsleser

Der letzte Zeitungsleser
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Auch wenn man vom Medium Zeitung nicht ganz so besessen ist wie einst Thomas Bernhard und sich möglicherweise hin und wieder sogar dazu versteigt seine Zeitung in digitaler Form zu lesen, wird der wahre ...

Auch wenn man vom Medium Zeitung nicht ganz so besessen ist wie einst Thomas Bernhard und sich möglicherweise hin und wieder sogar dazu versteigt seine Zeitung in digitaler Form zu lesen, wird der wahre Zeitungsleser nie auf sein gedrucktes Exemplar verzichten wollen. Denn Zeitung zu lesen bedeutet wesentlich mehr als sich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Im Grunde genommen ist das Lesen einer Zeitung eine heilige Handlung und Zeremonie, die individuellen Ritualen unterworfen ist und durch nichts gestört werden sollte.

Dies zeigt sich schon in dem unverwechselbaren Gebaren, das der Eröffnung des Lesevergnügens vorangeht. Das beginnt beim Einkauf des begehrten Objekts und der Wahl des Ortes an dem man sich dem Lesevergnügen hingeben wird. Genauso wichtig ist, mit welchem Teil der Zeitung der einzelne Leser anfängt und welche Teile er unter Umständen zu ignorieren pflegt.

Fazit
Eine Hommage an ein im Untergehen begriffenes Medium, für das alle kämpfen sollten denen ein unvergleichliches Kulturgut am Herzen liegt, denn das Lesen einer Zeitung bedeutet wesentlich mehr als sich zu informieren.