Profilbild von Lrvtcb

Lrvtcb

Lesejury Star
offline

Lrvtcb ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lrvtcb über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2019

Eine schöne Charakterentwicklung und kein übertriebenes Drama

Maybe this Love - Und plötzlich ist es für immer
0

„Sie riss die Augen auf und bekam rote Wangen, und ein Blick in ihr Gesicht verriet ihm alles, was er wissen wollte. Sie hatte auch gespürt, wie der Funke zwischen ihnen übersprungen war. Statt diese brodelnde ...

„Sie riss die Augen auf und bekam rote Wangen, und ein Blick in ihr Gesicht verriet ihm alles, was er wissen wollte. Sie hatte auch gespürt, wie der Funke zwischen ihnen übersprungen war. Statt diese brodelnde Spannung zwischen ihnen zu lösen, hatte der Kuss das Feuer nur noch geschürt… ein Feuer, das er dringend unter Kontrolle bekommen musste.“

Rein optisch gehören die Bücher der Reihe eindeutig zusammen und auch die Hauptpersonen der einzelnen Teile haben Gastauftritte in den anderen Bänden. Das schöne ist jedoch, dass der Leser sich hier nicht an die Reihenfolge halten braucht. Die Kurznovelle "Maybe This Kiss" kannte ich bereits, aber ansonsten hatte ich bis dato wenig Berührungspunkte mit den Eishockey-Spielern aus Colorado. Das werde ich nach diesem Buch jedoch schleunigst ändern und habe schon den ersten Teil Zuhause liegen. Ich zäume somit quasi das Pferd von hinten auf.

Der Klappentext des Buches ist dabei leider in meinen Augen ein bisschen abschreckend geschrieben. Der NHL-Star heiratet zufällig im betrunkenen Zustand in Vegas und bereut dies anschließend sofort. Als die Scheidung vor Gericht geht, verguckt er sich in die Anwältin der Gegenseite. Das klingt relativ oberflächlich und nach sehr viel Drama. Hier war ich extremst positiv überrascht, dass es das nicht ist. Natürlich sind in die Geschichte Gefühle mit involviert, aber es ist nicht überzogen. Im Gegenteil an vielen Stellen wirkte die Handlung sehr authentisch auf mich, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Mit der Hauptperson Ben Westmore musste ich erst etwas warm werden. Es ist eben schwer zu verstehen, wie es kommt, dass ein Mann, der eigentlich nicht viel trinkt betrunken in Vegas heiratet. Sein Verhalten war an vielen Stellen nicht durchsichtig und ich habe einige Kapitel gebraucht bis er mir ans Herz gewachsen ist. Bei Olivia, der weiblichen Hauptperson, ging es mir da ähnlich. Sie ist sehr unabhängig und nimmt ihr eigenes Glück gerne selber in die Hand. Bei ihr passte mir zunächst nicht, dass eine Karrierefrau, die gerne bis spät in die Nacht im Büro sitzt und nicht die Anstalten macht, daran etwas ändern zu wollen, eigene Kinder haben möchte. Der Gedankengang mag so oberflächlich klingen, aber mir erschien sie nicht wie der mütterliche Typ.

Durch die anfängliche Distanz zu den Hauptpersonen hat es bestimmt ein Drittel wenn nicht sogar die erste Hälfte des Buches gedauert, bis ich komplett in die Geschichte eingetaucht bin. Ab da wurde es für mich ein wundervolles Buch. Die Charaktere durchlaufen eine schöne, realistische Wandlung, die der Leser Stück für Stück nachvollziehen kann. Wer von den ersten Seiten also nicht direkt begeistert ist, sollte definitiv durchhalten. Das Buch ist ein Ausdauersport, aber einer der sich voll und ganz lohnt. Also wagt euch aufs Eis und genießt das Spiel!

Veröffentlicht am 29.03.2019

Eine wundervolle Kombination aus Fantasy und Tausendundeiner Nacht

Die letzte Königin - Das schlafende Feuer
0

"Ich möchte Tarek das selbstzufriedene Gesicht mit meinen Fingernägeln blutig kratzen, aber ich denke an Mathuras Ratschlag. Ich behalte meinen Hass für mich, nähre ihn und verwandle ihn in etwas, das ...

"Ich möchte Tarek das selbstzufriedene Gesicht mit meinen Fingernägeln blutig kratzen, aber ich denke an Mathuras Ratschlag. Ich behalte meinen Hass für mich, nähre ihn und verwandle ihn in etwas, das größer, fürchterlicher und gefährlicher ist. Ich werde abwarten. Ich werde mich in einer dunklen Ecke zusammenkauern, bis die Zeit reif ist. Und dann werde ich über Rajah Tarek herfallen."

Jeder der die Geschichte hinter tausendundeine Nacht kennt, kann sich wohl auch hier dieses Szenario gut vorstellen. Der Leser wird in eine Welt entführt, in der der Herrscher Rajah Tarek sich hundert Ehefrauen sowie unzählige Konkubinen nehmen darf. Diese Frauen lässt er anschließend um seine Gunst kämpfen. Die junge Kalinda wird nun ausgewählt die Rolle der hundertsten und damit letzten Ehefrau zu übernehmen. Sie wird gezwungen an den Hof der Monarchen umzuziehen und für ihren Platz dort zu kämpfen.

Das Grundkonstrukt dieser Welt hat mir schon sehr zugesagt. Neben diesem religiös angehauchten Führungskonzept gibt es magische Wesen, Götter und Legenden. Das Ganze hat dazu geführt, dass es immer wieder neue Aspekte zu entdecken gab und die Welt ziemlich komplex geworden ist. Es ist dabei eine gut Mischung aus verschiedenen Elementen, die mir sehr gefallen hat.

Die Welt besteht dennoch nicht nur aus positiven Seiten, sondern hat auch noch eine große dunkle Seite. Die ganze Welt am Hof mit den fehlenden Rechten der Frauen, den Intrigen und Kämpfen ist teilweise ziemlich grausam. Die Vorstellung, in so einer Welt zu leben, fand ich dabei schrecklich. Wiederum ist es genial, dass der Roman gerade diese Emotionen in mir wecken konnte. Das Leben wird hier so bildlich beschrieben, dass ich mir ausmalen konnte, wie das Leben am Hofe wäre und was das im Einzelfall für mich bedeuten würde. Hier gilt der Autorin mein Respekt, dass sie mich mit diesem Weltenkonstrukt und ihrer Darstellung so in den Bann gezogen hat.

Alles in allem war es ein Genuss dieses Buch zu lesen. Manche Ideen gibt es in ähnlicher Form auch in anderen Geschichten, aber ganz viele Gedanken waren für mich komplett neuartig. Schön ist auch, dass das Ende zwar etwas offen, aber nicht zu offen ist. Es lässt einen glücklich mit viel Neugierde auf den nächsten Band zurück. Von daher gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung für diese Geschichte.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Etwas ruhiger, aber definitiv lesenswert

Dark Age 1: Bedrohung
0

„Dark Age“ entführt den Leser in eine bedrohliche Welt, in die immer wieder dunkle Gestalten über ein magisches Tor gelangen. Um die Hauptstadt sicher zu gestalten patrouillieren Wächter nachts durch die ...

„Dark Age“ entführt den Leser in eine bedrohliche Welt, in die immer wieder dunkle Gestalten über ein magisches Tor gelangen. Um die Hauptstadt sicher zu gestalten patrouillieren Wächter nachts durch die Stadt. Für Liz bedeutet die Stadt eine Chance auf einen Neuanfang: neue Wohnung, neuer Job und andere Menschen. Doch gleich die erste Begegnung mit ihrem Nachbarn Nick geht schief. Sie sollte sich nicht auf ihn einlassen, aber die Funken knistern schon bald zwischen den beiden.

Das Buch hat extremst stark gestartet und hat mich mit dem ersten Kapitel direkt in seinem Bann gezogen. Bereits auf wenigen Seiten werden viele Emotionen vermittelt und ein kurzer Einblick in die Welt gegeben. Im zweiten Kapitel geht es dann deutlich ruhiger weiter. Der Fokus liegt – wie auch schon bei anderen Büchern von Sabine Schulter – auf den Charakteren.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nicks und aus Liz Sicht erzählt, sodass der Leser die beiden Hauptpersonen schnell ziemlich gut kennenlernt. Jedoch sind nicht nur die beiden, sondern auch noch viele der anderen Nebencharaktere sehr vielschichte aufgebaut. Es hat nicht lange gedauert, da hatte ich ein gutes Gefühl dafür, wer wie in der jeweiligen Situation handeln wird. Dadurch, dass man auch viel von den Randfiguren mitbekommt, bleibt hier viel Raum für Spekulationen, die das Lesen umso spannender machen.

Darüber hinaus fand ich die Welt faszinierend. Es ist eine moderne Welt, in der es jedoch viele verschiedenen Wesen gibt, die einer Rangfolge unterstehen, unterschiedliche Ausprägungen und auch andere Fähigkeiten haben. Hierzu gehören Wächter, Kraftquellen und dunkle Wesen. Auch hier führt die Vielseitigkeit dazu, dass die Geschichte spannend ist. Es werden außerdem die Mittel der modernen Technik mit Magie kombiniert. Es hat mir Spaß gemacht jeden Aspekt dieser neuen Welt zu entdecken.

An einigen Stellen ist die Geschichte ruhiger und weniger actiongeladen, was dazu führt, dass der Leser viel mehr kleine Details wahrnimmt. Für mich war es dennoch an keiner Stelle langweilig, da die fantasievolle Gestaltung spannend genug war.

Für mich war es wieder ein wahres Lesevergnügen – von der ersten bis zur letzten Seite. Es hat Spaß gemacht die neue Welt zu erkunden und die verschiedenen Charaktere kennenzulernen. Ein weiteres Highlight ist, dass die Fortsetzung schon im April erscheint, sodass die Wartezeit echt kurz ist. Wer Urban Fantasy mag, der sollte an diesem Buch nicht vorbei gehen.

Veröffentlicht am 18.02.2019

Ein Buch über das "Was-wäre-wenn"

Tycoon - Dein Herz so nah
0

"Es gibt kein Du und Ich. Wir waren ein paar Mal dicht dran, aber..." "Es hat immer ein Du und ich gegeben. Du und ich wissen das sehr wohl. Nur du und ich wissen um all die Berührungen, zu denen es nie ...

"Es gibt kein Du und Ich. Wir waren ein paar Mal dicht dran, aber..." "Es hat immer ein Du und ich gegeben. Du und ich wissen das sehr wohl. Nur du und ich wissen um all die Berührungen, zu denen es nie gekommen ist. Zu all den Küssen, die uns nie gegeben haben. All den verdammten Tänzen, die ich nicht mit dir getanzt habe."

Der Gedanke kommt einem immer wieder. Was wäre wenn ich heute morgen nicht verschlafen hätte... Oder was wäre wenn ich dem Typen im Club einfach angesprochen hätte... Bei Bryn und Aaric ist es das was wäre wenn, sie sich damals gesagt hätten, wie sie für einander empfinden. Sie sind zusammen zur Schule gegangen und waren befreundet, bis Aaric aus der Stadt weggezogen ist. Jahre später ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann. Bryn sucht ihn auf, weil sie sich Unterstützung für ihr Start-Up Unternehmen erhofft. Auch wenn Jahre vergangen sind, ist die Anziehung noch da.

Es ist ein Buch, dass an vielen Stellen immer wieder dezent thematisiert, dass nicht viel gefehlt hätte, damit die Geschichte ganz anders verlaufen wäre. Gedankengänge, die vielleicht banal, aber doch so menschlich sind. Es ist vielleicht nicht durchschnittlich, dass Aaric so reich ist, aber ansonsten hatte ich das Gefühl, dass die beiden Hauptpersonen auch ganz natürliche Wesenszüge haben. Sie sind nicht extremst begabt oder fehlerfrei. Sie irren, bereuen und zweifeln, wie es jeder andere auch tun würde. Das war für mich sehr erfrischend und hat mir Spaß gemacht. Der Leser bekommt nicht ein Ideal gezeigt, das es so in der Realität nicht gibt.

Bryn braucht das Start-Up nach dem das Unternehmen ihrer Eltern bankrott gegangen ist. Sie ist eigentlich eher ein kreativer Kopf und hat mit den ganzen betriebswirtschaftlichen Planungen keine Erfahrungen. Daher ist ihr Plan auch alles andere als perfekt. Sie glaubt aber an ihre Idee und ist bereit dafür sie sehr viel zu investieren. Von ihrer Art her ist sie offen für Neues, bodenständig und sehr sympathisch. Sie ist jemand, mit dem ich auch gerne in der Realität befreundet wäre.

Im Gegensatz dazu ist Aaric jemand, der mir nicht auf den ersten Blick sympathisch war. Ich brauchte etwas, um mit ihm warm zu werden. Das schöne ist, dass Bryns Sicht die Gegenwart erzählt und aus seiner Sicht einige Rückblenden geschildet werden. Der Leser bekommt so Einblicke in die Jugendzeit oder auch die jüngste Vergangenheit, wodurch schnell deutlich wird, warum Aaric so ist, wie er eben ist. Mit dem Wissen bin ich mit seiner Art viel besser zurecht gekommen, weil ich sie einfach verstehen konnte.

Das Buch hat mir die ersten zwei Drittel ausgesprochen gut gefallen. Danach kam eine Wendung, die ich so nicht direkt erwartet hätte. Wenn man ein paar Liebesromane gelesen hat, dann weiß man, dass irgendwie noch ein bisschen Drama kommen muss, weil es sonst ja auch viel zu einfach wäre. Hier kam auch noch was Drama und ich hatte schon die Befürchtung, dass es jetzt sehr vorhersehbar und kitschig wird. Sehr skeptisch habe ich daher die letzten Kapitel gelesen. Aber da das Buch etwas anders als erwartet geendet hat und es zum Glück nicht extrem romantisch wurde, war das alles insgesamt stimmig.

Es ist insgesamt eine schöne, realistische Liebesgeschichte mit bodenständigen Charakteren. Wer die Real-Reihe der Autorin kennt, darf nicht ganz so viele Emotionen und Tiefgang erwarten, aber es ist dennoch eine super Unterhaltung.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Diese Fortsetzung habe ich gebraucht

All In - Zwei Versprechen
0

„Song für Song erlebte ich Kaceys Zeit mit Jonah aufs Neue. Tausende Einzelheiten waren in den Texten verborgen und enthüllten ihre Gefühle bis ins kleinste Detail. Als Jonahs Zustand sich in einem Song, ...

„Song für Song erlebte ich Kaceys Zeit mit Jonah aufs Neue. Tausende Einzelheiten waren in den Texten verborgen und enthüllten ihre Gefühle bis ins kleinste Detail. Als Jonahs Zustand sich in einem Song, der „One Million Moments“ hieß verschlechterte, klammerte ich mich an meine Bierflasche und hoffte halb, dass sie zerbrach, ich mich an den Scherben schnitt und den Bann der Trauer mit dem Schmerz durchbrechen könnte.“

Das Ende von „All In – Tausend Augenblicke“ hat mich extremst berührt und auch ein bisschen fertig gemacht. Ich habe die letzte Seite gelesen, hatte Tränen in den Augen und habe mich gefragt, ob das jetzt wirklich alles gewesen sein kann. Es war ein gutes Ende, das realistisch war und mich auch zufrieden gestellt hat, aber mein romantisches Herz war damit nicht ganz glücklich.

Als ich mit dem zweiten Teil begonnen habe, hatte ich keine klare Vorstellung davon, wie nun die Geschichte weitergehen sollte. Ich konnte mir hier verschiedene Szenarien vorstellen und war in jedem Fall auf einen Start mit vielen traurigen Emotionen vorbereitet. Meine Einstellung war definitiv richtig, aber kam noch nicht an den tatsächlichen Beginn der Geschichte heran. Es startet emotional und gegebenenfalls sogar noch emotionaler als der letzte Teil geendet hat.

Es ist nicht leicht einen Bruder oder Partner zu verlieren und genauso schwer ist es auch danach wieder weiterzuleben. Genau an diesem Punkt befinden sich Kacey und Theo. Ich hatte mich in Jonah und Kacey als Pärchen verliebt, aber wusste auch, dass Kacey nicht für ihr Leben lang allein sein kann und sollte. Ihre Trauer, die dazugehörige Bewältigung, irgendwann der Wunsch zu leben und das ganze Innenleben kam mir hier sehr authentisch vor. Ich habe wieder komplett mit ihr mitgefühlt.

Auch Theos Gedanken waren hier vollkommen nachvollziehbar. Die Probleme mit seinen Eltern und das Gefühl immer in Jonahs Schatten zu stehen, waren mir schon bekannt, aber zu erfahren, wie er damit umgeht und wie er aus dem Schatten seines Bruders heraustritt, war ein neues Erlebnis. Ich habe ihn bei seinen Veränderungen sehr gerne begleitet.

Beim Lesen der Fortsetzung habe ich immer wieder gemerkt, dass es mir gut tat zu erfahren, wie es mit den beiden weiter geht. Es war mir ein Bedürfnis zu sehen, dass Theo und Kacey irgendwann auch wieder glücklich sein werden. Dieses Buch war ein Abschluss, den ich für die Geschichte brauchte, ohne dass ich es vorher wusste.

Die Dilogie zeichnet sich durch viele, authentische Gefühle aus und ist definitiv lesenswert. Die Fortsetzung steht dabei dem Auftakt in nichts hinterher. Ich mochte es wieder von der ersten bis zur letzten Seite. Also lest diese Geschichte und werdet hoffentlich genauso verzaubert wie ich.