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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2019

Botanisches Fachwissen humorvoll verpackt

Oh, eine Pflanze!
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Was hätte ich dafür gegeben, wenn es dieses Buch schon zu meinen Schulzeiten gegeben hätte! Bestimmt wäre im Biologieunterricht vieles leichter gewesen, verständlicher und definitiv hätte das Lernen mit ...

Was hätte ich dafür gegeben, wenn es dieses Buch schon zu meinen Schulzeiten gegeben hätte! Bestimmt wäre im Biologieunterricht vieles leichter gewesen, verständlicher und definitiv hätte das Lernen mit so einem Buch mehr Spaß gemacht. Denn Felix Bork gelingt es, Wissen auf seine spezielle, humoristische Art zu vermitteln.

In „Oh, eine Pflanze“ widmet er sich ganz der Botanik, stellt Pflanzen, Bäume, Blumen, Gräser und Sträucher unserer heimischen Flora vor. Zu jedem Kapitel gibt es einen knappen einleitenden Text mit viel fachlichem Inhalt. Typisch Felix Bork befinden sich erläuternde Kritzeleien an den Rändern oder werden Fachausdrücke durch ein verständlicheres Vokabular ersetzt, damit auch der letzte Laie versteht, worum es geht. Es folgen seitenweise Bebilderungen zum jeweiligen Kapitel, die eine Mischung aus kindlich naiver Kunst und wissenschaftlicher Pflanzenkunde, gewürzt mit gelegentlichen Comic-Streifen darstellen. Viele Illustrationen erinnern mich sehr an mein eigenes Bio-Heft, beispielsweise die Querschnitte einer Sprossachse oder eine Auflistung der verschiedenen Blattformen. Ich konnte mein Wissen wieder auffrischen und in Erinnerungen an diverse Schulstunden schwelgen. Durch die witzigen Einschübe macht die Lektüre dieses Buches viel Spaß.

Es wird viel Richtiges gesagt und teilweise auch tiefgründiges Wissen aus der Botanik vermittelt. Die Illustrationen der Pflanzen könnten tatsächlich aus einem Lehrbuch stammen. Ich warte gespannt auf den Moment, an dem ich mit dem Wissen glänzen kann, dass Erdbeeren und Himbeeren im botanischen Sinne gar keine Beeren sind, Bananen und Melonen dagegen schon.

Zwischendrin wird die Thematik immer wieder mit „Spaßbildern“ aufgelockert. Einige Comics sind des Guten zu viel. Bei manchen ist mir nicht einmal klar, was sie darstellen sollen. Doch die vielen Pflanzendarstellungen haben mich restlos von diesem Buch überzeugt. „Oh, eine Pflanze“ ist ein riesiges Kunstwerk, ein kunterbuntes Puzzelbild der Botanik, das sowohl humorvoll als auch pädagogisch wirkt.

Ich danke dem Verlag ganz besonders für dieses Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.08.2018

Genau so will ich unterhalten werden!

Tell me three things
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Nein, ehrlich, an diesem Buch gibt es nichts auszusetzen. Es ist eine unterhaltsame, rundum ausgewogene Liebesgeschichte, die sich auch gut noch ein zweites oder drittes Mal lesen lässt. Die Hauptfigur ...

Nein, ehrlich, an diesem Buch gibt es nichts auszusetzen. Es ist eine unterhaltsame, rundum ausgewogene Liebesgeschichte, die sich auch gut noch ein zweites oder drittes Mal lesen lässt. Die Hauptfigur Jessie ist ein normales, unauffälliges Mädchen, das den Boden unter den Füßen verloren hat, nachdem ihre Mutter vor wenigen Jahren verstorben ist. Ihr Vater hat eine neue Frau und Jessie muss ihr zu Hause und ihre Freunde verlassen, um fortan mit der neuen Patchworkfamilie in Kalifornien zu leben. Dabei ist Jessie nicht der weinerliche Typ, der die ganze Zeit Trübsal bläst und in Selbstmitleid badet. Sie möchte Anschluss finden und nimmt daher auch die Ratschläge des anonymen E-Mail-Schreibers an.

Die Dialoge sind jugendlich, der Nachrichtenaustausch zwischen Jessie und SN ist humorvoll und schlagfertig. Sich gegenseitig drei Dinge zu erzählen, die der andere nicht von einem weiß, zieht sich konstant als Motiv durch die E-Mails.

Natürlich fesselt einen das Miträtseln um den mysteriösen Nachrichtenschreiber. Relativ schnell kommen drei ‚Verdächtige‘ in die engere Wahl. Allesamt charismatische Jungs, doch einer nach dem anderen kann aufgrund fein gestreuter Hinweise ausgeschlossen werden. Dadurch ist bereits ab Mitte des Buches ziemlich offensichtlich, wer sich hinter dem Pseudonym SN verbirgt, aber die Spannung wird bis zum Ende erbarmungslos ausgereizt. Leser mit einer ausgeprägten romantischen Ader könnten unter Umständen das ein oder andere Mal ins Buch beißen wollen oder die Versuchung verspüren, bis zum Ende vor zu blättern. Tut es nicht. Durchhalten. Lesen. Vor lauter Romantik seufzen.

Man braucht aber kein zu kitschiges Teenager-Highschool-Drama zu fürchten. ‚Tell me three things‘ hat genau die richtige Mischung aus den typischen Highschool-Stereotypen, die gut ankommen, eine ordentliche Portion Humor und Intelligenz. Die Handlung ist also nicht zu platt und auch nicht zu klischeehaft. Lesen. Das ist mein Ernst!

Veröffentlicht am 25.04.2018

Rührend ehrlich und saukomisch!

Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne
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Dieses unterhaltsame Büchlein ist eine Sammlung kurzer, teilweise als Blogbeiträge entstandener Anekdoten über die vielen bizarren Situationen, die Eltern mit ihren Kleinkindern täglich erleben und meistern. ...

Dieses unterhaltsame Büchlein ist eine Sammlung kurzer, teilweise als Blogbeiträge entstandener Anekdoten über die vielen bizarren Situationen, die Eltern mit ihren Kleinkindern täglich erleben und meistern. Die Autorin ist selber Mutter von zwei Kindern und beschreibt mit einem herrlich trockenen Humor ihr Familienleben.

Natürlich fühlt man sich als Leser von einigen Passagen mehr angesprochen als von anderen, doch insgesamt habe ich sehr viel Zeit damit zugebracht, dem Buch eifrig zustimmend zuzunicken und mich zu fragen, woher die Frau das alles über mich und meine Familie weiß. Es steckt sehr viel Wahrheit in diesen Seiten. Und so viel Gefühl. Selten hat ein Buch so starke und unterschiedliche Reaktionen bei mir hervorgerufen. Einmal weint man vor lauter Rührung – und da ist sie, die emotionale Inkontinenz, quod erat demonstrandum – aber schon auf der nächsten Seite lacht man Tränen der Freude.

Ich habe dem Buch auch sehr viel Wissenswertes entnehmen können. Und damit meine ich nicht nur, dass ich endlich weiß, warum die Angry Birds so angry auf die Schweinchen sind, obwohl mich die Unwissenheit darüber schon lange gequält hat. Nein, es gibt beispielsweise auch ein Kapitel über ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ aus den 1930er Jahren, das ich mit ungläubiger Faszination und Bestürzung gelesen habe. Doch das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist die Tatsache, dass es auch in anderen Familien chaotisch zugeht. Dieser Gedanke ist wirklich tröstlich.

Empfehlenswert ist ‚Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne‘ für alle Eltern und werdenden Eltern. Wer keine eigenen Kinder hat, wird die Situationskomik und das ganze emotionale Wirrwarr, das Eltern durchmachen, nicht wirklich nachvollziehen können.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Mit Spaß Zähneputzen!

Der große Zahnputztag im Zoo
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Zähneputzen bei Kleinkindern kann manchmal ein regelrechtes Drama sein. Warum rückt Mama ständig mit der Zahnbürste an? Warum sollte man dann den Mund aufmachen? Wozu überhaupt das ganze Geschrubbe? Das ...

Zähneputzen bei Kleinkindern kann manchmal ein regelrechtes Drama sein. Warum rückt Mama ständig mit der Zahnbürste an? Warum sollte man dann den Mund aufmachen? Wozu überhaupt das ganze Geschrubbe? Das ist ein frustrierender Kampf für geplagte Eltern. Glücklicherweise gibt es ein paar einfache Tricks, um seinen Sprösslingen die Zahnpflege spielerisch und auf ganz subtile Weise näherzubringen. Bilderbücher helfen Kindern generell, den Prozess und die Wichtigkeit des Zähneputzens zu verstehen. Und ‚Der große Zahnputztag im Zoo‘ liefert hierzu eine wirklich witzige Geschichte, bei der allein schon vor Lachen der Mund offensteht (sodass die Zähne geputzt werden können!).

Erzählt wird die Geschichte über Zootiere, die dem Rat des Faultiers folgend keine Zähne mehr putzen. Daher müffelt es im Zoo und keine Besucher kommen mehr. Der Zoodirektor hat die pfiffige Idee, einen Zahnputztag einzulegen. Als Zahnbürste dient Igel Ignaz, dessen Stachelkleid mit Zahnpasta bestrichen wird. So muss Ignaz am Ende einer langen Stange die Zähne der Giraffe putzen oder mit einer Wäscheklammer auf der Nase hinab zum weißen Hai tauchen. Text und Bilder zur Geschichte sind unglaublich lustig. Das ist ein Buch, das man selbst als Erwachsener und nach dem hundertsten Mal Vorlesen noch gerne in die Hand nimmt.

Eine super Zugabe ist außerdem das Poster, auf dem Ignaz Igel noch einmal alle Facetten des Zähneputzens vorführt. Aber vorsichtig beim Heraustrennen! Neugierige Kinderhände können sowohl das Poster als auch den Einband beschädigen. Ist ziemlich fest geklebt. Das Poster gibt es übrigens auch online auf der Verlagsseite zum Herunterladen.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Drei Hollywood-Ikonen für Libby

A Girls' Night In - Grace & Ich
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Der finale Band der Diven-Reihe beginnt ein Jahr nach den Ereignissen aus Band 2. Vieles hat sich seither getan. Libby hat ihr Schmuck-Unternehmen ausgebaut und lebt in einer Wohnung in einem der nobelsten ...

Der finale Band der Diven-Reihe beginnt ein Jahr nach den Ereignissen aus Band 2. Vieles hat sich seither getan. Libby hat ihr Schmuck-Unternehmen ausgebaut und lebt in einer Wohnung in einem der nobelsten Stadtviertel Londons, in der auch das Chesterfield-Sofa einen Platz gefunden hat. Ihr Liebesglück mit Olly scheint aussichtslos. Er führt eine Beziehung mit einer erfolgreichen Ärztin, die genau weiß, was sie vom Leben will. Um dem Glück der beiden nicht im Weg zu stehen, nimmt Libby sich zurück und konzentriert sich auf ihr Unternehmen. Zumindest versucht sie das, bis sie eines Tages von einem sexy Millionär über den Haufen gerannt wird.

Wie schafft sie es nur, dass – um es mit Bogdans Worten zu sagen – „super heiße Männer fallen vor ihre Fuße wie tote Motten vor Flamme“? (S.73)
Klar, dass Libby Hilfe braucht, die ihr in Gestalt der großen Grace Kelly erscheint.

Im Gegensatz zu Audrey und Marilyn hinterfragt Grace jedoch, wie es möglich sein kann, dass sie plötzlich vor Libby steht. Grace akzeptiert es nicht als Gegeben, dass sie aus ihrem gewohnten Umfeld verschwunden sein soll, um Libby zu helfen. Und sie akzeptiert es schon gar nicht, dass sie auf einem magischen Sofa durch die Zeit gereist sein soll. Es erfüllt einen mit ziemlicher Wissbegier, zu erfahren, wie Grace Kellys komplizierter Charakter in solch einer Situation reagieren würde. Auch die biografischen Bezüge aus Grace Kellys Leben fügen sich interessant in die Rahmenhandlung ein. Die Autorin hat eine solide Rechercheleistung bewiesen.

In diesem letzten Band zieht die Autorin alle Register. Die Geschichte ist mit Witzigkeit, Slapstick und pointierten Dialogen angefüllt, mehr als die beiden Vorgängerbände zusammen. Als Grace auf Bogdan, Sohn von Bogdan, trifft, habe ich Tränen gelacht. In den Momenten, in denen zwischen Libby und Olly all die unausgesprochenen Worte und Gefühle schweben, habe ich mitgelitten. Dieser Abschlussband ist eine Ansammlung von großem Gefühlswirrwarr, unvorhergesehenen Wendungen und filmreifer Dramatik. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Audrey und Marilyn, deren Unterstützung unbedingt notwendig ist! Alles wirklich sehr nervenaufreibend und ein würdiger Abschluss der Reihe.