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Veröffentlicht am 06.05.2019

Ein Stück Zeitgeschichte

Zwei Handvoll Leben
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Katharina Fuchs Roman "Zwei Handvoll Leben" erscheint im Droemer Knaur Verlag.

Berlin 1919: Das Kaufhaus KaDeWe sucht Verkäuferinnen, diese Chance nutzt die junge Schneiderin Anna, um der Armut des Spreewalds ...

Katharina Fuchs Roman "Zwei Handvoll Leben" erscheint im Droemer Knaur Verlag.

Berlin 1919: Das Kaufhaus KaDeWe sucht Verkäuferinnen, diese Chance nutzt die junge Schneiderin Anna, um der Armut des Spreewalds zu entfliehen.

1914: Charlotte wächst in Sachsen auf dem Landgut ihres dominanten Vaters auf. Als sie von ihrer Tante und deren jüdischem Ehemann in die Leipziger Ballsaison eingeführt wird, begegnet sie ihrer ersten großen Liebe. Doch der Beginn des ersten Weltkriegs zerstört ihre Pläne.

Beide Frauen begegnen sich erst 1953 in Berlin, beide haben zwei Weltkriege erlebt und ihre schicksalshaften Leben hinter sich. Die Ehe ihrer Kinder führt sie zusammen.

"Es ist das vergessene Leben der Frauen, in dieser ganz besonderen Zeit, die bis heute nachwirkt, das ich zu Papier bringen wollte. Es wurde so lange totgeschwiegen. Zwei Handvoll Leben lässt es uns spüren." Zitat Katharina Fuchs

Ohne die Frauen der Kriegsgeneration wären wir heute in Deutschland nichts. So muss man es mal auf den Punkt bringen. Diese starken Frauen haben hart gearbeitet, persönliche Verluste erlitten, menschliche Tragödien erlebt und dennoch nicht aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben. Sie haben sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen tapfer geschlagen. Niemand sollte das je vergessen.

In diesem Roman erzählt Katharina Fuchs bildhaft beschreibend und sehr eindrucksvoll eine Familiengeschichte, die die Geschichte ihrer Großmütter verarbeitet. Nebenbei bringt sie auch noch die Geschichte des Berliner Kaufhauses KaDeWe ins Spiel.

Der Roman teilt sich in zwei Bücher auf, die zeitlich den Ersten Weltkrieg und die Jahre um den Zweiten Weltkrieg umfassen. In diesen Abschnitten erfährt man die Lebenswege der beiden unterschiedlichen Protagonistinnen Anna und Charlotte. Die eine ist sehr arm, die andere aus wohlhabenden Verhältnissen.

Anna wuchs mit fünf Geschwistern im Spreewald auf und erlebte Hunger und Armut hautnah mit. Dennoch ermöglichten ihr ihre Eltern eine Ausbildung zur Schneiderin. Damit hatte sie ihre Eintrittskarte in eine bessere Welt.
Gleichzeitig erlebt Charlotte auf dem Gut Feltin in Sachsen echten Wohlstand und wird in die Leipziger Gesellschaft eingeführt. Sie verliebt sich und verliert die Liebe an den Krieg. Ihr machtbesessener Vater sucht nach einem Ehemann, der das Gut weiterführen soll.

Auch wenn beide Frauen mit unterschiedlichen Voraussetzungen groß werden, so eint sie einiges. Beide erleben die zwei Weltkriege, beide begegnen der Liebe ihres Lebens, treffen falsche Entscheidungen und meistern trotz vielen Widrigkeiten und Schicksalschläge ihr Leben.

Ihre Lebensgeschichten lesen sich sehr emotional und ich habe sie mit großem Interesse verfolgt.

Durch den wunderbaren Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen lief während des Lesens bei mir ein Kopfkino ab und ich kann mir die Handlung auch gut als Film vorstellen.

Die zwanziger Jahre zeigen sich im ungezügelten Lebensdurst der Menschen, endlich geht es voran, die Armut und die schlechten Lebensbedingungen sind vorbei. In dieser Zeit startet auch die Erfolgsgeschichte des berühmten und luxuriösen Berliner Kaufhauses KaDeWe.

Im Roman werden viele Sehnsüchte über die Mode, die neue Form von Freihheit und den Traum von einem besseren Leben deutlich gemacht. Sie alle gipfeln auch in dem Konsumverhalten, das sich in den 20er Jahren Bahn bricht.

Obwohl dieses Buch mehrere Leben erzählt, liest es sich doch schnell weg und man ist gefangen von den Erlebnissen und Widrigkeiten, die den Hauptfiguren anhaften.
Dabei hat der angenehme und sehr eingängig zu lesende Schreibstil der Autorin einen großen Anteil. Ihre Beschreibungen wirken so authentisch und lebensnah, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag.
Sie macht Stimmungen spürbar, zeigt Wünsche und Sehnsüchte auf und haucht ihren Figuren Leben ein, das lässt ein regelrechtes Kopfkino ablaufen.
Es ist darüberhinaus auch eine interessante Darstellung von deutscher Zeitgeschichte.


Worüber ich nicht so erfreut war, ist die Beschreibung im Klappentext, hier wird der Clou des Buches leider vorweggenommen.

Mit diesem Roman habe ich ein Stück Zeitgeschichte lesen dürfen, ich konnte eintauchen in eine Welt, in der Frauen trotz fehlender Anerkennung starke Persönlichkeiten darstellten. Die lebendig dargestellte Handlung hat mit mitgerissen, die Schicksale haben mit einige Schwierigkeiten deutlich vor Augen geführt. Dieses Buch möchte ich unbedingt mit großem Nachdruck empfehlen.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Bissig, tragisch und mit einer gewissen Komik durchdrungen

Der Zopf meiner Großmutter
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Der neue Roman von "Alina Bronsky" trägt den Titel "Der Zopf der Großmutter" und erscheint im KiWiVerlag.


Maxim, der seine Eltern nicht kennt, flieht mit seinen Großeltern als jüdische Kontingentsflüchtlinge ...

Der neue Roman von "Alina Bronsky" trägt den Titel "Der Zopf der Großmutter" und erscheint im KiWiVerlag.


Maxim, der seine Eltern nicht kennt, flieht mit seinen Großeltern als jüdische Kontingentsflüchtlinge aus der damaligen Sowjetunion nach Deutschland. Man sieht es seiner Oma mit ihrem langen, hennagefärbten Zopf zwar nicht mehr an, doch früher war sie eine gefeierte Tänzerin. Nun versucht sie in der Flüchtlingsunterkunft alles Böse von Max fernzuhalten, Bakterien, schlechte Nahrung und sogar die Menschen. Nur zu Nina und ihrer Tochter, ebenfalls jüdische Russen, lässt sie Kontakt zu. Es entwickelt sich eine besondere Beziehung der zwei Familien, die für einige Veränderung sorgt. Der Großvater verliebt sich in Nina. Der Junge Max wird zum Mittler zwischen den aus den Fugen geratenen Welten der Erwachsenen und erlebt am eigenen Leib seine ungewöhnliche Patchwork-Familie mit.


Nach Alina Bronskys Roman "Baba Dunjas letzte Liebe" habe ich mir auf dieses Buch gefreut, denn auch in diesem Roman gibt es eine Großmutter, die sich etwas skurril und anders verhält.


Es geht um die Kontingentflüchtlinge Max und seine Großeltern, wie sie sich ihren Platz im Leben, etwas fern der deutschen Gesellschaft suchen. Die Großmutter Margarita Iwanowna nimmt mit ihrem Enkel am ersten Schulunterricht teil und zeigt sich als schützende Über-Großmutter. Sie möchte ihn vor allem schützen, hält ihn offen ausgesprochen sogar für einen kränklichen Idioten und redet ihm diesen Unsinn auch noch ein. Sie püriert ihm sein Essen, desinfiziert ihm die Hände und hält ihn von anderen Kindern fern. Das ist für den Jungen tragisch, es klingt stark überspitzt und dadurch eben auch schon bereits komisch. Hier hat nicht der Junge Max ein Problem, sondern seine Oma. Sie muss sich in einer fremden Gesellschaft integrieren und hält verbissen an alten Gewohnheiten fest. Sie besucht die Synagoge und ist doch antisemitisch, dabei ermöglichte ihr genau dieser jüdische Status die Einreise nach Deutschland.


Die Autorin lässt aus der Sicht von Enkel Maxim erzählen, zunächst als sechsjährigem Jungen, später dann im Teenageralter. So nimmt er auch einige Details aus den verschiedenen Lebenserfahrungen mal mehr und mal weniger wahr. Und der Leser folgt dieser Anschauung und erkennt nach und nach die Verhältnisse der Personen, die genauen Geschehnisse, die hinter dem Handeln der Erwachsenen stecken. Völlig nüchtern erduldet er die Demütungen seiner Oma und dabei sieht er die entscheidenden Vorgänge, Handlungen und Gefühle und lässt so den Leser einiges ahnen und damit gespannt weiterlesen.

Der Schreibstil erfolgt in einem der Autorin typischen Stil, mal einfach nur bildhaft und einfach beschreibend, mal rasant und situationsbezogen humorvoll, mal bissig und pointiert. Es ist dieser einzigartige Stil, den man mit jedem Buch von Bronsky erneut genießen kann.

Mal wieder bin ich von diesem Buch total begeistert, ich liebe den Erzählstil und die besonderen Charaktere sorgen für meine uneingeschränkte Anteilnahme an der Geschichte, in diesem Fall hat die Großmutter die tragende Rolle, die mich immer wieder aufs Neue mitgerissen hat. Großvater Tschingis macht nicht viele Worte, er hält zu seiner Familie und arbeitet für ihr Wohlergehen. Mehr Einzelheiten möchte ich nicht verraten.

Trotz ihrer bissigen Art ist es die Großmutter, die polarisiert. Sie ist mit ihrem roten Zopf kaum zu übersehen, sie wirft mit Kraftausdrücken und Gemeinheiten nur so um sich, hat scheinbar für niemanden ein gutes Wort übrig.

Sie ist so kalt und grimmig wie der sibirische Winter, schlagfertig wie ein Eisbrecher, doch im Innersten warmherzig und gut. Im Grunde ihres Herzens liebt sie die Menschen ihrer Familie, doch das würde sie nie offen zugeben.

Alina Bronsky stellt durch ihre Darstellung Figuren so dar, dass man über sie lachen muss, wobei man das eigentlich gar nicht will. Durch die Großmutter erleben wir Mobbing in seiner unkultiviertesten Form mit, doch man verzeiht ihr, weil sie aus Angst um ihre Lieben so handelt.



Einfach herrlich, diese aufdringliche Über-Großmutter! Ein Roman voller Biss und mit raffinierter Vorgehensweise, mit einem besonderen Erzählstil und einer Handlung, die viele Emotionen hervorruft. Auch dieser Bronsky-Roman bekommt meine vollste Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 25.04.2019

Diese bewegende Familiensaga aus dem Alten Land hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.

Der Gutshof im Alten Land
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Im Frühling 1919 liegt der Gutshofbesitzer Edzard von Voss im Sterben. Da seine Söhne wahrscheinlich im Krieg gefallen sind, versucht sein raffgieriger Neffe Roland, den Hof durch eine Hochzeit mit Edzards ...

Im Frühling 1919 liegt der Gutshofbesitzer Edzard von Voss im Sterben. Da seine Söhne wahrscheinlich im Krieg gefallen sind, versucht sein raffgieriger Neffe Roland, den Hof durch eine Hochzeit mit Edzards Tochter Finja in seinen Besitz zu bringen. Doch plötzlich taucht Clemens auf, ein Bekannter und optischer Doppelgänger von Finjas Bruder Lennart. Caroline von Voss nutzt diese Chance und gibt Clemens als ihren Sohn aus. Was zunächst wie eine rettende Idee aussieht, ist aber in Wahrheit ein Lügengebilde, welches mehrfach aufzufliegen droht. Kann diese Scharade aufrechterhalten werden?


Micaela Jary versetzt ihre Leser in ihren Romanen gern ins vergangene Jahrhundert, dieser historische Roman führt auf einen Gutshof im Alten Land.

Zu diesem Roman gibt es die Vorgeschichte der Familie von Voss als Ebook, für das bessere Verständnis der Charaktere empfehle ich es sehr, es ist aber nicht zwingend erforderlich.



Die Geschichte dreht sich um die Familie von Voss. Der Hoferbe Lennart ist im Krieg verschollen, sein Bruder Gerrit ist als Journalist nach Amerika ausgewandert. Weil ihr Vater und Gutsbesitzer im Sterben liegt, versucht seine Frau alles zu unternehmen, um das Gut in der Familie zu halten. Dafür ist sie sogar bereit zu einer Lüge. Diese sorgt für dauerhafte Spannung und Dramatik, weil sie immer wieder zu verschiedenen Gelegenheiten aufzufliegen droht. Lennarts Doppelgänger Clemens ist kriegsmüde und macht das Spiel mit, diese neue Heimat nimmt er gern an. Besonders spannend macht es die Tatsache, dass sich beide Männer zwar ähnlich sehen, aber beide völlig unterschiedliche Charaktere haben.


In diesem Roman erlebt man mit den hervorragend und sehr unterschiedlich gezeichneten Charakteren deren Lebensumstände, Wünsche, Träume und Nöte mit und nimmt daran gefesselt teil.

Finja, die statt einer Heirat eher eine Laufbahn als Tierärztin anstrebt, fällt zur damaligen Zeit schon einmal völlig aus dem gewohnten Rahmen. Und auch die Humanmedizinerin Christine, ist eine Frauenfigur, die die Emanzipation im Roman aufzeigt. Finjas Mutter Caroline sieht eher die gesellschaftliche Stellung als Maß aller Dinge und ist dafür sogar zu einer Lüge bereit. Andere Frauen wünschen sich ebenfalls gesellschaftlichen Aufstieg, zu welchem Preis erfährt man im Verlauf der Geschichte.


Die Autorin schreibt in einem sehr einnehmenden und flüssigen Erzählstil, sie baut ständig kleine Cliffhanger ein, die mich gezwungen haben, weiter zu lesen. Die Kulisse des Alten Landes erlebt man ebenso wie das Leben in Hamburg zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Dort gab es schon mehr Reichtum als im Alten Land, die Kleidung der Frauen war eher schick als praktisch.



Im Handlungsverlauf kommt es mehrfach zu kleinen Überraschungen, sodass man wirklich gut unterhalten wird.


Diese sehr lebendig erzählte Familiensaga lässt am Ende noch einige Dinge offen, vielleicht kann man daraus schließen, dass es einen Folgeband geben wird.



"Der Gutshof im Alten Land" hat mich gefesselt, bildhaft in diese besondere Zeit und Gegend hineinversetzt und dazu noch wunderbar unterhalten. Was will man mehr von einem historischen Roman?


Veröffentlicht am 23.04.2019

Hochkarätige und atemberaubende Landschafts- und Tierfotos

PumaLand
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In seinem Bildband "PumaLand" führt uns der Naturfotograf Ingo Arndt nach Südamerika in den Torres del Paine Nationalpark in Chile. Das wunderschön bebilderte Sachbuch erscheint im Februar 2019 im Knesebeck ...

In seinem Bildband "PumaLand" führt uns der Naturfotograf Ingo Arndt nach Südamerika in den Torres del Paine Nationalpark in Chile. Das wunderschön bebilderte Sachbuch erscheint im Februar 2019 im Knesebeck Verlag.

Mehrere abenteuerliche Expeditionen in den chilenischen Nationalpark Torres del Paine in Südamerika waren nötig, damit der Naturfotografen Ingo Arndt genügend Fotomaterial für sein Projekt "PumaLand" zusammen hatte. Dort in freier Wildbahn war er umherstreifenden Pumas auf der Spur, beobachtete sie bei auf der Jagd nach Guanakos, bei der Paarung und Aufzucht ihrer Jungen. Es entstanden nie vorher gesehene Aufnahmen wie beim Paarungsakt und durch die Beobachtung wurde auch das Verhalten der Pumas näher erforscht. Dieser Bildband zeigt nicht nur eindrucksvolle Bilder der "Löwen der Anden", sondern auch diese einzigartige Landschaft im rauhen und unwirtlichen Patagonien.

Stundenlanges Ansitzen ist der Preis für diese hochkarätigen und atemberaubenden Landschafts- und Tierfotos

Der Nationalpark Torres del Paine liegt im chilenischen Teil Patagoniens und ist ungefähr 1800 Quadratkilometer groß. Als Namensgeber fungieren 3 hohe Berge, Granittürme, die zwischen 2600 und 2850 m hoch sind. Neben den hoch aufragenden schneebedeckten Bergen gibt es weite Grassteppen (Pampas), die den seltenen lamaähnlichen Guanakos Heimat bieten. In dieser Gegend ist also genügend Nahrung für den Puma, der sich in dieser von Wind und Wetter beeinflussten kargen Landschaft einen Lebensplatz gesucht hat.


Ingo Arndt wurde vom Sportartikelhersteller PUMA für seine Expeditionen unterstützt, er hatte die einmalige Gelegenheit, zwei Weibchen bei der Aufzucht ihres Nachwuchses fotografieren zu können.

Der Preis für Ingo Arndts anstrengende und entbehrungsreiche Aufenthalte unter extremen Wetterbedingungen sind die einzigartigen Momente der Beobachtung von wilden Berglöwen und dank seiner wunderschönen Fotos erlebt man das in "PumaLand" eindrucksvoll mit.

Der Nationalpark ist auf bestimmten Wegen auch Touristen zugänglich, Ingo Arndt schlug allerdings mit mehreren Fährtenlesern andere Strecken ein, es führte ihn auch in schwer zugängliches Gelände.

Weibchen bleiben bei der Aufzucht ihrer Jungen oft ortstreu, deshalb konzentrierte sich Arndt hauptsächlich auf zwei Puma-Familien. Ein Weibchen bekam den Namen Sarmiento und das andere nannte Arndt Colmillo. Beiden Familien kam er recht nah und wurde so auch zu einem aufmerksamen Beobachter des Verhaltens der Tiere und erlebte das Spiel der jungen Pumas mit. Ihre leuchtend blauen Augen verlieren sich später zu einem intensiv ockerfarbenen. Das ist auf den Fotos sehr gut zu sehen.
Außerdem zeichen die Bilder wunderbar die geschmeidige Bewegung der Tiere auf, das Anschleichen auf die Beute, die kräftezehrende Jagd, es sind bis zu fünf Versuche nötig, um auf der Jagd Erfolg zu haben.

Eine Jagdszene auf einen Guanako-Hengst kann man im Buch bewundern. Dort hatte das Guanako einen Trick auf Lager, um sich seines Fressfeindes erfolgreich zu erwehren.
Sogar Paarungsszenen der scheuen Tiere wurden von Arndt erstmalig fotografisch festgehalten.


Wenn man die Bilder ansieht, kann man sich nur vorstellen, wieviele Wanderungen, Fährtenverfolgungen und Ansitze nötig sind, um genügend und wirklich geeignetes Bildmaterial schießen zu können. Nicht selten machen die Witterungsverhältnisse dem Fotografen einen Strich durch die Rechnung. Starke Regenfälle, flimmernde Hitze und dunstige Nebelschwaden sorgen selbst bei exklusiver Fotoausrüstung für unbrauchbare und unscharfe Bilder. Pumas sind scheue Tiere, sehr nah kommt man an sie nicht heran, es ist stets ein Teleobjektiv nötig. Zur verwendeten Fotoausrüstung gibt es übrigens detaillierte Informationen am Ende des Buches.

Neben den schönen Fotos der Pumas in der Wildnis, bei Nacht und im Gegenlicht gibt dieses Buch auch Einblick in die faszinierene Natur und Tierwelt Patagoniens. Die Fotos zeigen die Gegend zu allen Jahreszeiten und man bekommt einen deutlichen Eindruck von dieser unwirtlichen Landschaft.

Ob schneebedeckt oder farbenfroh, hier kann man außergewöhnliche Landschaftsaufnahmen von Bergen, Gletschern, Wolkengebilden mit blauem Himmel, bei Eis und Schnee oder bei herbstlich gefärbten Gegenden bewundern.

Nicht nur Pumas und Guanakos sieht man im Buch, auch andere dort ansässige Tiere hat Arndt in wunderbaren Fotos festgehalten, wie den Sperlingskauz, grauen Andenfuchs und Andenkondor.

Diese wilde und atemberaubend schöne Gegend ist auch Touristen zugänglich. Nach Arndts Auffassung sollte das aber eher nicht so sein, um die Natur unbeschadet erhalten zu können. In seinem Nachwort erklärt er, wie aus Profitgier Wandergruppen auch die empfindliche Vegetation zerstören können.

Mir reicht dieses einzigartige Buch über die wilden Pumas und die Landschaft Patagoniens.


Ingo Arndts faszinierender Bildband über Pumas präsentiert nicht nur außergewöhnliche Fotos dieser scheuen Tiere, er präsentiert auch Patagoniens Wildnis in voller Schönheit zu allen Jahreszeiten.
Es ist ein Schmuckstück von Sachbuch und einfach herrlich anzuschauen.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Schnelle und vielfältige Blätterteigideen für die nächste Party

Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig: Die besten Rezepte pikant und süß - schnell, lecker und einfach
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In "Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig" von Guillaume Marinette finden sich Rezepte für pikant und süß. Das Kochbuch erscheint im Bassermann Verlag.


Dank gekauftem Fertig-Blätterteig kann man schnell ...

In "Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig" von Guillaume Marinette finden sich Rezepte für pikant und süß. Das Kochbuch erscheint im Bassermann Verlag.


Dank gekauftem Fertig-Blätterteig kann man schnell und einfach die besten Sonnenräder, Spieße, Waffeln, Herzen und anderen Fingerfood zubereiten. Man muss sich nur entscheiden, ob man es lieber pikant oder süß mag, ob man Dippen möchte oder etwas zum Knabbern.
Diese 33 Blätterteigideen passen auf den Frühstückstisch, zum Kaffee, für das Partybüfett oder nächste Picknick. Man muss sich nur noch für ein Rezept entscheiden.



In diesem Buch finden sich zahlreiche Variationen mit Blätterteig, ob süß oder herzhaft, hier wird man für jede Gelegenheit und jeden Geschmack fündig. Und das Tolle daran ist die Verwendung von Fertigteig. So kann eigentlich nichts schief gehen, denn mit Blätterteig kann man viele leckere Dinge zaubern, die auch optisch total ansprechen.

Da gibt es Sonnenräder, Röllchen, Schnecken, Nester, Taschen, Häppchen, Herzen, Spieße, Waffeln, Burger, Muffins und mehr.


Diese Varianten sprechen mich besonders an:


- Flammkuchen-Sterne

- Schinken-Pesto-Schnecken

- Wurst-Spiralen am Spiess

- Tannenbäume mit Ofenkäse

- Sonnenrad mit Camembert

- Blätterteigblüte mit kandierten Zwiebeln

- Blätterteigsonne mit Pest

- Blätterteigsonne mit Schinken und Käse

- Brokkolikranz

- Chorizo- Häppchen

- Schlemmer-Päckchen mit Feta

- Tomaten-Schinken-Taschen

- Teigtaschen mi Feigen und Ziegenkäse

- Raclette-Körbchen

- 4-Käse-Waffeln

- Zitronenherzen

- Süsse Windmühlen

- Schweineöhrchen mit Zimt

- Birnen mit Schokoladenkern


Rein optisch machen diese Ergebnisse echt was her. Sie sind bestimmt der Star auf dem nächsten Büfett.


Die Fotos der Räder, Tannenbäume, Sonnen oder anderer Formen sind besonders vor dem blau-marmorierten Hintergrund eine echte Augenweide. Da bekommt man definitiv Appetit und hat Lust, selbst so ein Blätterteigrad mit weichem Camembert-Herz nachzubacken.

Die Rezepte enthalten neben der Mengenangabe auch die Vorbereitungs- und Garzeit, sie sind alle verständlich und zeigen den besonderen Kniff, wie man den Teig zu legen, drehen oder zu falten hat, um dann so herrliche optische Ergebnisse zu erzielen.


Von der Schwierigkeit her, stufe ich die Rezepte als einfach bis mittel ein. Lediglich die Ausformung des Blätterteigs ist eventuell Übungssache. Aber auch wenn das Ergebnis beim ersten Versuch nicht ganz an das optische Vorbild im Buch heranreicht, schmecken wird es auf alle Fälle.


Schon allein beim Anschauen der köstlich anmutenden Blätterteig-Varianten läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Viele Zutaten sind in einem gut sortierten Vorrats- und Kühlschrank vorhanden und so kann man sich schnell mal auf die Suche machen nach dem passenden Rezept.




Dieses Buch zeigt optisch ansprechende, vielfältige Blätterteigideen, die schnell gezaubert sind und auch gut schmecken. Besser kann man seine Gäste nicht verwöhnen.