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Veröffentlicht am 17.11.2019

A Dragon's Soul / Zane & Sky

A Dragon's Soul (The Dragon Chronicles 2)
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Band 2 von 4!

Inhalt
Ravens Welt ist erschüttert, seit ihr offenbart wurde, dass sie den Clan der Drachen anführen soll - und dass ihr leiblicher Vater ihr nach dem Leben trachtet. Gemeinsam mit ihrem ...

Band 2 von 4!

Inhalt
Ravens Welt ist erschüttert, seit ihr offenbart wurde, dass sie den Clan der Drachen anführen soll - und dass ihr leiblicher Vater ihr nach dem Leben trachtet. Gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Zane und ihren Freunden versteckt sie sich auf dem alten Herrschersitz und schmiedet Pläne für die Zukunft der Drachen. Bis eines Tages Sky und Cain auftauchen, zwei Assassinen, deren Auftrag der Tod ihres Vaters ist - doch sie haben ihre Rechnung nicht mit Zane gemacht, in dem das Feuer der Rache heiss brennt.

Meine Meinung
Band 1 hatte mir wirklich gut gefallen und so ist es klar, dass auch der zweite Teil meinen Reader beziehen darf. Der Schreibstil ist genauso locker und gut, wie im Vorgänger, die Kapitel wechseln ab zwischen den Protagonisten, was mir gut gefällt. Neu mit von der Partie sind die Assassinen Sky und Cain - hallo? Assassinen! Ja bitte!

Raven hat sich mit ihren Freunden zurückgezogen in den alten Familiensitz der Blacks. Dort soll sie sich auf ihre erste Verwandlung vorbereiten und darauf, den Clan der schwarzen Drachen anzuführen. An ihrer Seite: Ihr Partner Elion und ihr Zwillingsbruder Zane, in dem der Drang nach Rache an ihrem brutalen Vater hart wütet. Als die Assassinen Sky und Cain auftauchen, die besagten Vater eliminieren sollen, wird Zane auf eine harte Probe gestellt: Seinen Rachedurst stillen oder seine Familie schützen? Und warum zum Teufel schlägt sein Herz schneller, wann immer Sky in seiner Nähe ist?

Band 2 widmet sich nun also Zane und Sky, was mich erst etwas betrübt hat. Aber schnell war klar, dass auch Raven und Elion nicht zu kurz kommen, denn alle erhalten Gelegenheit, etwas an die Geschichte beizutragen. A Dragon's Soul ist anders als sein Vorgänger: Düsterer, verzweifelter und härter. Der Charme der vielen verschiedenen Wesen ist damit etwas abhanden gekommen, denn nun sind vor allem die Drachen Thema Nummer 1. Was ich auch toll finde, weil Drachen! Gleichzeitig spielt die Geschichte nun (laut Band 1) in Wales resp. (laut Verlag) in den Highlands - wobei man davon nicht viel mitbekommt. Dafür ist das Thema Akademie nun vom Tisch, was ich eigentlich ganz gut finde. Bücher über magische Akademien gibt es ja schon genügend.

Der Leser begleitet nun also Raven auf ihrem schweren Weg zu ihrer ersten Verwandlung, Zane auf seinem Weg der Genesung - oder eben nicht - vom Erlebten aus Band 1. Die beiden sind mir recht ans Herz gewachsen, sie haben eine gute Teamdynamik, einen tollen Zusammenhalt, trotz verschiedener Ansichten. Elion, dem ich in Band 1 noch nachgesabbert habe, hat einiges an Sexyness eingebüsst. Er macht nun einen auf braven, überfürsorglichen Hausmann. Und George ist immer noch derselbe Geheimniskrämer, den man gerne einfach nur schütteln möchte. Mit den Assassinen Sky und Cain wird die Truppe um zwei Freunde reicher und die Geschichte oft etwas aufgelockert. Obschon gerade Sky ein sehr schweres Schicksal hat. Aber lest am besten selbst.

Auf jeden Fall war Band 2 um einiges spannender und ereignisreicher als Band 1. Dies, weil man die Welt nun kennt, und die Gefahr von Taranis immer grösser wird. Aber immer noch macht es unglaublich Spass, der Geschichte zu folgen - ich habe sie innert weniger Tage weggesuchtet und freue mich sehr auf den dritten Teil, der zum Glück demnächst erscheint.

Fazit
Ein spannender, rasanter Band 2 um die Werdrachen Raven und Zane. Dramatischer, tragischer und düsterer als Band 1 konnte er mich wieder packen und begeistern und ich freue mich auf die Fortsetzung!

4.5 Cupcakes

Veröffentlicht am 28.07.2019

Wenn du plötzlich ein Schicksal hast

Wir von der anderen Seite
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Inhalt
Als Rahel Wald, mehr oder weniger erfolgreiche Drehbuchautorin, eines Tages aufwacht, ist sie umgeben von piepsenden Maschinen, ihrer traurig-schockierten Familie und Ärzte mit ernsten Gesichtern. ...

Inhalt
Als Rahel Wald, mehr oder weniger erfolgreiche Drehbuchautorin, eines Tages aufwacht, ist sie umgeben von piepsenden Maschinen, ihrer traurig-schockierten Familie und Ärzte mit ernsten Gesichtern. Nach und nach beginnt sie zu verstehen: Sie liegt auf der Intensivstation, ist gerade aus dem Koma erwacht, ihr Körper, ihr Herz sind schwach und ihr Leben schlagartig anders. Nur langsam kämpft sich Rahel zurück, begleitet durch ihre Familie, ihre Freunde und Olli - mit dem sie zusammen war, nur warum fühlt sich das so komisch an?

Meine Meinung
Das Buch gehört - und wer meinen Blog liest und mich kennt, weiss dies - so gar nicht in mein Beuteschema. Gleichzeitig habe ich beruflich viel mit Menschen zu tun, die in gerade so einer Situation stecken, wie die Protagonistin in Wir von der anderen Seite. Und vielleicht war es dieser Aspekt, vielleicht aber auch die Inhaltsangabe oder gar das Cover, das ich simpel aber toll finde, das mich dazu gebracht hat, zu diesem Roman zu greifen.

Recht schnell war ich verliebt - verliebt in die Tragik, die Traurigkeit und die Schwere der Geschichte, in diesen doch humorvollen, selbstironischen Schreibstil, der irgendwie so gar nicht und trotzdem perfekt in diese Geschichte passt, in die Charaktere, die so echt wirken.

Der Kampf des Lebens
Rahel Wald wacht eines Tages aus dem Koma auf und kann sich an nichts erinnern. Ganz langsam kämpft sie sich zurück in ein einigermassen normales Leben. Kämpft mit ihrem zu schwachen Herzen, ihrem unbändigen Hunger - als Folge der Betablocker, die sie einnehmen muss -, mit ihrer Familie, die sie nicht mehr allein lassen will, mit dem ganz alltäglichen Ärger in den deutschen Kliniken, mit der Reha und eingebildeten Eichhörnchen, mit den nächtlichen Albträumen, die Komapatienten angeblich immer haben, mit Enttäuschung und Hoffnung, mit der Existenzangst, mit neuen und alten Freunden, mit Beziehungsproblemen - aber vor allem mit sich selbst.
Die Autorin beschreibt diesen Kampf unglaublich feinfühlig und doch voller Humor. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Stellen in einem Buch markiert, weil sie mir so nah gingen. Ich habe zwar nicht denselben Leidensweg hinter mir, aber viele Themen konnte ich trotzdem nachvollziehen, weil ich sie ähnlich erlebt habe.

Charaktere mitten aus dem Leben
Besonders auch die Charaktere haben es mir angetan. Zwar bin ich mit Rahel selber nicht unbedingt warm geworden - ich mochte sie als Protagonistin, konnte mit ihr leiden, aber ich kann mich nicht mit ihrer Art identifizieren - dafür sind die Nebenprotagonisten einfach bezaubernd. Allen voran die verrückte Mutter von Rahel - eine Dramaqueen wie sie im Buche steht, aber dennoch so herzlich, so rührend, ich würde sie gerne mal drücken. Der Vater, der sich um alles kümmert, obschon er selber fast daran zerbricht. Und der Bruder, Juri, der ein schlechtes Händchen für Frauen hat - aber für seine eigene Schwester die Welt bedeutet.
Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich indes den Kevster, bürgerlich Kevin, Autorenkumpel und ziemlich abgedrehter Freund von Rahel. Man braucht im Leben nicht hundert Freunde, ein Kevster reicht!
Der einzige Protagonist, den ich überhaupt nicht leiden konnte, war Olli, der Partner von Rahel. Er kam mir von Anfang an falsch vor, auch wenn seine Seite der Erzählung sehr wichtig ist in dieser Geschichte. Denn er leidet besonders darunter, dass sich Rahels Leben nun nur noch um ihre Krankheit und den Weg zur Genesung dreht, während seine alltäglichen Probleme nicht mehr berücksichtigt werden. Authentisch. Aber nicht sympathisch.

Meine (kleine) Kritik
Einen klitzekleinen Dämpfer bekommt meine Schwärmerei nur, weil mich persönlich (und es handelt sich hierbei wirklich nur um meine ganz eigene Meinung - ich bin gerne offen für Diskussionen) zwei Punkte gestört haben:
Rahel wird Opfer eines ziemlich schmierigen Physiotherapeuten, der seine Finger nicht bei sich lassen kann. Ich finde es wichtig, dass solche Themen angesprochen werden, denn sie sind sicherlich auch heute noch Realität. Dass sie aber später nochmals auf einen anderen Arzt trifft, der ihr ebenfalls unpassende Avancen macht, fand ich an dieser Stelle zu viel. Ja, es mag sein, aber nein, einmal hätte gereicht - und hätte meiner Meinung nach die ernste und wichtige Thematik wesentlich besser dargebracht.
Zweitens nimmt Rahel im Verlauf der Geschichte zu, als Folge der vielen Medikamente, die sie einnehmen muss, und die ihren Hunger ankurbeln. Aber nun ist sie bei einem Gewicht von 70 kg angekommen und nennt sich selber durch die Geschichte weg "fett". Das hat mich immens gestört. Sogar eine Frau (oder ein Mann) mit sagen wir 160 cm Körpergrösse ist mit 70 kg Körpergewicht nicht "fett" oder "dick". Das Buch legt viel Wert auf Bodypositivity, darauf, dass man seinen Körper lieben soll. Und dann sowas? Da war ich wirklich enttäuscht. Es mag wohl subjektive Empfindung der Protagonistin sein, aber als Leserin fand ich das stossend.

Fazit
Mit Wir von der anderen Seite hat Anika Decker eine tragische Geschichte voller Angst und Zweifel, voller Kämpfe mitten aus dem Leben und doch mit so viel Hoffnung und Humor geschrieben, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 28.05.2019

Das kleine Volk und seine grossen Geheimnisse

Elfenseele - Hinter dem Augenblick
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Inhalt
Tanya ist anders: Sie sieht Elfen und Kobolde. Selbstredend, dass ihr das niemand glaubt und sie dies als Geheimnis wahrt. Nachdem die kleinen Biester sie erneut aufgesucht und geärgert haben, hat ...

Inhalt
Tanya ist anders: Sie sieht Elfen und Kobolde. Selbstredend, dass ihr das niemand glaubt und sie dies als Geheimnis wahrt. Nachdem die kleinen Biester sie erneut aufgesucht und geärgert haben, hat ihre Mutter es satt und schiebt Tanya über die Sommerferien zu ihrer Grossmutter ab. Tanya ist alles andere als erfreut - wohnen neben der unnahbaren Grossmutter doch auch der gruselige Hausverwalter Warwick und dessen nerviger Sohn Fabian in dem alten verfallenen und gespenstischen Gutshaus. Ganz zu schweigen von dem düsteren Wald neben dem Anwesen, in dem schon früher Kinder einfach so verschwunden sind...

Meine Meinung
Cover und Klappentext haben das Buch in mein Regal gebracht... wo es zu meiner Schande lange Zeit ungelesen rumstand. Nun habe ich mich der Geschichte angenommen und wurde positiv überrascht.

Tanya muss die Sommerferien bei ihrer unnahbaren Großmutter auf Elvesden Manor verbringen - einem alten und sehr gruseligen Herrenhaus. Sie versucht den Bewohnern des Hauses - der distanzierten Grossmutter, dem verbitterten Hausverwalter, dessen nervigen Sohn und natürlich der Unzahl den Feen und Elfen - so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Dass sie letztere sehen kann, darf sie eh niemanden anvertrauen, schließlich würden sie alle für verrückt erklären. Doch aus dem ruhigen Sommer wird nichts, denn Fabian hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr über das Mädchen zu erfahren, das vor fünfzig Jahren im düsteren Wald neben dem Anwesen verschwunden ist. Und plötzlich schweben nicht nur Tanya und Fabian in Gefahr....

All-Age-Fantasy beschreibt Hinter dem Augenblick wohl am besten. Die Protagonistin Tanya ist 14 Jahre jung und entsprechend sind ihre Taten und Gedankengänge. Doch das stört hier überhaupt nicht - denn das Buch ist definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche geschrieben worden. Die Sprache ist wunderbar bildhaft und das Setting teilweise gruselig - kurz und knapp: Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen (und wollte das übrigens auch nicht :D )

Setting
Die Geschichte spielt irgendwo im Süden Englands auf dem Anwesen Elvesden Manor - ein altes Gutshaus, das ziemlich heruntergekommen ist und neben unzähligen verstaubten und nicht mehr benutzten Zimmern auch einige (schreckliche) Geheimnisse birgt. Neben Elvesden Manor lauert der riesige Henkerswald, ein äusserst düsterer und verwunschener Wald, in dem alte Katakomben schon manches Menschenleben gefordert haben.

Ein geheimnisvolles Haus und ein düsterer Wald - ein perfektes Setting würde ich mal sagen. Tatsächlich kommt diese Spannung, die Finsternis die über allem hängt, wirklich gut zur Geltung.

Auch die Bewohner dieser Orte - und ich meine damit die nichtmenschlichen - spielen selbstredend eine wichtige Rolle und tragen ihr eigenes dazu bei. Elfen, Feen, Kobolde und so viel mehr. Aber nicht die grossgewachsenen, kühlen aber wunderschönen Wesen, die wir von Tolkien kennen. Nein, die Rede ist von kleinen skurrilen Wesen, die sich teils mit Magie wandeln können oder ihr Äusseres anpassen. Von ihnen gibt es unzählige in Tanya's Welt - kleine freundliche Wesen, die wie der perfekte Gartenzwerg aussehen, aber auch rattenähnliche, flohbefallene Fieslinge, knorrige Waldbewohner mit Rindenhaut und in Reimen sprechende Bösewichte in Miniatur.

Charaktere
Tanya, 14 Jahre jung, leidet darunter, dass offenbar nur sie Elfen, Feen und Co. sehen kann. Entsprechend zurückhalten - und manchmal garstig ist sie. Als Protagonistin eines All-Age-Romans schlägt sie sich ganz gut, denn sie muss mehr als einmal über ihren Schatten springen und an ihren Ängsten wachsen.

Auch die anderen Bewohner von Elvesden Manor spielen ihre Rollen gut: Die unnahbare Grossmutter Florence, von der man einfach nur wissen möchte, warum sie so abweisend zu ihrer Enkelin ist; der Gutsverwalter Warwick, der mir mehr als einmal einen Schrecken eingejagt hat; dessen Sohn Fabian, der eine etwas makabre Art hat, die Welt zu entdecken - und Amos, den wirklich gruseligen Grossvater Fabians. Einen Platz in meinem Herzen haben sich aber besonders Dobermann Oberon (na, wer versteht die Anspielung?) und Elf Brunswick erschlichen - ich hoffe, die beiden auch in Band 2 wieder anzutreffen.

Fazit
Wer Lust auf einen All-Age-Fantasy-Roman hat, in dem Elfen und Feen mal nicht die wunderschönen Wesen sind, die wir bisher kennen, ist bei der Elfenseele-Trilogie genau richtig. Der bildhafte und spannende Stil, die teils gruseligen Elemente und eine Menge Geheimnisse, die es zu entdecken gibt, sorgen für ein paar wirklich tolle Lesestunden.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 25.04.2019

Ein echter Pageturner

Todeslieder
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Inhalt
Die Welt hat sich nach dem Dritten Weltkrieg so gut wie möglich erholt und neu organisiert. Doch eins ist geblieben: Der Nachhall der Todeslieder - magisch gewobener Lieder von Totenwebern, den ...

Inhalt
Die Welt hat sich nach dem Dritten Weltkrieg so gut wie möglich erholt und neu organisiert. Doch eins ist geblieben: Der Nachhall der Todeslieder - magisch gewobener Lieder von Totenwebern, den gefürchtetsten und geächtetsten Menschen der Welt. In dieser Welt lebt Ivy, Tochter des Präsidenten von Rothdal, ein behütetes und gutes Leben. Bis ihre Schwester von einer radikalen Gruppe entführt wird und Ivy sich auf den Weg macht, sie zu retten. Unterstützung erhält sie vom undurchsichtigen Jared und dem attraktiven Diplomaten Chevalier. Die Suche nach ihrer Schwester wird ein Wettlauf gegen die Zeit und Ivy muss feststellen, dass nicht alles so ist, wie sie gedacht hat...

Meine Meinung
Das Buch habe ich dank des Klappentextes auf meine Wunschliste gepackt und durfte dann bei der Leserunde auf Lovelybooks mitlesen. Ein Glück! Todeslieder hat sich als wahres Schmuckstück herausgestellt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr angenehm lesen, auch wenn er noch ein wenig flüssiger sein könnte. Für ein Debüt ist es aber unglaublich toll und spannend geschrieben.

Ivy führt ein gutes Leben als Tochter des Präsidenten von Rothdal. Die wirren des letzten Krieges beeinträchtigen sie kaum mehr und vor den geächteten Totenweber muss sie sich nicht gross fürchten. Doch als ihre kleine Schwester entführt wird und als Druckmittel gegen den Präsidenten verwendet wird, bricht Ivy aus ihrem behüteten Leben auf. Gemeinsam mit dem Zirkusartisten Jared und dem geheimnisvollen aber äusserst attraktiven französischen Diplomaten Chevalier macht sie sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Dabei muss sie feststellen, dass vieles, was sie für wahr empfunden hat, nicht so ist. Wem kann sie noch trauen? Und schafft sie es, ihre kleine Schwester zu retten?

Auf dem Umschlag des Buches steht "Suchtgefahr! [...] ein echter Pageturner". Solche Eigenwerbungen finde ich immer sehr abschreckend und entsprechend vorsichtig bin ich an die Geschichte herangegangen. Tatsächlich aber stimmt diese Werbung hier vollkommen. Todeslieder ist rasant, spannend, fesselnd und lässt einen effektiv nicht mehr los. Man fliegt praktisch durch die Seiten, vor allem ab der zweiten Hälfte des Buches gibt es kein Halten mehr!

Ohne gross ins Detail zu gehen und damit zu spoilern: Die Suche von Ivy entwickelt sich rasend schnell zu einem Wettlauf gegen die Zeit, der einem die verschiedenen Seiten der Akteure zeigt, mit Spannung überzeugt und einen einfach nur fesselt.

Setting
Die Geschichte spielt in unserer Welt - oder was von der noch übrig ist. Nach dem Dritten Weltkrieg haben sich die wenigen übriggebliebenen Städte zusammengetan. Eines dieser Bündnisse ist Rothdal, wo die Story seinen Anfang nimmt.

In einer futuristisch anmutenden und doch nicht allzu abgehobenen Zukunft leben die Menschen in Kasten unterteilt. Kleine Tattoos an ihren Handgelenken ordnen sie den entsprechenden Gruppen zu und sorgen dafür, dass unterschieden werden kann. Das Worldbuilding hat mir sehr zugesagt, auch wenn ich mir hier eine vertieftere Materie gewünscht hätte. Gegenstände, Techniken, Maschinen werden grösstenteils nur angekratzt und oberflächlich behandelt. Hier hätte man mehr machen können, den Potential bietet das alles allemal!

Auch Teil dieser Welt sind Totenweber, Menschen die Lieder zwecks Manipulation, Hypnose oder gar Töten weben können. Diese sind gefürchtet und werden geächtet, ja, sie sind gar "zum Abschuss freigegeben". Und wo Geächtete leben, da bilden sich auch Lager - hier das Lager der ToWeb, die zum Ziel haben, den Totenweber ihre Rechte zurückzugeben, und zum anderen die Rebellen, die die komplette Ausrottung der magisch begabten Menschen anvisieren.

Charaktere
Ivy, Tochter des Präsidenten, ist äusserst begabt, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Sie hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, denn sie bringt einen gewissen Witz, ja gar Sarkasmus mit, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Gleichzeitig hat sie ihre Schwächen und überzeugt damit, dass sie definitiv nicht perfekt ist.

Chevalier spielt den Grossteil der Geschichte den männlichen Part. Er ist sehr undurchsichtig, düster und geheimnisvoll. Den "hellen" Part übernimmt dafür Jared, ein aufgestellt aber nicht minder geheimnisvoller Typ von der Strasse, der eine Vorliebe für Feuer hat.

Natürlich spielen auch andere wichtige Persönlichkeiten mit - der Präsident (Ivy's Vater), Vicky, die entführte Schwester, Jonathan, der Bodyguard, um ein paar wenige zu nennen und nicht zu spoilern. Die Charaktere haben mir alle gut gefallen, auch wenn auch hier etwas mehr Zeit hätte investiert werden können - teilweise bleiben die Protagonisten nämlich etwas blass.

Fazit
Eine grandiose Idee, deren Umsetzung etwas mehr Tiefe verlangt hätte. Gerade die Welt an sich und ein paar der Charaktere hätten mehr Farbe und Tiefe gut vertragen. Dennoch ist die Geschichte unglaublich spannend, rasant und - wie beworben - ein echter Pageturner, der einen nicht mehr loslässt. Klare Leseempfehlung von mir!

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 10.03.2019

Wenn Kate Daniels mit einem Kampfpudel in den Krieg zieht...

Stadt der Finsternis - Magisches Blut
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"Wir leben in einer gefährlichen Welt. Wenn du eine Chance erkennst, glücklich zu werden, solltest du darum kämpfen, damit du später nichts bereuen musst."

[S. 299]

Inhalt
Kate Daniels erhält den Auftrag, ...

"Wir leben in einer gefährlichen Welt. Wenn du eine Chance erkennst, glücklich zu werden, solltest du darum kämpfen, damit du später nichts bereuen musst."

[S. 299]

Inhalt
Kate Daniels erhält den Auftrag, den Tatort einer Schlägerei zu untersuchen. Vor Ort findet sie Spuren grösster Brutalität - und Anzeichen einer hochansteckenden Krankheit. Doch es soll nicht bei diesem einen Vorkommnis bleiben - offenbar triebt ein uraltes und furchtbar mächtiges Geschöpf seinen Unfug in Kates Stadt. Und das kann sie sich nicht bieten lassen. Bewaffnet mit ihrem magischen Schwert Slayer und ihrem neuen Gefährten, zieht sie in den Kampf, um die zu beschützen, die sie liebt...

Meine Meinung
Ich liebe die Reihe rund um Kate Daniels. Mit viel Humor, Action und Liebe zum Detail wird der Leser in ein grandioses Abenteuer nach dem anderen entführt.

Kate sieht sich einer alten Gottheit gegenüber, die Atlanta mit Seuchen und Krankheit überziehen will. Da sie zurzeit nicht auf Curran, den Herrn der Bestien, zählen kann (die beiden haben ihren ersten Streit, wie niedlich!), zieht sie alleine in den Kampf. Dumm nur, dass ihr Gegner um ihre wahre Herkunft weiss und ebenfalls über die Blutmagie verfügt. Aber Kate lässt sich nicht unterkriegen...

Im 4. Teil der Reihe habe ich etwas ziemlich vermisst: Curran. Denn Kate und Curran sind beide in ihren gigantischen Egos verletzt und reden nicht miteinander. Dafür nimmt Kate einen Streuner bei sich auf, einen mächtig gefährlich aussehenden Hund - der sich jedoch nach einem Bad und einem Haarschnitt als Pudel herausstellt. Welch Schmach für Kate. Welch grandiose Vorlage für die lustigsten Witze des Buches!

Erst nachdem die Geschichte Fahrt aufgenommen hat, bekommen Curran und die Gestaltwandler wieder ihre Bühne. Es hat so viel Spass gemacht, dem Geschehen zu folgen und ja, auch ich habe auf ein Zusammenkommen zwischen Kate und Curran hingefiebert. Endlich endlich passiert in dieser Hinsicht was. Und wie! Ich sage dazu nur: Katzenminze!

Trotz der Spannung, dem genialen Humor, den neuen Charakteren und Antagonisten... der 4. Teil ist für mich der bisher schwächste. Irgendwie waren da unnötige Längen und ja, alles ist ein wenig zu unrealistisch. Wie, hier geht es doch um Magie? Was erwartest du denn bitte?, mögt ihr euch jetzt fragen. Was ich meine ist; Kates Gegner ist nahezu unbesiegbar und auch Kate selber wird nahezu unbesiegbar. Alles ist einfach ein wenig zu gross angelegt. Das nimmt einem fast ein wenig den Spass an der Sache ...

Das Ende dann wiederum... nur so viel: Ich hatte Tränchen in den Augen!

Fazit
Kate Daniels rettet einmal mehr die Welt (oder zumindest Atlanta). Das tut sie auf ihre typische Art: schlagfertig, sarkastisch und mit einer ordentlichen Portion wumms. Mit viel Humor und ordentlich Spannung stürzt sie sich in ihr 4. Abenteuer - das mich aber aufgrund kleinerer Schwächen dieses Mal nicht zu 100 % überzeugt hat..

4.5 Sterne