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SaintGermain

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Veröffentlicht am 14.08.2019

farbloses Drama

Brüder Blut
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Die Rivalität zweier Brüder scheint unüberwindbar, und grenzenlos. Es gab Zeiten, in denen sie sich bis aufs Blut gehasst haben. Einander nichts gegönnt, und sei es auch noch so wenig. Willem, der Ältere ...

Die Rivalität zweier Brüder scheint unüberwindbar, und grenzenlos. Es gab Zeiten, in denen sie sich bis aufs Blut gehasst haben. Einander nichts gegönnt, und sei es auch noch so wenig. Willem, der Ältere von beiden, macht von seinen Rechten skrupellos Gebrauch, und schreckt nicht davor zurück, dem Jüngeren das Leben schwer zu machen. Clever und abgeschlagen ist seine Haltung. Kleine Unehrlichkeiten erhalten seine Lebensfreude. Sie scheinen eine Art Sport für ihn zu sein. Wie eine unaufhaltsame Dampfwalze rollt er durchs Leben. Bei Frauen hat er einen Schlag, was ihn aber nicht davon abhält, sich auch noch die zu nehmen, die ihm eigentlich nicht zustehen. Sein viriler Charme kommt ihm dabei Zugute. Man nennt ihn „den Büffel“. Alles, erreicht Willem „der Büffel“, im Leben. Alles was er aufs Korn nimmt. Doch wieviel es auch sein mag, es ist nie genug. Es kommt der Tag, an dem Willem etwas braucht, was man mit Währung nicht kaufen kann, und er bekommt es ohne eine Sekunde des Zögerns. Die wahre Größe eines Menschen liegt in seiner Fähigkeit zu vergeben.

Dies ist das 15. Buch der Autorin, das erste das ich gelesen habe.

Das Cover mit der zerschmetterten Glocke gefällt mir sehr gut.

Leider ist dieses Buch nicht in Kapitel aufgeteilt und ist auch im Blocksatz geschrieben. Ab und an ist ein Absatz (statt der Kapiteleinteilung).

Der Schreibstil des Buches ist farblos, die Protagonisten einigermaßen beschrieben, aber nicht so, dass man mit den Charakteren mitfühlen kann. Es tauchten keinerlei Bilder beim Lesen auf.

Dazu kommen noch einige Fehler (Grammatik, Rechtschreibung, fehlende Buchstaben), am Schlimmsten war allerdings der Gebrauch falscher Wörter.

Einige Beispiele hierzu:

- Mach dir ein schlaues Wochenende

- Das hatte er mit Ansicht nie aufgeklärt

- Sie lehnte sich gehen die Arbeitsplatte

- Wie du auf der kannte schwebst (dieser Fehler gleich 2x)

Zudem verwendet die Autorin sehr gern (mitten im Satz) ..., --> mindestens 1x pro Seite

Zusätzlich wechselt die Zeitform im Kapitel zwischen Vergangenheit, Mitvergangenheit und Gegenwart. Dabei kommt auch fast auf jeder Seite ein mehr oder minder unbekanntes Sprichwort ins Buch.

Es ging in diesem Buch um eine True Story, die aber (trotz guter Inhaltsangabe/Handlung) nie Spannung aufkommen ließ, obwohl das Buch ab der 2. Hälfte etwas besser war.

Der Vorteil in diesem Buch war die geringe Seitenanzahl bei großer Schrift.

Fazit: Trotz True-Story-Drama kamen weder Spannung noch Gefühle auf, ich war knapp davor das Buch abzubrechen. Keine Weiterempfehlung

Veröffentlicht am 10.07.2019

Magdalena 4 - Anne Boleyn

Die Magdalena-Verschwörung
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Maureen Paschal trifft sich in Frankreich mit einer Kunstprofessorin um für ihr neues Buch über Anne Boleyn zu recherchieren. Doch kurz nach dem Gespräch wird Simone ermordet - und sie ist nicht die Erste. ...

Maureen Paschal trifft sich in Frankreich mit einer Kunstprofessorin um für ihr neues Buch über Anne Boleyn zu recherchieren. Doch kurz nach dem Gespräch wird Simone ermordet - und sie ist nicht die Erste. In der Vergangenheit liest man zuerst über die Katharer und dann über Anne Boleyn.

Das Buch ist das 4. der Magdalena-Reihe, von denen ich die ersten zwei Teile verschlungen habe und Teil 3 bisher noch nicht gelesen habe.

Die Reihe wurde bei Bastei-Lübbe nochmals neu zum 4. Teil aufgelegt - alles in ähnlicher Cover-Aufmachung. Es ist nicht schlecht gemacht, das vorige Cover der Reihe hat mir aber besser gefallen. Auch zu diesem Buch wären sicher andere Möglichkeiten gegeben gewesen.

Das Buch wird als Thriller verkauft - dies ist eine absolut falsche Genrebezeichnung. Ebenso deutet der Klappentext hier auf ein ganz anderes Buch hin. Denn das Buch ist mehr als historischer Roman zu sehen. Wenn man aber einen Thriller erwartet, kann einem das Buch nicht gefallen.

Thrillerelemente sind Mangelware, nur das letzte Kapitel konnte mich als Thriller überzeugen - das ist eindeutig zu wenig. Die vorherige Gegenwarts-/Thrillerhandlung wurde jeweils nur ganz kurz angeschnitten.

Im Impressum des Buches steht, dass im englischen Original (das bis dato übrigens nicht erschienen ist) die Gegenwartshandlung fehlt und nur in der deutschen Version mit Zustimmung der Autorin veröffentlicht wurde. Das zeigt auch das Dilemma auf - denn die Gegenwartshandlung ist es, wovon der Klappentext spricht und der alles was irgendwie nur entfernt mit Thriller zu tun hat, zu bieten hat.

Aber auch wenn man das Buch als historischen Roman liest, wird man enttäuscht sein. Zwar ist der Prolog sehr gut und auch manche Szenen gefielen mir, aber der Großteil der historischen Handlung war sehr langwierig.

Das ganze Buch zeigte kaum Spannung - weder in der Vergangenheits-, noch in der Gegenwartshandlung.

Auch wirkten die beiden Parte absolut inhomogen, auch wenn sie natürlich inhaltlich zusammenpassten.

Ebenso waren die Charaktere, die meist nur oberflächlich beschrieben waren, farblos.

Dabei war die Idee hinter dem Buch absolut geeignet, einen interessanten und spannenden Thriller mit historischem Kontext zu schreiben.

Wobei eines muss man der Autorin lassen: das Buch wirkt glänzend recherchiert.

Fazit: Wenn man das Buch als Thriller bewerten müsste, würde es max. einen halben Stern erhalten; als historischer Roman gebe ich 2 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Idee
Veröffentlicht am 26.04.2019

Der Staat und Heckler

Tanja oder Die Unplanbarkeit des Daseins
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Heckler - um die 50 - arbeitet als Beamter im Funkwesen bei der Post der BRD. Als er die junge Sekretärin Tanja einstellt, beginnen seine Probleme. Sämtliche Karrierepläne kann er über den Haufen werfen, ...

Heckler - um die 50 - arbeitet als Beamter im Funkwesen bei der Post der BRD. Als er die junge Sekretärin Tanja einstellt, beginnen seine Probleme. Sämtliche Karrierepläne kann er über den Haufen werfen, und er fühlt sich verfolgt und gemobbt.
Das Cover des Buches ist zwar relativ einfach gemacht, hat mich aber neugierig auf das Buch gemacht. Ebenso ging es mir beim Klappentext, der eigentlich nichts aussagt, da er aus Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ stammt.
Der Autor schreibt in seiner Kurzbiographie am Ende des Buches, dass er realitätsnahe Romane ohne billige Thriller-Effekte schreiben möchte. Ich finde, dass jeder gute Roman (ausgenommen sind natürlich Sachbücher) zumindest eines von 3 Merkmalen erfüllen sollte. Diese sind Humor, Spannung und/oder Emotionen (die sie beim Leser auslösen).
1. Humor: Mitunter sind zwar einige Witze eingebaut, die aber nicht wirklich lustig und/oder altbacken sind.
2. Thrill bedeutet auf Deutsch Spannung – darauf möchte der Autor scheinbar verzichten und das ist im eigentlich sehr gut gelungen, denn Spannung erzeugt er in keiner Sekunde.
3. Emotionen: Es kommen im ganzen Buch sehr viele Charaktere vor, die meisten sogar ohne Vornamen. Dies auch bei Heckler selbst (bzw. wird er erst relativ am ende genannt); seine Frau und seine Tochter scheinen namenlos zu sein. Insgesamt wurde ich mit der Hauptperson Heckler nie warm; er war mir unsympathisch und ich konnte mich auch nicht die Bohne mit ihm identifizieren.
So hatte dieses Buch also keines der Merkmale, die ein gutes Buch haben sollte.
Heckler selbst erscheint mir stark psychotisch und paranoid. Letztendlich ist er nur ein einfacher Beamter und weshalb sollte der Staat (oder wer auch immer) ihn rund um die Welt verfolgen und Fallen stellen? Noch dazu schreibt er selbst, wie ihm manche Frauen gefallen und dass er vielleicht schwach werden könnte. Und wenn ihn dann schon Kinder „anbraten“, ist das alles sehr übertrieben. Vielleicht spielt aber auch der Alkohol mit, den der Hauptakteur scheinbar fast täglich zu sich nimmt (zumindest aber auf seinen Auslandsreisen, egal ob beruflich oder privat).In seinem Vorwort stellt der Autor die Frage, ob die beschriebenen Ereignisse wirklich völlig unvorstellbar sind – meine Antwort ist definitiv ja. Desgleichen gilt auch dafür: Warum sollte sich ein Mann, der knapp vor der Rente steht, für einen höheren Posten bewerben und genommen werden. Die Einarbeitungszeit würde ja bis zur Rente gehen.
Wenn über Heckler geschrieben steht, warum er Tanja nicht heiraten kann (was übrigens innerhalb von 5 Seiten 2x in demselben Wortlaut geschieht), kommt darin nie seine Frau vor. Scheinbar ist er nur mit ihr verheiratet um nicht alleine Urlaub zu machen oder ins Theater zu gehen. Liebe scheint hier nicht im Spiel zu sein.
Wenn es um den Funk geht wird es oft sehr technisch und langwierig. Auch reist Heckler viel – Arbeitsreisen und Urlaube mit seiner Frau. Diese Urlaube werden sehr genau beschrieben – fast wie ein Reisetagebuch.
Irgendwie schaffte es der Autor aber doch, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe, sondern es zu Ende gelesen habe. Darum auch meine Bewertung des Buches.
Insgesamt blieb mir der Sinn des Buches allerdings verborgen und irgendwie musste ich an das Stück „Warten auf Godot“ denken.
Fazit: Fast 600 Seiten mit wenig Handlung, keinen Emotionen und noch weniger Spannung - fern von aller Realität 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 09.11.2018

brutale, vulgäre Hardcore-SF-Dystopie

Deep!Space!Dead!
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Referend Walker (Ref) ist in einer Rettungskapsel durch das All auf dem Weg zu vermeintlichen Rebellen, die er sein Leben lang als seine Feinde betrachtet hat. Er ist sich nicht sicher, ob er diesen Flug ...

Referend Walker (Ref) ist in einer Rettungskapsel durch das All auf dem Weg zu vermeintlichen Rebellen, die er sein Leben lang als seine Feinde betrachtet hat. Er ist sich nicht sicher, ob er diesen Flug überleben wird, noch ob diese Mission die richtige Entscheidung war. Dabei denkt er immer wieder an seine eigene Vergangenheit und sein Leben zurück.

Das Cover des Buches ist außergewöhnlich gemacht, passt auch sehr gut zum Buch, gefällt mir aber nicht wirklich. Der Klappentext hingegen hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht.

Zudem befindet sich auf dem Cover ein Elternschutz-Vermerk, den das Buch auch dringend notwendig hat , dazu aber später mehr. Gleich darüber ein weißer Strich/eine Unterbrechung, die keinen Sinn am Cover ergibt.

Ich las das Buch als E-Book. Hier viel erstmals auf, dass die Verlagsschrift nicht lesbar ist, da man trotz größter Schriftgrößeneinstellung eine Lupe benötigen wurde. Indem ich eine andere Schriftart wählte, löste sich das Problem allerdings.

Zudem gibt es in diesem Buch keine Kapiteleinteilung und auch nur wenige Absätze (zwischen den "Zeitsprüngen"), was die Lesbarkeit erschwerte. Dazu gesellten sich auch noch diverse Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Das Buch beginnt mit einem guten Einstieg in einer fernen Gegenwart - das was der Klappentext ja besagt. Dort erinnert sich Ref an sein Leben zurück. Dies geschieht allerdings nicht chronologisch geordnet, sodass es für mich sehr schwierig war der Geschichte zu folgen.

Ref selbst, sowie auch die anderen Protagonisten waren mir eigentlich sehr unsympathisch. Ref selbst kommt ja aus einer unteren Schicht, daher passt natürlich die vulgäre Sprachweise und etwas Gewalt auch zu ihm, allerdings besteht das Buch für mich gefühlt aus 65% Gewalt- und Folterszenen und 30 % Sexszenen. Somit blieb natürlich meiner Meinung nach für die Handlung zu wenig Zeit. Immer wieder vertrödelt der Autor mit sogenanntem Füllmaterial - Szenen, die das Buch nicht benötigt und auch nicht weiterbringen.

Die Rahmenhandlung selbst (warum ich das Buch ja auch lesen wollte) ist eigentlich gut, auch wenn sie nciht gerade neu ist, aber die Umsetzung des Ganzen konnte mich nicht überzeugen.

Dazu kam dann ein Ende, das auch nicht wirklich überzeugen konnte und irgendwie nicht abgeschlossen wirkt.

Ein paar Mal war ich kurz davor das Buch abzubrechen, schaffte es dann aber doch durch das ganze Werk.

Für mich ist es in diesem Jahr Platz 1 meiner schlechtesten gelesenen Bücher.

Fazit: Hardcore-SF-Dystopie, die weniger durch Handlung als durch Gewalt und Sex besticht. 2 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 30.04.2017

definitiv kein Mainstream

In Blut und Liebe - Erzählungen
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In Blut geschrieben Herzensblut ist jedes Wort Gedankengut, das mit Liebe wurd gewählt, das mit Liebe uns erzählt. Von Gefahren und von Leid, Von dem was geht, von dem was bleibt. Erzählungen von Constantin ...

In Blut geschrieben Herzensblut ist jedes Wort Gedankengut, das mit Liebe wurd gewählt, das mit Liebe uns erzählt. Von Gefahren und von Leid, Von dem was geht, von dem was bleibt. Erzählungen von Constantin Dupien, dem Herausgeber der preisgekrönten "Mängelexemplar"-Reihe. Illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss.

Zum Cover: Der Autor schreibt selbst in seiner Danksagung, dass das Cover eine perfekte Symbiose aus Detailreichtum und vielsagender Schlichtheit ist, Die Schlichtheit kann ich nachvollziehen, das Detailreichtum nicht. Ich finde das Cover zwar primär nicht schlecht gemacht, aber es ist neben der Schlichtheit für mich auch nicht zum Buch passend.

Das Buch selbst ist eine Kurzgeschichtensammlung des Autors, die jede Story durch eine Illustration von Melanie Stoll bzw. Julia Takaig und ein Vorwort von Vincent Voss einleitet. Dazu beinhaltet das Buch auch Gedichte von Merten Mederacke.

Die Geschichten sind verschiedenen Genres zuzuordnen - Horror, Dystopie, Krimi, Drama, Romance, und vieles mehr ist in diesem Buch enthalten.

Laut dem Vorwort von Carmen Weinand kümmert es den Autor nicht im geringsten ob seine Werke alltagstauglich sind oder nicht. Der Autor will also gar nicht dem "Mainstream" angehören - und das tut er definitiv nicht.

Mir selbst konnten nur 2 Geschichten gefallen: "Auge um Auge" verdient das Prädikat "absolut lesenswert"; ebenso konnte mich "Vergiss mich nicht" überzeugen. Alle anderen Geschichten konnten mich nicht wirklich erreichen, was teilweise sicher auch der Kürze der Geschichten verschuldet war. Aber auch dem Schreibstil - mit teilweise sehr langen Sätzen - war oft sehr schwierig zu folgen.

Fazit: Kurzgeschichten, die mich großteils nicht überzeugen konnten, dennoch blitzt in der einen oder anderen Geschichte das Potential des Autors auf.

1,5 Sterne