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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2019

Absolut überzeugend und spannend

Blind
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Nathanael ist seit seinem 11. Lebensjahr blind und hat gelernt mit seiner Blindheit zu leben und umzugehen. Hilfe erhält er dabei von seiner Hündin Alisha, die oftmals sehr eigen ist, aber letztlich fast ...

Nathanael ist seit seinem 11. Lebensjahr blind und hat gelernt mit seiner Blindheit zu leben und umzugehen. Hilfe erhält er dabei von seiner Hündin Alisha, die oftmals sehr eigen ist, aber letztlich fast immer auf ihr hört und ihn unterstützt.

Ein großes Hilfsmittel bei Blinden ist die App "be my eyes" bei der Blinde per Handy mit Sehenden verbunden werden und sich quasi deren Augen leihen können, z.B. bei der Auswahl der Farbe des Hemdes. Und genau diese App ist es, die ihn mit Carole verbindet - einer netten jungen Frau, die sich sogar an ihn erinnern konnte und dass sie bereits miteinander zu tun hatten. Jedoch bricht das sehr nette Gespräch abrupt ab. Nathanael hört einen Schrei und einen Sturz und dann ist nur noch Stille. Was ist mit Carole passiert? Ist sie gestürzt? Braucht sie Hilfe? Nur kann er sie leider nicht erreichen, da über die App die Teilnehmer immer nur zufällig ausgewählt werden.
Nathanael ist sich sicher, Carole ist etwas passiert und meldet das bei der Polizei, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Erst Milla, eine Journalistin - die ihn als Blinden mal interviewt hatte - scheint geneigt ihm zu glauben. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche. Parallel ist Milla aber auch noch an einer anderen Story dran. Es soll jemanden geben, der Leute bewusst mit HIV infiziert. Mittlerweile gibt es bereits mehrere Verdachtsfälle und es sieht aus, als werden es immer mehr.

Diese beiden Kriminalfälle, die scheinbar nichts miteinander gemein haben, tragen einem durch das Buch. In sehr kurzen, angenehm zu lesenden Kapiteln werden wir von Carole, zu Nathanael, zu Milla getragen. Ein Gesamtbild kann sich lange nicht ergeben, aber genau das macht die große Spannung aus. Je weiter fortgeschritten die Story ist, umso kreisen die Gedanken im Kopf und läßt einen überlegen, was eigentlich passiert ist, wer hier der Schuldige ist?

Christine Brand gelingt es mit ihrem Erzählstil einen wahnsinnigen Sog zu entwickeln, der einen beim Lesen förmlich mitriss. Die hohe Grundspannung des Geschehens wiederum sorgt dann dafür, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag und sich total gefesselt und gebannt wiederfindet.

Dieses Buch hat mich absolut überzeugt und nur zu gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Von mir gibt es auf jeden Fall verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Nichts für schwache Nerven

Abgeschlagen
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Paul Herzfeld ist zurück. Als er den vermeintlichen Selbstmord einer älteren Dame als Mord erkennt, gibt es Ärger mit seinem Chef. Der wollte sich eigentlich vor der Presse profilieren und hatte die Anzeichen ...

Paul Herzfeld ist zurück. Als er den vermeintlichen Selbstmord einer älteren Dame als Mord erkennt, gibt es Ärger mit seinem Chef. Der wollte sich eigentlich vor der Presse profilieren und hatte die Anzeichen für den Mord nicht bemerkt.

Doch es kommt noch schlimmer. Innerhalb kürzester Zeit werden im Kieler Stadtpark ein unbekleideter Mann und im Koffer eine zerstückelte Frau gefunden. Der Chef von Herzfeld Prof. Schneider möchte die Aufklärung der Todesursache und der Mordfälle unbedingt für sich verbuchen. Die Stelle des Direktors der Kieler Rechtsmedizin ist vakant und er fühlt sich geradezu berufen für diesen Posten. Herzfeld jedoch bemerkt relativ schnell Ungereimtheiten und versucht diese auf eigene Faust aufzuklären. Damit kommt er dem wahren Täter bedrohlich nah und gerät selbst in Lebensgefahr.

Selten habe ich einen blutigeren Krimi gelesen! Aber ich muss auch sagen, trotz des vielen Blutes, dass das Buch ungemein spannend war. Dem Autor ist es gelungen, diese Spannung von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Die kurzen Kapitel führten auch dazu, dass ich während des Lesens innehielt und mich fragte, was mich wohl als nächstes erwarten würde. Auch die Bedrohung , die sich zunehmend mehr aufbaute, war bei mir deutlich spürbar. Das ein oder andere Mal dachte ich bei mir, warum zieht Herzfeld nicht den ermittelnden Kommissar Tomforde hinzu. Dann wäre es vielleicht alles nicht so bedrohlich geworden. Aber es liegt vermutlich am Charakter von Herzfeld bestimmte Dinge erst einmal allein zu erledigen.

Ich fand diese Buch absolut spannend. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Rache ist süß

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Faye hat alles was sie braucht um glücklich zu sein. Ihre Ehe mit Jack, um den sie alle beneiden. Beide sind das Vorzeigepaar in der schwedischen Gesellschaft, er der erfolgreiche Geschäftsmann, sie die ...

Faye hat alles was sie braucht um glücklich zu sein. Ihre Ehe mit Jack, um den sie alle beneiden. Beide sind das Vorzeigepaar in der schwedischen Gesellschaft, er der erfolgreiche Geschäftsmann, sie die Vorzeigefrau - die dem Mann den Rücken freihält und stärkt. Ihr Glück ist vollkommen durch Julienne. Und doch gibt es da diese Momente, in denen Jack immer weniger Zeit hat für Faye, in denen ihre Unsicherheit und Hilflosigkeit wächst. Zunehmend fühlt sie sich von Jack kleingemacht und in die Rolle der sich duckenden, gefallsüchtigen Ehefrau gedrängt. Als sie durch einen dummen Zufall den großen Betrug aufdeckt und von Jack wie eine heiße Kartoffel fallengelassen wird, schreit ihr Inneres nach Rache.

Camilla Läckberg hat hier einen Roman geschrieben, der aus meiner Sicht die Spannung eines Krimis in sich trägt. Am Anfang erfahren wir viel von Faye, wie und warum sie so geworden ist. Auch ihre Veränderungen nach dem Kennenlernen, im Zusammenleben mit Jack werden sichtbar. Schon beim Lesen fragte ich mich, warum lässt sie sich das alles gefallen? Warum lässt sie sich von Jack in diese passive Rolle drängen? Dabei ist sie doch diejenige, die die innovativen und kreativen Ideen hat.

In einzelnen kleinen Rückblenden erfahren wir aber auch, wie Matilda - so hieß sie früher - zu Faye geworden ist und warum. Ihre sehr enge Freundschaft mit Christ - wie Faye eine Außenseiterin - nimmt in diesem Abschnitten einen sehr breiten Raum ein und man kann verstehen, warum beide so eine enge Bindung zueinander haben.

So richtig spannend wird es jedoch, als Faye sich nach dem Verlust von Jack und Julienne auf ihre alten Stärken besinnt. Sie ist plötzlich in der Lage das Heft wieder in die Hand zu nehmen und das Ruder herumzureißen. Die Kraft und Energie für ihre Aktionen schöpft sie aus dem Hass auf Jack, der ihr alles genommen hat. Das war dann beim Lesen auch der Moment, wo ich mich für sie und über ihren Erfolg gefreut habe.

Am Anfang wusste ich nicht, wo mich das Buch hinführen wird. Jetzt am Ende kann ich sagen, mir hat es gefallen. Ich empfehle es zu gerne und vergebe verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 22.04.2019

Rasant und spannend

Die Todesbotin
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Als Nicoletta den einsamen Koffer in der Straßenbahn stehen sieht, ist es für sie der größte Glücksfall überhaupt. Auch wenn sie nicht weiß, was drin ist, der Inhalt würde ihr helfen, die nächsten Tage ...

Als Nicoletta den einsamen Koffer in der Straßenbahn stehen sieht, ist es für sie der größte Glücksfall überhaupt. Auch wenn sie nicht weiß, was drin ist, der Inhalt würde ihr helfen, die nächsten Tage zu überstehen. Und wenn es ihr dann noch gelingen würde, den Koffer ungesehen in ihren Unterschlupf in einer verlassenen Kinderkrankenhaus in Weißensee zu bringen, wäre das Glück perfekt. Ihr Plan ist gut und doch wird sie von Antoniu, der das von ihr und den anderen obdachlosen Kindern erbettelte Geld immer einsammelt, bemerkt. Sein Plan den Koffer aufzubrechen, geht schief. Durch die Explosion des Koffers kommen er und auch Nicolettas Freundin ums Leben.

Die Explosion ruft den Staatsschutz auf den Plan. Parallel dazu wurde kurz vorher ein türkischer Händler in Kreuzberg erschossen aufgefunden. Für Staatsanwaltschaft und Staatsschutz ist schnell klar, die beiden Fälle müssen zusammen hängen. Bei der Bombenexplosion in Weißensee wurden auch die menschlichen Überreste eines Asylbewerbers gefunden. Hierbei kann es sich also nur um einen islamistischen Anschlag handeln.

Victor von Puppe, der vor einem Jahr sozusagen in die Mordkommission reingeschnuppert hatte, ist jetzt fest im Team integriert. Mit Ken, dem Deutsch-Japanischen schrägsten Kriminalkommissar, kommt er mittlerweile ganz gut zurecht. Das Verhältnis zu Begüm Duran ist immer noch ein wenig schwierig. Gemeinsam wollen sie den Fall des ermordeten türkischen Händlers aufklären. Aber der Staatsschutz hat sie bereits zurück gepfiffen.

Aber sie entdecken noch eine weitere Spur nach Wewel, einem deutschnationalen Dorf in Mecklenburg Vorpommern. Hier versuchen sie weitere Spuren zu finden.

Ich muss gestehen, ich kenne bereits den ersten Band von Thomas Elbel und habe die Kommissare und ihre persönliche Geschichte bereits kennen gelernt. Für mich war es, als hätte es keine Unterbrechung in der Lektüre gegeben. Aber die Thematik des Krimis hatte es in sich. Durch die vielen verschiedenen Spuren wusste ich mitunter nicht, wo die Geschichte enden wird. Aber es ist dem Autor mehrfach gelungen Überraschungseffekte, mit denen ich nicht rechnen konnte, einzubauen. Das gab dem Krimi einen zusätzlichen Spannungsschub, die Ereignisse überschlugen sich. Das war dann auch der Moment, wo ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollte.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, er war absolut spannend. Ich empfehle ihn nur zu gerne weiter und vergebe fünf Lesesterne. Ach ja, man muss das erste Buch nicht gelesen haben, um dieses zu verstehen.

Veröffentlicht am 12.04.2019

Wer lügt hier eigentlich?

Die Lüge
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Es ist eine ganz normale Familie, die in Lund in Schweden lebt. Adam ist Pfarrer, Ulrika ist Rechtsanwältin und ihre Tochter Stella. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als Stella plötzlich verhaftet und des ...

Es ist eine ganz normale Familie, die in Lund in Schweden lebt. Adam ist Pfarrer, Ulrika ist Rechtsanwältin und ihre Tochter Stella. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als Stella plötzlich verhaftet und des Mordes angeklagt wird. Ihr wird vorgeworfen mit ihren 19 Jahren einen wesentliche älteren Geschäftsmann mit mehreren Messerstichen ermordet zu haben. Für die Eltern bricht eine Welt zusammen. Sie können sich nicht vorstellen, dass ihre Tochter zu so einer Tat überhaupt fähig wäre. Kannte sie diesen Mann überhaupt? Da die Staatsanwaltschaft unbeirrbar an die Schuld Stellas glaubt, versucht Adam auf eigene Faust zu ermitteln und eigene Erkenntnisse zu finden. Was er erfährt, lässt ihn kaum glauben. Kannte er seine Tochter eigentlich noch?

Der Autor beleuchtet diesen Roman aus verschiedenen Perspektiven. Er lässt uns an den Erinnerungen und Erlebnissen von Adam teilhaben. Je mehr wir von Adam über Stella lesen, über ihre Entwicklung und ihr Erwachsen werden, umso klarer wird das Bild. Aber ist es das richtige? Auch Stella kommt zu Wort. Ihre Erzählungen sind anders. Die gemeinsamen Erlebnisse mit ihrem Vater erhalten einen anderen Blickwinkel und lassen uns während des Lesens an vielem zweifeln. Dann kommt die Mutter zu Wort und verwirrt uns noch mehr. Nichts ist so, wie es scheint. Wer sagt hier die Wahrheit, wer lügt.

Dieses Verwirrspiel ist es, was diesen Roman lesenswert macht. Auch wenn es in dem Roman um einen Kriminalfall geht, ist es kein Krimi. Aber für mich war es dennoch absolut lesenswert. Bis zum Schluss war ich im Unklaren über das Geschehene. Das war es auch, was das Buch so lesenswert machte. Diese unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht und einen nicht mehr los lässt. Mir hat es gefallen und ich kann es nur empfehlen, weil es so anders ist. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.