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Veröffentlicht am 14.10.2021

Liebe im Lockdown

In diesem Moment
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Milena hat keinen Job, keine Wohnung und keine Ersparnisse. Sie schließt sich mit Widerwillen, aber aus blanker Not, einer Gruppe an, die mit dem Neffen-Trick alte Leute abzockt. Schon beim ersten Coup ...

Milena hat keinen Job, keine Wohnung und keine Ersparnisse. Sie schließt sich mit Widerwillen, aber aus blanker Not, einer Gruppe an, die mit dem Neffen-Trick alte Leute abzockt. Schon beim ersten Coup wird sie beinahe erwischt. Dass die Polizei sie nicht verhaftet, hat sie Alwine zu verdanken, jener alten, verwirrten Frau, die sie um Bares hätte erleichtern sollen. Alwine, eine Alkoholikerin, hält sie nämlich für ihre verschollene Tochter Sophie. Milena nimmt die Rolle nur zu gerne an, denn nun hat sie zumindest ein Dach über dem Kopf und regelmäßig zu essen.

Dann stirbt Alwine unerwartet, und Milenas Tage in der Villa scheinen gezählt. Denn Max, Alwines Sohn, will das Haus baldmöglichst verkaufen, und Sophie, die sich jetzt Ava nennt, quartiert sich erst einmal darin ein - ohne von Milenas Existenz zu ahnen. Lange geht das natürlich nicht gut...

Es ist ein schöner Liebesroman, denn das Ava und Milena über Umwege zusammenfinden, liegt bei den Romanen von Carolin Schairer auf der Hand. Die Rahmenkulisse ist quasi Corona, mit allen Höhen, Tiefen und Maßnahmen. Die Hauptpersonen müssen damit zwangshalber umgehen, so, wie es jeder von uns musste. Die Einstellung der Personen dazu ist naturgemäß sehr verschieden: während Ava schimpft, wettert und kritisiert, will sich Milena auf keinen Fall anstecken und bremst Ava in ihren Schimpftiraden auf diverse Politiker immer wieder aus. Daher finde ich das Buch diesbezüglich sehr ausgewogen, weil eben jede Perspektive zu Wort kommt.

Insgesamt ist es ein schöner Roman, sprachlich wie immer auf hohem Niveau, gut recherchiert und sein Geld absolut wert.,

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Veröffentlicht am 09.02.2021

Liebesgeschichte, die im Berchtesgadener Land spielt

Zurück auf Los
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Astrid ist eine Überflieger-Ärztin an der Charité in Berlin. Sie hält international Vorträge und lehrt an der Uni. Ein dummer Autounfall zwingt sie, einen Schlussstrich unter ihr bisheriges Leben mit Freundin ...

Astrid ist eine Überflieger-Ärztin an der Charité in Berlin. Sie hält international Vorträge und lehrt an der Uni. Ein dummer Autounfall zwingt sie, einen Schlussstrich unter ihr bisheriges Leben mit Freundin Hennie und Tochter Simone zu setzen. Sie zieht nach Bayern, genauer gesagt, in die Nähe von Berchtesgaden, und fängt dort nochmal ganz von Vorne an.
Es dauert nicht lange, da stößt sie im wahrsten Sinne des Wortes auf einer engen Bergstraße mitten im Schnee mit Izzy zusammen. Izzy ist eine junge Witwe mit viel Geld, um die sich wilde Gerüchte ranken. Schon bald wird Astrid unfreiwillig in eine Familienfehde hinein gezogen - und fühlt sich zu Izzy hingezogen.

Ja, wir wissen, wie diese Romane ausgehen....trotzdem ist es immer wieder schön, darüber zu lesen, wie sich zwei Frauen finden und eine Liebesbeziehung ihren Anfang nimmt.
Ja, Izzy und Astrid sind wunderschön und gut situiert, das deckt sich nicht unbedingt mit jederfrau`s Umfeld, aber....um im Lockdown Wegzuträumen, ist diese Art von Lektüre genau das Richtige!

Ich mochte die Geschichte jedenfalls - aus folgenden Gründen:
- schöne, liebenswerte Hauptpersonen
- romantische Szenen
- teilweise witzig (Stichwort: Fuchs in der Scheune)
- eine Portion Realismus und Gesellschaftskritik (Männer kommen immer noch eher in hohe Positionen als Frauen).

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Veröffentlicht am 11.09.2019

Sehr mitreißend, sehr aufwühlend

Meeresschwester
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Mit „Meeresschwester“ hat Carolin Schairer einen sehr bewegenden Familienroman geschrieben, der aufwühlt, nachdenklich macht und teilweise Tränen in die Augen treibt.
Ein Kind verschwindet beim Familienurlaub ...

Mit „Meeresschwester“ hat Carolin Schairer einen sehr bewegenden Familienroman geschrieben, der aufwühlt, nachdenklich macht und teilweise Tränen in die Augen treibt.
Ein Kind verschwindet beim Familienurlaub vom Strand, die Familie ist verzweifelt, ein Horrortrip beginnt. Der Vater gerät unter Verdacht, die Mutter zerbricht fast an dem Verlust, um die ältere Schwester kümmert sich niemand mehr in der Weise, wie sie es bräuchte. Sechs Jahre währt dieser Horror. Dann taucht Lisa, das verschwundene Kind, plötzlich wieder auf. Es geht ihr gut, sie hatte bei ihren „anderen Eltern“ ein tolles Leben, soll jetzt aber wieder in ihre Ursprungsfamilie zurück. Nur, dass es diese in der Form von früher gar nicht mehr gibt.

Mit diesem Buch hat die Autorin bewiesen, dass sie nicht nur zu Herzen gehende Liebesromane schreiben kann, sondern auch ganz anderes.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Klassischer Lesben-Liebesroman

Am Anfang war Neuseeland
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Der Hauptpreis beim Gewinnspiel eines Herstellers für Outdoor-Klamotten ist die Teilnahme an einer vierwöchigen Neuseeland-Reise. Alexa und Susanne gehören zu den Glücklichen. Während sich die eine freut, ...

Der Hauptpreis beim Gewinnspiel eines Herstellers für Outdoor-Klamotten ist die Teilnahme an einer vierwöchigen Neuseeland-Reise. Alexa und Susanne gehören zu den Glücklichen. Während sich die eine freut, ihren Hochzeitsplanungen zu entkommen, will die andere den Gewinn erst einmal gar nicht annehmen, denn mit Abenteuer und so hat sie leider nichts am Hut. Die beiden sind sich anfangs nicht sympathisch und geraten aneinander, doch dann entdecken sie Gemeinsamkeiten. Nach einer gemeinsamen Woche in Picton ist aus dieser zarten Freundschaft eine Affäre geworden, die jedoch abrupt endet, als klar wird, dass beide in ihr „altes“ Leben zurück müssen. Für beide ist das sehr schmerzhaft, doch es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Nach eineinhalb Jahren begegnen sie sich wieder.... sind die Rahmenbedingungen jetzt andere?

Ich kenne viele von den mittlerweile über 20 Büchern der Autorin. Auch, wenn jedes auf seine Art anders ist, gibt es zumindest von Seite 1 an die Gewissheit, das alles gut wird. Wer wie ich solche Geschichten mag, ist auch mit „Am Anfang war Neuseeland“ gut bedient.

Veröffentlicht am 10.08.2018

Am Anfang sind sich Denise und Kathi nicht einmal sympathisch....

Am richtigen Platz
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...doch das ändert sich im Laufe dieser Geschichte, in der Carolin Schairer wieder einmal zwei Frauen zusammenbringt, die für denselben Arbeitgeber tätig sind. Diesmal ist es eine Werbeagentur, und die ...

...doch das ändert sich im Laufe dieser Geschichte, in der Carolin Schairer wieder einmal zwei Frauen zusammenbringt, die für denselben Arbeitgeber tätig sind. Diesmal ist es eine Werbeagentur, und die gehört auch noch dem Vater von Denise. Während Kathi jedoch als dessen rechte Hand unentbehrlich ist, zählen zu Denises Stärken eher Dinge wie Shopping, Wohnungen einrichten und Partys. Alles ändert sich, als Denise von ihrer Freundin vor die Türe gesetzt wird und gezwungen ist, ihr eigenes Geld zu verdienen. Sie muss sich mit der ihr verhassten Kathi arrangieren.
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Man könnte jetzt sagen: oh je, schon wieder ein Buch von Carolin Schairer, das die Liebe am Arbeitsplatz thematisiert. Wir hatten doch schon "Ellen", "Vesna", "Küsse mit Zukunft"....Aber: es ist einfach nie genug! Schließlich lernen sich ja viele Paare am Arbeitsplatz kennen und Geschichten mit Machtgefälle funktionieren immer. Und das Schöne ist, dass außer den Rahmenbedingungen nichts an die früheren Geschichten erinnert. Neue Personen, neue Probleme, neues Setting. Von mir aus könnte sie jedes Jahr eine Geschichte über LIebe am Arbeitsplatz schreiben