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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2019

Wieder ein extrem spannender Fall für die "Krähe"

Lautlose Schreie
2

Auf einem Acker, lieblos verscharrt, werden mehrere Kinderleichen gefunden, deren Spuren an ihrem Körper davon zeugen, dass sie Schlimmes durchleben mussten. Die „Krähe“, Mara Billinsky, stürzt sich auf ...

Auf einem Acker, lieblos verscharrt, werden mehrere Kinderleichen gefunden, deren Spuren an ihrem Körper davon zeugen, dass sie Schlimmes durchleben mussten. Die „Krähe“, Mara Billinsky, stürzt sich auf den Fall. Jedoch gefällt ihre unangepasste Art nicht jedem, wodurch sie durch ihren Vorgesetzten Klimmt und dem neuen Staatsanwalt rasch auf das Abstellgleis geschoben wird. Doch Mara wäre nicht sie, wenn sie sich davon abschrecken lies. Auf eigene Faust ermittelt sie weiter und stößt rasch auf erste heiße Spuren. Leider bringt sie sich (und ihren Kollegen) durch ihr Handeln an der Grenze zur Legalität immer wieder in Schwierigkeiten. Nur durch die dabei erzielten Fortschritte kommt sie disziplinarisch jedoch recht glimpflich davon.
Nachdem ich mit „Blinde Rache“ Mara und den Autor Leo Born bereits kennenlernen durfte, wurde ich auch von diesem Buch nicht enttäuscht.
Die Story ist wieder sehr gut geschrieben - schon die ersten Zeilen zeugen von einem ungeheuerlichen und unmenschlichen Geschehen, die Schlimmes erahnen lassen: ein brutales Geflecht aus skrupelloser Geldgier und undurchdringlichen „Firmen“ um Organ- und Menschenhandel.
Sehr gelungen ist meiner Meinung nach, das ohne großartig weit auszuholen, alles Wichtige
um Mara auf die ersten Zeilen integriert ist, so das auch Leser, welche den ersten Band nicht gelesen haben, etwas Hintergrundinfos zu ihr bekommen.
Was mir ganz besonders aufgefallen ist, ist die Gestaltung des Covers - es macht den Eindruck eines abgegriffenen Buches und mehrmals habe ich - aus Gewohnheit heraus - über die Ecken gestrichen um es zu glätten. Dies ist sehr gelungen und macht irgendwie auf dieses Buch aufmerksam.
Einfach ein spannendes, stimmiges und absolut lesenswertes Buch, das wahnsinnig fesselt und ich einfach nur empfehlen kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Geschichte
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 13.05.2019

Gelungener und extrem spannender Thriller aus L.E. (Leipzig ;-)

Der Todesschöpfer
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Eher zufällig machen die Polizisten im Kofferraum eines gestohlenen Autos einen grausamen Fund: ein in einer Glasstatue eingeschlossenen Schädel. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen menschlichen ...

Eher zufällig machen die Polizisten im Kofferraum eines gestohlenen Autos einen grausamen Fund: ein in einer Glasstatue eingeschlossenen Schädel. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen menschlichen handelt, in dem eine Art Seriennummer eingraviert und dass dies kein Einzelobjekt ist…
David Schlotter, der Sohn eines Leipziger Glasfabrikanten ist seit mehr als 2 Jahren verschwunden und die schrullige Detektivin Roswitha Mengel ermittelt seitdem recht erfolglos.
Und plötzlich verschwindet noch die Frau des Geschäftsführers von LoLa Glas – einem Konkurrenten von Schlotter.
Klara Frost, als zuständige Ermittlerin, wird jedoch sehr rasch vom BKA aufs Abstellgleis geschoben, da dieser Fall des „Glasmachers“ schon länger bei ihnen auf Aufklärung drängt. Was auf den ersten Blick ohne Zusammenhang scheint, entwickelt sich zu einem geschickt verflochtenen Tatgeschehen mehrerer, was seinen Antrieb in Geltungssucht, Größenwahn und Rache findet. Elias Haller gelingt es in den Schilderungen hervorragend, falsche Fährten zu legen bzw. mit Cliffhangern enorme Spannung aufzubauen, so das man das Lesen nicht unterbrechen möchte.
Klara macht auf mich mit ihrer unkonventionellen Art und dem „Antityp“ eines gängigen Polizeibeamten gleich einen sympathischen und unbesiegbaren Eindruck, denn sie scheint gegen jegliche Angriffe gefeit, seien sie nun körperlicher Natur oder Dienstvorschriften. Einfach eine ungewöhnliche Ermittlerin mit ungewöhnlicher Herangehensweise!
Je näher sie dabei aber dem „Glasmacher“ kommt, umso mehr wird sie dabei zu seiner Marionette. Der raffinierte Spieler agiert mit ihr, wohl wissend, dass sie tut, was er will. Die Aufgaben sind dabei so krank wie schwierig, aber dennoch genial. Und er überlässt nichts dem Zufall – wie bei seinen Glasobjekten strebt er hier immer nach Perfektion…

Einfach ein gelungenes Buch welches ich nur empfehlen kann. Durch den Schreibstil liest es sich sehr rasch – dabei sorgen der rasante Szenenwechsel und die relativ kurzen Kapitel für extreme Spannung.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Eine wundervolle Mischung aus Text und Musik mit einem sehr wahrem Kern!

Das verschenkte Weinen
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Die junge Aristid lernt den blinden Flüchtlingsjungen Hondez kennen. Aus den beiden Spielkameraden entsteht eine tiefe Liebe, wobei der eine nicht ohne den anderen sein kann. Durch Aristid „sieht“ Hondez, ...

Die junge Aristid lernt den blinden Flüchtlingsjungen Hondez kennen. Aus den beiden Spielkameraden entsteht eine tiefe Liebe, wobei der eine nicht ohne den anderen sein kann. Durch Aristid „sieht“ Hondez, was sie sieht – und beide könnten damit glücklich sein. Als sie von einem Arzt erfahren, der Blinde sehend machen kann, wächst vor allem in Aristid der Wunsch, das Hondez sehen kann. Doch der Preis dafür ist sehr hoch….
Leidvoll muss Hondez erfahren, das durch das vermeintlich „einfache“ Opfer was Aristid dachte zu erbringen, sie sich sehr zu ihrem Nachteil verändert. Mit dem Weinen hat sie auch ihre Gefühle verloren. Dabei ist das Weinen keine unwichtige Eigenschaft, denn es befreit und bringt Emotionen genauso zum Ausdruck wie das Lachen. Und erst die Gefühle und Emotionen machen das Wesen des Menschen aus – sonst wären wir nur wie Maschinen.
Die Symbiose zwischen der Geschichte und der eher schwermütigen Musik hat mir sehr gut gefallen und mich sehr berührt. Vor allem die weiteren Titel nach dem Ende der Geschichte. Es lässt sehr viel Zeit, über das eben gehörte nochmal Nachzudenken.
Die Botschaft lässt sich ganz einfach zusammenzufassen: Seid mit dem zufrieden, was ihr habt. Denn das Streben nach „mehr“, befriedigt nicht. Die Liebe verursacht Qualen und heilt sie aber zugleich.
Ein gelungenes Märchen (nicht nur für ältere Kinder) mit einer sehr wichtigen Botschaft. Diese Geschichte sollte sich jeder mal zu Gemüte führen! Aus meiner Sicht absolut empfehlenswert.

Veröffentlicht am 03.05.2019

Eine junge Frau findet ihren Weg - sehr berührende und stimmige Geschichte

Die Villa an der Elbchaussee
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Die junge Frieda, Tochter des Kaufmanns Hannemann, interessiert nichts mehr, als im Betrieb ihres Vaters - vor allem in der Schokoladenfabrik - mitarbeiten zu dürfen. Doch zu Beginn des letzten Jahrhunderts ...

Die junge Frieda, Tochter des Kaufmanns Hannemann, interessiert nichts mehr, als im Betrieb ihres Vaters - vor allem in der Schokoladenfabrik - mitarbeiten zu dürfen. Doch zu Beginn des letzten Jahrhunderts bleibt dies für Frauen noch ein Traum - ihre Aufgabe ist zu repräsentieren und Kinder in die Welt zu setzen. Zumal es geplant ihrem älterer Bruder zufällt, die Geschäfte weiterzuführen. Die Folgen des ersten Weltkrieges sind überall zu spüren und um das Geschäft zu retten, würden die Eltern Frieda am liebsten reich verheiraten. Doch sie ist stark und kann sich gegen ihre Eltern durchsetzen, ein wie ich finde für damalige Verhältnisse sehr mutiger Zug.
Als der geliebte Bruder aus der Gefangenschaft zurückkommt ist er ein gebrochener Mann. Sein Selbstmitleid zerstört fast die Familie und das Geschäft - nur Frieda ist fühlt sich dem Kontor verbunden und verpflichtet, ihre Familie zu retten. Dafür gibt sie ihre große Liebe auf...
Dieses Buch besticht durch die einfühlsamen Schilderungen der Gefühle und Überlegungen des jungen unbedarften Mädchens hin zu einer selbstbewussten und engagierten Geschäftsfrau. Sie besitzt dabei das Verständnis für Verantwortungsbewusstsein sowohl für die Firma, als auch für ihren Bruder, den sie vergeblich zu retten versucht.
Bemerkenswert ist die offene und unvorhereingenommene Art, in dem sie die Menschen nicht aufgrund ihres Standes beurteilt, sondern auch Freundschaften in sogenannte "niedere Schichten" pflegt.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Hilfreicher Ratgeber für die berufliche Neuorientierung!

Ich bin so frei
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Der Einstieg in dieses Buch ist gelungen und es liest sich für mich sehr flüssig. Die Schilderungen kann ich gut nachvollziehen und ich habe mich auch in einigen Passagen wiedererkannt.
Ich finde es sehr ...

Der Einstieg in dieses Buch ist gelungen und es liest sich für mich sehr flüssig. Die Schilderungen kann ich gut nachvollziehen und ich habe mich auch in einigen Passagen wiedererkannt.
Ich finde es sehr gut, das in diesem Buch nicht einfach nur ein „Patentrezept“ präsentiert wird, sondern das dem Leser klargemacht wird, das die Arbeit (aus den verschiedenen wunderbar dargelegten Aspekten) bei und mit sich selbst beginnt. Damit ist dieses Buch eine gute Richtschnur und Arbeitsanleitung für die Suche nach einem erfüllenderen Beruf. Mögliche Tests werden dazu empfohlen. Die Abweichung zwischen seinen tatsächlichen und gedachten Stärken ist dabei sehr interessant.
Allein der Gedanke „so geht es nicht weiter“ ist nicht zielführend. Durch Eingrenzen dessen, was einem vorschwebt bzw. welche Punkte „gesetzt“ sind, kann man sehr realistisch auf die Suche nach einer neuen Berufung gehen. Schon der Ausschluss dessen, was man auf keinen Fall möchte, hilft bei diesem Schritt schon weiter und grenzt die Suche ein. Dies wird sehr gut beleuchtet.
Ein ebenfalls wichtiger Aspekt darf bei der ganzen "Neufindung" nicht vergessen werden (und wird ebenfalls angesprochen) - die Beteiligung des nahen Umfeldes (Familie, Kinder, Partner, Freunde), und sei es nur sie anzuhören und nicht einfach zu übergehen. Das gegenseitige Miteinander wird hier auch sehr deutlich. Und es bringt nichts, wenn man vielleicht nun in seinem neuen Tätigkeitsfeld zufriedener ist, aber dafür das private Umfeld darunter leidet und für erneute Missstimmung – halt nur in einem anderen Bereich führt.
Nach der gut beschriebenen "Vorarbeit" kommt das Ausprobieren - möchte man nicht denselben Irrtümern und Fehlern unterliegen, wie auch schon im jetzigen – unzufriedenen – Job.
Sehr aufschlussreich waren hierbei für mich wiederrum die vielen Möglichkeiten, über unbezahlten Urlaub, Praktikas, Teilzeit oder Sabbatical seinem Ziel näher zu kommen, und trotzdem vorerst eine gewisse Sicherheit zu behalten. Damit dürfte die größte Barriere die eine erfolgreichen Suche behindern könnte, aus dem Weg geräumt sein.
Mich hat dieses Buch sehr angesprochen - viele hilfreiche Erläuterungen und Tipps haben mir geholfen, mich mit dieser Materie intensiver auseinander zu setzen. Für jeden, der mit seinem aktuellen Job unzufrieden ist, lohnt es sich dieses Buch mal zu lesen.