Profilbild von jasbr

jasbr

Lesejury Star
offline

jasbr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jasbr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2019

Super spannend!

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
0

Das Buch ist aktuell in aller Munde und weil es mir so oft in den sozialen Netzwerken begegnet ist, wollte ich es auch unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Es startet relativ langsam, man lernt ...

Das Buch ist aktuell in aller Munde und weil es mir so oft in den sozialen Netzwerken begegnet ist, wollte ich es auch unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Es startet relativ langsam, man lernt die Protagonistin und ihr Leben kennen, für das man sie am Anfang auch richtig beneidet, so lange man nicht zu genau hinter die Fassade schaut. Zusätzlich gibt es immer Rückblicke in die Vergangenheit, so dass man die Handlungen und Intentionen der Hauptfigur sehr gut nachvollziehen kann.
Ich bin schnell in die Welt abgetaucht und habe die Story gern verfolgt. Es ist kein klassischer Thriller, enthält aber sehr viele spannende Momente und überraschende Wendungen, die sich so nicht erwartet hätte. Deswegen konnte ich es auch kaum aus der Hand legen.
Dadurch, dass es nich zu viele wichtige Personen gibt, kommt man auch nicht durcheinander und jeder hat bekommt seinen Raum, sodass man die einzelnen Charaktere sehr gut kennenlernt.
Sex darf auch nicht fehlen, wobei das nicht so sehr im Vordergrund steht. Das war dann für mich genau die richtige Mischung.
Die Story war auf jeden Fall mal etwas anderes. Spannung und Frauenpower pur! Ich wurde gut unterhalten.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Viele Geheimnisse

Westwall
0

Ich gebe zu: Der Anfang des Buches hat mich etwas verwirrt. Den Prolog konnte ich anfangs gar nicht einordnen und muss auch zugeben, dass ich ihn dann wieder vergessen habe, zumindest bis er gegen Ende ...

Ich gebe zu: Der Anfang des Buches hat mich etwas verwirrt. Den Prolog konnte ich anfangs gar nicht einordnen und muss auch zugeben, dass ich ihn dann wieder vergessen habe, zumindest bis er gegen Ende wieder aufgegriffen wird. Ansonsten lernt man gleich zu Beginn die wichtigsten Personen kennen, darunter auch die Protagonisten Julia und Nick. Hier fand ich es schade, dass der Klappentext doch schon so einiges vorwegnimmt, denn sonst hätte man beim Lesen noch den ein oder anderen Überraschungsmoment mehr gehabt.

Aber trotzdem ist viel Spannung vorhanden, weil man einfach nicht einordnen kann, wer denn jetzt auf welcher Seite steht und wieso Nick unbedingt eine Beziehung zu Julia aufbauen muss. Erst nach und nach wird Licht ins Dunkle gebracht, was einen dann wirklich mit offenem Mund zurücklässt. Einfach, weil man diese Entwicklungen bzw. Hintergründe nicht erwartet hätte.

Auch wenn Julia im Mittelpunkt des Buches steht und man ihr Leben mitverfolgt, gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, der anfangs auch etwas durchsichtig ist, dann aber einfach nur erschreckend. Da dieser im Klappentext aber nicht erwähnt wird, möchte ich keine genaueren Infos dazu geben, um nicht zu spoilern. Nur so viel: Wie die beiden Handlungen zusammengeführt werden, sodass sie ein großes Ganzes ergeben, war sehr gut gemacht und hat keine Wünsche offen gelassen.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es für mich allerdings: Ich habe irgendwie auf mehr Informationen zum Westwall gehofft, vor allem weil er der Titelgeber des Buches ist. Hier erfährt man aber verhältnismäßig wenig bzw. spielt er in der eigentlichen Geschichte auch keine so große Rolle, wie ich vorher gedacht habe.

Julia als Hauptperson fand ich grundsätzlich sympathisch, vor allem zu Beginn des Buches. Gegen Ende konnte ich die ein oder andere Handlung von ihr nicht nachvollziehen, allerdings hat genau das zu spannenden Dingen geführt - es musste wohl so sein. Begeistert hat mich dagegen Nick. Irgendwie hat er mein Herz erobert, mit allem was er durchgemacht hat und seiner Herangehensweise an Probleme. Das fand ich toll.

Insgesamt war das Buch erschreckend realitätsnah, sehr spannend und konnte mich mit vielen überraschenden Wendungen überzeugen. Von mir gibt es deswegen 5 Sterne!

Veröffentlicht am 02.05.2019

Geiger will die Wahrheit wissen

Der Spezialist
0

Mit dem Prolog steigt man direkt in den Beruf des Protagonisten Geiger ein: Er ist gerade dabei, einen Mann dazuzubringen, gewissen Informationen zu liefern - in dem er ihn foltert. Das war im ersten Moment ...

Mit dem Prolog steigt man direkt in den Beruf des Protagonisten Geiger ein: Er ist gerade dabei, einen Mann dazuzubringen, gewissen Informationen zu liefern - in dem er ihn foltert. Das war im ersten Moment etwas hart, aber dafür wusste man als Leser gleich, was einen erwartet.

Trotzdem ist das Buch nicht so brutal, wie es auf den ersten Blick scheint. Das liegt aber vor allem an den Protagonisten. Geiger ist ein wirklich sympathischer Mann, einzig sein Beruf ist eben sehr speziell. Er ist aber kein Masochist, der Freude am Schmerz anderer hat. Er sieht das Ganze wirklich eher pragmatisch und als Einnahmequelle.
Dazu passt auch sein Gehilfe Harry, der sich im Hintergrund darum kümmert, dass das Geschäft läuft. Der trockene Alkoholiker ist mir während des Lesens richtig ans Herz gewachsen, da er eine treue Seele ist, in der viel Gutes steckt.

Was an diesem Buch wirklich besonders ist, ist, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Eigentlich darf man Geiger als moralischen Gründen nicht mögen, denn er foltert Menschen, andererseits handelt er auch sehr moralisch, sodass man ihn nicht verurteilt. Die eigentlichen Bösen sind andere, die sich mit Geiger und Harry anlegen und die Hauptstory ausmachen.

Diese hat mir sehr gut gefallen, denn sie ist wirklich spannend. Es ist kein klassischer Thriller, denn Morde und einen Ermittler gibt es nicht. Man bewegt sich eher in der Unterwelt, in der die Polizei außen vor gelassen wird. Es wird trotzdem - oder gerade deswegen - viel Action geboten, sodass man immer weiterlesen möchte und das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Am besten war allerdings der trockene Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Und das bei einem eigentlich sehr ernsten Thema. Aber die Antworten, die Geiger und Harry geben, sind teilweise richtig komisch. Manchmal ist es auch einfach Situationskomik, vor allem weil Geiger doch sehr wenig Gefühle zeigt und man vermuten könnte, er geht alles sehr pragmatisch an. In ihm steckt aber noch mehr, was man erst nach und nach erfährt. Dadurch kann man Geiger auch besser verstehen und lernt eine weitere Seite kennen.

Für mich war das Buch ein Pageturner und an einem Tag ausgelesen. Ich freue mich immer noch über diesen tollen Fund im offenen Bücherregal. Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die mal einen Thriller ohne Schema F lesen wollen.

Veröffentlicht am 02.05.2019

Unschuldige Opfer

Die perfekte Unschuld
1

Schon der erste Teil rund um den Ermittler Luc Callanach hat mich begeistert, deswegen habe ich mich richtig darauf gefreut, mehr von ihm zu lesen. Auch wenn es sich um den zweiten Fall handelt, kann man ...

Schon der erste Teil rund um den Ermittler Luc Callanach hat mich begeistert, deswegen habe ich mich richtig darauf gefreut, mehr von ihm zu lesen. Auch wenn es sich um den zweiten Fall handelt, kann man das Buch unabhängig lesen, da die Bände in sich abgeschlossen sind. Trotzdem gibt es immer mal Verweise auf das Vorleben des Ermittlers, deswegen bietet es sich an mit "Die perfekte Gefährtin" anzufangen.

Mit einer langen Vorrede wird sich nicht aufgehalten, schon passiert der erste sehr brutale Mord. Noch in derselben Nacht geschieht ein zweiter, eine Verbindung scheint allerdings nicht zu bestehen. Die Ermittlungen geraten in beiden Fällen schnell ins stocken, den beide Morde scheinen ohne jegliche Spur ausgeführt worden zu sein.

Dass mehr dahinter steckt, erahnt man schon. Spätestens nach weiteren Morden, eine Verbindung zwischen den Opfern ist allerdings immer noch nicht ersichtlich. Für den Leser bedeutet das viel Vergnügen beim Miträtseln, denn man bekommt immer nur kleine Hinweise und kann sich lange keinen Reim auf alles machen.

Ab und zu wechselt man auch die Perspektive und kann durch die Augen des Drahtziehers sehen. Das war gut gemacht und hat dazu beigetragen, die Spannung noch zu erhöhen.

In sich ist der Thriller sehr komplex und durchdacht, was mir sehr gut gefallen hat. Es gab keine losen Enden oder Widersprüche. Auch deswegen konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Für schwache Nerven ist es allerdings nichts, denn die Morde sind wirklich brutal, blutig und werden auch relativ anschaulich geschildert. Nach mehr als das Blut hat allerdings die Skrupellosigkeit und Gewissenslosigkeit bei mir Gänsehaut verursacht.

Insgesamt konnte mich das Buch von der ersten Seite an fesseln, Luc Callanach ist ein toller Ermittler, von dem ich unbedingt noch mehr Fälle lesen möchte. Deswegen gibt es von mir ganz klar 5 Sterne!

Veröffentlicht am 02.05.2019

Die Carls

Ein wirklich erstaunliches Ding
0

Schon von der ersten Seite an merkt man: Dieses Buch ist anders! Denn anstatt einen Roman vor sich zu haben, wird der Leser von der ersten Seite direkt angesprochen. April, die 23-jährige Protagonistin, ...

Schon von der ersten Seite an merkt man: Dieses Buch ist anders! Denn anstatt einen Roman vor sich zu haben, wird der Leser von der ersten Seite direkt angesprochen. April, die 23-jährige Protagonistin, erzählt ihre Geschichte und wendet sich dabei direkt an uns. Das war am Anfang etwas ungewohnt, aber mit der Zeit richtig gut. Denn man wird so direkt mit einbezogen und fühlt sich sehr nah am Geschehen.


Auch die Sprache ist dementsprechend. Es gibt viele erzählende Passagen, aber diese sind trotzdem sehr locker gestaltet, so als würde uns April ihre Geschichte erzählen. Das wird auch optisch umgesetzt, in dem zum Beispiel Betonungen in Großbuchstaben geschrieben werden.


Die Story an sich hat mir auch sehr gut gefallen. Man mag im ersten Moment denken, dass die außerirdischen Roboter-Figuren, die plötzlich auf der Erde auftauchen, im Mittelpunkt stehen. Das ist aber nur bedingt der Fall. Denn auch wenn sich alles um die Carls dreht, zeichnet das Buch doch eher ein Bild unserer aktuellen Gesellschaft nach: Es geht um Aufmerksamkeit, Social Media, schnelle Verbreitung von Informationen und unterschiedlicher Meinungen. Aber auch die Zusammenarbeit, dass man vor allem dann etwas erreicht, wenn jeder seine Stärken einbringt, wird hier thematisiert, ohne es mir erhobenen Finger zu tun.


Über die Carls an sich erfährt man nur wenig. Das macht das ganze noch mysteriöser und man will endlich dahinter kommen, was es mit den Figuren auf sich hat. Alles muss man weiterlesen. Mir wurde auf jeden Fall nicht langweilig.


Nicht ganz so gut klar kam ich mit der Protagonistin. Ich habe es zwar sehr genossen, durch Aprils Augen zu schauen und die Art des Schreibens gefiel mir super, charakterlich war mir April aber nicht sympathisch. Sie ist ziemlich egoistisch, teilweise verletzend und wird schließlich zu einer Person, die sie vorher eigentlich kritisiert hat. Ihre Freunde und Helfer waren da eher etwas für mich, somit wurde ich entschädigt.


Das Ende war dann sehr überraschend, in sich aber schlüssig, hat mich trotzdem zum Nachdenken gebracht, aber sehr zufrieden zurückgelassen. So soll es sein!


Insgesamt hat mich das Buch vor allem dadurch überzeugt, dass es wirklich mal etwas ganz anderes war. Die Schreibweise, der Inhalt... ich wurde überzeugt. Von mir gibt es 5 Sterne!