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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2019

Geht unter die Haut

Firefighters: Tyler's Story
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Der Reporterin Jillian wird eine eigene Sendung in Aussicht gestellt. Dafür wird sie nach Paradise, Texas geschickt, um über die örtliche Feuerwehreinheit zu berichten. ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Der Reporterin Jillian wird eine eigene Sendung in Aussicht gestellt. Dafür wird sie nach Paradise, Texas geschickt, um über die örtliche Feuerwehreinheit zu berichten. Sie richtet sich auf ein paar langweilige Tage ein, bis sie entdeckt, dass Tyler etwas zu verbergen hat. Damit ist ihr Instinkt geweckt.

Tyler hat sich dazu hinreißen lassen, einen Mann zu verprügeln und nun hetzt ihm sein Chef eine Reporterin auf den Hals, die positiv über die Firefighter berichten soll. Sie darf niemals erfahren, dass er sich mit einer Unterweltgröße eingelassen hat. Was er nicht weiß ist, dass Jillian längst auf seiner Spur ist.

Meine Gedanken zum Buch

Firefighters ist eine Reihe um Feuerwehrmänner in dem kleinen Ort Paradise, Texas. Band 1 – Cole´s Story – stammt aus der Feder von Aurelia Velten. Bei Tyler’s Story handelt es sich um den zweiten Band, der von Josie Charles geschrieben wurde. Jeder Band ist in sich abgeschlossen.



In „Cole´s Story“ habe ich Tyler als tollen Freund kennengelernt, der aber bei Schlägereien gerne vorne mitmischt. Jillian hingegen konnte ich zu Anfang dieses Buches eher weniger leiden, weil sie für ihre Karriere über Leichen geht. Ich hatte damit gerechnet, dass sie hinter Tylers Geheimnis kommt und sich dann zwischen Liebe und Karriere entscheiden muss, doch dann kam es ein wenig anders und damit hat Josie Charles mich überrascht.

Die drei alten Damen vom Verein für Stadtverschönerung habe ich ein wenig vermisst, sie waren in Band 1 tolle Nebencharaktere und ich hätte gerne viel mehr von ihnen gelesen, aber sie sind mir ein wenig zu kurz gekommen.

Die Geschichte weckt die unterschiedlichsten Emotionen und geht teilweise unter die Haut. Was jetzt kommt, ist Kritik auf ganz hohem Niveau: mir war die Dramatik am Ende ein Ticken zuviel.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Kein Thriller, wie man ihn erwarten würde

Caspars Schatten
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Eins gleich vorweg, es ist schon lange her, dass mich ein Buch so viele Fingernägel gekostet hat, wie „Caspars Schatten“. Michael Leuchtenberger baut eine ungeheure Spannung auf, ich habe schaudernd darauf ...

Eins gleich vorweg, es ist schon lange her, dass mich ein Buch so viele Fingernägel gekostet hat, wie „Caspars Schatten“. Michael Leuchtenberger baut eine ungeheure Spannung auf, ich habe schaudernd darauf gewartet, was als nächstes passiert. Dabei hat der Autor mich so aus der Fassung gebracht, dass mich sogar eine Mutlosigkeit übermannt hat, als David etwas passiert ist, weil er seine Schwester nicht mehr beschützen konnte. Hinterher kam mir der Gedanken, dass der Autor es in diesem Moment geschafft hat, mich wie ein kleines Kind denken zu lassen. Es ist nicht so, dass ich das Buch beendet hätte und mich seither panisch umschauen würde, aber während des Lesens war ich über einen sehr langen Zeitraum ständig unruhig, hab mich natürlich gefragt, was als nächstes passiert und hab Seite um Seite „inhaliert“, weil ich wissen wollte, was in Caspars Zuhause vor sich geht.

Nun darf man nicht unerwähnt lassen, dass dies kein Thriller ist, wie man ihn vielleicht erwarten würde. Es geschehen mystische Dinge, die sich nur übersinnlich erklären lassen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, den erwartet ein Roman, für den ich 4,5 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Anlass zum Nachdenken

Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten
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Der Protagonist und seine Geschichte
Nach dem Allan Karlsson an seinem 100. Geburtstag aus dem Fenster eines Altenheims stieg, erlebte er viele Abenteuer und hat sich am Ende des Buches „Der Hundertjährige, ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Nach dem Allan Karlsson an seinem 100. Geburtstag aus dem Fenster eines Altenheims stieg, erlebte er viele Abenteuer und hat sich am Ende des Buches „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ zusammen mit seinem neuen Freund Julius Jonsson auf Bali niedergelassen.

Dort langweilen sich die beiden in der Zwischenzeit und das Geld geht ihnen auch langsam aus. An Allans 101. Geburtstag steigen das Geburtstagskind und sein bester Freund in den Korb eines Heißluftballons und steigen auf. Ohne Fahrer, versteht sich. Nach einer Notwasserung werden sie von einem koreanischen Kriegsschiff aufgegabelt und wieder beginnt eine abenteuerliche Reise, die Allan und Julius nicht nur nach Asien, sondern auch nach Amerika, Afrika und natürlich ihre Heimat Europa führt.

Mal schleppen sie dabei angereichertes Uran mit sich herum, mal werden sie von einem Nazi oder den Anhängern eines afrikanischen Heilers verfolgt. Und auf der Reise bringen sie nicht nur Angela Merkel oder die schwedische Außenministerin Margot Wallström in Schwierigkeiten, sie legen sich auch mit Trump, Putin und Kim Jong-un an. Ganz normale Tage im Leben des Allan Karlsson eben.


Meine Gedanken zum Buch
Das Hörbuch wird von Dieter Hallervorden gelesen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil ich nicht einschätzen konnte, wie mir das gefallen würde, denn der Sprecher hat schon eine ziemlich einzigartige Stimme. Doch jetzt, am Ende des Hörbuches, kann ich sagen, Dieter Hallervorden hat es grandios umgesetzt und den Charakteren ganz eigene Stimmen verpasst.

Jonas Jonasson unterhält seine Leser erneut mit völlig unglaubwürdigen Geschichten über Allan Karlsson und übertreibt, was das Zeug hält.

Er lässt seinen Protagonisten mit bekannten Politikern zusammentreffen und hält der Menschheit einen Spiegel vor. Bemerkenswert finde ich, wie Jonas Jonasson das aktuelle Weltgeschehen in seine Geschichte mit einbindet. Bundestagswahl in Deutschland, die Flüchtlingskrise in Europa, der Rechtsruck in Schweden, Trump und Twitter – nichts bleibt unangetastet. Genau diese Themen sind es auch, die dem Roman Tiefe geben und Anlass zum Nachdenken sind.


Allan Karlsson ist so chaotisch, dass er schon wieder liebenswert ist. Er glaubt daran, dass sich immer alles zum Guten wendet und ist stets darum bemüht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn man nun weiß, dass der Originaltitel wörtlich übersetzt „Der Hundertjährige, der dachte, er denkt zu viel“ heißt, dann versteht man meiner Meinung nach das Ende noch besser.

Für den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, habe ich fünf Sterne vergeben, dieses Buch hat mir nicht ganz so gut gefallen, deswegen werden es 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Fast perfekt

Chase
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Inhalt

Enrique „Rique“ Allmers ist der Chef einer kleinen Security-Firma in Hamburg. Als er eines Tages von einer jungen Frau umgerannt wird und diese vor ihren Verfolgern beschützt, hat er sich selbst ...

Inhalt

Enrique „Rique“ Allmers ist der Chef einer kleinen Security-Firma in Hamburg. Als er eines Tages von einer jungen Frau umgerannt wird und diese vor ihren Verfolgern beschützt, hat er sich selbst einen neuen Fall beschert, denn Katja, die junge Frau, braucht offensichtlich Schutz. Doch dies kann Rique zunächst nur vermuten, denn sie spricht nicht mit ihm.


Protagonisten

Riques Security-Firma „CHASE“ lebt davon, dass bekannt ist, dass sie gerade die schwierigen Fälle übernimmt, bislang aber niemand weiß, wer hinter der Firma steckt, bzw. wer dort beschäftigt ist. Wo den Behörden Grenzen gesetzt sind, kann Rique mit seinem Team in Grauzonen arbeiten. Er hat verschiedene Menschen um sich geschart, von denen jeder ein Profi auf seinem Gebiet ist.

Katja ist Anfang 20 und seit frühester Kindheit taubstumm. Ihre Gefühle drückt sie in Gedichten aus, die auch schon als Sammelband veröffentlicht wurden. Sie weiß, dass ihre Mutter bei einem Überfall getötet wurde, hat aber keine Ahnung, wer sie verfolgt.#


Meine Meinung

Die Geschichte beginnt direkt spannend nämlich in de Moment, in dem Katja vor ihren Verfolgern flüchtet und in Rique hinein rennt. Danach überschlagen sich die Ereignisse und der Leser lernt nach und nach Riques Team und die jeweiligen Besonderheiten der Mitglieder kennen. Gemeinsam setzen sie Puzzleteil für Puzzleteil zusammen, um gegen Ende herauszufinden, wieso Katja in Gefahr ist.

Das Buch ist als „Kopfkino in Spielfilmlänge“ konzipiert, daher hält sich die Handlung nicht mit Details auf, sondern es geht tatsächlich Schlag auf Schlag. Es ist kurzweilig und vom Anfang bis zum Ende spannend.

Was ich nicht gebraucht hätte, war der „Gefühle“-Aspekt: eine Liebesbezeugung kam für mich völlig überraschend und aus dem Nichts.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Überraschende Wendungen

Oxen. Der dunkle Mann
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Der Protagonist und seine Geschichte
Der hochdekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat sieben immer wiederkehrende Alpträume.

In Band 1 hatte er ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Der hochdekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat sieben immer wiederkehrende Alpträume.

In Band 1 hatte er sich in der Einsamkeit der dänischen Wälder verkrochen um seinen Frieden zu finden. Doch als er bei einem seiner Streifzüge auf einen Toten stieß, geriet er in die Schusslinie von Polizei und Geheimdienst. Gezwungenermaßen arbeitete er anschließend mit der Agentin Margrethe Franck zusammen und konnte sich von den Anschuldigungen entlasten. In diesem Zusammenhang kamen sie auf die Spur des Danehofes, einer Art mitteralterlichem Parlament, das es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Am Ende von Band 1 übergibt Oxen dem Historiker Malte Bulbjerg, der über den Danehof recherchiert, verschiedene Unterlagen. Danach verschwindet er wieder spurlos.

In Band 2 arbeitet Niels Oxen unter falschem Namen bei einem Fischzüchter in der Abgeschiedenheit Jütlands. Ohne Anschluss an die Zivilisation hört er zunächst nichts darüber, dass Malte Bulbjerg ermordet wurde. Als die Fischzucht überfallen wird, muss flüchtet Oxen zu Margrethe Franck. Die beiden recherchieren erneut gegen den Danehof, doch dann stellt man ihnen eine Falle und sie geraten einmal mehr in Gefahr.

Meine Gedanken zum Buch
Wer Niels Oxen noch nicht kennt, sollte unbedingt zunächst den ersten Band lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen.

Jens Henrik Jensen hat sich für ungewöhnliche Protagonisten entschieden. Während Oxen psychische Probleme aus dem Krieg mit nach Hause gebracht hat, hat Margrethe Franck mit einer körperlichen Einschränkung zu kämpfen, die sie sich ebenfalls im Einsatz zugezogen hat. In einem Interview hat Jens Henrik Jensen erzählt, dass er Oxen bewusst so dargestellt hat, dass man erst zur Mitte des ersten Bandes mit ihm warm wird. Das kann ich bestätigen, anfangs war er mir suspekt, doch von Seite zu Seite ist er mir mehr ans Herz gewachsen. In Band 2 erhält der Leser nun weiteren Einblick in die Psyche der beiden Protagonisten.

Auch in diesem Band hat der Autor wieder auf wahre Ereignisse um den Einsatz dänischer Soldaten im Balkankrieg in seine Geschichte eingebaut. Auch hierzu hat sich der Autor in einem Interview geäußert. Er bezeichnet den Balkankrieg als schwarzes Kapitel der europäischen Geschichte, das in Vergessenheit geraten ist. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich ihm recht geben, die Kenntnisse und Erinnerungen an die Kriege in Ex-Jugoslawien sind mir lange nicht mehr so präsent wie 9/11, Enduring Freedom oder der Golfkrieg. Jensen möchte nicht nur gute Geschichten schreiben, sondern auch wesentliche Geschichten erzählen und das ist ihm hier wieder gelungen.

Erneut dreht sich vieles um den Danehof, der scheinbar über Jahrhunderte weg eine Art Schattenregierung gebildet hat und das Land aus dem Hintergrund hinaus lenkt. Während man sich als Leser noch die Verbindungen zusammenreimt, überrascht der Autor mit Wendungen, die so nicht zu erwarten waren und die das ganze Konstrukt, dass man sich im Kopf zusammengereimt hat, zum Einsturz bringen.

Mir hat der erste Band einen Ticken besser gefallen, da ich bei „Der dunkle Mann“ mit ein paar Längen zu kämpfen hatte, dennoch konnte mich auch Band 2 überzeugen. Im Sommer 2018 erscheint der Abschluss dieser Trilogie und ich bin sehr gespannt, wie Jens Henrik Jensen die Ereignisse um den Danehof zu Ende bringen wird.