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Veröffentlicht am 21.07.2021

Ein Finale, das leider nicht (mehr) überzeugen konnte

Crush the King
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Nachdem es im Vorgänger ein in sich abgeschlossenes "Happy End" für Evie (und Sullivan) gegeben hatte, steht im dritten Band ein ganz anderes Ereignis im Vordergrund: Die Regaliaspiele. Warum sich die ...

Nachdem es im Vorgänger ein in sich abgeschlossenes "Happy End" für Evie (und Sullivan) gegeben hatte, steht im dritten Band ein ganz anderes Ereignis im Vordergrund: Die Regaliaspiele. Warum sich die Autorin diese Spiele ausgedacht hat, liegt auf der Hand, denn dadurch hat sie einen Anlass gefunden, wie sie alle wichtigen Vertreter der Nachbarländer von Bellona an einem Ort versammeln kann - allen voran der neue "Big Boss" Bösewicht Maximus, dem König von Morta. Wie sich nämlich herausstellt, ist gar nicht Maeven die eigentliche Antagonistin, wie es uns Estep in den beiden vorherigen Bänden weiss machen wollte, nein, scheinbar steckt hinter all den bösen Taten kein geringerer als der König von Morta. Damit sind die Regaliaspiele also eine gute Gelegenheit für Evie einen Racheplan gegen ihren Feind zu schmieden, um ihm ein für alle Mal den Garaus zu machen...

Soweit so gut. Nun möchte ich aber natürlich auf die Gründe eingehen, weshalb dieser letzte Band bei mir irgendwie nicht mehr zünden konnte. Ich hatte ja bereits im zweiten Band erwähnt, dass die Story eine ganz andere Richtung eingeschlagen hatte, als im Reihenauftakt. Und genau das war auch wieder bei diesem dritten und letzten Band der Fall. Das mag auf der einen Seite Abwechslung reinbringen und sorgt dafür, dass die Story nicht zu monoton wird, aber auf der anderen Seite musste ich feststellen, dass mir dadurch zu sehr die Verbindung zwischen den einzelnen Bänden gefehlt hat. Rückblickend lässt sich sagen, dass sich die drei Bücher nicht wie zusammenhängende Teile einer Reihe lesen, sondern eher wie drei in sich abgeschlossene Einzelbände, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass die Protagonistin immer die gleiche Person ist (die sich aber für mich nicht dieselbe Person angefühlt hat). Dieser Umstand muss an und für sich nichts Schlechtes bedeuten, hat aber bei mir leider zu einem zunehmenden Desinteresse geführt, denn im Nachhinein habe ich nicht das Gefühl, dass ich alle drei Bände hätte lesen müssen, sondern genauso gut nach dem ersten Band hätte aufhören können, ohne, dass ich etwas Wesentliches verpasst hätte. Und vermutlich war das auch der Hauptgrund, warum bei mir bei diesem dritten Band keine Spannung mehr aufkommen wollte, denn irgendwie war mir die Lust vergangen, dass die Ereignisse aus den beiden Vorgängern ad acta gelegt wurden und ich mich schon wieder auf eine komplett neue Geschichte einlassen musste.

Davon abgesehen, konnte mich auch der Inhalt des finalen Bandes nicht ganz überzeugen. Zum einen fand ich die Regaliaspiele ziemlich konstruiert, gerade weil sie in erster Linie nur dazu dienen, Evie und ihren Erzfeind an denselben Ort zu bringen. Das fand ich ziemlich langweilig gelöst. Ausserdem fand ich es irritierend, dass wir in diesem letzten Band nun plötzlich einen ganz anderen Antagonisten präsentiert bekommen, als in den Vorgängern. Ich fand es zwar schön, dass Maeven in diesem Buch vielschichtiger ausgearbeitet wurde, indem man andere Seiten von ihr kennengelernt hat und ihre scheinbar bösen Handlungen aus dem Vorgänger nachvollziehbarer wurden, aber trotzdem stellte sich bei mir die Frage: Woher zum Teufel kam plötzlich dieser Maximus her?! Ich weiss nicht, ob ich es einfach überlesen hatte, aber es schien mir so, als würde er in diesem Band aus dem Nichts auftauchen, obwohl er scheinbar eine so grosse Rolle in den ganzen vorherigen Geschehnissen einnimmt? Ausserdem hat er fast schon wie eine Karikatur gewirkt, denn seine Motive waren für mich schwer nachvollziehbar. Und statt ihm eine einleuchtende Hintergrundgeschichte zu geben, versucht Estep ihn einfach mit bösartigen Taten als den klischeehaften Bösewicht darzustellen. Ich konnte Maximus deshalb nicht wirklich als neuen Antagonisten ernst nehmen und ich habe an keiner Stelle wirklich mitgefiebert, ob es Evie gelingen wird, ihn zu besiegen.
(Ausserdem eine Notiz am Rande: Ich bin mir nicht sicher, ob dem Lektorat ein Fehler unterlaufen ist, aber ich meine mich zu erinnern, dass Maeven im zweiten Band die ganze Zeit über "Maeve" genannt wurde und hier nun wieder "Maeven" genannt wird. Ist das auch jemandem aufgefallen oder träume ich?)

Insgesamt war dieser letzte Band damit leider eine grosse Enttäuschung für mich. Vermutlich, weil ich mir einfach etwas anderes erhofft hatte. Nämlich eine Handlung, die auf seinen vorgängigen Bänden aufbaut. Und das bekommt man hier leider nicht. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass Sullivan zum Beispiel fast gar keine Erwähnung mehr findet. Wieso auch? Er hat ja schliesslich sein Happy End im letzten Band bekommen und damit war sein Handlungsstrang abgeschlossen. (/Ironie)

Die Autorin hat definitiv mal etwas Neues gewagt: Nämlich eine Reihe zu kreieren, die eigentlich gar keine ist. Das war mutig, hat bei mir aber leider keinen Anklang gefunden. Mir ist es dann doch lieber, zukünftig wieder Fantasy-Einzelbände zu lesen, die auch als solches deklariert werden, dann weiss ich zumindest von vornherein, worauf ich mich einlasse. Hier hat es aber leider dazu geführt, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden und mein Desinteresse während dem Lesen so gross geworden ist, dass ich diesen finalen Band stellenweise nur noch quergelesen habe.

Fazit:
"Crush the King" ist der finale Band der Splitterkrone-Reihe, die rückblickend für mich eigentlich gar keine Reihe war, sondern eher drei Einzelbände, in der der gleiche Charakter die Hauptrolle übernimmt. Dadurch ist bei mir leider die Spannung und das Interesse für diesen dritten Band zunehmend verloren gegangen, da auch dieser erneut eine ganz andere Richtung einschlägt, als seine Vorgänger. Vermutlich bin ich einfach mit der falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen, aber dieser letzte Band konnte mich leider weder inhaltlich, noch von den Charakteren her mehr überzeugen, weshalb ich nur noch enttäuschte 2.5 Sterne vergeben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2021

Leider eher unkreaktive Rezepte

Vegetarisch kochen mit 5 Zutaten
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Wie ich es von GU inzwischen gewohnt bin, ist dieses Kochbuch sehr modern und übersichtlich gestaltet und es enthält ansprechende Food-Fotos. Die Rezepte wurden in diesem Kochbuch in die Kategorien "Kleine ...

Wie ich es von GU inzwischen gewohnt bin, ist dieses Kochbuch sehr modern und übersichtlich gestaltet und es enthält ansprechende Food-Fotos. Die Rezepte wurden in diesem Kochbuch in die Kategorien "Kleine Gerichte", "One-Pot-Meals", "Aus dem Ofen" und "Süsses" unterteilt. Ich habe mich, wie immer, durch die einzelnen Rezepte geklickt, um mir ein paar davon zum Nachkochen rauszupicken, muss jedoch gestehen, dass mir die Auswahl dieses Mal gar nicht so einfach fiel. Das lag einerseits daran, dass die einzelnen Mahlzeiten nicht nach Saisonalität geordnet sind und man in derselben Kategorie Mahlzeiten mit Wassermelonen, Erdbeeren, Spargeln, Steckrüben oder Kürbis findet, was ich persönlich etwas ungünstig gefunden habe.

Der zweite Grund lag darin, dass viele der Rezepte aufgrund der Beschränkung auf fünf Zutaten sehr einfach gehalten sind und für mich nicht unbedingt innovative neue Ideen enthielten, die ich nachkochen wollte. Zwei Rezepte bestehen zum Beispiel nur aus zwei Gemüsesorten und Mozzarella, was vielleicht für absolute Kochanfänger:innen als Idee dienen kann, aber selbst da empfinde ich es schon fast als eine Beleidigung, sowas als Rezept zu verkaufen. ;) Andere Rezepte die enthalten sind, findet man bereits in zahlreichen anderen Kochbüchern, wie etwa der Reis mit Spinat und Eiern, die Veggie-Bolognese oder den One-Pot-Reis mit Erbsen, der nichts anderes ist als das bereits bekannte Schweizer Gericht "Risi Bisi".
Insgesamt hat mich die Rezeptauswahl leider nicht vom Hocker gehauen, denn es handelt sich bei den meisten Rezepten schon sehr um Basics, die selbst vielen Kochanfänger:innen bekannt sein sollten.

Nichtsdestotrotz wollte ich natürlich dennoch den Geschmackstest machen und habe letztendlich den "Spargelgratin mit Walnüssen", die "Brokkoli-Pasta mit Tofu" und den "Polenta-Gemüse-Auflauf" nachgekocht. Die Mahlzeiten haben insgesamt okay geschmeckt, wobei mich aber keines geschmacklich absolut begeistert hätte, was man bei fünf Zutaten aber wahrscheinlich auch nicht erwarten darf. Die Brokkoli-Pasta mit Tofu bestand halt einfach aus Nudeln, Gemüse und Tofu mit ein bisschen Parmesan, was sich mit jeder beliebigen Gemüsesorte variieren lässt und nicht sonderlich kreativ wirkt. Dafür benötige ich ehrlich gesagt kein Kochbuch, denn das ist einfach das Ergebnis, das bei mir automatisch bei einer Resteverwertung passiert. :D

Fazit:
Das Kochbuch eignet sich für Leute, die schnelle, extrem einfache und eher unkreative Mahlzeiten suchen und im besten Fall absolute Koch-Anfänger:innen sind, die noch nie zuvor ein Kochbuch aufgeschlagen haben. Alle anderen finden hier leider wenige innovative Rezepte, sondern eher anspruchslose Mahlzeiten, die man in den meisten Fällen auch ohne Kochbuch hinkriegen würde, indem man einfach Gemüse + Reis oder Nudeln + Käse (Mozzarella oder Parmesan) mischt. That's it. Mich konnte das Kochbuch deshalb leider nicht überzeugen, weshalb ich nur 2.5 Sterne vergeben kann.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Die kritische Auseinandersetzung bleibt aus

The Belles 1: Schönheit regiert
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Auf "The Belles" war ich schon sehr gespannt, nachdem mir das Buch zum damaligen Erscheinungszeitpunkt der englischen Originalausgabe gefühlt überall auf Goodreads begegnet ist. New Orleans ist eine faszinierende ...

Auf "The Belles" war ich schon sehr gespannt, nachdem mir das Buch zum damaligen Erscheinungszeitpunkt der englischen Originalausgabe gefühlt überall auf Goodreads begegnet ist. New Orleans ist eine faszinierende Stadt und allein diesen Ort als Schauplatz für eine Geschichte zu wählen, bietet jede Menge Potenzial. Nachdem im Februar die deutsche Übersetzung des Buches erschienen ist und es auf zahlreichen Blogs rezensiert wurde, habe ich meine anfangs hohen Erwartungen allerdings ein wenig zurückgeschraubt, denn statt Lobeshymnen gab es auch viele kritische Stimmen zum Buch, die besonders die fragwürdige Botschaft hinterfragten. Vermutlich war es auch diesem Umstand geschuldet, dass ich ein besonderes Auge auf den Umgang mit dem Thema Schönheitswahn im Buch hatte, denn ich wusste bereits zum Vornerein, dass sich die Autorin am Ende noch in einer persönlichen Nachricht dazu zu Wort melden würde.

Bevor ich näher darauf eingehe, was ich damit meine, möchte ich zuerst ein paar Worte zur Story an sich loswerden. Im Buch geht es um die Bewohner der Stadt New Orleans, die gemeinsam mit sogenannten "Belles" zusammenleben, deren Bestimmung es ist, dafür zu sorgen, dass die Leute schön aussehen. Dafür haben die Belles magische Kräfte, die ihnen mehr Spielraum zur Veränderung von äusseren (und auch inneren) Attributen geben, als es jede Schönheitsoperation ermöglichen würde. Von diesen Kräften wird mächtig Gebrauch gemacht und die Belles haben durch ihre Gabe eine besondere Bedeutung in der Gesellschaft gewonnen. Im Buch wird vor allem auf die Protagonistin Camelia fokussiert, die an der Auswahl zur persönlichen Favoritin der Königin teilnimmt und unbedingt gewinnen will. Doch als sie es in die Riege der Obrigkeit schafft, muss sie feststellen, dass nicht alles so ist, wie es den Anschein macht. Sie entdeckt nicht nur böse Machenschaften, die mit Belles angestellt werden, sondern muss auch jedem Wunsch der boshaften Prinzessin Sophia nachkommen, die ganz und gar dem Schönheitswahn verfallen ist. Sie verlangt von Camelia Sachen, die überhaupt nicht ihren Werten entspricht und stellt damit ihre Loyalität auf die Probe. Und Camelia hat die Wahl: Entweder sie gehorcht, oder sie setzt ihr eigenes Leben aufs Spiel.

Diese Idee hätte eine Grundlage für einen interessanten Plot geboten, aber leider schöpft die Autorin nicht annähernd das Potenzial aus, das ihr eigens geschaffenes Worldbuilding ermöglicht hätte. Die Story plätschert die meiste Zeit vor sich hin und ich habe immer wieder vergeblich darauf gewartet, dass endlich mal etwas passiert, das ein bisschen Action in die Sache reinbringt. Doch stattdessen wird nur immer wieder auf die Gabe der Belles fokussiert und am laufenden Band in aller Ausführlichkeit geschildert, wie sie ihre Kräfte an den Menschen ausüben, um sie nach ihren Wünschen schöner zu gestalten. Was am Anfang als Einblick noch interessant war, wurde irgendwann einfach nur noch eintönig. Die Autorin verwendet die gesamte Zeit über eine sehr blumige, poetische Sprache und wirft mit Adjektiven um sich, die jeden Thesaurus neidisch erblassen lassen würde. Doch ein ausschmückender Schreibstil allein reicht leider noch nicht, um eine Geschichte gut zu machen und ich wäre froh gewesen, wenn die Autorin ihre Kreativität mehr in die Ausarbeitung eines Plots investiert hätte, als in die ellenlangen Umschreibungen von irgendwelchen Schönheitskuren.
Das führt mich auch gleich zum nächsten Kritikpunkt, denn sowohl dem Plot, als auch den Charakteren fehlt es an Tiefgang. Die ganze Zeit über wird das Thema Schönheitswahn nur oberflächlich behandelt und die versprochene (kritische) Botschaft, die die Autorin im Nachwort erwähnt, bleibt aus. Die Figuren bleiben die ganze Zeit über blass und bis auf die bösartige Prinzessin Sophia, scheint keine der Charaktere irgendwelche herausstechende Eigenschaften aufzuweisen. Zu allem Übel gibt es noch dazu einen erzwungenen Liebesplot, der ebenfalls lieblos hin geklatscht wirkt und damit überhaupt nicht glaubwürdig erscheint.

Fazit:
The Belles verspricht eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Schönheitswahn und kann dieses Versprechen letztendlich nicht halten. Der Plot ist zäh und unspektakulär und die Charaktere bleiben allesamt blass. Die Geschichte kratzt nur an der Oberflächlichkeit bei einem Thema, das mehr Tiefgang voraussetzen würde. Sehr schade, denn man hätte so viel aus der Idee machen können. Für mich war das Buch insgesamt eine Enttäuschung und deshalb kann ich nur 2.5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Leider wenig Handlung

Torn - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
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Randnotiz: Ich habe das Buch 2016 schon einmal im englischen Original gelesen, damals allerdings abgebrochen.

Vorab kann ich schon einmal verraten, dass sich zu meiner Meinung von damals nicht sehr viel ...

Randnotiz: Ich habe das Buch 2016 schon einmal im englischen Original gelesen, damals allerdings abgebrochen.

Vorab kann ich schon einmal verraten, dass sich zu meiner Meinung von damals nicht sehr viel verändert hat, abgesehen vielleicht vom Umstand, dass ich mich dieses Mal weniger harsch ausdrücken würde. Ich wusste dementsprechend, was auf mich zukommen würde und was in etwa im Mittelteil dieser Trilogie passiert, und das war leider nicht sonderlich viel. Dementsprechend bin ich diesmal nicht mehr mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen und habe es, im Gegensatz zu meinem ersten Versuch, sogar zu Ende gelesen.

Mein Hauptkritikpunkt für diesen Mittelteil der Trilogie betrifft die fehlende Handlung. Abgesehen davon, dass Ivy nun weiss, dass sie ein Halbling ist und sie sich vor dem Feenprinzen fürchten muss, weil er ein Apokalypsen-Baby mit ihr zeugen will, um die ganze Menschheit unter seine Macht zu bringen, passiert nämlich gefühlt gar nichts. Diese prekäre Situation ist schon seit dem Ende des ersten Bandes bekannt und im zweiten Band kommen leider kaum neue Informationen oder Ereignisse hinzu, die diesem Mittelteil eine Daseinsberechtigung geben würden. Die Story plätschert die meiste Zeit vor sich hin und wird meistens mit Ivys Rumgejammer oder der einen oder anderen Sexszene gefüllt, die ich aus Desinteresse einfach überflogen habe. Ich habe ja schon bei Band 1 angemerkt, dass der Funken für das Ivy-Ren-Pairing nicht zu mir übergesprungen ist und daran hat sich leider auch im Mittelteil nicht sonderlich viel geändert. Für mich wirkt die Liebesbeziehung zwischen den beiden fast schon zu konstruiert für die kurze Dauer, in der sich die beiden kennen.

Ein weiterer Kritikpunkt, der ich, glaube ich, schon in meiner alten Rezension erwähnt hatte ist die Tatsache, dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, warum niemand auf die Idee kommt, dass Ivy sich einfach "nur" sterilisieren lassen muss, um nicht nur sich selbst, sondern die ganze Menschheit zu retten. Aber natürlich war das im Buch nie eine erwähnenswerte Option, denn das hätte den ganzen vorgegaukelten Plot hinfällig gemacht. ;)

Ein letzter Kritikpunkt ist in diesem Fall eine Kleinigkeit, die mich bei jeder weiteren Erwähnung mehr genervt hat. Ich weiss nicht, ob man bei Büchern auch von Product Placement reden kann, aber ich habe mich beim Lesen tatsächlich gefragt, wie viel Geld die Autorin von Amazon erhält, denn deren Prime-Service wurde von Tink so oft erwähnt, dass ich es als richtig penetrant empfunden habe.

Natürlich möchte ich aber nicht nur die negativen Aspekte erwähnen, sondern auch das, was mir gefallen hat. Trotz des eher zähen Plots, hat es Armentrout doch geschafft mich mit einer Enthüllung über Tink und dem Schicksal von Ivys bester Freundin zu überraschen, auch wenn letztere sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Auch das Ende hat den Plot doch noch ein klein wenig vorangebracht, so dass ich sicher den letzten Teil auch noch lesen werde. Der Schreibstil liest sich wie gewohnt flüssig, auch wenn ich hier den Eindruck hatte, dass die Autorin das besser könnte.

Fazit:
Leider handelt es sich bei "Torn" um eines der schwächsten Bücher, die ich von der Autorin bisher gelesen habe. In diesem Mittelband passiert sehr wenig Relevantes für die Handlung und das was passiert, hätte in meinen Augen leicht verhindert werden können. Die Reihe wirkt auf mich im Vergleich zu anderen Werken von Armentrout sehr lieblos und enttäuschend. Mehr als 2.5 Sterne kann ich dieses Mal nicht vergeben, denn ich bin von der Autorin deutlich besseres gewöhnt. Trotzdem werde ich den Abschlussband auch noch lesen, um zu sehen, wie Ivys Geschichte endet.

Veröffentlicht am 02.12.2018

Konnte mich trotz Engeln leider nicht überzeugen

Awaking
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Bei "Awaking" handelt es sich, soweit ich weiss, um den Debütroman der Autorin. Mit dem Thema Engeln und Romantasy hat sie bei mir direkt ins Schwarze getroffen, denn ich verschlinge nahezu jeden Fantasyroman, ...

Bei "Awaking" handelt es sich, soweit ich weiss, um den Debütroman der Autorin. Mit dem Thema Engeln und Romantasy hat sie bei mir direkt ins Schwarze getroffen, denn ich verschlinge nahezu jeden Fantasyroman, der Engel beinhaltet. Auch das Cover fand ich sehr ansprechend gestaltet und ich war gespannt darauf, was sich die Autorin zu der Thematik ausgedacht hatte.

Die Handlung beginnt sehr interessant: Rose schwebt in Lebensgefahr und wird unerlaubterweise vom Engel Chulo gerettet. Nach diesem Ereignis hegt sie eine gewisse Faszination für den schönen Unbekannten und will ihn unbedingt wieder treffen. Chulo hätte sie aber weder retten, noch treffen sollen und er versucht ihr deshalb aus dem Weg zu gehen, obwohl auch von seiner Seite ein gewisses Interesse für Rose bemerkbar ist. Immer wieder begibt sich Rose in gefährliche Situationen, um ihrem Retter hoffentlich noch einmal zu begegnen. Und irgendwann scheint ihr Plan tatsächlich aufzugehen.

Leider hatte der Roman so einige Schwachpunkte, weshalb mich die Story nicht so richtig packen konnte. Ein erster Kritikpunkt gilt dem Schreibstil der Autorin, der bei einer Debütautorin erwartungsgemäss noch verbesserungswürdig ausfällt. Grosse Teile der Handlung bestehen aus direkter Rede, was manchmal sehr anstrengend zu lesen war. Hinzu kam, dass es sich die meiste Zeit um total belanglose Unterhaltungen gehandelt hatte, die nicht unbedingt für die eigentliche Geschichte relevant waren und mich schlichtweg gelangweilt haben. Dabei wird fast jeder gesprochene Satz mit einem Ausrufezeichen beendet, so dass ich mich nach einer Weile unweigerlich fragen musste, ob sich die Charaktere in jeder Lebenssituation ständig anbrüllen. Ob das dem oder er Lektor/in nicht aufgefallen ist? Auch wenn es sich um eher um ein Detail handelt, konnte ich irgendwann nicht mehr darüber hinwegsehen und hatte ständig schreiende Charaktere in meinem Kopf, die ich beim Lesen nicht mehr ausblenden konnte.
Weiter ist es der Autorin leider nicht gelungen, die Charaktere so zu zeichnen, dass ich irgendwelche Sympathien für sie aufbringen konnte. Man erfährt zwar einiges über Roses tragische Vergangenheit, aber trotzdem blieb sie in meinen Augen sehr blass. Ich habe während dem Lesen leider auch keine Chemie zwischen ihr und Chulo verspürt, so dass die ganze Liebesgeschichte auf mich letztendlich sehr konstruiert und unglaubwürdig wirkte. Es blieb mir schleierhaft, was die beiden denn nun genau an dem jeweils anderen anziehend fanden, denn dafür haben sie einfach zu wenig Zeit miteinander verbracht. (Und wenn wir schon bei den Charakteren sind, eine kleine Nebensächlichkeit am Rande: Im Buch gibt es einen Charakter, der Herta heisst. Ist das nicht ein typisch deutscher Name? Da die Handlung in San Francisco spielen soll, fand ich den Namen in diesem Fall sehr unpassend gewählt.)
Die Handlung kam die ganze Zeit über leider nicht so richtig ins Rollen und irgendwann nach der Hälfte habe ich mein Interesse leider allmählich verloren, so dass ich das Buch bis zum letzten Viertel nur noch quergelesen und schliesslich ganz abgebrochen habe. Erschwerend kam hinzu, dass das Buch in sehr grosse Abschnitte eingeteilt ist und es keine richtigen Kapitelunterteilungen enthielt. Einzelne Szenenwechsel werden manchmal durch Sternchen markiert, wobei zusätzlich noch manchmal die Perspektive zwischen Rose und Chulo gewechselt wird, ohne dass man direkt weiss, aus welcher Sicht man die Geschichte gerade liest. Das hat das Lesen nicht gerade vereinfacht und nach einer Woche Lesepause fiel es mir enorm schwer, wieder in die Geschichte hineinzufinden, weil es eigentlich gar keinen optimalen Punkt gibt, die Geschichte zu unterbrechen, es sei denn man liest die riesigen Abschnitte zu Ende (die laut meinem Kindle erst nach fast einer Stunde Lesezeit erreicht waren).

Fazit:
Die Autorin hat für ihren Debütroman "Awaking" mit Engeln ein interessantes Thema mit viel Potential ausgewählt. Dafür erhält sie einen grossen Pluspunkt von mir. Leider wirkten aber sowohl der Schreibstil als auch die Handlung letztendlich nicht ganz ausgereift, so dass mich die Story leider nicht packen konnte. Potential ist sicher vorhanden, aber die Umsetzung ist noch verbesserungswürdig. Für dieses Buch kann ich leider (im Vergleich zu anderen Romantasy-Engel-Romanen) nicht mehr als 2,5 Sterne vergeben.