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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2019

Wird seinem Hype nicht gerecht

Vox
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Da "Vox" von Christina Dalcher in den letzten Monaten doch sehr gehypt wurde, waren meine Erwartungen an das Buch enorm hoch und ich habe mich auf eine nachdenklich stimmende und spannende Geschichte gefreut. ...

Da "Vox" von Christina Dalcher in den letzten Monaten doch sehr gehypt wurde, waren meine Erwartungen an das Buch enorm hoch und ich habe mich auf eine nachdenklich stimmende und spannende Geschichte gefreut. Letztendlich muss ich jedoch sagen, dass ich das Buch lediglich nett finde.

Grund dafür ist zum einen der Schreibstil, der mich stellenweise enttäuscht war, der oft altbacken und langatmig daher kommt. Zwar ist die Autorin bemüht, ihren Figuren und auch dem System einen großen Raum zu schaffen, allerdings hat mich das Buch zunehmends an "The Handmaid's Tale" von Margaret Atwood erinnert. Gleichzeitig hat das Buch im Laufe der Zeit sehr viele Fragen aufgeworfen, allerdings wurden nur wenige beantwortet.

Das Buch ist nicht schlecht, keine Frage, allerdings war mir die Thematik ein wenig zu gewollt. Dass Frauen täglich nur einhundert Wörter sprechen dürfen und alles darüber hinaus bestraft wird, ist sicherlich eine interessante Thematik, die auch gut in die Zeit passt. Hierbei wurde mir allerdings zu sehr der Zeigefinger erhoben und zu sehr die Feminismus-Keule geschwungen.

Kurz gesagt: "Vox" ist an sich keine schlechte Geschichte und bietet sicherlich auch den ein oder anderen Denkanstoß, dennoch war ich stellenweise doch sehr von der Geschichte enttäuscht, sodass das Buch für mich den Hype nicht gerecht wird.

Veröffentlicht am 26.05.2019

Geht so.

Dream Maker - Sehnsucht (The Dream Maker 1)
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Audrey Carlan besitzt einen eher einfach gehaltenen Schreibstil, der sich flüssig liest und durchaus zu unterhalten weiß. Die Figuren sind – für die Länge, bzw. Kürze der Geschichte – gut gezeichnet, man ...

Audrey Carlan besitzt einen eher einfach gehaltenen Schreibstil, der sich flüssig liest und durchaus zu unterhalten weiß. Die Figuren sind – für die Länge, bzw. Kürze der Geschichte – gut gezeichnet, man lernt diese ausreichend kennen, allerdings sind diese nicht immer sympathisch. Ein Schwachpunkt sind hierbei auch die Dialoge, die sich oftmals doch sehr hölzern lesen.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Parker Ellis ist der sogenannte Dream Maker, der zusammen mit seinen beiden Partnern Bogart und Royce die Agentur „International Guy“ führt. Hierbei fliegt er um die gesamte Welt, um seine Aufträge zu erfüllen, die hauptsächlich davon handeln, Frauen zu verführen, ihnen neues Selbstbewusstsein zu verleihen oder einfach einen netten Abend zu haben. In Paris, Kopenhagen und New York trifft er dabei auf die ersten Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Wenn man mal für ein paar Stunden den Kopf ausschalten möchte, wird man hier sicherlich gut unterhalten. Dennoch gibt es hier einen ganz großen Punkt, der mich doch sehr stört und das ist die Darstellung von Mann und Frau in den Büchern der Autorin. Während bislang immer die Frauen als nahezu perfekt und fast schon sexbesessen dargestellt werden, steht in der „Dream Maker City“-Reihe dieses Mal der Mann im Vordergrund, der natürlich unglaublich sexy, selbstbewusst und unwiderstehlich ist. Dies kann vielleicht mal nett sein, allerdings gefallen mir Figuren mit Ecken und Kanten deutlich besser als die oftmals viel zu aalglatten Figuren, die Audrey Carlan hier kreiert hat.

Das Cover ist dagegen ganz hübsch anzusehen und besticht mit tollen Farben. Die Kurzbeschreibung konnte mich ebenfalls überzeugen, sodass meine Neugierde am Ende gesiegt hat und ich dem Buch eine Chance geben wollte.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Immer diese Klischees

Sorry Not Sorry (Liebesroman)
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Zugegeben: Bei "Sorry Not Sorry" von Ella Amato war ich am Anfang ein wenig skeptisch, da ich bereits einige Bücher über Stiefgeschwister gelesen habe und somit befürchtete, dass hier nichts Neues geboten ...

Zugegeben: Bei "Sorry Not Sorry" von Ella Amato war ich am Anfang ein wenig skeptisch, da ich bereits einige Bücher über Stiefgeschwister gelesen habe und somit befürchtete, dass hier nichts Neues geboten wird. Leider hat sich hierbei mein Gefühl bestätigt, denn ich konnte leider weder überrascht, noch großartig überzeugt werden.

Dabei besitzt die Autorin an sich einen netten Schreibstil, der sich leicht und schnell lesen lässt. Das Problem ist jedoch, dass ich einfach bereits zu viele Bücher mit der Thematik gelesen habe und auch die Figuren leider für mich nicht funktioniert haben. Diese sind zwar einigermaßen gut gezeichnet, allerdings fand ich besonders Tilda so dermaßen unsympathisch, sodass mir schnell der Spaß an der Geschichte verloren ging.

Tilda wird von ihrem Vater zu ihrer Mutter in die Vereinigten Staaten geschickt, die sich dort mit einer neuen Familie ein neues Leben aufgebaut hat. Da Tilda und ihre Mutter bislang nie das beste Verhältnis miteinander hatten und Tilda mit der Trennung ihrer Eltern nie wirklich klar gekommen ist, fällt ihr der neue Lebensabschnitt sehr schwer.
Dies liegt aber nicht nur an ihrer Mutter, sondern auch an ihren Stiefgeschwistern, allen voran Tristan, von dem sie sich schnell angezogen fühlt, mit dem sie aber auch mindestens genauso schnell aneinander gerät.

Natürlich kommt die Geschichte leider auch nicht ohne die üblichen Klischees aus. So ist Tristan nicht nur am Anfang der ganz böse Junge, dessen Fassade langsam bröckelt, sondern er ist auch eine absolute Sahneschnitte - natürlich (!). Und natürlich springt Tilda auf jede von Tristans Gemeinheiten an, sodass Zickereien garantiert sind. Dies ist mir ehrlich gesagt zu wenig und ich hätte mir hier deutlich weniger Klischees und dafür mehr eigene Ideen gewünscht.

Das Cover ist dagegen echt hübsch anzusehen und ist mir positiv aufgefallen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls in Ordnung, ließ aber bereits erahnen, dass die Geschichte nicht mehr wirklich überraschen kann.

Kurz gesagt: Obwohl sich die Autorin hier wirklich bemüht hat, kann ich "Sorry Not Sorry" leider lediglich als nett bezeichnen. Schuld daran sind leider viel zu viele Klischees. Die Grundidee ist zwar in Ordnung, allerdings bietet diese Lektüre leider nicht viel Neues. Schade.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Starker Anfang, schwaches Ende

Hope's End
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"Hope's End" gehört zu den Büchern, bei denen die Meinungen stark auseinander gehen. Während einige das Buch feiern, gibt es auch sehr kritische Stimmen. Wenn Meinungen so stark auseinandergehen, erregt ...

"Hope's End" gehört zu den Büchern, bei denen die Meinungen stark auseinander gehen. Während einige das Buch feiern, gibt es auch sehr kritische Stimmen. Wenn Meinungen so stark auseinandergehen, erregt dies immer meine Aufmerksamkeit und sollte wollte ich dem Buch eine Chance geben und hatte doch recht hohe Erwartungen. Leider muss ich mich doch eher den negativen Stimmen anschließen. Das Buch ist zwar nicht schlecht, konnte aber meine Erwartungen nicht erfüllen.

Dabei ist der Schreibstil zunächst gar nicht schlecht. Die Geschichte liest sich bis zur Hälfte sehr angenehm, flüssig und auch spannend. Danach empfand ich diesen aber als hektischer, der rote Faden war teilweise nicht mehr zu spüren und das war für mich der Genickbruch bei dem Ganzen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, allerdings hätte es auch hier etwas mehr Tiefe gebraucht, um mit ihnen mitzufiebern und mitzufühlen.

Und das ist dann auch der große Kritikpunkt, weshalb ich von dem Werk am Ende dann doch etwas enttäuscht bin: Die Tatsache, dass sich das Ende und somit auch die Auflösung teilweise viel zu überladen anfühlt. Es passiert zu viel auf einmal und gleichzeitig passiert auch irgendwie nichts, denn obwohl das alles eher überschaubar ist, hatte ich das Gefühl, dass man sich hier immer wieder selbst übertrumpfen wollte, was für mich nicht funktioniert hat. Es wäre besser gewesen, wenn man sich mehr auf die Charaktere konzentriert hätte, die für mich aber oftmals viel zu blass daher kommen.

Zunächst ist die Idee, dass die 17-jährige Lenora Hope im Jahr 1929 eine schlimme Bluttat als einzige Person in der Familie überlebt und nun von vielen als die einzige Verdächtige der Tat angesehen wird, gar nicht mal so schlecht. So wird die Geschichte nicht nur in der Perspektive erzählt, sondern auch in der Zeit, in der Lenora als betagte und kranke Frau gepflegt werden muss. Dabei ist nie so ganz klar, was man glauben soll, was damals passiert ist. Es ist oft ein einziges Fragezeichen, bei dem man sich nicht ist, was nur im Kopf von Lenore stattfand und was tatsächlich passiert ist. Die Familiengeschichte ist tragisch, geheimnisvoll, aber auch phasenweise mitreißend. Daher ist es besonders schade, dass das Ende dann nicht die nötige Zeit erhalten hat.

Kurz gesagt: "Hope's End" ist zwar im Großen und Ganzen ein atmosphärischer Thriller, allerdings ist dieser leider auch ziemlich stark eingebrochen, nachdem anfänglich sehr stark gestartet ist. Wer bereits andere Werke von Riley Sager gelesen hat und von diesen begeistert war, sollte auch diesem Buch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 03.02.2026

Es war nicht meins

Starfish
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Da ich Bücher in Versform liebe, war ich mal wieder auf der Suche nach Büchern, die genau in mein Beuteschema passen und bin dabei auch auf „Starfish“ von Lisa Fipps gestoßen, welches mich direkt angesprochen ...

Da ich Bücher in Versform liebe, war ich mal wieder auf der Suche nach Büchern, die genau in mein Beuteschema passen und bin dabei auch auf „Starfish“ von Lisa Fipps gestoßen, welches mich direkt angesprochen hat. Da Themen wie Bodyshaming und Selbstliebe niemals alt werden und in der heutigen Gesellschaft auch immer noch viel zu kurz kommen, habe ich mir hier eine interessante und emotionale Geschichte gewünscht und ich muss sagen, dass ich doch insgesamt sehr enttäuscht bin.

Dies liegt vor allem an der Darstellung von der fast 12-jährigen Elizabeth, die von allen nur Ellie oder auch Splash genannt wird. Sie wird als krankhaft übergewichtig beschrieben, denn mit gerade einmal 11 Jahren wiegt sie laut Beschreibung so viel wie zweieinhalb erwachsene Frauen. Während dabei eigentlich bei jedem Menschen die Alarmglocken schrillen sollten, wird in „Starfish“ es quasi zelebriert, dass Ellie so dermaßen übergewichtig ist. Sie findet sich selbst makellos und wunderschön, was zwar bewundernswert ist, allerdings wird hier auch so ein wenig die Realität verschwiegen, welche Folgen noch auf sie zukommen könnten.

So wird zwar aufgezeigt, dass Ellie in der Schule aufgrund ihres Gewichts gehänselt wird und ihre Mutter Angst um ihre Tochter hat und sie dementsprechend versucht auf Diät zu setzen, allerdings wird das oft von der Autorin auch verharmlost. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist sehr angespannt, Ellie sieht in ihrer Mutter das Böse in Person, was teilweise sogar von ihrer Therapeutin, zu der sie gehen muss, bestätigt wird. Anstatt anzuerkennen, dass krankhaftes Übergewicht nicht immer schön und sogar gefährlich ist, wird hier auf eine leidende und sich Sorgen machende Mutter eingeprügelt, die augenscheinlich nur das Beste für ihre Tochter möchte.

Dazu ist Ellie auch leider nicht der sympathischste Buchcharakter. Wenn sie zuhause ihrer Meinung nach zu wenig zu essen bekommt, geht sie einfach zu den Nachbarn und lässt sich dort praktisch durchfüttern. Sie wird gemobbt, mobbt aber auch selbst andere Menschen für ihr Gewicht, ihr Aussehen oder sogar für Armut. Dass das nicht in Ordnung ist, wird jedoch nur einmal gegen Ende in einem Halbsatz erwähnt.

Allgemein ist mir „Starfish“ dadurch viel zu einseitig dargestellt. Selbstliebe und Selbstakzeptanz ist so wichtig, allerdings hätte man in diesem Buch deutlich mehr auf das krankhafte Übergewicht und die Folgeerkrankungen eingehen müssen, anstatt es einfach nur zu zelebrieren, dass Ellie aussieht wie sie eben aussieht. Mir hat es dadurch auch insgesamt an Tiefe und Charakterentwicklung gefehlt, was das Buch dringend benötigt hätte, um mich zu überzeugen.

Kurz gesagt: „Starfish“ brachte auf den ersten Blick alles mit, was ein gutes Buch benötigt und wurde doch so sehr von der Autorin gegen die Wand gefahren. Da mir weder die Figuren, noch der Grundtenor des Buches gefallen haben, kann ich somit keine Empfehlung aussprechen.

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