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Veröffentlicht am 21.07.2019

Mord als Spiel...

Psychospiel
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Der Killer in diesem Thriller hat eine ganz einfache Devise: Hast du ein Problem mit einer Person, dann kannst du es mit einem einfach Spiel lösen. Aber wenn du zustimmst, dann gibt es kein Zurück. Denn ...

Der Killer in diesem Thriller hat eine ganz einfache Devise: Hast du ein Problem mit einer Person, dann kannst du es mit einem einfach Spiel lösen. Aber wenn du zustimmst, dann gibt es kein Zurück. Denn irgendjemand muss sterben.

Das macht auch den Thrill des Buches aus und baut die Spannung auf. Das Vorgehen des Mörders ist so perfide und gemein, alles wirkt so unwirklich, bis eine neue Leiche auftaucht. Mich hat es schockiert und gleichzeitig gefesselt. Man kann die nächsten Schritte nur erahnen, aber nie wirklich voraussehen. Wie im Klappentext beschrieben ist die ganze Story ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Altersempfehlung des Verlags ist deswegen auch absolut gerechtfertigt, denn es ist nichts für schwache Nerven.

Toll sind auch die beiden Ermittler Emma und Ben Mendel. Die Beiden waren mal ein Paar und haben gemeinsame Kinder, müssen jetzt aber mehr oder weniger gezwungenermaßen zusammenarbeiten. Ich fand beide super sympathisch und wollte unbedingt wissen, wieso die Beziehung zerbrochen ist. Denn für mich haben sie ein tolles Paar gebildet. Als Nebenhandlung erfährt man auch das, was hier absolut hineingepasst hat, weil dadurch die Haupthandlung auch nicht gestört, sondern eher ergänzt wurde.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Er ist anschaulich und gibt sehr gut die Gefühle der beteiligten Personen wieder, sodass man sich in sie einfühlen kann, ohne unnötige Längen zu schaffen. Man muss sich aber auch auf eine gewisse Sachlichkeit und Brutalität einstellen, denn gerade wenn es um die Morde geht, war es manchmal kaum auszuhalten.

Am Ende kommt es zu einem richtigen Countdown, der nochmal sehr an den Nerven des Lesers zerrt. Hier hat die Autorin auch keine Gnade, wer ein Happy End sucht, wird es hier nicht unbedingt finden - zumindest nicht so wie erwartet. Aber gerade das hat mich auch beeindruckt und mit offenem Mund zurückgelassen.

Miträtseln kann man natürlich die ganze Zeit. Auch wird man ab und zu auf falsche Fährten geführt, sodass man sich als Leser eigentlich sicher ist, schon zu wissen, wer hinter allem steckt. Umso überraschender ist dann die eigentliche Auflösung, auf die ich nie gekommen wäre. Es bleiben auch keine Fragen offen, alles ist in sich schlüssig.

Ich fand den Thriller einfach nur klasse! Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 20.07.2019

Nur die Pizza ist noch da...

Die Lieferung
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Eigentlich dachte ich, die Story ist ziemlich geradlinig aufgebaut: Eine Frau bestellt Pizza, wird entführt und am Ende gerettet. Deswegen hat mich der Anfang des Buches schon sehr überrascht: Die nackte, ...

Eigentlich dachte ich, die Story ist ziemlich geradlinig aufgebaut: Eine Frau bestellt Pizza, wird entführt und am Ende gerettet. Deswegen hat mich der Anfang des Buches schon sehr überrascht: Die nackte, verstörte Frau wird im Wald aufgegriffen, die Polizei tappt im Dunkeln. Von einer Bestellung ist hier nicht die Rede.

Am Anfang hat man das Gefühl, dass man zwei unterschiedliche Storys liest, zum einen die der namenslosen Frau, zum anderen verfolgt man Viola, die sich verfolgt und bedroht fühlt. Man ahnt zwar, dass es eine Verbindung geben könnte, doch es sind zwei unterschiedliche Handlungsstränge, die die Spannung aufrecht erhalten.

Mit hat sehr gut gefallen, dass man das "Opfer" Viola recht gut kennenlernt, da man ihren Alltag, ihre Freundin und ihre Ängste sehr genau beschrieben bekommt. Als Leser kann man hier eine Verbindung aufbauen und fiebert richtig mit, denn auch wenn man ahnt, was kommt, will man doch nicht, dass ihr etwas passiert.

Das Ermittler-Team Jens Kerner und Rebecca hat mir sehr gut gefallen. Die Beiden sind mit Herzblut bei der Sache, lassen sich nicht durch Vorschriften aufhalten und verfolgen jede noch so kleine Spur. Dass Rebecca ein körperliches Handicap hat und sie im Rollstuhl sitzt, hält sie nicht auf - und das macht sie noch sympathischer.

Am meisten Gänsehaut hatte ich bei den Kapiteln, in denen man - ohne den Mörder zu kennen - erfährt, wie er die entführten Frauen behandelt. Denn körperlich misshandelt oder vergewaltigt werden sie nicht, aber das macht es nicht weniger schlimm. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, nur, dass ich wirklich gelitten habe.

Es dauert eine Weile, bis die verschiedenen Handlungsstränge zusammengeführt werden, aber genau das sorgt dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht und habe auch versucht dahinter zu kommen, wer denn nun die Frauen entführt und auf diese perfide Art misshandelt, hatte aber keine Chance. So muss es sein!

Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht und meine sehr hohen Erwartungen wurden voll erfüllt. Ich bin begeistert und hoffe, dass es vielleicht diesmal nicht ein ganzes Jahr dauert, bis etwas Neues von Andreas Winkelmann erscheint. Von mir gibt es 5 Sterne.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Fünf Sterne - oder nicht?

Fünf Sterne für dich
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Nach dem Lesen des Klappentextes ist der Einstieg in das Buch sehr ungewöhnlich: Denn statt einer fröhlichen findet man sich in einer sehr traurigen Szene wieder, ohne genau zu wissen, was eigentlich passiert ...

Nach dem Lesen des Klappentextes ist der Einstieg in das Buch sehr ungewöhnlich: Denn statt einer fröhlichen findet man sich in einer sehr traurigen Szene wieder, ohne genau zu wissen, was eigentlich passiert ist. Das war etwas komisch, aber je mehr man im Buch voranschreitet, desto besser kann man dieses Kapitel einordnen und dann ist es einfach nur gelungen.

Also nicht verzagen, wenn der Roman am Anfang nicht das bietet, was man sich verspricht bzw. was man erwartet, denn es ändert sich schnell: Man lernt Konrad kennen, einen alleinerziehenden Vater, der nicht nur beruflich, sondern auch privat, alles um sich herum bewertet. Er ist sehr korrekt, hat eine genaue Vorstellung davon, was er will und liebt seine Tochter über alles. Ich fand ihn und seine Art sehr sympathisch, auch wenn ich mir ein Zusammenleben mit ihm nicht vorstellen könnte...

Auf der anderen Seite haben wir die noch relativ junge Quereinsteigerin Pia, die als Lehrerin arbeitet und zum ersten Mal eine Klassleitung übernimmt. Sie hat Angst, viel falsch zu machen - worin ich mich wiedergesehen habe. Aber sie liebt ihren Beruf und will für ihre Schüler nur das Beste. Sie ist eine richtige Vorzeigelehrerin.

Die beiden Protagonisten treffen durch Konrads Tochter aufeinander und am Anfang läuft es nicht unbedingt so, wie es soll. Die Kapitel sind abwechselnd aus den unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch weiß man immer, was der eine vom anderen denkt und die Geschichte ist sehr abwechslungsreich.

Natürlich darf man nicht davon ausgehen, dass das Ende sehr überraschend ist. Wie bei diesem Genre üblich - und vor allem wenn die beiden Protagonisten auch noch Single sind - darf man mit einem Happy End rechnen. Dass man merkt, wo die Story hinsteuert, hat mich aber nicht gestört. Im Gegenteil, es hätte nicht anders kommen dürfen.

Trotzdem ist der Weg das Interessante, denn die Autorin widmet sich einem Thema, dass man in einem Frauenroman nicht unbedingt erwartet: Mobbing. Hier leidet man richtig mit und merkt deutlich, wie grausam Kinder zueinander sein können. Durch diesen Handlungsstrang wird das Buch meiner Meinung nach sehr aufgewertet, denn es ist ernst und gibt dem Ganzen Tiefe.

Genauso wie der schon angesprochene Prolog: Es steckt mehr in "Fünf Sterne für dich" als eine einfache Liebesgeschichte. Was genau, erfährt man aber erst nach und nach. Das erklärt auch das Verhalten von Konrad und macht es absolut schlüssig. Außerdem hat man so die Möglichkeit, eigene Theorien zu entwickeln und mitzurätseln. Mir ist es allerdings nicht gelungen, diese Zusammenhänge vorauszusehen. Ein weiterer Pluspunkt.

Trotz der Ernsthaftigkeit kommt aber auch der Humor und die ein oder andere komische Situation nicht zu kurz, gerade wenn es um die Eltern der Klassenkameraden von Konrads Tochter geht. Ich habe mehr als einmal laut gelacht. Natürlich bedient sich die Autorin hier jeden möglichen Klischees von Helikoptereltern, aber ich fand gerade das Übertriebene super.

Insgesamt hat mich das Buch begeistert! Für "Fünf Sterne für dich" gibt es 5 Sterne von mir!

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  • Idee
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  • Erzählstil
Veröffentlicht am 07.06.2019

Hör genau hin

Auris
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Bis ich das Buch gelesen habe, wusste ich gar nicht, dass es den Beruf "Forensischer Phonetiker" überhaupt gibt. Umso spannender war es, gleich zu Beginn mitzuerleben, wie der Protagonist Matthias Hegel ...

Bis ich das Buch gelesen habe, wusste ich gar nicht, dass es den Beruf "Forensischer Phonetiker" überhaupt gibt. Umso spannender war es, gleich zu Beginn mitzuerleben, wie der Protagonist Matthias Hegel arbeitet - nur um kurz darauf einen Mord zu gestehen und ins Gefängnis zu wandern. Ab diesem Zeitpunkt wird er auch als Protagonist von der Podcasterin Jula Ansorge abgelöst, die den Leser nun durch die Geschichte führt.

Jula war mir sofort sympathisch, was mir bei Büchern sehr wichtig ist. Sie ist jung, unerschrocken und Fairness ist für sie sehr wichtig. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag kämpft sie dafür, dass zu Unrecht Inhaftierten Gerechtigkeit widerfährt. Dabei lässt sie sich durch nichts einschüchtern. Das war einfach bewundernswert.

Ihre Hartnäckigkeit sorgt auch dafür, dass sie die Wahrheit über den Mord herausfinden möchte, den Matthias Hegel begangen hat. Dieser zeigt sich nicht besonders kooperativ, was aber nur die Spannung erhöht und auch dafür sorgt, dass der Leser von seiner Unschuld überzeugt wird. Ich konnte das Buch auf jeden Fall nicht aus der Hand legen, weil jeder Schritt, den Jula geht, wieder neue Erkenntnisse bringt. Man rätselt und leidet mit und möchte einfach nur erfahren, was hinter allem steckt, denn es scheint sehr komplex zu sein - was es auch ist.

Und das hat mir auch sehr gut gefallen, denn jeder Hinweis und jede Neuigkeit die Jula entdeckt, ist im Gesamtbild schlüssig, sodass keine Fragen offen bleiben und man als Leser nicht das Gefühl hat, dass etwas fehlt oder zusammenpasst.

Die Sprache ist sehr flüssig und lebendig, sodass man nur so über die Seiten fliegt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass man - wenn man es schafft - auch mal eine Pause einlegen kann, ohne mittendrin unterbrechen zu müssen.

Als es gegen Ende zum Showdown und der Auflösung kommt, werden alle Gedanken und potentielle Lösungen, die man sich während des Lesens zurechtgelegt hat, nochmal kräftig durcheinander gewirbelt. War man sich vorher noch sicher, auf welcher Seite man steht, ändert es sich nochmal und eine wirkliche Aufklärung gibt es dann nicht. Hier war ich mir erst nicht sicher, wie ich es finden soll. Da ich aber ein paar Tage nach dem Lesen immer noch darüber nachgedacht habe zeigt, dass das Ende doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Insgesamt war ich von der ersten Seite an begeistert und ich habe mich richtig gefreut, als ich auf der Verlagshomepage entdeckt habe, dass "Auris" der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. Ich hoffe, der zweite Teil lässt nicht allzu lange auf sich warten.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!

Veröffentlicht am 05.06.2019

Der Umwelt zuliebe

Es geht auch ohne Plastik
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Leben ohne - oder zumindest mit weniger - Plastik kann funktionieren. Das macht Sylvia Schaab mit ihre Familie vor. Das Buch habe ich mir als Inspiration geholt, denn seit einiger Zeit vermeide ich Plastik, ...

Leben ohne - oder zumindest mit weniger - Plastik kann funktionieren. Das macht Sylvia Schaab mit ihre Familie vor. Das Buch habe ich mir als Inspiration geholt, denn seit einiger Zeit vermeide ich Plastik, aber es war immer noch zu viel.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel bzw. Themenbereiche wie Küche, Kinder, Bad etc. eingeteilt. Dadurch muss man es nicht von vorne nach hinten lesen, sondern kann sich gezielt das Thema heraussuchen, das einen in diesem Moment besonders auf den Nägeln brennt.

Ganz klar: Manche Tipps kennt man schon, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt. Allerdings ist es nicht schlecht, sich das Ganze nochmal in Erinnerung zu holen. Außerdem gibt es sehr viele Internetadressen oder Verweise auf Quellen, sodass man sich weitere Informationen holen kann.

Aber einiges war mir auch neu, darüber habe ich mich besonders gefreut. Hier werde ich mich gleich an die Umsetzung machen.

Ich war überrascht, wie viel man selber machen kann, auch Lebensmittel wie Joghurt, Butter oder Frischkäse. Denn genau das bereitet mir noch Bauchschmerzen, weil ich außer für den Joghurt kaum plastikfreie Alternativen gefunden habe. Die Rezepte gibt es direkt im Buch und ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren.

Auch der Stil, in dem die Autorin schreibt, hat mir sehr gut gefallen. Sie hebt nicht den mahnenden Zeigefinger, sondern sagt ganz klar, dass man Plastik nicht komplett vermeiden kann (zum Beispiel bei Tabletten-Blistern) und dass es okay ist, wenn man nicht alles schafft. Sie motiviert eher, den Weg zu gehen und mit weniger Plastik auszukommen. Dabei hilft auf jeden Fall auch die 30-Tage-Challenge am Ende des Buches. Da kann man das Gelesene direkt alltagsnah umsetzen.

Mir hat das Buch auf jeden Fall etwas gebracht und ich nehme es immer wieder in die Hand, um nochmal etwas nachzublättern oder in den Rezepten für die Küche, das Bad oder Putzmittel zu stöbern. Meinen Plastikmüll habe ich von knapp zwei Säcken in zwei Wochen auf einen halben Sack reduziert und bin schon ein bisschen stolz :)