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Veröffentlicht am 19.06.2019

Der fremde Gemahl

In tiefen Wäldern Träumen lauschen - Band 3
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Die Tage vergehen und die Prinzessin scheint ein wenig zu vergessen, dass ihr Mann aus Fleisch und Blut besteht. Zu ätherisch bewegt und gibt er sich und zu begeistert ist sie darüber, ihn immer wieder ...

Die Tage vergehen und die Prinzessin scheint ein wenig zu vergessen, dass ihr Mann aus Fleisch und Blut besteht. Zu ätherisch bewegt und gibt er sich und zu begeistert ist sie darüber, ihn immer wieder aufs Neue in prächtige Kleider zu packen. Sie zerrt ihn auf die Straßen und präsentiert ihn stolz wie bei einer Fleischbeschau. Einige Menschen dort glauben ihn zu erkennen, oder halten ihn für den Nachfahren von jemanden, den sie vor vielen Jahren kannten. Das Geheimnis um diesen seltsamen, distanzierten und so fremdartig wirkenden Gemahl der Prinzessin verdichtet sich.

Die Geschichte der Prinzessin, die einen Mann von der Straße heiratet, ist eine Geschichte innerhalb einer Geschichte. In einem Kloster, in dem ein Mann mit Affenmaske und eine junge Frau Unterschlupf vor einem heftigen Gewitter in den Bergen gesucht haben, erzählt Affe von A Jiu, dem ungewöhnlichen Mann und der gedankenlosen Prinzessin. Es werden Fragen aufgeworfen, die es zu ergründen gilt und man spekuliert, je mehr man erfährt, über die Hintergründe von A Jiu. Richtig gut sind die Zeichnungen, bei denen man wirklich lange und intensiv hinsehen muss, um alle Einzelheiten zu erfassen. Die Geschichte selbst bewegt sich sehr ruhig und langsam und lebt mehr von den Geheimnissen um A Jiu und dem subtilen Geschichtsunterricht aus dem Alten China als durch Actionszenen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht und ob sich meine Vermutungen wenigstens zum Teil bewahrheiten werden.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Seht mal, ein Rätsel!

Ellingham Academy (Band 1) - Was geschah mit Alice?
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Die Ellingham Academy in den Bergen von Vermont ist ein außergewöhnliches Internat für begabte Schüler. Solche, die sich auf gewisse Weise schon irgendwo hervorgetan haben, seien sie You-Touber, Autoren, ...

Die Ellingham Academy in den Bergen von Vermont ist ein außergewöhnliches Internat für begabte Schüler. Solche, die sich auf gewisse Weise schon irgendwo hervorgetan haben, seien sie You-Touber, Autoren, Schauspieler oder in andersweitig besonders. Stevie Bell gehört neuerdings zu ihnen. Sie beschäftigt sich mit Kriminalfällen und möchte daher einen alten Fall lösen, der sich ausgerechnet in Ellingham zugetragen hat - allerdings 80 Jahre vorher. Doch dann geschieht ein echtes Verbrechen und Stevie muss sich fragen, ob der Job eines Detektivs nicht gefährlicher ist als angenommen.

Das ist der erste Teil einer Trilogie und ich bin mit nicht sonderlich hohen Erwartungen herangegangen, da mich die Autorin vor ein paar Jahren mit ihren Schatten von London nicht abholen konnte. Hier jedoch hat sie mich überrascht. Natürlich gibt es die relativ typische Internatsstoryhintergründe mit ihren typischen Bewohnern. Und doch war es gut und lässig genug geschrieben, dass es mich bei der Stange hielt, die Klischees samt Liebesgedöns hielten sich angenehm dezent im Rahmen und der Fall/die Fälle waren angenehm komplex. Eigentlich habe ich insgesamt auch nur zwei Beschwerden. 1.) Es gab keinen vernünftigen Abschluss für diesen ersten Band und 2.) Wer zum Teufel hat sich diesen dummen Untertitel ausgedacht? Nichts gegen die arme Alice, aber man weiß, was mit ihr geschah und sie ist eigentlich auch die am wenigsten erwähnte und vor allem relevante Person des ganzen Buches. Untertitel-Kreativer, sechs, setzen! Ansonsten bin ich tatsächlich gespannt, wie es im nächsten Buch weitergeht.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Es war einmal in China ...

In tiefen Wäldern Träumen lauschen - Band 1
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Mitten in den Bergen, in einem verlassenen Kloster, während eines heftigen Gewitters, begegnen sich eine junge Frau und ein Mann mit einer Affenmaske. Um die Zeit zu vertreiben erzählt Affe der Frau eine ...

Mitten in den Bergen, in einem verlassenen Kloster, während eines heftigen Gewitters, begegnen sich eine junge Frau und ein Mann mit einer Affenmaske. Um die Zeit zu vertreiben erzählt Affe der Frau eine Geschichte, die fast ein bisschen märchenhaft anmutet, nämlich die einer Prinzessin, die sich durch ihre Stellung einen Gatten kaufen kann.

Es war einmal eine Prinzessin, die alles durfte, was sie wollte. Eines Tages entdeckte sie auf dem Markt einen jungen Mann von überirdischer Schönheit und beschlosss auf der Stelle, ihn zu heiraten. Dank ihres Vaters, des Kaisers, wurde ihr der Wunsch auch gewährt. Sie erhob die Familie ihres Angebeteten A Jiu und nahm ihm zum Mann. Doch A Jiu ist anders als alle anderen. Nicht nur von ätherischer Schönheit, besitzt er übermenschliche Kraft, Kenntnisse von Heilkräutern, ist zu allen gut und sanft. Doch während der Hochzeit ist er vor allem eines: stumm. Er kann nicht reden, lediglich in seinem Gesicht liest man Melancholie. Ob die beiden glücklich werden können?

Nicht nur die Frau im Kloster fragt sich das bisher. Am Ende des ersten Bandes tappt man genauso im Dunkeln wie sie. Durch die Graphic Novel bekommt man einen guten Einblick in das China der Tang-Dynastie und die Zeichnungen sind einfach extrem gut und detailreich. Keine Falte in der Kleidung bleibt verborgen, kein Gesichtsausdruck entkommt dem Leser/Betrachter. Man kann bereits aufgrund einiger Hintergrundinformationen gewisse Spekulationen anstellen und ist neugierig, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Eine ruhige, angenehme Erzählung, die eher durch ihren Flow als durch Action zu fesseln weiß.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Pfanne-Topf-Blech

Die One-Pot-Challenge
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Der Titel ist vielleicht ein bisschen irreführend. Bei one pot stellt man sich ja eigentlich immer einen Topf vor, in den alle Zutaten geworfen werden und der dann hexenküchenmäßig vor sich hin brodelt ...

Der Titel ist vielleicht ein bisschen irreführend. Bei one pot stellt man sich ja eigentlich immer einen Topf vor, in den alle Zutaten geworfen werden und der dann hexenküchenmäßig vor sich hin brodelt und köchelt. Tatsächlich gibt es hier jedoch drei Köche, die jeweils mit einem Küchenelement arbeiten: dem Topf, der Pfanne und dem Blech. Dabei bleiben sie auch und wechseln nicht durch.

Moderiert wird das Ganze von Jumbo Schreiner, der auch die Vorgaben macht. Eigentlich sagt er nur die Hauptzutat an und die Köche machen was draus. Ich war anfangs skeptisch, gerade wenn es darum ging, Nudeln im Ofen zu backen oder Linsen. Und die ganzen Fischrezepte habe ich von vornherein ignoriert, das ist so gar nicht mein Ding. Aber am Ende gab es für mich Überraschungen: Lieblingsrezepte, zum Beispiel ausgerechnet bei Linsen, die ich immer langweilig fand bis dahin.
Die meisten ausprobierten Rezepte haben geschmeckt, außer einmal, als mir das Chili ausgekommen ist - das sehe ich aber als meinen Fehler an.

Was mich auf Dauer als Einziges genervt hat, war Jumbo Schreiner. Ich kenne weder ihn noch die Kochprofis und vielleicht ist das das Problem, denn ich bin kein Fan. Aber außer dass er viel gequatscht und die Zutaten in den Raum geworfen hat, hatte er keine Funktion. Und diese Funktion fand ich überflüssig. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es mehr Rezepte und weniger oder gar keinen Jumbo gegeben hätte. Ansonsten ist das ein Superkochbuch, mit dem ich noch lange nicht fertig sein werde.

Veröffentlicht am 26.05.2019

Familienfehde

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Der zweite Fall für Gina Angelucci.
Während Tino Dühnfort jetzt in Elternzeit gegangen ist, um sich um die gemeinsame Tochter zu kümmern, hat Gina einige Cold Cases auf ihrem Schreibtisch. Doch ihr wirkliches ...

Der zweite Fall für Gina Angelucci.
Während Tino Dühnfort jetzt in Elternzeit gegangen ist, um sich um die gemeinsame Tochter zu kümmern, hat Gina einige Cold Cases auf ihrem Schreibtisch. Doch ihr wirkliches Interesse wird erst geweckt, als eine Frau die Skelette zweier Menschen auf einer Baustelle findet. Obwohl die Toten schon vor siebzig oder achtzig Jahren umgebracht worden sind, finden Gina und ihr Team tatsächlich Anhaltspunkte, die ein weiteres Ermitteln rechtfertigen, denn Mord verjährt nicht, nicht einmal, wenn er im zweiten Weltkrieg begangen wurde.

Tatsächlich war ich von diesem Buch angenehm überrascht, haben mich doch die letzten Dühnfort-Krimis, die ich las, gelangweilt. Hier jedoch wurde nicht nur ein Fall aus der Vergangenheit präsentiert, sondern gleichzeitig ein schöner Abriss aus der Geschichte dieser Zeit entwickelt. Außerdem bezieht die Autorin sehr klar Haltung gegen Nazis - alte wie neue, damit hat sie bei mir eh schon mal Punkte gut gemacht. Das Einzige, was ich wirklich arg überflüssig fand, war der Erzählstrang um die "Insektenfrau", der hätte echt nicht sein müssen und da musste ich mich schon fast ein bisschen zwingen weiterzulesen und nicht zu überblättern. Alles in allem hat mir dieser Fall gut gefallen und ich bin gespannt zu erfahren, was Gina im nächsten Fall zu ihrer verschwundenen Klassenkameradin in Erfahrung bringt.