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Veröffentlicht am 19.11.2019

Das Labyrinthvergisst nicht

Das Labyrinth vergisst nicht
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„Das Labyrinth vergisst nicht“ ist die lang erwartete Fortsetzung der Labyrinth- Reihe von Rainer Wekwerth. Vor Jahren habe ich die als Trilogie angesetzte Reihe verschlungen, als ich gesehen habe, dass ...

„Das Labyrinth vergisst nicht“ ist die lang erwartete Fortsetzung der Labyrinth- Reihe von Rainer Wekwerth. Vor Jahren habe ich die als Trilogie angesetzte Reihe verschlungen, als ich gesehen habe, dass nun eine Fortsetzung geplant ist, war ich sehr gespannt. Die Vorfreude war groß, auch meine Erwartungen und auch dieses Buch konnte mich wieder begeistern, auch wenn es ganz anders ist als erwartet. Dennoch würde ich jeden empfehlen, vorher die ersten drei Bände der Labyrinth- Reihe gelesen zu haben, damit man den Abschluss genießen kann.

Klappentext:
Mary ist ins Labyrinth zurückgekehrt, um ihre Freunde zu retten. Tief unter der Erde, in einem gigantischen Gefängnis, kämpfen die sieben Jugendlichen erneut ums Überleben, doch sie erinnern sich weder aneinander noch an das, was mit ihnen geschehen ist. Und dieses Mal ist nicht nur die Zeit ihr erbitterter Gegner. Ein übermächtiger Feind agiert nun unsichtbar hinter den Kulissen und will nicht weniger als ihren Tod.
Während Mary noch gegen das Vergessen ankämpft und um die Liebe ihres Lebens ringt, muss sie sich gemeinsam mit den anderen den Gefahren stellen, die das Labyrinth für sie bereithält.

Mit einer Fortsetzung der Reihe hatte ich nicht mehr gerechnet. Ich war total gespannt, wie Rainer Wekwerth diese Geschichte noch fortsetzen oder weiterspinnen wollte. Daher war ich total überrascht, als ich die ersten Seiten gelesen habe. So eine Weiterführung hätte ich nicht erwartet gehabt.
Die Teenager aus den vorherigen Büchern stehen wieder im Mittelpunkt, können sich jedoch nicht an irgendwelche gemeinsamen Ereignisse erinnern. Im Zentrum der Ereignisse stehen Leon und Mary. Dies hat mir ganz gut gefallen, da mir dieses Pairing bisher immer am besten gefallen hat.
Alles beginnt auf einem unbekannten Schauplatz, welcher mich mal wieder von dem Ideenreichtum des Autors überzeugen konnte. So einen Ort für das Buch hätte ich nicht erwartet, aber dennoch hat es mir gefallen. Die Ausarbeitung von dem Jugendgefängnis namens Hells Kitchen fand ich gelungen. Viele Ideen waren recht originell. Leon wird in dieses Gefängnis eingeliefert, zusammen mit anderen Jugendlichen. Mischa und Tian sind bald seine neuen Gefährten, zusammen unterstützen sie sich und geben sich gegenseitig Kraft. Aber auch die Geschichte von Mary wird beleuchtet, zusammen mit Kathy sitzt sie an einem anderen Ort fest, von dem sie nicht so einfach entkommen können. Die Protagonisten sind vielschichtig ausgearbeitet. Diverse Charaktereigenschaften, die man bereits von dem jeweiligen Charakter kannte, werden weitergeführt und vertieft. Andere haben sich weiterentwickelt und bekommen einen neuen, frischeren Wesenszug, der dennoch zu dem bisherigen Charakter passt, nur reifer wirkt. Diese lang ersehnte Fortsetzung hat sich wie ein Besuch bei alten Freuden angefühlt. Zusammen mit ihnen fiebert man der Weiterführung der Geschichte weiter, ob sie auch dieses Abenteuer bestreiten können. Auch ob sie am Ende alle wieder zusammenfinden und dem Labyrinth entkommen können, ist eine wichtige Frage in diesem Buch. Viele spannende und fesselnde Sequenzen müssen die Protagonisten bewältigen. Die Spannung wird konsequent aufrechterhalten, ohne dass es zu aufgesetzt wirkt. Man klebt quasi an den Seiten, man möchte unbedingt wissen, wie all dies aufgelöst wird und was diese Story mit den vorherigen verbindet, wie all dies zusammenhängt.
Nicht ganz so gut haben mir manchmal die Dialoge gefallen. Diese wirkten teilweise etwas hölzern und haben sich inhaltlich manchmal wiederholt. Die Unterhaltungen hätte man etwas aktiver gestalten können.
Leider konnte mich auch das Ende nicht so ganz überzeugen, aber dies ist reine Geschmackssache. Ich fand die Auflösung vom dritten Teil, dem vorherigen Ende der geplanten Trilogie besser. Aber auch die Auflösung des vierten Bandes ist akzeptabel und zufriedenstellend.
Auch insgesamt hat mir im Vergleich zu den Vorgängern das gewisse Etwas gefehlt, das berühmte i- Tüpfelchen hat meiner Ansicht nach gefehlt.

Insgesamt hat Rainer Wekwerth mit „Das Labyrinth vergisst nicht“ eine gelungen Fortsetzung der Reihe geschrieben, eine würdige Weiterführung der Geschichte. Ein paar kleine Schwächen hat das Buch meiner Meinung nach, über die ich aber getrost hinwegsehen kann. Damit man dieses Buch genießen kann, ist es erforderlich, dass man die vorherigen Teile bereits gelesen hat, sonst versteht man diverse Andeutungen nicht. Für den Abschluss der Reihe möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Vereint

Die Legende der vier Königreiche - Vereint
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Die Reihe aus der Feder von Amy Tintera rund um Die Legende der vier Königreiche wird mit „Vereint“ fortgeführt. Hierbei ist es sinnvoll, dass man bereits den Auftakt „Ungekrönt“ gelesen hat, da die Handlung ...

Die Reihe aus der Feder von Amy Tintera rund um Die Legende der vier Königreiche wird mit „Vereint“ fortgeführt. Hierbei ist es sinnvoll, dass man bereits den Auftakt „Ungekrönt“ gelesen hat, da die Handlung nahtlos weitergeführt wird. Ansonsten würde man einige Zusammenhänge nicht vollständig nachvollziehen können.

Klappentext:
Wieder vereint! Die Schwestern Emelina und Olivia wollen ihr Königreich Ruina zu alter Stärke zurückführen. Doch während Olivia nach ihrer Gefangenschaft auf Rache sinnt, hofft Emelina auf eine friedliche Lösung – nun, da Cas den Thron von Lera innehat. Aber die Spannungen zwischen den Schwestern bergen Gefahren. Ein zu allem entschlossener Gegner macht sich Emelinas Zerrissenheit zwischen Loyalität und Liebe zunutze und spinnt eine blutige Intrige …

Auch dieses Mal empfand ich den Schreibstil von Amy Tintera als flüssig, er ist leicht und einfach gehalten, sodass die Seiten schnell gelesen sind. Einige spannende Passagen sind im Verlauf des Buches eingebaut wurden, auch einige Wendungen, welche ich so nicht erwartet hätte. Doch meiner Meinung nach konnte der Spannungsbogen nicht permanent auf einem hohen Level gehalten werden. Ein bisschen weniger hin und her hätte der Spannungskurve meiner Ansicht nach gut getan. Dennoch sind die Seiten nur so dahingeflogen und ich habe mich von einer spannenden Szene zur nächsten gehangelt. Leider konnte mich die Handlung nicht immer fesseln. Einige Ausführungen fand ich zu detailliert, bei anderen hätte ich mir mehr gewünscht. Die Entwicklung der Geschichte konnte mich leider nicht vollständig überzeugen, irgendwie hatte ich ein bisschen was anderes erwartet. In dem zweiten Band der Trilogie läuft alles auf einen Krieg zwischen den einzelnen Ländern hinaus, hierbei müssen einige Niederlagen unterschiedlicher Dimensionen in Kauf genommen werden. Strategische Überlegungen werden gemacht, diplomatische Verbindungen werden eingegangen und nicht alle Ausführungen hierzu konnten mich leider überzeugen. Dennoch konnte mich die Handlung in ihren Bann ziehen. Gebannt habe ich den Verlauf der Geschichte verfolgt und bei einigen Wendungen war ich positiv überrascht, sodass ich gebannt an den Seiten geklebt habe.
Erzählt wird dieses Werk aus mehreren Perspektiven, sodass man einen recht vielseitigen Einblick auf die Handlung bekommt. Dies fand ich gut gelöst. Der Leser ist dadurch auf einen recht vielschichtigen Wissensstand und hat recht unterschiedliche Einblicke in Bezug auf den Verlauf der Handlung gewonnen, kann sich ein differenziertes Bild davon machen. Auch lernt man dadurch die jeweiligen Charaktere besser kennen und kann ihre Beweggründe besser nachvollziehen und somit auch ihre Handlungen besser verstehen.
Einer meiner Kritikpunkte zu „Ungekrönt“ war, dass recht wenig Wissen über die jeweiligen Länder vermittelt wird, man hat ein recht oberflächliches Bild von dieser Welt und auch über die Geschichte der Länder, welche ja für die Handlung wesentlich ist, erfährt man wenig. Dies hat sich ein bisschen in „Vereint“ gebessert, aber dennoch nicht so viel, dass man Wissensdurst gestillt wurde. Ein paar Hintergrundinformationen zu den einzelnen Ländern und auch zu ihrer Geschichte bekommt der gewillte Leser. Aber an sich sind es nur ein paar kleine Leckerbissen um den wissbegierigen Leser bei der Stange zu halten. Nicht genug, damit dieser zufrieden ist. Dies finde ich etwas schade, hat diese Welt mit den vier Königreichen doch so viel Potential, welches leider nicht vollständig genutzt wird.
Ein wesentlicher Aspekt sind natürlich wieder die Charaktere. Die beiden Schwestern Emelina und Olivia sind vereint, sie haben sich wieder gefunden. Doch die Freude über das Wiedersehen ist nicht von langer Dauer. Ist die Schwester doch ganz anders als erhofft. Sie haben sich im Verlauf der Jahre recht unterschiedlich entwickelt, sodass die zwei erst lernen müssen mit der Schwester zurecht zu kommen. Sie müssen sich erst wieder aneinander gewöhnen, haben sie doch recht unterschiedliche Ansichten und Anforderungen an die Zukunft. Olivia ist durch ihre Gefangenschaft von Hass zerfressen, sie will Rache und handelt dabei oftmals irrational. Auch ihre magischen Fähigkeiten nutzt sie nicht immer sinnvoll und bedacht. Olivia ist Grund für einigen Stress innerhalb der Rebellen und ihr haben wir einige blutige und brutale Szenen innerhalb des Buches zu verdanken. Aber ihre irrationale und nicht immer nachvollziehbare Art und somit auch ihr Handeln machen das Buch spannender, man kann einfach nie wissen, was sie als nächstes plant.
An ihrer Seite verblasst Emelina und auch Casimir etwas. Im ersten Band fand ich ihr Miteinander als spannend, im zweiten Band hat es mich etwas genervt. Beide standen unter Strom, dennoch hat mir der Eiertanz nicht so zugesagt. Eigentlich müssten sie miteinander kämpfen, stattdessen machen sie sich gegenseitig das Leben schwer und gewisse Gesten werden überinterpretiert oder zu stark analysiert. Das fand ich etwas schade, ein bisschen haben sie an Sympathie bei mir verloren. Sie konnten mich als Paar leider nicht mehr so ganz überzeugen, besonders im Mittelteil hat dies etwas nachgelassen. Zum Ende des Buches hin haben sie sich wieder zum Guten entwickelt – daher bin ich sehr auf den weiteren Verlauf an ihrer Beziehung gespannt. Die Entwicklung von Aren konnte mich im Gegensatz dazu vollkommen in seinen Bann ziehen. Ich habe seinen Part immer mit größtem Interesse gelesen, er hat diese Geschichte meiner Meinung nach bereichert.

Insgesamt konnte mich Amy Tintera mit dem zweite Band „Vereint“ nicht vollständig überzeugen. Es gab ein paar Längen, ein paar charakterliche Entwicklungen konnten mich nicht vollständig überzeugen. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, sodass ich zu gerne wissen möchte, wie die Geschichte beendet wird. Für „Vereint – Die Legende der vier Königreiche“ möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Die Spur der Toten

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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Der Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ von der Autorin C.L. Polk lässt sich in das Genre Fantasy einordnen und ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe.

Klappentext:
Miles Singer ist Arzt und ...

Der Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ von der Autorin C.L. Polk lässt sich in das Genre Fantasy einordnen und ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe.

Klappentext:
Miles Singer ist Arzt und er ist auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Eines Tages wird er zu einem Notfall gerufen. Als Miles den Sterbenden untersucht, stellt er mit Erschrecken fest, dass dieser die Aura einer Hexe hat. Aber noch schlimmer, der Vergiftete hat erkannt, dass auch Miles das Hexenmal trägt. Die Geschicke Aelands werden von den adligen Sturmsängern bestimmt. Ihre legitimierte Magie hat dem Land unvorstellbaren Fortschritt gebracht, es aber auch in einen fürchterlichen Krieg gestürzt. Die Soldaten kommen völlig verändert aus dem Krieg zurück. Miles Singer ist Arzt. Um den zurückkehrenden Soldaten zu helfen, kann er seine magischen Fähigkeiten nur heimlich einsetzen. Kämen sie ans Licht, würde er in einem Asylum eingesperrt. Als Miles zu einem Sterbenden gerufen wird, der wohl vergiftet wurde, bleibt ihm keine Wahl: Zusammen mit einem schönen Amaranthine, der zwischen der Welt und dem Totenreich wechseln kann, versucht er den Mordfall aufzuklären. Hinter all dem verbirgt sich aber ein Geheimnis, dessen Abgründigkeit kaum abzusehen ist: Wohin sind die Seelen der Gefallenen verschwunden?

Auf dieses Buch wurde ich hauptsächlich auf Grund des Covers. Es konnte mein Interesse wecken und mir stellte sich die Frage, welche Geschichte wohl hinter diesem grünen Fahrrad- Cover stecken konnte. Und auch der Klappentext klang vielversprechend, sodass ich dieses Werk nur zu gerne lesen wollte, um mir ein eigenes Urteil zu bilden.
Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und hat sich flüssig lesen lassen. Jedoch empfand ich den Einstieg in das Fantasybuch etwas schwierig. Man wird mitten in die Geschichte hineingeworfen, kurze Erläuterungen zu den Personen oder auch der Welt sucht man vergebens. Dies ist an sich kein Problem für mich, bei diversen Fantasy- Büchern wird man quasi in die Geschichte hinein katapultiert. Dennoch empfand ich die ersten Seiten als holprig. Ich hatte Schwierigkeiten, den Protagonisten so richtig einzuordnen, ich hatte kein wirkliches Bild von dem Charakter vor Augen. Auch muss man sich die wesentlichen Informationen selber zusammensuchen. Mühselig muss man sehr aufmerksam lesen, alles könnte wichtig sein, diverse Details könnten für den weiteren Verlauf der Handlung relevant sein und so versuchte ich, mir alle Details zu merken und wusste dabei nicht recht, worauf ich achten musste. Die empfand ich als recht mühselig und hat mir den Einstieg in das Buch nicht einfach gemacht. Die ersten Seiten empfand ich als recht steif.
Nachdem ich mich durch die ersten Seiten hindurch gekämpft hatte, bin ich langsam aber stetig besser mit der Geschichte und auch mit den Charakteren zurechtgekommen. Langsam fand ich mich in dieser Welt zurecht und lernte dabei eine interessante Welt mit einem guten Magiekonzept kennen. Die Grundideen dieser fiktiven Welt haben mir gut gefallen, sie konnten mich überzeugen und besonders die Details empfand ich als faszinierend. Dennoch hätte ich mir an gewissen Stellen mehr Hintergrundinformationen gewünscht- Besonders am Ende dieses Buches hat mir etwas gefehlt. Man lernt nur oberflächlich etwas über die Geschichte. Es gab einen Krieg zwischen den beiden erwähnten Ländern, Andeutungen werden gemacht, warum dieser geführt wurde und auch, welche Konsequenzen dies für die Soldaten hat. Hier haben mir ausführlichere Ausführungen gefehlt. Diese hätten es plastischer wirken lassen. So wirkte es auf mich wie ein unausgereiftes Konzept. Auch in Bezug auf das Magiekonzept fehlten mir ein paar ausführliche Erklärungen. Diverse Andeutungen wurden gemacht und auch Fachbegriffe wurden eingeführt. Aber wirkliche Erklärungen und Ausführungen habe ich vergebens gesucht. Dies wirkte auf mich etwas unreif, als ob das Konzept noch nicht vollständig ausgearbeitet sei.
„Witchmark“ ist eine Mischung aus Fantasy und Kriminalroman. Diese Mischung hat mir gut gefallen. Der Kriminalaspekt hat dazu geführt, dass das Buch recht temporeich gestaltet ist. Auch schlägt dieses Werk im Verlauf der Handlung einen Weg ein, mit dem ich zu Beginn nie gerechnet hätte. Die Zusammenhänge haben mir hierbei gut gefallen und konnten mich davon überzeugen, dass diese durchdacht war, ein roter Faden war erkennbar. Immer tiefer kommt man in einen Strudel, welcher Geheimnisse und Machtintrige aufdecken, die für mich vollkommen unerwartet waren.
Gut gefallen hat mir hierbei auch das Ermittlerteam Miles und Tristan. Die beiden sind sehr unterschiedlich – sowohl von ihrem Äußeren, ihrem Charakter, ihrer Erziehung als auch in ihren Ansichten. Zwei Gegensätze, die wirklich gut zusammenarbeiten. Sie geben ein gutes Team, wie eine gut geölte Maschine, wo ein Zahnrad in das andere greift. Besonders gut haben mir die ruhigen Momente zwischen den beiden gefallen - ihre Gespräche und der Austausch ihrer Gedankengänge. Man erfährt immer mehr über die Hintergründe der beiden, welche Hürden sie meistern mussten, welches Paket sie mit sich tragen. Ihre Geschichten haben mir gefallen und haben das Buch vorangebracht.
Gekrönt wird das Buch durch einen actionreichen Showdown, indem diverse Erklärungen eingebaut werden und nochmal der Spannungslevel nach oben getrieben wird. Das Interesse an der Fortführung der Geschichte wird geweckt, sodass man als Leser nur zu gerne wissen möchte, wie es mit dieser Welt und seinen Bewohnern weitergeht.

Insgesamt konnte mich die Autorin C.L. Polk mit ihrem Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ nicht vollständig überzeugen. Die Mischung aus Fantasy und Krimi hat mir gefallen und auch das Ermittlerteam fand ich gelungen. Nach einem holprigen Einstieg bin ich langsam in diese Welt abgetaucht, wobei ich mir ein paar zusätzliche Details gewünscht hätte. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Blackwood

Blackwood – Briefe an mich
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Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Britta Sabbag gelesen. Ihr Werk „Blackwood – Briefe an mich“ habe ich als Hörbuch, erschienen bei „Der Audio Verlag“ gehört, wo es als ungekürzte Lesung erschienen ...

Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Britta Sabbag gelesen. Ihr Werk „Blackwood – Briefe an mich“ habe ich als Hörbuch, erschienen bei „Der Audio Verlag“ gehört, wo es als ungekürzte Lesung erschienen ist.

Klappentext:
Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter muss die 15-jährige Gesine zu ihrer Tante nach Irland ziehen. In dem kleinen Dörfchen Blackwood, wo jeder alles über jeden weiß, hat sie niemanden, mit dem sie über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gut aussehenden Sohn der örtlichen Butterdynastie, für den sie bald tiefe Gefühle hegt. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliche Wesen verrückt. Alles Unsinn, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen, alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt vollkommen durcheinanderbringt...

Die Gestaltung des Hörbuches empfand ich als ansprechend, hier wurde viel Liebe ins Detail gesteckt und es passte zum Inhalt des Hörbuches. Auch die Sprecher haben mir zugesagt. Zunächst musste ich mich erst einmal an die Stimme von Milena Karas gewöhnen, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase haben sich diese Startschwierigkeiten gelegt, auch fand ich, dass die Stimme gut zur Protagonistin Gesine gepasst hat. Gut gefallen haben mir auch die männlichen Sprecher. Sie konnten mich an ihren Part fesseln, gerne habe ich ihnen gespannt zugehört und dem Verlauf der Geschichte verfolgt. Auch die Musikeinlagen, welche nicht zu häufig eingespielt wurden, fand ich passend und diese haben das Gesamtpaket des Hörbuches abgerundet.
Gut gefallen hat mir auch die Idee mit dem Radiosender. Blackwood ist wahrlich nur ein kleines Dorf in Irland, wo jeder jeden kennt. Dies ist die Art des Dorfes, den Buschfunk am Leben zu erhalten und ihre Informationen über das Dorfleben und dessen Bewohner zu beziehen. Im Radiosender wird alles diskutiert, was nicht immer von Vorteil ist, aber de Art und auch die Umsetzung des Radiosenders haben mir gefallen. Sie haben meiner Meinung nach das Buch aufgelockert und nochmal wichtige Geschehnisse zusammengefasst. Teilweise kam ich mir selber wie ein Bewohner von Blackwood vor, der seinen Tratsch aus dem Radio bezieht.
Die weibliche Protagonistin ist Gesine. Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter kommt sie zu ihrer Tante. Sie muss von Wien in ein kleines Dorf in Irland ziehen. Dort muss sie sich an dessen Gewohnheiten und Traditionen gewöhnen. Vieles ist für sie nicht nachvollziehbar oder verständlich. Dabei nimmt sie oftmals diverse Fettnäpfchen mit und lässt selten eine Gelegenheit aus, um der Situation eine gewisse Tragik zu vermitteln. Zusammen mit Gesine lernt man Blackwood, dessen Bewohner und ihre Eigenarten besser kennen und verstehen. Recht häufig hätte ich sie zu gerne geschüttelt, da sie so ein typisches Teenagerverhalten an den Tag legt. Sie schaukelt die Situation unnötig auf, macht sich selber richtig fertig und am Ende wird es doch ganz anders. Kleinigkeiten werden zu einen wichtigen und bedeutungsvollem Ereignis, welches nicht einfach zu erreichen ist. Auch manchmal hat sie sich für mich zu sehr wie ein typischer Teenager verhalten, da hätte ich sie gerne mal geschüttelt. Ich muss leider gestehen, dass ich mich Gesine nicht immer warm geworden bin, manchmal war mir ihr Verhalten zu unreif und unbedacht. Spannend wird es eigentlich in meinen Augen erst, als sie einen Brief von ihrem zukünftigen Ich bekommt. Allgemein fand ich den Aspekt mit dem magischen Schreibtisch sehr ansprechend, hier hätte ich mir gewünscht, dass dies mehr ausgebaut wird. Diese Briefe sind zwar ein wesentlicher Aspekt des Buches, jedoch hatte ich mir einfach mehr davon erhofft.
Der männliche Gegenpart ist Arian. Er wirkte auf mich recht blass – wichtiges Merkmal von ihm: seine Familie ist reich und er will mit der Familientradition brechen. Hier hätte ich mir mehr charakterliche Entwicklung gewünscht.
Allgemein fehlt mir persönlich hier ein bisschen das mystische Etwas. Ich hoffte, dadurch dass das Buch in Irland spielt, wird dies stärker in die Geschichte eingebunden. Aber der Glauben und die Traditionen der Iren spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Dies fand ich etwas schade. Der Schwerpunkt des Buches lag eher auf dem Liebesdrama, welches mich jedoch leider nicht packen konnte.
Positiv möchte ich noch den Erzählstil erwähnen. Dieser war locker, man konnte der Geschichte gut folgen. Auch gab es einige humorvolle Stellen, sodass ich während des Hörens öfters mal Lachen musste.

„Blackwood – Briefe an mich“ von Britta Sabbag ist ein nettes Buch für zwischendurch. Das Hörbuch ist wunderbar umgesetzt und zu gerne habe ich der Geschichte gelauscht. Leider bin ich mit den Protagonisten nicht richtig warm geworden und auch der Schwerpunkt war etwas anders gelegt, als ich gehofft hatte. Dennoch habe ich den Verlauf der Geschichte gerne mitverfolgt. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 05.03.2019

Wolfswille

Wolfswille
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Das Buch „Wolfswille“ war mein erstes Werk aus der Feder von Melanie Vogltanz. „Wolfswille“ gehört zur „Schwarzes Blut“- Reihe. Leider wusste ich dies nicht vor dem Lesen, jedoch hat es sich ohne Vorkenntnisse ...

Das Buch „Wolfswille“ war mein erstes Werk aus der Feder von Melanie Vogltanz. „Wolfswille“ gehört zur „Schwarzes Blut“- Reihe. Leider wusste ich dies nicht vor dem Lesen, jedoch hat es sich ohne Vorkenntnisse ohne Probleme lesen lassen, ich hatte keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen.

Klappentext:
London 1888: Alfio ist ein Hemykin, ein unsterblicher Wolfsmensch. Sein Leben ist gezeichnet von der Angst vor dem Kontrollverlust – der Angst, wieder zu zerstören, was er liebt. Nach Jahrzehnten des Exils verschlägt es ihn nach London, wo er sich als Kopfgeldjäger verdingt und das Tier in sich mit Opium betäubt. Doch im Herzen Englands lauert eine Bedrohung, die selbst den übermächtigen Wolfsmann in Bedrängnis bringt. Grausame Morde erschüttern Whitechapel. Die Opfer: Prostituierte, in deren Adern ebenso wie in Alfios das schwarze Blut der Unsterblichkeit fließt.Gegen seinen Willen wird Alfio in einen Sumpf der Gewalt und Intrigen gezogen. In der Hoffnung, den Mörder unschädlich machen zu können, setzt er den letzten Rest seiner Menschlichkeit aufs Spiel.

Dieses Werk ist eine Mischung aus Fantasy und Krimi in einem historischen Setting. Dieser Genremix hat mir gut gefallen. Auch die fantastischen Elemente, wie zum Beispiel die Wesen Wolfsmensch oder auch Vampir, konnten mich überzeugen. Der Kriminalaspekt hat mir ebenfalls gut gefallen. In diesem Buch wird eine Verfolgungsjagd thematisiert. Ein Serienmörder a la Jack the Ripper macht London unsicher und wird vom Protagonisten Alfio gejagt
Der Schreibstil von Melanie Vogltanz ist sehr angenehm, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Auch gefällt mir ihre Darstellung des historischen Londons dieser Zeit. Man kann sich diese trostlose Atmosphäre und den Gestank von damals sehr gut vorstellen. Zusammen mit den Charakteren wandelt man in der damaligen Zeit und hat das Gefühl, dass man in diese zurückversetzt wurde. „Wolfswille“ ist vielseitig gestaltet. Einige Wendungen, welche die Geschichte nimmt, hätte ich so nicht erwartet und konnten mich auf jeden Fall überraschen. Diverse Szenarien hätte ich am Anfang vermutet und konnten mich vom Stil der Autorin, wie sie eine Geschichte aufbaut, überzeugen. Die Wendungen haben auf jeden Fall auch zur Handlung gepasst und waren in keinster Weise aus der Luft gegriffen. Sie waren plausibel und haben sich gekonnt in den Verlauf der Story eingebettet. Durch die unerwarteten Handlungsverläufe konnte der Spannungsbogen permanent aufrechterhalten werden. Jedoch gab es meiner Meinung ein paar Szenen, die man hätte kurzen können. Sie haben zu viel Raum eingenommen und das Buch etwas gestreckt, dabei jedoch meinen Lesefluss gestört. Die Spannung wurde unterbrochen, manchmal hätte ich mir ein paar Kürzungen gewünscht – manche Ausführungen haben nicht zur Handlung beigetragen und ich habe sie als störend empfunden.
Der Protagonist Alfio ist ein Wolfsmensch. Er hadert mit seiner Wolfsseite. Sein innerer Zwiespalt wird gut dargestellt. Dies habe ich als ansprechend empfunden. Seine permanente Angst vor dem Kontrollverlust und den Folgen, wenn er in die Wolfsform wechselt, sind gut dargestellt. Dadurch lebt Alfio recht isoliert. Er versucht, keine sozialen Kontakte zu pflegen, lässt keinen nah an sich heran, weil er mögliche Konsequenzen scheut. Auch hat Alfio eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Seine Darstellung hat mir gut gefallen, ein sympathischer Protagonist, dessen Geschichte man gerne verfolgt. Gut gefallen haben mir auch die Andeutungen aus seiner Vergangenheit. Diverse Aspekte werden angesprochen, welche bestimmt noch weitergeführt werden. Diese machen neugierig und Lust auf mehr.
Leider konnte mich der Einstieg nicht überzeugen. Ich habe den Tagebucheintrag als holprig empfunden. Die eigentliche Handlung hat mir wesentlich besser gefallen. Der Prolog hat sich meiner Meinung nach etwas gezogen. Sobald ich diesen Prolog ausgelesen hatte, hat mir das Buch besser gefallen. Der Schreibstil und auch die Handlung konnten mich eher überzeugen. Durch den Prolog musste ich mich leider ein bisschen durchbeißen.

Insgesamt hat mir „Wolfswille“ von Melanie Vogltanz gut gefallen. Das Buch hat meiner Meinung nach ein paar Schwächen, über die ich aber getrost hinweglesen konnte. Die Geschichte von Alfio in dem längst vergangenen London habe ich mit Spannung verfolgt. Da ich jedoch finde, dass noch Luft nach oben ist, möchte ich 3,5 Sterne vergeben.