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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2019

Leichte Sommerlektüre

Inselküsse
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Obwohl „leicht“ sicher nicht das richtige Wort ist, um die Situation der Protagonistin dieses Buches zu beschreiben: Marie ist dreiundvierzig, alleinerziehende Mutter dreier Kinder, hält sich mit Töpferarbeiten ...

Obwohl „leicht“ sicher nicht das richtige Wort ist, um die Situation der Protagonistin dieses Buches zu beschreiben: Marie ist dreiundvierzig, alleinerziehende Mutter dreier Kinder, hält sich mit Töpferarbeiten und Nebenjobs gerade so über Wasser und hilft zudem noch ihrer kranken Nachbarin Ruth. Besagte Dame hat scheinbar die Lösung für Marie, als ihr eine Mieterhöhung und Sanierung drohen – sie soll in Ruths Haus auf Rügen unterkommen. Diese scheinbar glückliche Lösung bekommt Risse, als Marie sieht, in welchem Zustand das Haus ist. An dieser Stelle kommt mit dem Tischler Christian dringend benötigte Hilfe ins Spiel, wobei auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommt und neuen Schwung in Maries Leben kommt.

Die Protagonistin mit ihrer Stärke und ihren kleinen Schwächen ist mir sogleich sympathisch, man möchte sie sie sofort weiter begleiten und wissen, wie es mit ihr weitergeht. Der Schreibstil ist leicht und locker – die perfekte Lektüre für einen entspannten Sommertag mit einer angenehmen Portion Humor. Die Schauplätze sind bildhaft dargestellt und ich fühle mich gedanklich zurück an der Ostsee.

Allerdings gibt es einige Längen und die Geschichte ist an einigen Stellen etwas vorhersehbar. Wer Lektüre zum Wohlfühlen und mit Herz sucht, ist hier aber sehr gut aufgehoben!

Veröffentlicht am 24.07.2018

Kein klassischer Ratgeber - zum Glück

Die Kunst, einfache Lösungen zu finden
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Bei Ratgebern bin ich oft skeptisch und das war ich auch bei diesem Buch. „Lösungen für Probleme finden, damit schlägt sich jeder Mensch jeden Tag herum. Was will man dazu noch Neues erfahren“ – so dachte ...

Bei Ratgebern bin ich oft skeptisch und das war ich auch bei diesem Buch. „Lösungen für Probleme finden, damit schlägt sich jeder Mensch jeden Tag herum. Was will man dazu noch Neues erfahren“ – so dachte ich, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Dieses Buch bietet nicht die große, allumfassende Lösung für alle Probleme, aber viele nützliche und konkrete Tricks, Denkweisen und Kniffe, die so manches Problem gar nicht mehr so groß erscheinen lassen.
Besonders positiv finde ich den Bezug zu aktuellen Erkenntnissen aus der Hirnforschung und der Psychologie. Die Ratschläge kommen nicht von ungefähr, sie scheinen deutlich fundiert zu sein und ergeben einfach Sinn, wenn man darüber nachdenkt. Außerdem gefällt mir die Erzählweise des Autors, die mich öfter zum schmunzeln gebracht hat.
Was mir gar nicht gefällt, ist das Cover. Ich verstehe schon, was die Botschaft sein soll, dennoch hinterlässt die Gestaltung bei mir ein ungutes Gefühl, was vielleicht an den unscharfen Buchstaben oder der Kombination aus schreiendem rot und gelb liegt.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Dieser Mann hat Stil

Lass uns über Style reden
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Michael Michalsky ist mittlerweile sehr präsent im TV und deshalb vielen Menschen ein Begriff. Eins dürfte dabei für die meisten klar sein – dieser Mann hat Stil. Doch der bezieht sich nicht nur auf die ...

Michael Michalsky ist mittlerweile sehr präsent im TV und deshalb vielen Menschen ein Begriff. Eins dürfte dabei für die meisten klar sein – dieser Mann hat Stil. Doch der bezieht sich nicht nur auf die Mode, zu einem Leben mit Stil gehören auch viele andere Bereiche – Persönlichkeit, Haltung, Einstellung, Kommunikation, Essen, Wohnen, das Liebesleben...
Ich muss zugeben, dass ich zunächst skeptisch war. Michalsky versteht es aber, dass Thema mit überraschender Tiefe, Humor und einem großen Unterhaltungswert anzugehen. Sympathisch und interessant ist es, dass immer wieder Erzählungen aus dem Leben des Designers ihren Weg in das Buch finden. Ohne erhobenen Zeigefinder ruft Michalsky zu Gelassenheit, aber auch einem reflektierten und bewussten Blick auf das eigene Leben auf. Besonders sympathisch war mir die Betonung von Vielfalt und Toleranz (Widmung des Buches: „Auf die Toleranz!“).
Unterhaltsam, interessant, aber auch keine ganz so neuen Erkenntnisse, stellenweise mutet das Buch mehr als Autobiographie an. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen für jeden, der sich für die Modewelt interessiert, Michalsky sympathisch findet und kurzweilige Unterhaltung sucht.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Zwei Frauen, ein Sommer und große Veränderungen

Die Schönheit der Nacht
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Die Verhaltensbiologin Claire und ihr Mann führen ein scheinbar perfektes Leben, doch Claire ist rastlos, unruhig – sie hat das Gefühl nur zu funktionieren und sehnt sich danach, zu leben. Den Sommerurlaub ...

Die Verhaltensbiologin Claire und ihr Mann führen ein scheinbar perfektes Leben, doch Claire ist rastlos, unruhig – sie hat das Gefühl nur zu funktionieren und sehnt sich danach, zu leben. Den Sommerurlaub verbringen die beiden in ihrem Ferienhaus in der Bretagne mit ihrem gemeinsamen Sohn und dessen Freundin Julie. Die beiden ungleichen Frauen, beide auf der Suche nach Leidenschaft und Leben, kommen einander näher und entdecken neue Facetten auf der Suche nach ihrem neuen Selbst.
Das Buch ist durchaus anspruchsvoll und nicht ganz so einfach zu lesen. Der melancholisch-poetische Schreibstil der Autorin ist durchaus ansprechend, man kommt aber nicht ganz so einfach in einen Lesefluss. Ich musste ab und zu innehalten und einige Passagen nochmals lesen und überdenken. Trotzdem weiß ich die Sprachgewalt von Nina George sehr zu schätzen, ein wirkliches Talent, das einem nicht so oft in die Hände fällt. Zu nennen ist an dieser Stelle auch die wirklich gelungene und wunderschöne Beschreibung der Landschaft in der Bretagne sowie der französischen Lebensart. Die perfekte Kulisse, vor deren Hintergrund die Entwicklung der Figuren stattfinden.
Man muss sich auf dieses Buch wirklich einlassen, offen sein, dann ist die Entwicklung der Personen wirklich inspirierend und gibt schöne Denkanstöße. Insgesamt habe ich dieses Buch gerne gelesen, auch wenn ich es immer mal wieder eine Zeit aus der Hand legen musste und dann etwas gebraucht habe, um wieder reinzufinden.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Ein Buch über Entscheidungen, die Liebe und echte Menschen

Alles Begehren
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Die Gestaltung und Aufmachung des Buches fällt mir sofort auf, ist ansprechend und sehr hochwertig gestaltet. Die Autorin schreibt anschaulich und angenehm, so dass ich schnell in einen Lesefluss komme. ...

Die Gestaltung und Aufmachung des Buches fällt mir sofort auf, ist ansprechend und sehr hochwertig gestaltet. Die Autorin schreibt anschaulich und angenehm, so dass ich schnell in einen Lesefluss komme.
Es ist Sommer in Schottland im Jahr 1985, als der Lehrer Callum seinem Bruder in dessen Kneipe aushilft, in der die 21-jährige Schauspielschülerin Kate die neue Aushilfe ist. Callum verliebt sich sofort Hals über Kopf, obwohl er sich gerade noch von seiner hochschwangeren Frau und den beiden kleinen Kindern verabschiedet hat. Die beiden fangen eine Affäre an, die jedoch auffliegt. Callum entscheidet sich dafür, bei seiner Frau und den Kindern zu bleiben. 17 Jahre später ist auch Kate verheiratet und hat eine kleine Tochter. Bei einem Jubiläum an ihrer alten Schule, an der Callum arbeitet, treffen die beiden wieder aufeinander und sofort sind die beiden wieder zueinander hingezogen und stellt das Leben der beiden auf den Kopf
Auch Kates Ehemann Matt und seine Studienfreundin Hetty, die wiederum ihre ganz eigenen Begehren und Probleme haben, spielen eine Rolle. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Personen geschrieben und es gibt immer wieder Sprünge in Gegenwart und Vergangenheit, was aber nicht störend ist – im Gegenteil, ich fand die Erzählweise sehr spannend. Die Autorin schreibt anschaulich und angenehm, so dass ich schnell in einen Lesefluss komme.
Ich habe dieses Buch gerne gelesen, gewünscht hätte ich mir allerdings einen tiefergehenden Einblick in das Innere und die Beweggründe von Callum und Kate. Gerade bei dem Thema wäre dahingehend etwas mehr Tiefe hilfreich gewesen, um mehr Nähe zu den Figuren herzustellen. Diese wirken nämlich in ihrer Entwicklung stehengeblieben und lassen nachvollziehbare Emotionen vermissen. Schön ist es, dass die Figuren nicht geschönt werden, Ecken und Kanten haben.