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Veröffentlicht am 27.10.2016

Wann ist ein Mann ein Mann?

100 Dinge, die MANN einmal im Leben getan haben sollte
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Ich schaue ja hin und wieder auch gerne über den Tellerrand hinaus... so durfte ich nun mal ein Büchlein lesen, das dem Titel entsprechend 100 Dinge Die Mann einmal im Leben getan haben sollte wohl weniger ...

Ich schaue ja hin und wieder auch gerne über den Tellerrand hinaus... so durfte ich nun mal ein Büchlein lesen, das dem Titel entsprechend 100 Dinge Die Mann einmal im Leben getan haben sollte wohl weniger für mich als Frau geschrieben wurde... dennoch war ich interessiert und hab mich nun mal fortgebildet, was Mann einmal im Leben getan haben sollte...

Bücher von Groh mag ich ja generell gerne - sie sind eigentlich immer schön von der Optik her, beeinhalten interessante, amüsante und kreative Ideen, haben ein tolles Format und sind preislich erschwinglich.

Die Thematik dieses Büchleins finde ich ganz lustig, der Groh Verlag sieht sich ja auch als Geschenke-Verlag, entsprechend gut passt es hier rein - ich finde nämlich auch, dass es sich wunderbar zum Verschenken eignet. Natürlich sollte man den Empfänger doch ganz gut kennen, sonst kann das ggf. blöd ankommen... ;) (Ist zumindest so meine Einschätzung...)

Das Buch beginnt mit der ersten Idee - die da wäre - "Brau dein eigenes Bier", was aktuell durchaus ein Trend ist, wie ich finde. Weiter gehts mit dem Auszug aus dem "Hotel Mama", weitere Vorschläge sind "Geh Eisbaden, "Lass dir einen Bart stehen", "verzichte eine Woche aufs Handy" oder auch "Gib deiner Schwiegermutter recht".
(Die einzelnen Ideen sind jeweils bebildert und dann noch kurz etwas ausführlicher erläutert.)

Manche dieser Vorschläge sind ja durchaus machbar bzw. eher mal schnell erledigt, die Vorraussetzungen für andere Ideen (ich sag nur "Schwiegermutter") müssen aber auch erstmal gegeben sein...

Meist wird pro Seite eine Idee vorgestellt, später dann sind es auch mal direkt zwei Ideen auf einer Seite. Unter jeder Idee findet man einen Kreis, daneben steht "erledigt" - so dass man hier also sein Häkchen oder Kreuz setzen kann, wenn die Aufgabe erfüllt ist.

Gelegentlich sind auch Aufgaben im Buch, die meiner Ansicht nach eher übertrieben sind - so zum Beispiel "Bewirb dich als Stuntman". oder "Sei ein Held". (Ist "Held-sein" nicht sowieso Definitionssache?)
Manchmal werden auch Sachen absolut überbewertet - "Geh auf die Reeperbahn". uuuuah. Ja? Für mich gehört es zu jedem Hamburg-Besuch automatisch dazu, mal über die Reeperbahn zu laufen, einfach weil der Kiez einen gewissen Flair ausstrahlt. Nix da von "verrucht" oder "böse"...
Ebenso verhält es sich mit "Probier's mal mit Yoga". Wenn Mann das möchte, kann er das doch heutzutage auch so machen - finde ich genauso überflüssig wie "Geh zu einer Kosmetikerin".

Generell finde ich die Idee eines solchen Büchleins mal ganz amüsant, es sind da aber auch Vorschläge, die wirklich albern und eher sehr simpel wirken... Von daher bin ich hier ein wenig zwiegespalten mit meiner Bewertung - die als Frau vielleicht auch nochmal anders ausfällt als als Mann?

Hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen und vergebe hier 3 von 5 Sternen für ein amüsantes Büchlein mit durchaus interessanten Ideen, das aber auch gelegentlich auch eher simpel und albern wirkt.

Veröffentlicht am 27.10.2016

Hm. Muss nich sein...

Ist der Herd wirklich aus?
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Es könnte alles so einfach sein... ist es aber nicht... das Leben spielt uns so manchen Streich - und Mark Spörrle führt hier viele Beispiele auf, wie es einem schwer gemacht wird. Wenn man zum Beispiel ...

Es könnte alles so einfach sein... ist es aber nicht... das Leben spielt uns so manchen Streich - und Mark Spörrle führt hier viele Beispiele auf, wie es einem schwer gemacht wird. Wenn man zum Beispiel extra Urlaub nimmt, damit man den Paketzusteller erreicht, der einem ein Paket mit Gegenständen, die man noch bei der Ex-Freundin hatte, zustellen soll. Paketzusteller sind jedoch äußerst gewieft - und so ist ein Paket dann schneller beim Absender, als man es auf der Post etc. abholen kann... Außerdem sind kurze Geschichten unter anderem über alte Hemden, die man einfach nicht wegwerfen mag, verschwundene Sakkos, einen Teamleiter, der telefonisch unerreichbar scheint sowie einen Urlaub, in dem wohl alles kaputt geht. Unabsichtlich, versteht sich.

Ein nettes Buch, welches man schnell durchgelesen hat. Manche Geschichten sind ganz nett und witzig, bei anderen ist man selbst mit der Zeit einfach genervt, weil es einen selbst so stresst bzw. übertrieben dargestellt ist.

Die Länge der einzelnen Geschichten ist absolut in Ordnung, so kann man schnell mal eine Geschichte lesen ohne mittendrin aufhören zu müssen. Viele der Geschichten sind wirklich aus dem Leben gegriffen, so auch das Warteschleifen-Beispiel, wer kennt solche Szenen nicht...?

Dennoch ist es mir generell etwas zu übertrieben, das hätte ich mir noch lustiger und nicht so dermaßen übertrieben gewünscht. Einfach ein bißel realistischer und dennoch witzig. Aber gut, das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert.

Entsprechend vergebe ich 3 von 5 Sternen und kann mich lediglich zu einem unentschlossen hinreißen lassen.

Veröffentlicht am 27.10.2016

Nachfolger habens immer schwer...

"Nee, wir haben nur freilaufende Eier!"
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Auf der Homepage www.belauscht.de kann man Gesprächsfetzen und kuriose erlebte Situationen eintragen, die sich eben so im Alltag zugetragen haben. Ich finde die Alltagskomik sehr lustig, zumal manche Menschen ...

Auf der Homepage www.belauscht.de kann man Gesprächsfetzen und kuriose erlebte Situationen eintragen, die sich eben so im Alltag zugetragen haben. Ich finde die Alltagskomik sehr lustig, zumal manche Menschen wohl oft gar nicht merken, wie dumm sie sich darstellen etc. Im Buch sind solche - manchmal kurz, manchmal bißel länger, allerdings nie länger als eine knappe Seite - Situationen aufgeführt und in verschiedene Themen-Kapitel gepackt. Die Kapitel haben Themen wie "Deutschland im Wo-Ton", "Grandiose Gespräche", "Klare Ansagen". Die jeweiligen Kapitel werden mit einem Text über das jeweilige Kapitel und Thema begonnen, so dass man grob schon mal die Richtung (des Kapitels) erahnen kann. Die kurzen Situationen sind jeweils noch mit einer Überschrift versehen, worum es so kurz darin geht. Diese finde ich nicht immer so ganz passend, weil manchmal schon ein bißel was verraten wird bzw. die Überschrift oft - meiner Ansicht nach! - nicht so ganz passt. Außerdem ist jeweils noch der Ort des Geschehens angegeben.

ein Beispiel gefällig?

S. 141

wenn man auf der 46 das xy schief einparkt

Berlin. Im Schloss-Straßen-Center.

Eine ältere Damen steht mit ihrem Auto auf dem Frauenparkplatz und lädt ihre Einkaufstüten in den Kofferraum. Ein älterer Herr parkt neben ihr, auch auf einem Frauenparkplatz. Als er aussteigt, spricht ihn die Dame an:

Sie: "Hallo Sie! Das ist ein Frauenparkplatz."
Er: "Ich habe auch weibliche Gene."
Sie (auf seinen Wagen deutend): "So wie Sie einjeparkt haben, globe ick dat ooch!"S. 233

früh übt sich, wer später mal groß absetzen will

Chemnitz. In einem Edeka.

Ein kleiner Junge (ca. fünf) sammelt draußen Kassenbons vom Boden auf.

Mutter: "Lars, lass die dreckigen Zettel doch bitte liegen!"
Junge: "Aber die kannst du doch bei Papa abrechnen!"



Fazit

Ich finde solche Alltagssituationen oft sehr komisch, vor allem weil manche Menschen gar nicht merken, wie sie sich selbst darstellen, in manche Dinge verrennen oder welche Doppeldeutigkeit in ihren Aussagen liegt.

Ich habe das erste Buch von belauscht.de regelrecht verschlungen, ich hatte es immer und überall dabei, habe immer zwischendurch wieder drin gelesen und hab mich fast kaputt gelacht. (Lustig wenn man in der Straßenbahn sitzt... )
Bei diesem Buch muss ich sagen, dass ich es fast ein Stück weit langweilig finde. Nachfolge-Bücher/Filme etc. haben es oft schwer, und leider ist es auch hier nicht so ganz geglückt, finde ich.

Vielleicht habe ich aber auch einfach zuviel erwartet, weil ich vom ersten Buch so begeistert war. Ich hab jetzt noch geschilderte Szenen im Kopf, an die ich mich erinnere - beim zweiten Buch ist das leider nicht der Fall.

Was ich aber auf alle Fälle toll finde: Man kann immer wieder mal in das Buch reinlesen, man muss es nicht der Reihe nach lesen, wobei sich das dennoch empfiehlt, denn man will ja nicht alles ständig doppelt nachlesen. Aber man kann es eben auch einfach mal so zur Hand nehmen und eine x-beliebige Seite aufklappen um zu lesen.

Für mich ein unterhaltsames Buch, leider nicht so toll wie der Vorgänger - entsprechend ist für mich der Preis auch nicht so gerechtfertigt, 5-6 Euro hätten es durchaus auch getan, finde ich....

Bei der Empfehlung bin ich wirklich "unentschlossen", denn wenn man den Vorgänger kennt, ist das nun schon etwas abgeflacht.

3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Barcelona - oder: Die Ramblas hoch bis zur Markthalle Boqueria.

Gebrauchsanweisung für Barcelona
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Das Buch ist keine Gebrauchsanleitung im üblichen Sinne - nicht wie bei einem elektronischen Gerät, das man in Betrieb nehmen möchte. Im Buch wird in Textform einiges über die Stadt erzählt, aber eben ...

Das Buch ist keine Gebrauchsanleitung im üblichen Sinne - nicht wie bei einem elektronischen Gerät, das man in Betrieb nehmen möchte. Im Buch wird in Textform einiges über die Stadt erzählt, aber eben nicht nur typische, touristische Informationen, sondern auch einiges "drumherum" wie das Leben in Barcelona so ist.

Nachdem ich vor kurzem mal eine solche Gebrauchsanweisung für Budapest in der Hand hatte und mir jemand sehr begeistert davon erzählte, war ich wirklich gespannt wie mir diese Barcelona-Gebrauchsanweisung gefällt. Es war wirklich Zufall, als ich sie in der Bücherei entdeckt habe, als ich nochmal wegen einem Reiseführer für Barcelona geschaut habe.

Nachdem das Buch nicht wirklich dick war, sich also auch als Reiselektüre regelrecht angeboten hat (ich mag keine vierhundert-Seiten-Schinken mit mir herum schleppen, außer ich mache keinen Städtetrip ;) ), habe ich es ausgeliehen und direkt mit der Lektüre begonnen. Vom Schreibstil her hat es mir nicht 100%ig zugesagt, es liest sich leider nicht so ganz flüssig, zumindest empfinde ich das so. Ich habe inzwischen schon Reiseberichte in der Geo bzw. Abenteuer reisen gelesen, das waren Artikel die mich wirklich begeistert haben - egal um welches Land bzw. welchen Ort es dabei ging. Hier war es mir oftmals zu unschön formuliert irgendwie, einfach nicht so, dass es mich in den Bann gezogen bzw. so wirklich begeistert hat.

Von den Schilderungen her konnte man das Geschriebene gut nachvollziehen, der Autor klärt hier gut über das spanische bzw. katalanische Volk im Besonderen auf, auch über gewisse Angewohnheiten bzw. was man dort ggf. so isst, leider macht er jedoch keine konkrete Empfehlung hinsichtlich eines Lokals etc., bzw. eines Gebietes, wo man ggf. zum Essen gehen hingehen sollte. Er erzählt vom "besten Koch der Welt" und schwärmt hier von Ferran Adrià, wobei mir der Name bislang nichts sagte.

Ich fand es zwar grundsätzlich interessant etwas über die Stadt Barcelona, ihre Einwohner und auch Gewohnheiten zu erfahren, aber wirklich gepackt hat mich das Buch nicht. Ich habe es "halt gelesen", hätte mir aber irgendwie ein bißchen mehr erwartet vom Buch. Klar, es war auch mal schön etwas anderes als die typischen Touristen-Informationen zu hören, beispielsweise fand ich es lustig zu lesen, dass in den Hauseingängen der Ramblas Nr. 22 und 24 jahrelang Damen auf hochhackigen Schuhen standen um dann Freier ins Bordell zu lotsen - hinterlassen haben die Damen auf den alten, steinernen Türschwellen ovale, sohlengroße Löcher. Ich bin dort leider nicht vorbei gekommen bzw. habe nicht genau auf die Hausnummern geachtet, fand es aber amüsant zu lesen... ;)

Wer mal eine Lektüre der anderen Art sucht, für den ist diese Gebrauchsanweisung sicher richtig. Mir hat das Buch einfach nicht 100%ig gefallen, entsprechend bleibe ich hinsichtlich einer Empfehlung unentschlossen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Das ist also ein poetisches Buch.

Schweigeminute
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Christian, ein 18jähriger Schüler, schildert im Buch seine Liebesbeziehung zu Stella, seiner Englischlehrerin. Doch Stella ist verstorben, er wechselt beim Erzählen immer wieder hin und her - von Erinnerungen ...

Christian, ein 18jähriger Schüler, schildert im Buch seine Liebesbeziehung zu Stella, seiner Englischlehrerin. Doch Stella ist verstorben, er wechselt beim Erzählen immer wieder hin und her - von Erinnerungen zur Gegenwart, der Trauerfeier in der Schule.

Diesmal sollte es auch ein etwas "dünneres" Buch sein, lediglich 128 Seiten bot diese Novelle. Novelle. Was war das noch mal eben... äh... ja. Eine kürzere Erzählung in Prosaform. Natürlich!

Zuerst wusste ich überhaupt nicht, um was es hier genau geht - denn eine Inhaltsangabe habe ich im Buch nicht wirklich gefunden - was ich nicht weiter schlimm finde - dagegen waren Eindrücke anderer Leser abgedruckt, so hat der Literatur-Kritiker Marcel Reich-Ranicki das Buch als "ein poetisches" und zugleich wohl "Lenz' schönstes" gelobt. Nun gut, ich hatte bis dato noch nichts von Siegfried Lenz gelesen. Zumindest ist mir da nichts in Erinnerung geblieben...

Ich hab mir anfangs etwas schwer getan, bis ich in die Geschichte hinein gefunden habe, was da gerade genau passiert ist. Zumal manche Schilderung so klingt, dass es sich wohl um einen Suizid handelt. Entsprechend "gespannt" war ich wie die Geschichte dann wohl ausgeht, die Hintergründe haben mich doch sehr interessiert bzw. am Lesen dran gehalten...

Generell ist die Liebesgeschichte zwischen Schüler und Lehrerin recht schön geschildert, Christian wirkt auch erwachsener, regelrecht poetisch schildert er die Vorstellungen der gemeinsamen Zukunft. Was mich jedoch gestört hat: die Geschichte spielt wohl in Norddeutschland an der See und Christian ist bei seinem Vater auf dem Schiff tätig. Hier kommen immer wieder spezielle Begriffe auf, die für mich als Landratte nicht wirklich logisch bzw. im gängigen Vokabular vorhanden sind. Das hat mich ziemlich genervt.

Ansonsten war es vom Schreibstil her mal was ganz anderes als das, was ich sonst so lese. Ja, schon poetisch, allein wie sich Christian immer ausdrückt, das ist schon sehr poetisch, aber auch gefühlsdusselig. Ganz mein Ding ist es jedoch nicht, auf Dauer könnte ich sowas nicht lesen. Zumal es mir manchmal ein bißel zu lahm ist, sich so hinzieht.

Für mich wars mal ein Ausflug in die Welt der "klassischeren Literatur", täglich muss ich sowas sicher nicht lesen, verkehrt war das Buch nun auch nicht. Ich bin seeeehr zwiegespalten, mir hats nicht "weh getan", das Buch zu lesen, viele neue Erkenntnisse hats aber auch nicht gebracht.

Ich bin sehr unentschlossen und vergebe 3 von 5 Sternen.