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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2019

Wichtiges Rezept

Das Rezept unserer Freundschaft
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Billy ist bereits Mitte 40, lebt in New York, ist männerlos und ihr großer Traum vom eigenen Restaurant hat sich auch noch nicht erfüllt. Und nun hat sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin Lucy zerstritten. ...

Billy ist bereits Mitte 40, lebt in New York, ist männerlos und ihr großer Traum vom eigenen Restaurant hat sich auch noch nicht erfüllt. Und nun hat sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin Lucy zerstritten. Sie verläßt kurzentschlossen New York und zieht in das ruhigere Hudson Valley. Doch sowohl Probleme als auch Freundinnen verfolgen sie dorthin...

Zunächst muß man sich an die Charaktere gewöhnen. Sie wirken zunächst oberflächlich und "Tussihaft", allerdings lernt man schnell ihre andere Seite kennen und sie zu mögen. Man findet sie plötzlich gar nicht mehr so unnahbar. Die Handlung ist natürlich durchschaubar, man bekommt das erwartete Happyend, alles andere hätte mich auch enttäuscht. Das Buch liest sich wunderbar schnell und mit Spaß - genau die richtige Urlaubslektüre!

Veröffentlicht am 22.07.2019

Man muß sich an den Stil gewöhnen

Die Stille des Todes
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Vor 20 Jahren erschütterte die spanische Stadt Vitoria eine Mordserie. Immer zwei Menschen wurden ermordet, sie lagen nebeneinander. Die ersten Mordopfer waren Säuglinge - von da an waren die Opfer stets ...

Vor 20 Jahren erschütterte die spanische Stadt Vitoria eine Mordserie. Immer zwei Menschen wurden ermordet, sie lagen nebeneinander. Die ersten Mordopfer waren Säuglinge - von da an waren die Opfer stets 5 Jahre älter, wurden zwar als Paar abgelegt, kannten sich jedoch nicht. Der Täter wurde schnell verhaftet. Vielleicht zu voreilig - denn nun gehen die Morde weiter. Der erste Fall für Inspector Ayala - der Kraken.

Dieses Buch empfand ich zunächst als gewöhnungsbedürftig. Ich hatte immense Schwierigkeiten die vielen Personen auseinander zu halten. Dabei waren die spanischen Namen nicht gerade hilfreich. Auch der Schreibstil ist jenseits dessen, was man heute gewohnt ist. Hier empfand ich ihn als etwas getragen. Jedoch - wenn man sich einmal auf das Buch eingelassen hat und sich daran gewöhnt hat, liest es sich gut. Man fliegt zwar nicht durch die Seiten, aber durch die Spannung bleibt man doch gern dabei. Die Charaktere werden gut in diese Serie eingeführt. Man erfährt privates, aber es nimmt nicht überhand. Schön empfand ich die Beschreibungen der Örtlichkeiten. Man merkt, daß die Autorin sich hier auskennt! Sie beschreibt so bildhaft, daß man hier alles vor sich sieht.
Insgesamt eine Serie, die ausbaufähig ist!

Veröffentlicht am 07.07.2019

Nichts für zwischendurch

Die Schwarzkünstlerin
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Novizin Margarete ist äußerst Wißbegierig. Selbst ihr Beichtvater, der Schriftgelehrte Trithenius, räumt ihr keine Freiheiten ein, woraufhin Margarete aus dem Kloster flieht. In Heidelberg lernt Margarete ...

Novizin Margarete ist äußerst Wißbegierig. Selbst ihr Beichtvater, der Schriftgelehrte Trithenius, räumt ihr keine Freiheiten ein, woraufhin Margarete aus dem Kloster flieht. In Heidelberg lernt Margarete den Astrologen und Alchemisten Georg Helmstetter kennen. Gemeinsam bilden sie den Zauberkünstler Doktor Faustus. Doch Margarete kommen Zweifel an der Ehrlichkeit Georgs. In Schmähschriften wird er bezichtigt, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein. Trotzdem bleibt Margarete. Ihre Entscheidung wird Folgen für sie haben....

"Die Schwarzkünstlerin" von Roman Rausch ist kein Buch, welches man einfach mal eben liest. Die Welt, in der Margarete lebt, wird hier sehr gut thematisiert. Diese Welt befindet sich aufgrund der Bauernkriege und der Reformation im Umbruch - was Folgen für die Wissenschaft und die Rolle der Frau hat. Die Lebensumstände, die daraus resultieren, werden hier sehr deutlich gemacht und bildhaft dargestellt. Man kann sich sehr gut in diese Zeit versetzen. Roman Rausch verbindet hier eine Geschichte mit Personen, die real existiert haben und über die man noch einiges lernt. Diese Charaktere sind gut und glaubhaft dargestellt. Margarete empfand ich als sehr von sich selbst eingenommen. Sie hat immer den einzig wahren Plan und wenn es schief geht, trifft die Schuld halt jemand anderen. Wirklich warm geworden bin ich mit ihr nicht. Die Handlung des Buches ist sehr interessant. Man lernt diese Epoche in all ihren Facetten kennen, bekommt geschichtliches Hintergrundwissen und begleitet durchaus bekannte Persönlichkeiten durch diese aufwühlende Zeit.

Veröffentlicht am 30.06.2019

Gelungen!

Das Versprechen der Islandschwestern
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Pia macht sich mit ihrer Großmutter auf nach Island. Dort sind sie zum 90. Geburtstag der Schwester eingeladen. Die alten Damen haben seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr gehabt. Zwischen ihnen steht ein ...

Pia macht sich mit ihrer Großmutter auf nach Island. Dort sind sie zum 90. Geburtstag der Schwester eingeladen. Die alten Damen haben seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr gehabt. Zwischen ihnen steht ein Geheimnis, das tief in der Vergangenheit verwurzelt ist.

"Das Versprechen der Islandschwestern" hat mir gut gefallen. Es handelt von einer Familiengeschichte, die gar nicht einmal so abwegig ist. Die Handlung ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Dadurch entsteht Spannung für beide Geschichten. Man kommt aber nicht durcheinander, der berühmte rote Faden bleibt kontinuierlich bestehen. Die Charaktere selbst sind liebenswert und realistisch. Ihr Leben ist schön zu verfolgen und durch den bildhaften Schreibstil ist man direkt bei ihnen. Aber auch Island als außergewöhnlicher Schauplatz für solche Geschichten ist wunderschön dargestellt und man sieht dieses wunderschöne Land vor sich.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Ein Buch voller Herzenswärme

Morgen ist heute schon vorbei
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Sommerferien - eigentlich ein Grund zur Freude. Doch Hatties Freunde sind alle verreist, sie muß auf ihre Zwillingsgeschwister aufpassen und zu guter Letzt bekommt sie im Job keinen Urlaub um mit ihrer ...

Sommerferien - eigentlich ein Grund zur Freude. Doch Hatties Freunde sind alle verreist, sie muß auf ihre Zwillingsgeschwister aufpassen und zu guter Letzt bekommt sie im Job keinen Urlaub um mit ihrer Familie zu verreisen. Doch damit nicht genug - sie muß feststellen, daß sie schwanger ist und ihr "Freund" sich so gar nicht wirklich für sie interessiert. Das Chaos ist perfekt, als sich ihre Gin und Zigarillos öiebende Großtante Gloria bei ihr meldet. Von ihr hatte Hattie noch nie gehört. Gloria leidet an Demenz und möchte nun ihre Vergangenheit aufleben lassen - und die Gegenwart aufräumen. Hattie und Gloria begeben sich auf einen Roadtrip und Hattie erkennt, was im Leben wirklich wichtig ist.

"Morgen ist heute schon vorbei" von Clare Furniss ist für ein Jugendbuch inhaltlich wirklich anspruchsvoll. Hier bekommt man keine rosarot gefärbte Märchenprinzgeschichte, sondern das Leben in allen Facetten. Man liest von Gewalt, Rassendiskriminierung, Egoismus und Verdrängung. Gerade die Abschnitte, in denen Gloria von ihrer Vergangenheit erzählt, lassen eine Gänsehaut entstehen. Ihr Schicksal geht unter die Haut und man lernt sie zu verstehen. So unsympathisch sie zu Beginn ist, empfindet man immer mehr Mitgefühl mit ihr. Hattie kümmert sich rührend um sie und es ist schön zu erleben, wie die beiden Charaktere zusammenwachsen. Was mich bei Hattie irritiert hat, ist ihre Neigung die Schwangerschaft zu verdrängen. Ich habe mich oft gefragt, wieso sie sich nicht mal mit ihrer eigenen Zukunft beschäftigt und alles andere als wichtiger empfindet. Hier konnte ich sie überhaupt nicht verstehen und ihren Entschluß, erst einmal mit Gloria zu verreisen nicht nachvollziehen. Clare Furness schreibt wunderschön leicht. Die Geschichte liest sich sehr gut. Die beiden Zeitebenen sind durch unterschiedliche Schrifttypen gut auf einen Blick zu unterscheiden und beide inhaltlich sehr interessant. Es ist toll, wie zum Ende hin beide Erzählstränge zusammengeführt werden und zu einem überraschenden Ende hinführen!

Dies ist zwar ein Jugendbuch, aber gerade Glorias Geschichte ist für Erwachsene von höchstem Interesse!