A Song to Drown Rivers von Ann Liang
A Song to Drown Rivers Bookstagram:
https://www.instagram.com/prettytigerbuch
Blog:
https://www.prettytigerbuch.de
Mit "A Song To Drown Rivers" präsentiert uns Ann Liang das Retelling einer asiatischen Legende und bleibt ...
Bookstagram:
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Mit "A Song To Drown Rivers" präsentiert uns Ann Liang das Retelling einer asiatischen Legende und bleibt dabei relativ nahe am Original, wie sich bei einer kleinen Recherche zur Hintergrundstory schnell herausstellt. Genretechnisch würde ich die Erzählung unter Historical Fiction oder Romance einordnen. Wer sich bei diesem Buch bereits auf den nächsten Romantasy-Read freut, wird möglicherweise enttäuscht sein - denn Fantasy spielt in dieser Geschichte keine Rolle - von den letzten Seiten einmal abgesehen.
Der Schreibstil ist flüssig und besonders die schwermütige, teils auch poetische Komponente der Geschichte hat bei mir gepunktet, während wir Xishi zuerst bei ihrer Ausbildung und später bei ihrem Spionageauftrag im Reich der Wu begleiten. Es gibt hin und wieder Zeitsprünge, Episoden, die nicht genauer beleuchtet werden, was die Geschichte rafft, aber auch Spielraum für eigene Gedanken lässt.
Ohne es zu wollen, findet sich Xishi im Zentrum einer Love Triangle wieder. Auf der einen Seite steht Fanli, der Berater des Königs der Yue, ihr Ausbilder und Vertrauter, auf der anderen Seite Fuchai, der feindliche König der Wu, den Xishi bei ihrer Mission verführen & ausspionieren soll, um sein Königreich von innen heraus dem Verfall preiszugeben. Die Beziehung zwischen Xishi und Fanli ist dominiert von Zurückhaltung, Scheu und unterdrückten Gefühlen (forbidden love), wohingegen Fuchai seine Zuneigung offen zur Schau stellt. Ein spannender Kontrast, den die Autorin eindrücklich herausgearbeitet hat.
Xishis innere Zerrissenheit zwischen ihrer Treue zu ihrem eigenen Land und dessen Bevölkerung, zu Yue, und ihren widersprüchlichen Gefühlen für die zärtlichen Momente, die sie mit Fuchai teilt, werden gefühlvoll dargestellt. Obwohl ich kein großer Fan von Liebesdreiecken bin, ist die Lovestory hier glaubhaft umgesetzt und wird am Ende dramatisch aufgelöst. Obwohl Yue und Wu verfeindet sind, weist die Autorin subtil darauf hin, dass zwischen den beiden Völkern kein wesentlicher Unterschied besteht. Eine Kernbotschaft, die heute aktueller denn je ist.
Auch ohne die Legende von Xishi oder den vier Schönheiten zu kennen, habe ich den Ausgang der Story erahnt - vielleicht hat sich das Ende zwischen den Zeilen beim Lesen bereits angedeutet. Darüber will ich an dieser Stelle gar nicht allzu viele Worte verlieren - emotional haben mir die letzten Seiten einfach alles abverlangt.
Fazit: Wunderschön, aber auch tragisch - mein erstes Bramble-Buch und direkt ein Volltreffer! "A Song To Drown Rivers" ist tief in einer asiatischen Legende verwurzelt, dennoch bietet Autorin Ann Liang mit ihrer Neuinterpretation auch frische Perspektiven. Das Liebesdreieck schafft ein konfliktreiches Spannungsfeld, das mich komplett gefesselt hat. Bitte mehr davon!