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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2019

Hochspannung

Der Verfolger
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„Der Verfolger“ war das erste Buch von John Katzenbach welches ich gelesen habe und es war sicher nicht das Letzte. Der Psychothriller um den Psychiater Dr. Starks ist sehr gelungen und hat mich wirklich ...

„Der Verfolger“ war das erste Buch von John Katzenbach welches ich gelesen habe und es war sicher nicht das Letzte. Der Psychothriller um den Psychiater Dr. Starks ist sehr gelungen und hat mich wirklich überzeugt. Obwohl ich „Der Patient“, den ersten Band der Serie, nicht kannte, kam ich den zahlreichen kurzen Rückblenden sei dank, gut in die (Vor-) Geschichte rein. „Der Verfolger“ beginnt 5 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Bandes, wobei die Hinweise zu dem Vergangenen wunderbar eingestreut sind. Dr. Starks hat sich inzwischen in Miami ein neues Leben aufgebaut. Da taucht der totgeglaubte Auftragskiller „Rumpelstilzchen“ ohne Vorwarnung in seiner Praxis auf und zwingt ihn, ihm zu helfen, den Mann aufzuspüren, der seinen Geschwistern mit dem Tod droht. Starks ist gezwungen, sich auf ein alptraumhaftes Katz-und-Maus-Spiel einzulassen, bei dem nichts so ist, wie es scheint - eine mörderische Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf...

Durch den ausgefeilten verwirrungsstiftenden Aufbau des Buches sind sowohl der Ermittler Dr. Starks, als auch der Leser dem Rätsel immer auf der Spur und die Hochspannung bleibt bei mir bis zum Schluss bestehen. Die Nicht- Vorhersehbarkeit des Endes macht dabei einen großen Teil aus.
Katzenbach treibt einen regelrecht durch das Buch und obwohl es nicht das dünnste Buch ist, habe ich diese 496 Seiten überraschend rasch ausgelesen, weil ich das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte. Also nehmt euch besser Zeit dafür, denn es ist wirklich sehr fesselnd geschrieben, allein durch den charismatischen Protagonisten. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung und werde auch den ersten Band ganz nach oben auf meine Bücherliste setzen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Ein Wohlfühlroman

Inselküsse
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Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Ich mag Cover, die einem sofort die Lust bereiten, sich ans Meer zu legen und zwischen den Buchseiten zu versinken. Als mich dann auch noch der Klappentext und ...

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Ich mag Cover, die einem sofort die Lust bereiten, sich ans Meer zu legen und zwischen den Buchseiten zu versinken. Als mich dann auch noch der Klappentext und die Leseprobe begeistert haben, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen.

Inhalt:
Marie ist 43 Jahre alt und wohnt als alleinerziehende Mutter von drei Kindern in einer Wohnung in Berlin. Ihr Leben ist geprägt von Stress und dem Druck, finanziell über die Runden zu kommen. Trotz mehrerer Jobs, worunter sich auch eine ihrer größten Leidenschaften, das Keramikdesign findet, kümmert sie sich nebenher noch um ihre ältere Nachbarin Ruth. Als das Wohnhaus an einen neuen Besitzer verkauft wird, soll auf eine Sanierung eine Mieterhöhung folgen- mehr Miete als Marie aufgrund der schlechten Auftragslage aufbringen könnte. Kurzerhand schlägt Ruth vor, dass Marie und die Kinder mit ihr in ihr Haus auf Rügen ziehen könnten. Marie stimmt trotz vieler Bedenken zu und beginnt gleich ihre Entscheidung zu bereuen, als sie sieht, in welch schlechtem Zustand sich das Haus befindet. Dennoch beginnt sie, gemeinsam mit einem Tischler namens Christian, das Gebäude wieder wohnlich zu gestalten.


Meine Meinung:
Mit diesem Roman hat Evelyn Kühne bei mir wirklich einen Volltreffer gelandet. Er ließ sich leicht und locker lesen, man brauchte nicht viel nachdenken und konnte sich am Abend bequem in den Garten setzen. Der Schreibstil war leicht zu verstehen und doch nicht so seicht, dass man dachte, man hätte ein Kinderbuch in den Händen gehalten. Die Story als solche hat das Rad zwar nicht neu erfunden, war in ihrer Individualität jedoch anders, als die meisten anderen Liebesromane die ich in letzter Zeit gelesen habe. Einen großen Pluspunkt bekommt die Autorin von mir für die perfekte Dosierung der “Landschaftsbeschreibungen”. In diesem Falle waren sie gerade richtig, damit man sich gedanklich in der Kulisse zurechtfinden kann, jedoch nicht so weit ausgeschweift, dass man die Passagen am liebsten überspringen würde. Auch die Protagonisten und Protagonistinnen haben es mir angetan. Sie hatten genügend Charakterzüge um in meinem Kopf als reale Personen zu erscheinen. Gleichwohl sich die Charaktere nur schleppend bis gar nicht entwickelt haben. Besonders Marie mochte ich sehr gerne, da sie nicht die typische Karrierefrau ist, in deren Leben alles prima ist, sondern eher eine breite Masse der weiblichen Gesellschaft verkörpert. An der einen oder anderen Stelle erschien die Story als solche doch sehr klischeebelastet, ich empfand dies aber nicht als zu störend. Die Autorin hat es geschafft, einem Marie so nahe zu bringen, dass man ihr dieses kitschige, sich anbahnende Glück von Herzen wünscht.Auch, dass es kein “2 Jahre später” etc. am Ende gab, finde ich hier sehr gelungen. So kann man selber überlegen, was und wie es Maries kleiner Patchworkfamilie im Laufe der Zeit ergangen ist.

Fazit und Empfehlung:
Dieses Buch fällt in meinen Augen unter den Begriff meiner geliebten “Wohlfühlromane”. Man liest ihn, man genießt, die Zeit verfliegt- und schon hat die Geschichte ein Ende gefunden. Zwar war dieses Buch mein erstes von der Autorin Evelyn Kühne, ich bin mir aber sicher, dass ich das ein oder andere in Zukunft noch gerne lesen würde.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Berührend

Der letzte Liebesbrief
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Zusammenfassung des Inhalts:
Nell ist eine junge Frau mit einer schweren Vergangenheit. Seit sie noch ein Baby ist, wohnt sie bei ihrer Tante Bernadette- ihre Mutter hat ihr, kurz bevor sie sich selber ...


Zusammenfassung des Inhalts:
Nell ist eine junge Frau mit einer schweren Vergangenheit. Seit sie noch ein Baby ist, wohnt sie bei ihrer Tante Bernadette- ihre Mutter hat ihr, kurz bevor sie sich selber das Leben nahm, das Gesicht zerstümmelt. Genau das ist auch der Grund, weshalb sie versucht ein hohes Selbstbewusstsein auszustrahlen& bei Nachfragen oder blöden Kommentaren "spannende Geschichten" aus dem Hut zaubert, wie sie zu der entstellenden Narbe gekommen ist. Innerlich jedoch ist sie kaputt, hasst das "Monster" welches ihr das angetan hat und hat Schwierigkeiten, sich auf die Näher einer Person einzulassen.
Um der ständigen Betrübtheit und Einsamkeit ihrer geliebten Tante Bernadette auf die Schliche zu kommen, nimmt sie sich einem Liebesbrief, der ihrer Tante vor vielen Jahren geschrieben worden muss, an und begibt sich auf eine Schnitzeljagt, auf deren Wegen sie dem Fotografen Sam begegnet...

Eigene Meinung:
Stand ich dem Buch zu Anfang zwar positiv entgegen, hatte ich doch einige Vorbehalte: kitschiges Cover (dieser Meinung bin ich auch immernoch, jedoch versteht man dieses fast direkt zu Anfang der Geschichte), ziemlich viele Klischees? Dieser Meinung muss ich jedoch ganz und gar widersprechen. Ganz im Gegenteil: Die beiden Hauptcharakter Nell und Sam sind alles andere als die normalen Liebesroman- Standartfiguren. Sie nicht wunderschön, er nicht der Unentschlossene, der sich nicht auf eine paradiesische Beziehung einlassen möchte. Der Schreibstil ist zwar nicht außergewöhnlich poetisch, jedoch hat die Autorin ihren durchaus eigenen Stil: Sich wiederholende Metaphern und Ausdrücke, jedoch nicht überladen, sondern an den richtigen Stellen wohl gewählt. Zwar ist die Geschichte um die beiden nicht reich an Spannung und Action, jedoch befinden sich im Laufe der Jagd nach den Briefen doch einige Etappen, wo die Geschichte, besonderes derer Nells, eine völlig neue Richtung bekommt, mit denen weder sie selbst, noch ich als Leser gerechnet hätte.

Fazit und Empfehlung:
Ja, dieses Buch hat mich überzeugt. Natürlich absolut passend in dem Bereich der Liebesromane, aber doch anders gestaltet& wie eben schon erwähnt, gefällt mir besonders die Zeichung der Figuren- und der charakterlichen Änderungen- sehr gut. Besonders rühren konnte mich auch die untergründige, alles begleitende Message des Ganzen: Liebe dich, wie du bist, dann werden Andere es auch tun.
Ein wunderschöner Roman für alle Liebes- Fans!

Veröffentlicht am 26.04.2019

Oper der Gefühle

Mittsommerleuchten
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Zum Inhalt:
Gloria ist eine 53-jährige Opernsängerin die kurz vor der Premiere ihrer allerletzten großen Rolle steht. Der Haken dabei: Zwei ihrer-vielen- ehemaligen Liebhaber spielen die Hauptrollen ...


Zum Inhalt:
Gloria ist eine 53-jährige Opernsängerin die kurz vor der Premiere ihrer allerletzten großen Rolle steht. Der Haken dabei: Zwei ihrer-vielen- ehemaligen Liebhaber spielen die Hauptrollen die um die Liebe der Carmen in der gleichnamigen Oper buhlen.
Neben dieser Liebesgeschichte geht es um alte Familiengeheimnisse, Freundschaft, die liebe zur Oper und Eifersucht.

Dieses Buch ist keine klassische Liebesgeschichte, es bietet so viel mehr. Aus der Sicht von allen wichtigen Figuren erfahren wir ihre Gefühle; Gedanken und (bösen) Absichten. Durch die wechselnde Erzählperspektive wird man mitgenommen auf die Reise der Figuren- man ist nicht nur dabei sondern mittendrin.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen; da es einen fesselt und man mit allen mitfiebert, ihre Entscheidungen abwartet und gespannt ist auf die vielen nächsten Geheimnisse die gelüftet werden.
Der schreibstil ist super flüssig; genau die richtige Mischung aus Dialogen und personaler Erzählung.
Durch genaue Beschreibung kann man sich jede Person deutlich vorstellen und sich die eigenen Hoffnungen bilden, auf wen Gloria sich einlassen sollte und auf wen lieber nicht.
Einzig; dass am Ende nicht aufgeklärt wird, was mit ein paar Personen-Kit, Christer etc.- passiert, finde ich etwas schade.

Ansonsten ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die eine Liebesgeschichte, einen Gefühls-Krimi und ein wirklich gutes Buch lesen wollen!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Mehr als ein dunkler Sommer

Dunkelsommer
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Das Cover des Buches zeigt das Geschehen unter sich aus der Vogelperspektive. Wobei “das Geschehen” einzig aus einem einsamen Auto besteht, welches im Wald unterwegs ist. Das Cover ist einfach gehalten ...

Das Cover des Buches zeigt das Geschehen unter sich aus der Vogelperspektive. Wobei “das Geschehen” einzig aus einem einsamen Auto besteht, welches im Wald unterwegs ist. Das Cover ist einfach gehalten und bietet doch eine Allegorie zu dem Inhalt des Spannungsromans, was mir sehr gut gefällt. Auch das der Titel noch sehr geheimnisvoll ist, hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht.

Inhalt:
Als Lelle seine jugendliche Tochter Lina vor drei Jahren an der Bushaltestelle absetzte, wartete er nicht, bis sie in den Bus eingestiegen war. Genau das wurde ihm zum Verhängnis: Seine geliebte Tochter verschwand, seine Frau gab ihm die Schuld und er wurde verlassen. Aus diesem Grund fährt er beinahe jede lange Nacht durch Schwedens Wälder, kleine Straßen und abgelegene Ecken. Er ist sich sicher, dass seine Tochter am Leben ist und fest entschlossen, sie zu finden. Immer mehr verliert sein Leben an Kontrolle und er sucht nach der Erlösung von seinen eigenen Schuldgefühlen. Eines Tages trifft er die 17 Jahre alte Meja, welche mit ihrer Mutter neu in die Gegend gezogen ist. Sie beginnt, sein Leben noch einmal vollständig auf den Kopf zu stellen. Als ein weiteres Mädchen verschwindet ist Lelle sicher: Dies hat etwas mit Linas Entführung zutun.

Meine Meinung:
Der Roman ist in zwei Teile gegliedert und wird insgesamt aus drei verschiedenen Ich- Perspektiven erzählt. Im ersten Teil treten nur die beiden Hauptfiguren Lelle und Meja auf, aus deren Sichtweisen abwechselnd ein kurzes Kapitel erzählt wird. Ab dem zweiten Teil kommt dann die Geschichte eines weiteren Mädchens hinzu- was ich hier allerdings noch nicht näher ausführen möchte. Nach der Leseprobe konnte ich es bereits kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Gut, dass ich nicht enttäuscht wurde. Für mich hat dieses Buch den Titel “Spannungsroman” tatsächlich verdient. Ich fand es unheimlich spannend, Lelle auf seinen nächtlichen Fahrten zu begleiten, aber auch die Teile in denen Meja versucht, sich mit ihrem neuen Leben zu arrangieren, habe ich nicht als störend oder unnötig empfunden. Besonders, dass immer an den unaushaltbar spannenden Stellen ein Sprung gemacht wurde, war taktisch sehr klug eingesetzt. Stina Jackson hat es geschafft, eine durchweg spannende und bedrückende Atmosphäre zu kreieren, welche den Leser in seinen Bann zieht und nur so durch das Buch fliegen lässt. Auch die ausgeführten, aber nicht langweilig detaillierten Beschreibungen der Landschaften und Umgebungen fand ich nur dazu beitragend, sich mittendrin zu fühlen. Gekennzeichnet ist das Buch in meinen Augen von der anschaulichen Darstellung von Lelles Gefühlen und Verzweiflung. Ein großer Pluspunkt für das Buch, da man so mit den Charakteren mitfühlt und sich nicht als außenstehender Beobachter fühlt. Zwei negative Aspekte muss ich leider dennoch ansprechen: Zum ersten finde ich, dass der zweite Teil- wo die dritte sehr entscheidende Person auftritt- durchaus hätte etwas länger sein können. Stattdessen hätte man am Mittelteil sparen können, dessen Spannung doch deutlich abnahm und das Lesen etwas mühseliger wurde.Dennoch werden sehr interessante Fakten in dem Buch dargelegt, die mich oft zum Nachdenken gebracht haben.

Fazit und Empfehlung:
Dieser Debütroman ist Stina Jackson zu beinahe 100% gelungen. Wenn auch besonders die Mitte des Romans qualitativ etwas abfällt, ist es durchweg spannend und hat einen Pageturner- Charakter. Ich kann mir durchaus vorstellen, auch die folgenden bücher der Autorin nicht außer Acht zu lassen. Dieser Roman ist für jeden etwas, der auf gute Thriller ohne blutrünstige Momente steht.