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Veröffentlicht am 05.09.2019

Urlaubsfeeling garantiert

Show me the Stars
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Liv braucht ganz dringend eine kreative Auszeit. Den Job bei einer Zeitschrift hat sie leider in den Sand gesetzt und eigentlich möchte sie auch nicht mehr über die Affären und Hautunreinheiten irgendwelcher ...

Liv braucht ganz dringend eine kreative Auszeit. Den Job bei einer Zeitschrift hat sie leider in den Sand gesetzt und eigentlich möchte sie auch nicht mehr über die Affären und Hautunreinheiten irgendwelcher Promis schreiben. Ein Housesitting-Job soll ihr aus ihrer finanziellen Not helfen. Doch das Haus ist eigentlich ein Leuchtturm und dieser steht auf einer kleinen verlassenen Insel vor Irland.

Das Cover ist ein Traum und lässt mich daran denken, dass ich übermorgen mit beiden Beinen in der Ostsee stehen werde! Überhaupt schreit dieses ganze Buch nach einer Auszeit, nach Urlaub.

Der Beginn liest sich sehr flüssig an. Ein wenig erinnerte mich der Erzählstil an Chic-lit aber das war hier nicht mal etwas schlechtes, denn die Geschichte entfaltet schon auf den ersten Seiten eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen wollte.

Liv ist eine sehr nette und kluge Protagonistin, mit deren Situation ich mich ganz gut identifizieren konnte. Den Schritt, ein halbes Jahr auf eine einsame Insel zu ziehen um in einen Leuchtturm zu leben, war sehr mutig und ich bewundere sie für diese Möglichkeit.

In Irland lernt Liv einige neue Leute und deren entschleunigten Lebensstil kennen. Das fand ich sehr atmosphärisch. Die Nebenfiguren sind toll und machen Lust auf die zwei weiteren Bände der Reihe. Diese werden mit anderen Protagonisten spielen, die wir aber bereits kennengelernt haben.
Liv wird auf der Insel von Kjer mit Lebensmitteln versorgt. Sie hört schnell von den Bewohnern der Kleinstadt, dass sie ihr Herz nicht an ihn verlieren soll, denn der Sänger möchte nichts festes. Natürlich kommt es, wie es kommen muss...

Die Liebesgeschichte gefiel mir ziemlich gut und bereitete mir ein wenig Herzklopfen. Zwischen beiden geht es nicht Knall auf Fall und das war wirklich erfrischend!

Das Beste an der Geschichte war aber ganz klar das Setting. Steile Klippen, ein stürmischer Wind, der die Wellen peitschen lässt und auf einer kleinen Insel ein weißer Leuchtturm. Liv erkundet dort alles und wir sehen den Ort durch ihre Augen. Das hat die Autorin perfekt hinbekommen. Mir gefiel auch, dass Liv ihre Situation nutzte und darüber bloggte. Das gab der Geschichte noch mal einen modernen Touch.

"Show me the Stars" von Kira Mohn hat mich schwer in Urlaubsstimmung versetzt. Das Setting ist atemberaubend und die Autorin führt uns perfekt in die böige Welt rund um einen Leuchtturm.

Veröffentlicht am 03.08.2019

Perfectly writen

Perfectly Broken (Bedford-Reihe 1)
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Brooklyn hätte glücklicher nicht sein können, doch dann nahm ihre eine achtlose Sekunde alles, für das es sich zu leben lohnte. Ein Jahr später sucht sie vergessen in der Ferne und wagt einen Neuanfang. ...

Brooklyn hätte glücklicher nicht sein können, doch dann nahm ihre eine achtlose Sekunde alles, für das es sich zu leben lohnte. Ein Jahr später sucht sie vergessen in der Ferne und wagt einen Neuanfang. Knapp bei Kasse kann sie sich allerdings nur eine Wohnung leisten und diese hat ausgerechnet im Schlafzimmer eine Tür zur Nachbarwohnung. Dort hörte sie Stimmen und Geräusche. Eines Tages beginnt sie ein Gespräch mit ihrem Nachbarn...

Selten entdecke ich Bücher, deren Prolog mich schon emotional fertig machen. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Doch die Autorin hatte mich schon auf den ersten Seiten an der Angel. Dabei spielt sie mit einer ganz persönlichen Angst und berührte mich zutiefst.

Dann erfolgt ein Cut in der Geschichte und wir stranden zusammen mit Brooklyn in einer englischen Kleinstadt. Sie sucht einen Job in einem Cafe und schaut sich eine Wohnung an. An ihrer Seite ist stets Hund Ghost. Wie die beiden zusammen agieren, fand ich so niedlich. Die Autorin hat es super geschafft den Hund authentisch darzustellen. Er hat einen großen Stellenwert in der Geschichte und das fand ich toll.
Brooklyn mochte ich als Protagonistin auch sehr. Sie hat einen Faible für Serien und Liebesromane. Allerdings hat sie bei diesen einen furchtbaren Geschmack! Ihr Lieblingsbuch ist Jaime McGuire "Beautiful Disaster", welches 2013 mein absolutes Flop-Buch war. (Hier gehts zur Rezension...)
Brooklyn hat es nicht leicht und ich konnte ihre Gefühlswelt und warum sie stellenweise so handelt, wie sie es tat, total nachvollziehen.

Wir erfahren die Geschichte auch aus Chase Perspektive, was ich sehr erfrischend fand. Ich fand ihn großartig, da er Brooklyn ihren Raum gab, aber gleichzeitig immer für sie da war. Dass er ihr all die schnulzigen Liebesromane vorlas, fand ich eine tolle Idee. Die Chemie zwischen beiden hat gestimmt. Ihre Geschichte ließ mein Herz höher schlagen und rührte mich sehr.

Die Geschichte ist nach 246 Seiten bereits auserzählt. Ich hätte gerne länger in ihr verweilt, allerdings war es so perfekt.

Ein paar Worte möchte ich noch zur Buchausgabe sagen. Forever ist ein Imprint des Ullstein-Verlags. Seit neuestem werden einige der Ebook-Titel auch als broschierte Ausgaben gedruckt. Mit 12,99Euro ist dieses dünne Büchlein schon recht teuer. Die Geschichte war grandios, daher zahle ich gerne diesen Preis. Nur finde ich, dass die Qualität der Ausgabe bei diesem Preis eine andere sein sollte. Das Papier ist bereits leicht angegilbt und die Klebebindung löst sich nachdem ich das Buch gerade zweimal zum Lesen in den Händen hielt. Da würde ich in Zukunft eindeutig eher zu den deutlich günstigeren Ebooks greifen!

"Perfectly broken" von Sarah Stankewitz hat alles, was ein großartiger Contemporary braucht: wunderbare Charaktere, eine stimmige Handlung und ganz viel Gefühl. Ich hoffe, da kommt bald noch mehr von der Autorin!

Veröffentlicht am 27.07.2019

Wo ist Ginny?

Victorian Rebels - Das Versprechen einer Nacht
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Imogen ist tagsüber Krankenschwester und des nachts muss sie in einem Bordell als Bedienung aushelfen, um ihre Familie über die Runden zu kriegen. Dort lernt sie Cole kennen und verbringt eine Nacht mit ...

Imogen ist tagsüber Krankenschwester und des nachts muss sie in einem Bordell als Bedienung aushelfen, um ihre Familie über die Runden zu kriegen. Dort lernt sie Cole kennen und verbringt eine Nacht mit ihm. Jahre später treffen sie sich wieder, doch Cole erkennt sie zum einen nicht, sondern macht ihr auch noch das Leben schwer.

Ich liebe gute Historicals und von denen kommen leider nicht mehr allzu viele auf den Markt. Dies ist mittlerweile der vierte Band der Victorian Rebels Reihe, in der die Protagonisten keine Gentleman sind, sondern meist Drecken am Stecken haben.

Das zeichnet die Geschichten auch aus. Ihre Charaktere sind wunderbar authentisch und gefühlvoll gezeichnet. Cole macht im Laufe des Buches eine enorme Entwicklung durch, die nicht immer zum Guten war. Das fand ich sehr interessant. Für mich war er ein grandioser Protagonist.
Imogen ist für die Zeit, in der sie geboren wurde (anno 1860er) sehr stark und eigenständig. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck. Dabei ist ihr Leben nicht einfach, denn ihr Job ist gefährlich und sie möchte in dem Bordell unentdeckt bleiben, damit sie nicht ihre Tugend verliert.

Allerdings kommt ihr Cole dazwischen. Zwischen beiden prickelt es sofort und das fand ich grandios geschrieben. Die Autorin hat in dieser Reihe schon mehrfach bewiesen, dass sie Liebesgeschichten schreiben kann. Jeder Band hat übrigen ein neues Pärchen, sodass sie auch unabhängig von einander gelesen werden können. Die Protagonisten tauchen halt ab und an wieder auf.

Einen Spannungspart gibt es übrigens auch noch, denn ein Serienmörder treibt sein Unwesen in London und hat es auf Imogen abgesehen. Wer dahintersteckt, hatte ich recht schnell erraten, doch das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Einziger Wermutstropfen ist, dass die Geschichte sehr abrupt endet. Einen Epilog hätte ich mir für einen runden Abschluss schon gewünscht.

"Victorian Rebels. Das Versprechen einer Nacht" von Kerrigan Byrne lässt das Herz von Historicalfans höherschlagen. Ich kann die Reihe nur wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 14.07.2019

Royal fantastisch!

Prince of Passion – Nicholas
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Nicholas ist der Thronfolger von Wesco und als dieser darf er nur eine adlige Jungfrau oder gebürtige Einwohnerin des Königreiches heiraten. Die Königin setzte ihm dafür ein 5-monatiges Ultimatum. Als ...

Nicholas ist der Thronfolger von Wesco und als dieser darf er nur eine adlige Jungfrau oder gebürtige Einwohnerin des Königreiches heiraten. Die Königin setzte ihm dafür ein 5-monatiges Ultimatum. Als er sich nach New York absetzt, um diesen Schock zu verdauen, lernt er Olivia kennen, die ein Cafe führt. Es kommt, wie es kommen muss...

Als ich damals zum Erscheinen dieser Geschichte den Klappentext las, dachte ich, dies sei mal wieder eine dieser Geschichten, in denen sich alles nur um eines dreht und ganz viel Schmalz produziert wird. Doch ein Hineinlesen in das Buch sollte mich eines besseren belehren.

Emma Chase hat einen wunderbaren Schreibstil, der pointiert und voller Humor ist. Es macht einfach unglaublich viel Spaß in die Köpfe der Protagonisten zu blicken und zu erfahren, wie sie denken. Das macht sie unglaublich lebendig. Die Autorin hat ein Händchen für komische Situation, sodass ich oft lachen musste und mich immer wieder auf das Buch freute. Das ist leider nicht immer selbstverständlich.
Außerdem rechne ich ihr hoch an, dass sie mit Genovien eine Referenz zu einer meiner liebsten Buchreihen erschuf.

Nicholas glaubt aufgrund seiner Stellung alles haben zu können und das langweilt ihn. Als ihm Olivia die Stirn bietet, ist das für ihn etwas faszinierend Neues.
Ich mochte Olivia unglaublich gerne. Sie ist sympathisch, witzig und herzensgut. Die beiden ergaben zusammen die perfekt Paarung, zwischen der die Chemie einfach stimmte.

Natürlich geht es in diesem Buch auch heiß her, doch darin lag nicht der Fokus, sondern viel mehr in dem Umstand, dass Nicholas heiraten muss, aber aufgrund seiner Stellung kann dies eben nicht Olivia sein. Am Ende hat mich die Geschichte auch noch sehr berührt.

"Prince of Passion. Nicholas" von Emma Chase ist für mich das perfekte Buch dieses Genres, denn es ist unterhaltsam, total witzig, mit tollen Charakteren und der richtigen Prise Gefühl. Ich bin super gespannt, wie es in Band drei mit Logan, dem Leibwächter und Olivias Schwester weitergehen wird.

Veröffentlicht am 25.04.2019

Was für ein Trip

Niemalswelt
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Beatrice kann sich besseres vorstellen, als ihre 4 ehemals besten Freunde wiederzusehen. Dennoch steigt sie in ihr Auto und fährt den ganzen Weg zum Anwesen Wincroft. Schließlich sollen sie endlich darüber ...

Beatrice kann sich besseres vorstellen, als ihre 4 ehemals besten Freunde wiederzusehen. Dennoch steigt sie in ihr Auto und fährt den ganzen Weg zum Anwesen Wincroft. Schließlich sollen sie endlich darüber sprechen, was mit Jim geschah. Jim, ihr fester Freund, der Selbstmord in einem Tagebau begangen haben soll. Doch alles kommt ganz anders als die fünf in einen Autounfall geraten und seit dem in der Niemalswelt gefangen sind, dem Ort zwischen Leben und Tod. Nur einer wird wieder ins Leben zurückkehren dürfen, wer dies sein kann und was das alles mit Jims Tod auf sich hat?...

Die Aufmachung des Buches gefällt mir richtig gut, denn unter dem kontrastreichen Schutzumschlag verbirgt sich auch noch ein gestalteter Einband.
Was mich allerdings noch mehr faszinierte, war der unglaublich gute und außergewöhnliche Schreibstil. Autorin Marisha Pessl schafft es Metaphern in ihre Erzählung einzuweben, die sehr besonders sind und richtige Bilder vor meinen Augen entstehen ließen. Ihre Art zu schreiben war unglaublich fesselnd und atmosphärisch. Ich konnte und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen und das passiert mir leider nicht so oft.

Die Idee der Geschichte ist einzigartig. Fünf Charaktere, die ehemals beste Freunde waren, treffen sich ein Jahr nach ihrem Schulabschluss wieder und wollen über den Tod ihres Freundes sprechen, bevor dies passiert, geraten sie in einen Autounfall. Sie sterben nicht, sondern sind in der Niemalswelt gefangen. Dort erleben sie die Zeit, mehrere Stunden, bis zum Unfall immer wieder. Die Figuren: Bee, Cannon, Kipling Whitley und Martha versuchen alle zunächst auf eigene Faust einen Weg aus der Niemalswelt zu finden. Sie trauen einander nicht mehr, jeder scheint irgendetwas mit Jims Tod zu tun zu haben. In der Niemalswelt ist alles möglich und so tun sich einige menschliche Abgründe auf. Das ganze Konstrukt war in meinen Augen sehr interessant. Die Charaktere gehen unterschiedlich damit um und das war spannend zu verfolgen.
Dabei trat, was mit Jim geschah ein wenig in den Hintergrund. Die Auflösung dazu fand ich auch nicht ganz so stark wie die restliche Geschichte, doch das ist Meckern auf ganz hohem Niveau.

Marisha Pessls "Niemalswelt" konnte mich mit einzigartigen Ideen, interessanten Charakteren und einem atemberaubenden Schreibstil komplett begeistern. Dieses Jugendbuch ist außergewöhnlich unterhaltsam.