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canchita

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2019

Berührender Einblick in das Leben einer Autistin

Mein Leben als Sonntagskind
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Ein sehr interessanter Einblick in das Innenleben einer Autistin.

Jasmijn ist ein außergewöhnliches Kind, sie nimmt Geräusche und Menschen viel intensiver wahr als andere Kinder. So lange sie noch zu ...

Ein sehr interessanter Einblick in das Innenleben einer Autistin.

Jasmijn ist ein außergewöhnliches Kind, sie nimmt Geräusche und Menschen viel intensiver wahr als andere Kinder. So lange sie noch zu Hause ist und viel Zeit mit ihrem Hund verbringt, fällt dies gar nicht so auf. Doch schon im Kindergarten und später vor allem in der Schule, wird die Umwelt ihr zu viel und sie muss Strategien entwickeln, um mit dem Überangebot an Input zurecht zu kommen. Hier entwickelt sie eigene Strategien, die aber von ihrem Mitmenschen oft nicht verstanden werden.

Das Buch ist in sehr kleine Kapitel unterteilt und lässt sich daher einfach lesen. Die Sprache ist leicht zu lesen und man kann sich sehr gut in Jasmijn einfinden. Nach ca 50 Seiten wurde es für mich etwas langweilig, weil es wie eine Sammlung kleiner Ereignisse wurde, der rote Faden/die Geschichte fehlte mir. Ab Seite 180 wird es dann spannender, Jasmijn kommt in die weiterführende Schule, findet eine Freundin und sogar den ersten Freund.

Die Ereignisse am Ende waren für mich etwas viel. Da es sich um einen autobiographischen Roman handelt, war es vielleicht ein wahres Ereignis im Leben der Autorin und das Leben schreibt ja immer die tragischsten Geschichten.

Insgesamt aber ein sehr empfehlender Roman, wenn man sich mit dem Thema Autismus beschäftigt, der nur am Anfang aus meiner Sicht einige Längen hatte.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Poetische Sprache, aber ohne Einfühlungsvermögen für Frauen

Die Lotosblüte
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Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in Asien und erzählt die Lebensgeschichte von Chong, deren Mutter im Kindbett gestorben ist und die fortan von ihrem blinden Vater großgezogen wird. Von ihrer Stiefmutter ...

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in Asien und erzählt die Lebensgeschichte von Chong, deren Mutter im Kindbett gestorben ist und die fortan von ihrem blinden Vater großgezogen wird. Von ihrer Stiefmutter wird sie im Alter von 15, noch vor ihrer ersten Regelblutung, an einen sehr alten Chinesen als Konkubine verkauft. Nach dessen Tod gelangt sie durch seinen Sohn in ein Bordell und wird hier zur Kurtisane. Vergewaltigung, Menschenraum, brutale Prostitution nichts bleibt ihr erspart.

Ich bin immer sehr vorsichtig bei Büchern, die von Frauen handeln aber von Männern geschrieben werden. Und so auch hier. Die Sprache ist selbst in der deutschen Übersetzung noch grandios und auch die Schilderungen der Kultur und teilweise die erotischen Stellen haben mir sehr gefallen. Aber die Person Chong und was in ihr vorgeht, bleiben sehr oberflächlich. Sie sagt, sie nutzt die Männer aus und lacht über diese innerlich und damit bleibt ihre Seele erhalten, selbst wenn sie von mehreren Männern hintereinander vergewaltigt wird. Aber aus meiner Sicht, ist das Innere eine Frau nicht so eindimensional, wie von Hwank Sok-Yong dargestellt. Das hat mich zwischendurch immer wieder geärgert.

Auch die zeitlich, historische Einordnung war für mich schwierig, da ich mich bisher nicht mit der asiatischen Geschichte befasst habe, etwas mehr Einführung z.B. mit Jahresangaben hätte mir hier schon geholfen.

Trotz allem fand ich es in weiten Teilen auch ein Vergnügen das Buch zu lesen, wegen der poetischen Sprache und dem Erzählfluss.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Schöne Rezepte, Aufbau überzeugt nicht

Die One-Pot-Challenge
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Die "One-Pot Challenge" ist ein schönes Kochbuch, das in alter GU Manier schöne Bilder und gute Kochanleitungen besitzt. Man blättert es durch und möchte bei einigen Gerichten direkt mit dem Kochen anfangen ...

Die "One-Pot Challenge" ist ein schönes Kochbuch, das in alter GU Manier schöne Bilder und gute Kochanleitungen besitzt. Man blättert es durch und möchte bei einigen Gerichten direkt mit dem Kochen anfangen (z.B. warmer Kicherbsensalat oder Schnitzel mit Rosenkohl).

Der Aufbau dagegen überzeugt mich leider nicht. Hier gibt es immer ein Hauptzutat aus der die drei Köche jeweils ein Gericht zaubern, dabei nutzt einer nur eine Pfanne, der zweite nur einen Topf und der dritte nur ein Backblech. Die Idee ist einen "Sieger" aus diesen drei Gerichten zu wählen (ähnlich wie bei verschiedenen Kochshows).

Jetzt zu meinen Kritikpunkten:
1. Das Resultat ist gar kein Ranking sondern alle drei Rezepte gewinnen quasi in einer anderen Kategorie (z.B. Oskar für die besten Nebenrolle oder Star auf jeder Grillparty oder ganz nach meinem Geschmack), daher ist die Seite mit der Beurteilung völlig überflüssig aus meiner Sicht.

2. Unter dem Titel "One-Pot" denke ich an Eintöpfe oder Aufläufe und einfache Gerichte. Ein paar der Rezepte sind aber ziemlich aufwendig. Außerdem führt die Einschränkung auf ein Backblech öfter mal dazu, dass Gerichte die besser in einem Bräter aufgehoben werden, auf einem Backpapier gemacht werden, dessen Enden zusammen gezwirbelt werden. Naja, kann man dann ja auch einfach in einem offenen Bräter machen...

3. Hauptkritik für mich ist, dass es irgendwie eine chaotische Ansammlung von Gerichten ist. Mal mit Fleisch, mal mit Fisch, mal vegetarisch. Mal ein Hauptgericht, mal eher eine Beilage. Mal asiatisch, mal mexikanisch, mal klassisch deutsch. Hier ist für mich selbst das Risiko, dass das Buch im Schrank verstaubt, weil ich meistens nach etwas speziellem suche. Für jemanden, der sich gerne querbeet inspirieren lässt sicherlich besser geeignet.

Fazit: Ein Buch mit wirklich schön gestalteten Rezepten mit etwas unübersichtlichem Aufbau.

Veröffentlicht am 21.09.2025

Mehr Romantik als Dystopie

Soulmates and Other Ways to Die
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Die Geschichte von Zoe und Milo ist eindeutig eher eine Romanze als eine Dystopie aber das muss ja nicht schaden. Ich fand das Setting in der Zukunft wo jeder einen Seelenverwandten hat, den, wenn man ...

Die Geschichte von Zoe und Milo ist eindeutig eher eine Romanze als eine Dystopie aber das muss ja nicht schaden. Ich fand das Setting in der Zukunft wo jeder einen Seelenverwandten hat, den, wenn man ihn findet, meist auch liebt. Doof nur, dass das Band so eng ist, dass man auch Schmerzen des anderen mit spürt und letztlich stirbt, wenn dieser stirbt.

Die Geschichte mit der Mutation ist nicht sehr glaubwürdig aber die Geschichte drum herum ganz gut gemacht. Mich hat überrascht, dass es zeitweilig ziemlich brutal ist.

Ich fand eigentlich auch die Entwicklung von Zoe und Milo ganz nett, habe aber auch schon deutlich schönere Lovestories gelesen. Was ich aber wirklich nicht gelungen fand, waren die zwei Perspektiven. Dies ist ein Schreibstil, den ich sonst sehr schätze, weil es oft mehr Tiefe in die Geschichte gibt, wenn man sie von zwei verschiedenen Personen erzählt bekommt. Das ist hier leider gar nicht der Fall. Ich musste oft an den Kapitelanfang zurückblättern um zu schauen wer eigentlich gerade spricht, so identisch klingen die zwei. Nichts an Milos Kapiteln klingt nach einem Jungen, hier gelingt es der Autorin leider gar nicht eine andere Perspektive anzunehmen.

Ansonsten ein wirklich schönes Buch. Das Cover finde ich cooles und den Farbschnitt sehr schön.

Fazit: Einfach und schnell zu lesen, aber nicht ganz glaubwürdig und leider misslungener Perspektivwechsel.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Politisch aktuell

Gesellschaftsspiel
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Ein sehr aktuelles Buch mit vielen Hinweisen auf aktuelle politische Themen. Dora Zwickau beschreibt eine Zukunft in der sich ein Techmillionär daran versucht eine Art Basisdemokratie in Weimar zu errichten. ...

Ein sehr aktuelles Buch mit vielen Hinweisen auf aktuelle politische Themen. Dora Zwickau beschreibt eine Zukunft in der sich ein Techmillionär daran versucht eine Art Basisdemokratie in Weimar zu errichten. Die Rahmenhandlung dazu ist die Geschichte von drei Frauen, die um ihre Mutter/Schwester trauern und dabei nach jahrelanger Entfremdung wieder zu sich finden.

Die drei Frauen haben mir gut gefallen, die Zukunftsperspektive interessant und nicht unrealistisch. Mich haben aber die Abschnitte mit Internet/Whats App und Podcast Einschüben eher genervt. Die waren aber zumeist auch sehr kurz.

Ich fand den Schreibstil nicht so schön, etwas zu wenig literarisch für meinen Geschmack. Immerhin lässt es sich flott lesen, obwohl ich ein paar lange politische Diskussionen im Buch auch eher quer gelesen habe.

Irgendwie weiß ich nicht, was ich aus dem Buch mitnehmen soll. Ist es wirklich ein realistisches Szenario? Würden die Menschen tatsächlich so überwiegend vernünftig partizipieren? Ich teile den Optimismus von Frau Zwickau eher nicht.

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