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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2019

Spannend und düster

Das Schwert der Totengöttin
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Sergent Erik Zejn wird von seinem Posten in der Hauptstadt degradiert und in das kleine Dorf Svonnheim geschickt. Hier scheint es zunäst alles idyllisch und ruhig zu sein und die Langeweile überkommt ihn. ...

Sergent Erik Zejn wird von seinem Posten in der Hauptstadt degradiert und in das kleine Dorf Svonnheim geschickt. Hier scheint es zunäst alles idyllisch und ruhig zu sein und die Langeweile überkommt ihn. Bis ihm die “Hexe” Mirage deBois begegnet und er alles daran setzt, sie zu verhaften, denn sie scheint eine Nekromantin zu sein. Oder wie kommt es, dass sich plötzlich die Toten aus ihren Gräbern erheben und Svonnheim aufsuchen. Zwar behaupten die Einwohner des Dorfes, dass all das schon einmal geschehen ist, doch Zejn glaubt ihnen zunächst nicht. Doch Mirage setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen, allerdings wissen weder Mirage noch Zejn, dass nicht nur die Toten ihre Feinde sind.
Meine Meinung
Hach, das Cover, das hat es mir altem Coverfetischisten ja gleich wieder auf dem ersten Blick angetan und die Geschichte dahinter klingt auch richtig gut.
Aber ich habe mit “Das Schwert der Totengöttin” gleich eine Geschichte erhalten, die meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Katharina von Haderer schreibt sehr bildlich, was vor dem inneren Auge so manch ein grausiges Detail entstehen ließ, wenn sich die Toten in Svonnheim erhoben. Also für zartbesaitete vielleicht nicht ganz so geeignet. Ich fand das aber extrem spannend und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Seiten flogen nur so vorbei und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung, die aber leider erst im nächsten Jahr erscheinen wird.
Das Worldbuilding ist hier gelungen. Wir befinden uns in einer mittelalterlich anmutenden Welt, in der Magie und Hexerei verpönt sind. Doch gerade als die Toten den Lebenden Besuch abstatten, wird alles noch ein wenig düsterer und finsterer.
Damit steigt dann aber gleich die Spannung so richtig mit an, wobei hier schon der Beginn so interessant ist, dass man schnell in den Bann der Geschicht gerät. Es gibt viel Action und auch grausige Szenen und für mich wurde es zu keiner Zeit langweilig. Als Sprache in Tradea wählt die Autorin Französisch, was hier immer wieder in einzelnen Begriffen oder Sätzen auftaucht. Doch der Zusammenhang ist immer gegeben, auch wenn man die Sprache nicht beherrscht, sind die Worte schlüssig.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnder Perspektive zwischen dem Sergent Erik Zejn und Mirage deBois, die von Zejn als Hexe bezeichnet wird, dabei ist sie eigentlich eine Alchemistin. Beide Charaktere sind mir von Beginn an sympathisch und auch wenn sie grundverschieden sind, haben sie beide eigentlich das gleiche Ziel.
Mirage deBois, die Alchemistin, ist ein eher menschenscheuer Charakter. Sie lebt allein und zurückgezogen in ihrer Hütte am Rande Svonnheims. Doch sie ist auch die erste, die spürt, was in Svonnheim vor sich geht. Ihre Kenntnisse der Alchemie sind umfangreich, was Sergent Zejns Misstrauen gleich hervorruft. Zejn ist durch und durch Soldat, dem es extrem schwer fällt, in dem kleinen Ort Fuß zu fassen und sich mit den, auf den ersten Blick für ihn, einfältigen Bewohnern anzufreunden. Doch in Zejn ruht, genauso wie in Mirage, ein Geheimnis. Da beide später das gleiche Ziel haben, müssen sie irgendwie miteinander klar kommen und da sind Konflikte vorprogrammiert. Tatsaächlich bringt das so manch einen Schmunzler, was das gesamte Geschehen mit auflockert.
Neben den beiden Protagonisten gibt es zahlreiche Nebencharaktere, die immer wieder die Handlung voran treiben und alles spannend und glaubwürdig macht.
Mein Fazit
Ein absolutes Highlight, das mir richtig gut gefallen hat und wirklich spannende Lesestunden bereitet. Viel Tempo, Action, teils grausig detailliert beschriebene, wiederauferstandene Tote und vieles mehr sorgten dafür, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wer das Buch noch nicht auf dem Schirm haben sollte, der sollte es unbedingt genauer betrachten. Für mich ein mega spannendes Fantasyhighlight! Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

Veröffentlicht am 22.07.2019

Ein Roman, der lange nachhallt

Der Gesang der Flusskrebse
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Als jüngste von fünf Geschwistern, mit einem Alkoholiker zum Vater, der Frau und Kinder schlägt, hat es die siebenjährige Kya alles andere als leicht. In einer ärmlichen Hütte mitten in der Marsch wächst ...

Als jüngste von fünf Geschwistern, mit einem Alkoholiker zum Vater, der Frau und Kinder schlägt, hat es die siebenjährige Kya alles andere als leicht. In einer ärmlichen Hütte mitten in der Marsch wächst sie auf und liebt es, dort wild und frei zu sein. Doch dann verlässt die Mutter einfach das Heim und lässt ihre Kinder zurück. Da Kyas Geschwister wesentlich älter sind, machen auch diese sich nach und nach auf und davon. Zurück bleibt das kleine Mädchen allein mit ihrem Vater. Zunächst scheint es, als würde er sich zusammenreißen, doch dann verfällt er in alte Muster und verschwindet manchmal tagelang, bis auch er eines Tages nicht nach Hause in die Marsch zurückkehrt. Von nun an muss das kleine Mädchen ganz allein überleben. Viele Jahre später wird am Rande des Marschlandes die Leiche des Footballspielers Chase Andrews aufgefunden und alle Bewohner des Dorfes sind sich einig: Schuld hat die seltsame Frau, die alleine in einer Hütte in der Marsch lebt.
Meine Meinung
Das Cover allein fängt schon perfekt die Stimmung des Buches ein und macht neugierig auf den Inhalt. Wobei ich mir bei dem Klappentext zunächst eher eine Art Krimi gedacht habe. Doch das ist dieses Buch nicht, denn es ist einfach so viel mehr und ich hoffe, dass ich es schaffe, meine Eindrücke zum Buch wirklich in Worte zu fassen.
Erzählt wird die Geschichte in einem absolut bildgewaltigen Stil, der mich sofort in die Landschaft der Marsch versetzte. Ich konnte förmlich die Vögel zwitschern hören und spürte, wie die Wellen das kleine Boot schaukelten, in dem ich die kleine und später auch die ältere Kya begleitete. Autorin Delia Owens schreibt unglaublich stimmungsvoll und konnte mich absolut an die Geschichte und deren Protagonistin binden.
Erzählt wird das Buch in zwei Erzählsträngen, einmal aus dem Jahr 1969 und einmal beginnend im Jahr 1952. Beim letzteren Erzählstrang begleiten wir das Mädchen Kya dabei, wie sie es schafft, erwachsen zu werden und das ganz allein. Im zweiten Strang geht es um den Fall des zu Tode gestürzten Footballers und wie schnell man, dank vieler Vorurteile, in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit und der daraus resultierenden Schuldzuweisung, rücken kann.
Die Geschichte selber hat mehr leise Töne, dabei wird sie aber niemals langweilig. Ganz im Gegenteil, denn mit Kya gemeinsam, erlebte ich eine Achterbahn der Gefühle. Ich spürte die Hoffnung des kleinen Mädchens, dass sie jemanden findet, der sie liebt, fühlte die Einsamkeit, die Angst vor den anderen und vieles mehr. Ich kann kaum beschreiben, wie sehr mich dieses kleine Mädchen mit seinem unglaublichen Mut und Kampfeswillen in seinen Bann zog. Selten habe ich eine tapferere Protagonistin erlebt, wie Kya. Kaum vorstellbar, dass man ein so kleines Geschöpf allein lassen kann.
Neben Kya gibt es einige weitere Personen, bei denen mir vor allem Jumpin’ und dessen Frau Mabel unheimlich gut gefallen hat. Diese beiden Personen, die selber auf Grund ihrer Hautfarbe mit Vorurteilen zu kämpfen haben, sind die einzigen, die das kleine Mädchen unterstützen und zu ihr halten. Später kommt noch der ehemalige Freund Jodies, Kyas Bruder, hinzu, zu dem Kya eine ganz besondere Beziehung aufbaut. Doch ob sie hier endlich das bekommt, was sie verdient, möchte ich euch nicht verraten.
Mein Fazit
Ein bildgewaltiges Buch, das zwar ruhig daher kommt, aber dafür unheimlich viel Tiefe hat. Ich habe selten mit einer Protagonistin so mitgefühlt, wie mit der kleinen Kya. Delia Owens zeigt hier sehr deutlich, wie Menschen voller Vorurteile mit dem Finger auf andere zeigen, selbst wenn es sich dabei um ein kleines Mädchen handelt. Kya hat mich mit ihrer Stärke und ihrem unglaublichen Mut und Überlebenswillen absolut gefesselt. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz, den ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Tolles Kinder-/Jugendbuch

Die Unausstehlichen & ich (Band 1) - Das Leben ist ein Rechenfehler
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Die elfjährige Enni scheint endlich angekommen zu sein, denn bei ihren neuen Pflegeeltern und deren Sohn Noah fühlt sie sich endlich wohl. Doch dann kommt alles ganz anders, als die Familie fortzieht und ...

Die elfjährige Enni scheint endlich angekommen zu sein, denn bei ihren neuen Pflegeeltern und deren Sohn Noah fühlt sie sich endlich wohl. Doch dann kommt alles ganz anders, als die Familie fortzieht und Enni, die ständig in Schwierigkeiten gerät, in ein Internat kommt. Saaks, das Internat, liegt fernab von allem, denn es befindet sich mitten in den Bergen und ist nur durch eine Gondel zu erreichen. Enni hat aber einen Plan, sie will abhauen und ihren Bruder finden. Doch das klappt nicht allein und sie braucht dafür die Hilfe der anderen Schüler und auch diese haben etwas geplant, wofür sie Ennis Hilfe brauchen.
Meine Meinung
Ein ansprechendes Cover und ein wirklich toller Klappentext brachten mich dazu, dieses Kinderbuch für meine Tochter ins Auge zu fassen. Ganz besonders gut gefallen haben uns hier auch die gelungenen Illustrationen, die die Figuren der Geschichte einfach perfekt einfangen und das schon im Kopf entstandene Bild noch einmal mit hervorheben.
Die Geschichte selber ist ein wenig ungewöhnlich erzählt, denn zwar ist Protagonistin Enni hier die Erzählerin des Geschehens, wendet sich aber beim Erzählen an einen Psychiater, den sie auch ab und an direkt anspricht. Das wurde vor allem für meine Tochter zu Beginn noch ein wenig schwierig, da sie nicht immer einordnen konnte, mit wem Enni da sprach. Doch je weiter das Buch fortschritt, desto mehr wurden wir von der Geschichte eingefangen. Neben dem eher ungewöhnlichen Stil ist übrigend auch noch eine weitere Besonderheit des Buches hervorzuheben, denn Enni ist eine temperamentvolle Persönlichkeit, die schonmal sehr gerne flucht. Doch diese Schmipftirade sind hier als Gedankenstriche zu finden und es hat wirklich Spaß gemacht, sich immer wieder auszudenken, mit welchen Worten Enni um sich wirft.
Die Geschichte selber hat nachdenklich gestimmt. Noch erfährt man nicht alles über Enni und schon gar nicht um das geheimnisvolle Internat und dessen Bewohner. Vanessa Walder hat also noch jede Menge spannender Punkte für weitere Bände zurückbehalten. Hier ist es aber ein toller Einstieg, bei dem man Enni schon sehr gut kennenlernen darf und dabei miterlebt, wie sie selbst lernen muss, dass nicht alle ihr etwas böses wollen. Es geht um Freundschaften finden und vor allem bilden, um Vertrauen und um vieles, was noch im Verborgenen bleibt.
Die Charaktere der Geschichte, allen voran natürlich Protagonistin Enni sind wirklich ganz hervorragend gezeichnet. Und das sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch im geschriebenen Wort. Enni ist mehr als temperamentvoll und wenn sie wütend wird, sieht sie rot. Man merkt schon beim Lesen, wie schnell sie sich provozieren lässt, doch ganz genau warum, was dafür die Ursache ist, erfährt man noch nicht. Doch irgendwie hat mich Enni ganz besonders berührt und ich wollte dieses toughe und nach aussen so knallharte Mädchen beschützen. Neben Enni gibt es eine Menge weiterer, sehr spannender Charaktere, die, jeder für sich, etwas besonderes an sich hat. Seien es körperlich oder einfach von ihrer Art her, hier ist keiner so, wie er auf dem ersten Blick scheint. Genau das muss auch Enni lernen und mir haben hier so manche Szenen richtig gut gefallen.
Mein Fazit
Ein gelungener, wenn auch vom Stil her eher ungewöhnlicher Einstieg in eine neue Kinderbuchreihe. Das Buch liest sich vom ersten Moment an spannend und lässt vor allem die jüngeren Leser über das Gelesene nachdenken. So manches mal haben wir laut gelacht oder richtig mitgefiebert und Protagonistin Enni ist uns schnell ans Herz gewachsen. Wir sind gespannt auf weitere Geschichten rund um Enni und die Unausstehlichen deren Life einfach Saaks.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Sehr interessant

Space Girls
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Köln, kurz vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs. Gegen den Willen ihrer Eltern führt die achtzehnjährige Martha ihre Beziehung zu Paul und wird schwanger. Als die Kleine zur Welt kommt, wird für Martha ...

Köln, kurz vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs. Gegen den Willen ihrer Eltern führt die achtzehnjährige Martha ihre Beziehung zu Paul und wird schwanger. Als die Kleine zur Welt kommt, wird für Martha klar, dass die Kleine einfach alles ist: ihr kleines Junimädchen. Paul verlässt Martha, doch als diese zu ihren Eltern zurückkehren will, sind sie fort. Über Frankreich kommt Martha gemeinsam mit Juni nach Amerika, New Orleans. Juni ist ein lebendiges und aufgewecktes Kind, dem schnell klar ist, was sie einst aus ihrem Leben machen möchte. Sie will Pilotin werden und sogar noch ein wenig höher: sie will zu den Sternen fliegen. Als Juni Jahre später zum Astronautentraining zugelassen wird, scheint ihr Traum in greifbarer Nähe. Doch trotz all der schweren Tests, die Juni mit Bravour meistert, werden für die Reise ins All nur Männer zugelassen. Doch Juni gibt nicht auf und beginnt für ihre Träume zu kämpfen.
Meine Meinung
Space Girls ist ein Buch, das ich auf den ersten Blick wahrscheinlich gar nicht in die Hand genommen hätte, doch der Klappentext klang wirklich richtig spannend und ich bin froh, doch zu diesem Buch gegriffen zu haben.
Die Geschichte der Space Girls basiert auf einer wahren Geschichte, was mich das Buch noch um einiges aufmerksamer lesen ließ, denn hier geht es auch unter anderem um das Frauenrecht zu einer Zeit, in der es noch selbstverständlich war, dass Frauen zu Hause Heimchen am Herd waren.
Zwar ist die Geschichte rund um Juni und deren Leben fiktiv, doch die dreizehn Mercury Pilotinnen und die Tests gab es damals wirklich. Mit einem sehr lebendigen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt, entführt uns die Autorin in diese vergangenen Zeiten, in denen sich die Frauen immer beweisen mussten. Ungerecht daran war, dass sie trotz allem Erfolg bei den Tests letzten Endes nicht mit ins Weltall reisen durften. So manches Mal hätte ich auf Grund dieser Unfairness schreien wollen, zumal ich ja wusste, dass dieses real ist.
Aber auch der fiktive Part, die Geschichte rund um Juni, wie sie aufwächst und wie sie lebt, bringt spannende Unterhaltung. Von der Flucht aus Deutschland nach Frankreich bis letzlich in die USA und auch dort gibt es immer wieder spannende Momente.
Erzählt wird die Geschichte von einem Erzähler in dritter Person, der immer wieder die Perspektive wechselt. Mal sind wir bei Juni und deren Familie, mal bekommen wir erzählt, was z. B. mit Junis Großvater geschah und auch Einblicke in das Leben von Wernher von Braun.
Was mir ganz besonders gefallen hat, sind die unterschiedlichen Personen der Geschichte und deren Darstellung. Nicht nur Juni ist eine Kämpferin, denn ihre Mutter Martha ist eine ebenso bewundernswerte Frau, die ihre Tochter stets unterstützt und ihr beibringt, wie wichtig es ist, an seine Träume zu glauben. Diese beiden Frauen, die es in ihrer Zeit alles andere als leicht hatten, bekommen eine gelungene Darstellung und wirkten so real, als hätte es sie wirklich gegeben. Aber auch die Nebencharaktere sind gelungen und glaubwürdig, seien es die Personen aus Köln mit ihrem Kölner Dialekt, die mich schmunzeln ließen oder ein Wernher von Braun. Alle wirkten absolut glaubwürdig und auch wenn ich nicht beurteilen kann, ob die Charakterisierung des Raketeningenieurs so realistisch ist, fand ich dessen Zeichnung doch sehr spannend.
Mein Fazit
Ein gelungenes Buch, das mir sehr gut gefallen hat und das ich sehr gerne gelesen habe. Wer sich durch die Worte Raumfahrt abschrecken lässt, der sollte trotzde unbesorgt sein, denn das Buch ist soviel mehr. Es gibt ein klares Bild der damaligen Zeit und mit den Figuren der Juni und der Martha finden sich hier zwei starke Frauen, die zeigen, dass es sich, trotz Rückschlägen, lohnt, immer an sich und seine Träume zu glauben. Sehr lesenswerter Roman mit wahrem Hintergrund!

Veröffentlicht am 16.07.2019

Wie immer spannende Unterhaltung

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Bei einer Radfahrt durch den kleinen Ort Altbruck stösst Ella auf einen gruseligen Fund: zwei Schädel und wenige weitere Knochen. Schnell wird neben der Polizei auch die Presse aufmerksam und Kommissarin ...

Bei einer Radfahrt durch den kleinen Ort Altbruck stösst Ella auf einen gruseligen Fund: zwei Schädel und wenige weitere Knochen. Schnell wird neben der Polizei auch die Presse aufmerksam und Kommissarin Gina Angelucci wird mehr als neugierig. Kurzerhand beginnt sie, zunächst gegen den Willen des Chefs, zu recherchieren, was es mit den Knochenfunden auf sich hat. Gar nicht so leicht, denn laut Gerichtsmedizin lagen die Gebeine ca. siebzig Jahre in der Erde. Doch Gina ist hartnäckig und stösst bei ihren Ermittlungen auf Geheimnisse des kleinen Ortes, in dem im zweiten Weltkrieg eine Firma ansässig war, in der Zwangsarbeiterinnen ihren Dienst vollbrachten. Ist eine der Leichen eine von ihnen? Bei all den spannenden Ermittlungen merkt Gina dabei gar nicht, dass auch sie persönlich ins Visier genommen wird und es jemand auf sie und ihre Familie abgesehen hat.
Meine Meinung
Die Kriminalromane aus der Feder von Inge Löhnig sind für mich immer ein Garant für spannende Geschichten und mit Unbarmherzig erschien nun der zweite Fall für Gina Angelucci, Tino Dühnforts Frau.
Diese ist nach der Geburt ihrer Tochter frisch zurück im Präsidium, während Tino seine Elternzeit antritt. Schnell wird es auch in diesem neuen Fall für Angelucci spannend, denn Autorin Inge Löhnig führt den Leser in ein kleines, bayrisches Dorf, in dem nicht alles so Friede, Freude, Eierkuchen ist, wie es auf dem ersten Blick scheint.
Wie immer, liest sich auch dieser Krimi wieder leicht und flüssig und schnell taucht man ab in eine Geschichte voller Geheimnisse und eines Familienstreits, der seit vielen Jahrzehnten bereits andauert.
Fast von Beginn an ist es spannend und immer wieder gibt es auch hier kleinere Einblicke in die Vergangenheit, denn Angelucci arbeitet für die Abteilung der Cold Cases. Der neue Fall für die Ermittlerin führt allerdings so weit in die Vergangenheit, dass es fraglich ist, diesen noch klären zu können. Doch tatsächlich gibt es noch einige Zeitzeugen und hier hat so mancher etwas zu verbergen. Als Leser darf man hier auf jeden Fall wieder selbst mit Theorien aufstellen und rätseln und der Fall sorgt für gelungene Unterhaltung.
Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei bekommt man als Leser nicht nur die Ermittlungen präsentiert, sondern erlebt auch ein wenig aus dem Privatleben Angeluccis und Dühnforts. Dieses bleibt aber soweit am Rande, dass auch ein Serieneinsteiger keine inhaltlichen Probleme bekommen wird. Alles in allem sorgen die unterschiedlichen Blickwinkel und Ebenen für interessante Wendungen und so manch einer Überraschung.
Mit den Ermittlern Angelucci und Dühnfort hat Inge Löhnig zwei tolle Charaktere ins Leben gerufen, die mir mittlerweile ans Herz gewachsen sind. Beide sind bodenständig und nicht die klischeebehafteten Ermittler voller Probleme, was sie einfach authentisch macht. Mir ist es jedes Mal eine Freude, ihren Ermittlungen beizuwohnen. In diesem Buch steht Tinos Frau Gina Angelucci wieder deutlich im Mittelpunkt und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen.
Auch die Nebencharaktere, die für den Fall interessant werden, bieten eine gelungene Bandbreite an unterschiedlichsten Eigenschaften. Auch sie wirken dadurch lebendig und real. Inge Löhnig versteht es wieder einmal hervorragend, glaubwürdige Charaktere zu zeichnen.
Mein Fazit
Wie immer gelingt es Inge Löhnig mich mit einem ihrer Kriminalroman hervorragend zu unterhalten. Das Buch bietet spannende Lesestunden und liest sich leicht und flüssig. Immer wieder gibt es kleinere Überraschungen, die die Spannung aufrecht halten und der Fall selber wirkt glaubwürdig. Wer die Krimis der Autorin noch nicht kennen sollte, sollte einfach mal hineinlesen, denn sie sind absolut lesenswert und bisher wurde ich noch nie enttäuscht.