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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2019

Bezaubernd

An Nachteule von Sternhai
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Bett und Avery lernen sich per Mail kennen, weil ihre beiden schwulen alleinerziehenden Väter sich gefunden haben und möchten, dass die Mädchen sich unauffällig in einem Feriencamp kennenlernen sollen. ...

Bett und Avery lernen sich per Mail kennen, weil ihre beiden schwulen alleinerziehenden Väter sich gefunden haben und möchten, dass die Mädchen sich unauffällig in einem Feriencamp kennenlernen sollen. Doch Bett und Avery finden diese Idee gar nicht gut und beschließen, sich nicht darauf einzulassen. Dabei lernen sie sich in ihrem Austausch von Mails nach und nach immer besser kennen…

Welch eine bezaubernde Geschichte aus diesem Anfang entstanden ist! Nur durch die Mail- und Briefbeiträge der Beteiligten erfährt der Leser die Geschichte, die durch diese Entscheidung der Väter in Gang gesetzt wird. Erfrischend ist dabei, wie selbstverständlich der Familienentwurf dieser beiden Väter als Vorlage genommen wird und dabei eine Lanze für viel Toleranz in unserer Gesellschaft bricht. Überhaupt sind die Personen recht einzigartig gelungen, das lockert die Geschichte mit viel Humor auf.

Die beiden Mädchen, so völlig unterschiedlich in ihrem Temperament und in ihren Vorlieben, schildern dabei ihre Eindrücke aus der Sicht ihrer zwölf Jahre, was die Geschichte völlig authentisch wirken lässt. Aber auch andere Familienmitglieder dürfen zu Wort kommen, und aus diesen verschiedenen Sichtweisen kann sich der Leser die Geschichte herauslesen. Dabei greifen die beiden Autorinnen Holly Goldberg Sloan und Meg Wolitzer in die Vollen und bauen einige unerwartete Wendungen in die Erzählung ein, so dass der Leser gerne die Nase im Buch behält.

Diese völlig bezaubernde Geschichte hat mich schon auf den ersten Seiten überzeugt, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle, und ich vergebe eindeutige 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Brot backen leicht gemacht

Brot backen mit Christina
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Brotbacken ist mit einem besonderen Duft verbunden – wer liebt ihn nicht, wenn er durch das Haus zieht und verkündet: Es gibt frisches Brot! Wer sein Brot selbst backt, kann bestimmen, welche Zutaten hineinkommen ...

Brotbacken ist mit einem besonderen Duft verbunden – wer liebt ihn nicht, wenn er durch das Haus zieht und verkündet: Es gibt frisches Brot! Wer sein Brot selbst backt, kann bestimmen, welche Zutaten hineinkommen sollen.

Die Autorin Christina Bauer hat 50 Rezepte für jeden Alltag und jeden Geschmack zusammengestellt. So werden neben den Grundlagen des Brotbackens auch verschiedene Arten von Rezepten vorgestellt und geben eine gute Anleitung dazu, selbst tätig zu werden. Da ich mich seit einigen Jahren immer wieder am Brotbacken versuche, mit wechselnden Erfolgen, war ich schnell mit eigenen Versuchen zugange. Selbst wenn ich bei manchen der Rezepte zunächst skeptisch war (superweicher Teig, ob das was werden kann?), konnte ich jedesmal ein vorzeigbares Exemplar präsentieren. Und sogar beim Vollkornbrot, das meine Kinder nicht so gern mögen, durfte ich hören: „Mama, das schmeckt ja!!!“ Die Bilder zu den Rezepten sind sehr ansprechend fotografiert, überhaupt macht dieses Buch Lust, die Rezepte von vorne bis hinten und wieder zurück und ganz durcheinander auszuprobieren. Ich bin mir sicher, es wird gelingen!

Sehr gerne empfehle ich dieses Buch allen weiter, die sich daran versuchen möchten, mit oder ohne Vorkenntnisse, jeder wird bei diesen Rezepten etwas für sich finden. Eindeutige 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 09.07.2019

Einblicke in Jasmijns Welt

Mein Leben als Sonntagskind
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Jasmijn ist ein bisschen anders als die anderen Kinder. Eine Flut von Eindrücken stürmt auf sie zu, doch sie kann sie nicht kanalisieren oder teilweise ausblenden. Das zeigt sich zum ersten Mal in der ...

Jasmijn ist ein bisschen anders als die anderen Kinder. Eine Flut von Eindrücken stürmt auf sie zu, doch sie kann sie nicht kanalisieren oder teilweise ausblenden. Das zeigt sich zum ersten Mal in der Vorschule, als sie sich plötzlich getrennt von ihrer Hündin Senta und ihrer Mutter in einer Gruppe mit anderen Kindern und Erwachsenen zurechtfinden soll. Das geht durch ihre gesamte Schullaufbahn bis hin zum Versuch, den Führerschein zu machen. Bis sie von der Diagnose Autismus hört.

Die Autorin Judith Visser leidet selbst am Asperger-Syndrom, und so gelingt ihr die Geschichte über ihre Protagonistin Jasmijn Vink sehr überzeugend. Sie nimmt den Leser mit in Jasmijns Welt, die doch so gar nicht anders erscheint als die unsere und doch in manchen Einzelheiten völlig anders ist. Während Jasmijn als hochnäsig bezeichnet wird, weil niemand ihre Eigenheiten einordnen kann, erkennt der Leser schnell, dass dies die Symptome des Asperger-Syndroms sind, die dem Kind und später der jungen Erwachsenen die uneingeschränkte Teilnahme am öffentlichen Leben erschweren. Durch ihre einfühlsame Erzählweise schafft es die Autorin, Verständnis sowohl für Jasmijn wie auch für deren Umwelt zu zeigen, und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Aus dem Sichtwinkel der Protaginistin erzählt, entsteht so eine Geschichte, die nicht nur die Geschehnisse aus Jasmijns Leben wiedergibt, sondern auch ihre ganz eigenen Gedanken, als wäre es ein Tagebuch, nur für sich selbst geschrieben. Genau das lässt manche Wiederholung entstehen und wirkt streckenweise etwas langatmig, andererseits ist die Erzählung dadurch besonders authentisch.

Mit Jasmijns Geschichte ist eine sehr beeindruckende Erzählung entstanden, die noch sehr lange nachhallt und für das Thema Autismus sensibilisiert. Ich empfehle sie gerne weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 03.07.2019

Erfrischend anders

Weiße Fracht
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In Fuseta werden kurz nacheinander zwei Leichen gefunden. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Toten? Oder eher Verbindungen zu zwei Morden in Spanien? Und während die Hitze brütend über Fuseta ...

In Fuseta werden kurz nacheinander zwei Leichen gefunden. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Toten? Oder eher Verbindungen zu zwei Morden in Spanien? Und während die Hitze brütend über Fuseta liegt, schwebt die bevorstehende Rückkehr Losts nach Deutschland an.

Mit der verblüffenden Figur des Kriminalers mit Asperger-Syndrom, der nicht lügen kann, aber erkennen kann, wenn jemand anders lügt, mit seinem fotografischen Gedächtnis und seiner Gabe, auch die verstecktesten Hinweise miteinander in Verbindung zu bringen, hat der Autor Gil Ribeiro (Holger Karsten Schmidt) einen einzigartigen Protagonisten erfunden. Losts Versetzung von Deutschland nach Fuseta, ein Austausch für ein Jahr, hat ihm einen festen Platz im portugiesischen Team beschert, denn die Kollegen haben seinen besonderen Blick schätzen gelernt und können mit seinen kleinen Eigenheiten gut umgehen. Der Leser kann so getrost den Fall mit Losts Augen betrachten und mit ihm zusammen Details entdecken, die seinen Kollegen entgehen. Das sorgt immer wieder für heitere Situationen, wobei die Sympathie immer beim gesamten Fuseta-Team bleibt. Auch schimmert immer wieder die Liebe des Autors zur portugiesischen Lebensart und zur Landschaft der Algarve hindurch. Da passt es gut, dass auch der Kriminalfall gut ausgeklügelt geschrieben ist.

Wie die beiden Vorgänger konnte auch dieses Buch mich schnell in seinen Bann ziehen. Die Geschichte ist spannend geschrieben, die Eigenheiten Losts wie auch seiner portugiesischen Kollegen bringen eine erfrischend andere Perspektive in die Erzählung. Für einen besonderen Genuss empfehle ich, die Reihe in chronologischer Reihenfolge zu lesen, doch da jeder Band in sich abgeschlossen ist, kann man jederzeit in die Geschichte einsteigen. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, ja überhaupt die gesamte Reihe. Ob es wohl noch eine Fortsetzung mit diesem Team gibt? Wünschenswert ist das allemal!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Geschichtentreihe mit Suchtfaktor

Das kleine Stallgespenst - Trubel im Reitstall
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Das kleine Stallgespenst wohnt auf dem Heuboden eines Reithofes. Es möchte der Reitschülerin Leni eine große Freude machen, denn die beiden sind dicke Freunde geworden. Dafür lernt es, Gewichte zu tragen. ...

Das kleine Stallgespenst wohnt auf dem Heuboden eines Reithofes. Es möchte der Reitschülerin Leni eine große Freude machen, denn die beiden sind dicke Freunde geworden. Dafür lernt es, Gewichte zu tragen. Wie gut das ist, zeigt sich dann bald!

Diese spannende Geschichte über ein kleines Stallgespenst vereint gleich zwei Genres des Kinderbuchs miteinander: Es ist ein Pferdebuch mit Fantasy-Hintergrund. Die Gestaltung ist auf Erstleser abgestimmt, die wunderschönen Illustrationen ergänzen den Text und lockern das Lesen auf. Die große Schrift ist gut lesbar, der Text gut verteilt auf die Seiten. Die Geschichte selbst ist Teil einer Reihe um das kleine Stallgespenst und seine Freundin Leni, ist aber in sich abgeschlossen und kann gut allein gelesen werden. Die Erzählung ist spannend aufgebaut und zeigt auf, wie wichtig Freundschaften untereinander sind.

Suchtfaktor für die kleinsten Leser! Diese liebevoll gestaltete Geschichte macht Lust, noch mehr über das kleine Stallgespenst zu erfahren. Unbedingt empfehlenswert!