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Veröffentlicht am 09.08.2019

Der Traum von Freiheit in der Neuen Welt – nach einer wahren Geschichte

Träume von Freiheit - Flammen am Meer
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Sehr gern lese ich Schicksalsromane, und wenn dabei eine wahre Geschichte bzw. reale Personen als Inspiration dienten, ist es für mich umso interessanter. Die besten Geschichten schreibt halt immer noch ...

Sehr gern lese ich Schicksalsromane, und wenn dabei eine wahre Geschichte bzw. reale Personen als Inspiration dienten, ist es für mich umso interessanter. Die besten Geschichten schreibt halt immer noch das Leben!
Als Cecilias Mann William mit einem geplanten Versicherungsbetrug im Hafen von Bremerhaven eine gewaltige Explosion auslöst, kommt ein Großteil Johannes Familie ums Leben. Beide Frauen kämpfen seitdem um ihr Überleben bzw. der Rückkehr in den Alltag und suchen ihr Glück in Amerika – hier treffen beide aufeinander….
Ich bin sofort gut in die Geschichte hineingekommen. Vor allem die Charaktere und das Wesen der beiden Frauen ist sehr gut gezeichnet. So unterschiedlich wie ihre aktuelle Lebenslage ist, kann ich mich trotzdem in beide gut hineinversetzen. Beide durchleben sehr schwere Zeiten und kämpfen sich mühsam ins Leben zurück. Dabei muss Cecilia als Frau eines Massenmörders und alleinerziehende Mutter von vier kleinen Kindern viele (finanzielle) Rückschläge verkraften. Es ist sehr traurig, dass sie auch noch auf Hochstapler, die sie für Freunde bzw. Vertraute hält, reinfällt. Dreist ist natürlich dann die Reaktion derer, die den Spieß umzudrehen und Cecilia das Leben zusätzlich zu erschweren.
Johanne wiederrum leidet sehr unter dem Verlust ihrer Familie und geliebten Mannes sowie ihrer Behinderung. Einzig ihre Tochter Elsie scheint sie noch am Leben zu erhalten. Ebenfalls ist sie vielen unsinnigen (neidischen) Verdächtigungen ausgesetzt, das Spenden nach der Katastrophe das „große Geld“ bekommen zu haben. Als könnte Geld den/die geliebten Menschen ersetzen.
Das Aufeinandertreffen beider Frauen in Amerika ist sehr gelungen gestaltet. Beide lernen sich ohne Vorurteile als sympathische junge Frauen kennen. Diese Unvoreingenommenheit scheint einen Neuanfang für beide zu ermöglichen. Obwohl beide ahnen bzw. Vermutungen als zu absurd abtun, wer die andere sein könnte, überwiegt der positive Eindruck – bis sie sich erkennen und ihre angestaute Wut, Verbitterung und Gefühle aus Johanne ausbrechen….
Das Buch endet – für mich – mit einem sehr stimmigen Ende – alles andere wäre zu unrealistisch gewesen.
Sehr interessant ist ebenfalls der Anhang mit einer Liste realer bzw. fiktiver Personen, welche die Handlung dieses Buches prägen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann es nur weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 06.08.2019

Damit niemals vergessen wird….

Vom Flüchten
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Aus Kindersicht schildert die13jährige Janne ihr Erleben von Vertreibung, Flucht und Neuanfang in ihrer Familie.
Trotz allem Schlimmen, was die Familie erfahren musste, klingt in den ersten Kapiteln etwas ...

Aus Kindersicht schildert die13jährige Janne ihr Erleben von Vertreibung, Flucht und Neuanfang in ihrer Familie.
Trotz allem Schlimmen, was die Familie erfahren musste, klingt in den ersten Kapiteln etwas Alltag durch. Man hat sich mit der neuen Situation arrangiert und versucht das Beste daraus zu machen.
Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm – es folgen Raub und Schändung. Aus Jannes Aussage „Ich war in der Feuernacht plötzlich erwachsen geworden.“ – spricht die Last einer ganzen Generation. Die Rollen wurden quasi verkehrt und die Kinder mussten für ihre Eltern bzw. jüngeren Geschwister da sein. Sie konnten ihr eigenes Erleben nur Verdrängen und mussten funktionierten. Während Jannes Mutter daran zerbricht, schaffen es ihre Tanten nach Vorn zu schauen, damit die anderen mitzuziehen bzw. zur liebenswerten Stütze der Kinder zu werden und somit einen Neuanfang in einem anderen Land zu wagen.
Das Buch fesselte mich sofort. Weil vieles nur angedeutet, umschrieben bzw. aus Sicht Jannes geschildert wird, wirkt es sehr authentisch und berührt mich sehr.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 06.08.2019

Möge die Erde leicht auf ihnen ruhen…

Ein Lied von Liebe und Verrat
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Von diesem Buch war ich von Beginn an von Handlung und vor allem dem Schreibstil begeistert. Die Niederschrift in Form eines Kassettenmitschnittes zu lesen ist für mich sehr spannend. Die Informationen ...

Von diesem Buch war ich von Beginn an von Handlung und vor allem dem Schreibstil begeistert. Die Niederschrift in Form eines Kassettenmitschnittes zu lesen ist für mich sehr spannend. Die Informationen die man bereits auf den ersten Seiten bekommen konnte, sind sehr erschütternd Dabei finde ich die zeitweiligen Unterbrechungen z.B. beim Kassettenwechsel bzw. das Abschweifen in der Erzählung vom eigentlichen Thema gar nicht schlimm. Im Gegenteil, dadurch wirkt das Ganze für mich sehr authentisch. Allerdings habe ich auch bereits Erfahrung mit dem Hören bzw. Lesen solcher Lebenserinnerungen, so dass es für Leser die damit zum ersten Mal konfrontiert werden eventuell befremdlich und schwieriger sein könnte.
Angesiedelt im Griechenland beginnend in den letzten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges besticht dieses Buch vor allem auch durch die Schilderungen des Lebens der Menschen im Dorf. Ihre Wünsche und Träume sowie der Kampf ums Überleben in den unruhigen schweren Zeiten.
Drei junge Menschen, Aliki, Takis und Stelios, fast noch Kinder, sind mehr oder weniger durch ihre Lebensumstände aneinandergebunden: durch ein Versprechen (was Aliki Takis Mutter gab) und durch die Liebe (zwischen Stelios und Aliki sowie der unerwiderten Liebe Takis zu Aliki). Und über allem steht der Verrat, der u.a. Stelios Mutter das Leben kostete. Aliki steht zwischen der aufkeimenden Liebe zu Stelios, als auch der sich selbst auferlegten Pflicht zur Fürsorge um Takis.
Ich mag diesen Erzählstil, in dem die Gegenwart wie in einem Guss in die Vergangenheit hinübergleitet. Dies ist sehr gelungen - kein Bruch stört den Lesefluss. Gut gesetzt sind die Cliffhanger am Ende einer Kassettenseite, obwohl die Schilderungen für mich an keiner Stelle langatmig waren.
Das Ende war für mich doch überraschend, aber sehr stimmig. Es ist ein Buch der leisen Töne, welches jedoch sehr eindringlich die schlimmen Folgen von Neid, Verrat und falschen Verdächtigungen schildert.
Absolut lesenswert!!!

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  • Erzählstil
  • Figuren
  • Thema
Veröffentlicht am 24.07.2019

Blick in die Abgründe der Menschen...

Die ewigen Toten
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Als Hunter-Fan das neue Buch sehnsüchtig erwartet, habe ich „Die ewigen Toten“ an zwei Tagen durchlesen. So spannend und fesselnd geschrieben, konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen.
In einem ...

Als Hunter-Fan das neue Buch sehnsüchtig erwartet, habe ich „Die ewigen Toten“ an zwei Tagen durchlesen. So spannend und fesselnd geschrieben, konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen.
In einem zum Abriss stehenden alten Krankenhaus wird die mumifizierte Leiche einer jungen, schwangeren Frau entdeckt. Bei den Bergungsarbeiten bricht der forensische Rechtsmediziner Conrad durch die Decke in ein darunterliegendes Zimmer – in dem zwei weitere Tote, ans Bett gefesselt, liegen. Doch findet sich zu diesem Raum einfach kein Zugang…
Neben den bewährten gut dargelegten forensischen Informationen, besticht das Buch durch den flüssigen Schreibstil und die gut durchdachte Handlung. Eine Vielzahl Nebenschauplätze erschwert dabei die Ermittlungen und sorgt immer wieder für überraschende Wendungen, was für den Leser immer wieder für neue Spannung sorgt.
David Hunter ist es mit diesem Buch wieder einmal gelungen, die Abgründe der menschlichen Psyche darzulegen und daraus resultierende Handlungen verständlich aufzuzeichnen, so das am Ende für mich keine Fragen offenblieben.
Für „Die ewigen Toten“ gibt es von mir dafür eine klare Lesempfehlung!

Veröffentlicht am 20.07.2019

Spannender und gelungener Thriller um ein altes Trauma

Der Blütenjäger: Thriller
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Eine junge Frau wird tot aufgefunden – neben ihr ein aktuelles Foto und eine Blüte. Alles deutet darauf hin, dass diese Frau auserwählt und auch nicht zufällig erschossen, sondern das sie vor dem Erschießen ...

Eine junge Frau wird tot aufgefunden – neben ihr ein aktuelles Foto und eine Blüte. Alles deutet darauf hin, dass diese Frau auserwählt und auch nicht zufällig erschossen, sondern das sie vor dem Erschießen gezielt durch den Wald gehetzt wurde. Und es bleibt nicht bei dem einem Opfer. Das Vorgehen und die Auffinde-Situation ist ähnlich – nur die Blüte ändert sich…
Catherine Shepard ist es auch mit dem 4. Band der Reihe um die Ermittlerin Laura Kern gelungen, einen weiteren fesselnden und spannenden Thriller mit – für mich - doch überraschendem Ende zu schreiben.
Auf zwei verschiedenen Zeitebenen ist die Handlung gesplittet, welche sich in einem gelungenen Ende findet, so das keine Fragen offenbleiben.
In der Rückblende berichtet ein kleiner Junge, der den Tod seiner jüngeren Schwester erleben musste, dadurch traumatisiert wurde und als Täter gilt. In der Gegenwart wird das Geschehen aus Sicht der Ermittlerin sowie der Opfer geschildert. Sehr berührt hat mich dabei die vorausschauende Überlegung der Opfer in ihrem Verlies, durch Austausch von persönlichen Gegenständen, einen – bei richtiger Deutung – möglichen Hinweis zu übermitteln.
Da sich das Buch sehr flüssig liest, hatte es in wenigen Tagen durchgelesen. Mehr braucht man dazu eigentlich auch gar nicht zu schreiben: von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!