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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2018

viele hilfreiche Denkanstöße, teilweise übertrieben

Wiedersehen im Café am Rande der Welt
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Fortsetzung zu "Das Café am Rande der Welt".

John hat sein Leben als gestresster Geschäftsmann über den Haufen geworfen und sich ein System ausgedacht, wie er die Welt bereisen und sich das auch leisten ...

Fortsetzung zu "Das Café am Rande der Welt".

John hat sein Leben als gestresster Geschäftsmann über den Haufen geworfen und sich ein System ausgedacht, wie er die Welt bereisen und sich das auch leisten kann.
Auf Hawaii erscheint am Ende einer Straße plötzlich von Neuem das Café, das sein Leben verändert hat.
Diesmal ist es aber er, der einem Gast im Café weiterhelfen soll - und auch John feilt weiter an seiner Art ein glückliches Leben zu führen...

Alle Bücher, die sich mit dem Sinn des Lebens befassen, sind meiner Meinung nach extrem subjektiv, sie sind bei weitem nicht für jeden geeignet. Das gilt auch für die Erzählungen von John Strelecky, bei denen sich der ein oder andere Leser wohl seufzend an den Kopf greift.
Mir persönlich hat Band 1 besser gefallen, aber ich habe auch in Band 2 mehrere, schöne Denkanstöße bekommen. Als Leser sollte man sich voll und ganz darauf einlassen können, sonst wirds mit der Lektüre wohl schwierig. Außerdem wird sich nicht jeder Leser, von jedem Ansatz angesprochen fühlen, ich finde jeder sollte einfach rausholen was er/sie kann. Wenns nur eine Kleinigkeit ist, die schlussendlich glücklicher macht, ist das ja schon sehr viel!
Unterm Strich, solide 4 Sterne, ab und zu - für mich zumindest - ziemlich over the top.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Leichte Romantik mit Fernweh Garantie!

Show me the Stars
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Liv hat ihr ganzes junges Leben lang auf das Ziel hingearbeitet Journalistin zu werden. Doch der Artikel, der ihr den Durchbruch verschaffen soll, fällt ins Wasser. Kein Job, keine Aussichten, keine Freunde. ...

Liv hat ihr ganzes junges Leben lang auf das Ziel hingearbeitet Journalistin zu werden. Doch der Artikel, der ihr den Durchbruch verschaffen soll, fällt ins Wasser. Kein Job, keine Aussichten, keine Freunde. Liv braucht eine Auszeit. Und genau da findet sie eine Stellenannonce: Housesitter für einen Leuchtturm in Irland gesucht, für 6 Monate. Die Gelegenheit um Gedanken und Zukunftspläne zu ordnen. Wäre da nicht Kjer, der junge Mann, der sie auf ihrer einsamen Insel mit Lebensmittellieferungen versorgt.
Eine schöne, leichte Liebesgeschichte, perfekt für den Sommer, auch wenn sie hauptsächlich im Winter spielt! Die Autorin beschreibt die Gegend in Irland so schön, dass ich quasi schon meinen nächsten Urlaub plane. Teilweise konnte ich mich sehr gut in Liv hineinleben, teilweise hab ich sie aber gar nicht verstanden. Das letzte Drittel war etwas zu schnell erzählt, manche Stellen waren mir zu kitschig. Alles in allem aber genau das, was ich mir von dem Roman erhofft habe: leichte Unterhaltung mit Romantik.

Veröffentlicht am 09.12.2018

süß, aber leider der bisher schwächste Band der Reihe!

Mein Herz gehört dir
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Colton Abbott ist der Einsiedler seiner Familie. Er kümmert sich auf dem Berg nahe des Ortes Butler in Vermont um die Produktion von Ahornsirup, die seine Familie im Green Mountain Store verkauft. Er hat ...

Colton Abbott ist der Einsiedler seiner Familie. Er kümmert sich auf dem Berg nahe des Ortes Butler in Vermont um die Produktion von Ahornsirup, die seine Familie im Green Mountain Store verkauft. Er hat keinen Strom, kein fließend Wasser und ist zufrieden damit.
Lucy Mulvaney ist Camerons beste Freundin – Cameron hat sich im ersten Teil in Coltons Bruder Will verliebt – und eigentlich durch und durch New Yorkerin. Eigentlich will sie nur eine oberflächliche Affäre mit Colton, alles andere ist zu kompliziert und lässt sich über die Distanz kaum machen. Deswegen haben sie die Sache auch geheim gehalten. Bis ihnen die Familie auf die Schliche kommt.


Leider der bisher schwächste Teil der Reihe – und das obwohl ich mich auf die Geschichte rund um Colton unglaublich gefreut habe.
Mein großes Problem an der Geschichte ist die Protagonistin. Lucy ist fast 30, leitet eine erfolgreiche PR Firma in New York City und hat das Selbstvertrauen einer 15-jährigen. Leider ist ihr Charakter überhaupt nicht rund ausgestaltet, dementsprechend schwierig war es für mich, einen Zugang zu ihr zu finden. Sie hat Colton teilweise auf ein Podest gestellt, sich derart schlechter gefühlt, sich untergeordnet und auch ihre Erfahrung passt mit ihrem Alter absolut nicht zusammen.
Sie war nicht unsympathisch, ganz und gar nicht, trotzdem hatte ich große Schwierigkeiten mit ihr und ich musste immer wieder die Augen verdrehen.
Colton ist mehrere Jahre jünger als Lucy aber eindeutig der Erwachsene in der Beziehung. Ganz so positiv wie er im ersten Teil beschrieben wurde, ist er in diesem Buch leider nicht mehr, aber grundsätzlich ein sympathischer, lustiger Charakter.

Die Geschichte rund um die beiden war wieder eine sehr klassische Liebesgeschichte, bei der man als Leser auf der ersten Seite schon erahnen kann, was auf der letzten passiert. Ein Wohlfühlbuch, bei dem man genau das bekommt, was man will, wenn man sich so ein Buch zulegt. Wobei dieses Buch es bei einer Länge von über 500 Seiten durchaus vertragen hätte, an der ein oder anderen Stelle zu kürzen. Manche Diskussionen haben sich etwas träge angefühlt – hauptsächlich weil Lucy nervig war.

Unterm Strich eine nette Liebesgeschichte wie jede andere. Wer solche Bücher gern liest, wird auf alle Fälle seine Freude daran haben. Ich war leider ein bisschen enttäuscht, nachdem die ersten zwei Teile so gut vorgelegt hatten. Aber ich werde mit der Reihe weitermachen – nicht gleich, aber bestimmt.

Veröffentlicht am 09.12.2018

spannend, verstörend und doch noch Luft nach oben!

Bösland
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Bösland – so nennt der 10-jährige Ben den Dachboden in seinem Elternhaus, wo ihn sein Vater regelmäßig hinbringt, um ihn zu verprügeln. Bis sein Vater sich das Leben nimmt.
Der Sohn findet ihn – und ab ...

Bösland – so nennt der 10-jährige Ben den Dachboden in seinem Elternhaus, wo ihn sein Vater regelmäßig hinbringt, um ihn zu verprügeln. Bis sein Vater sich das Leben nimmt.
Der Sohn findet ihn – und ab diesem Zeitpunkt wird das Bösland zu einem Treffpunkt für Ben und seinen besten Freund Kux.
Drei Jahre später kommt es zum allesverändernden Zwischenfall. Mathilda, eine Schulfreundin, in die Ben schwer verliebt ist, kommt zu den Buben ins Bösland. Wenig später wird sie in Bens Armen gefunden, blutüberströmt, tot.
Ben wird verhaftet und kommt in die Jugendpsychiatrie.
Erst 30 Jahre später zwingt ihn seine Psychologin sich mit dem auseinanderzusetzen, was passiert ist und Ben fährt zurück ins Bösland…

Interessant, psychologisch sehr heftig und doch bei weitem nicht Bernhard Aichners bestes Buch. Bösland fängt sehr ereignisreich an, über Teile plätschert die Handlung aber nur so vor sich hin. Das letzte Viertel hat es dann wieder in sich.
Recht schade ist, dass ein zentraler Polttwist schon nach wenigen Seiten klar ist. Das hätte sich vielleicht spannender gestalten lassen.
Die langsam voranschreitende Handlung kann Bernhard Aichner aber mit seinem Schreibstil und vor allem mit den psychologischen Spielerein ganz gut kompensieren. Generell sagt mir sein Schreibstil sehr zu – er schreibt knackig, teils im Schlagzeilenstil, kein Trara rundherum, was zu Thrillern auch nicht passen würde.

Protagonist Ben und auch sein bester Freund Kux sind rund gestaltet. Ben ist gezeichnet von dem, was er erlebt hat. Ein Leben als abgestempelter Mörder, in der Psychiatrie, immer überwacht. Als er in ein eigenständiges Leben zurückkommt, ist es eigentlich inhaltslos. Ben ist leer, was nur nachvollziehbar ist. Trotzdem schafft er es in der Geschichte sich zu entwickeln – auf eine heftige, aber sehr spannende und unterhaltsame Art.
Kux ist das genaue Gegenstück. Aufgewachsen in einer reichen Familie hat er sich nach Mathildas Tod absolut nicht mehr um Ben gekümmert. Die beiden sind völlig entgegengesetzte Leben gegangen. Kux ist jene Art Mensch, die versucht, sich alles mit Geld zu kaufen und das auch schaffen.

Die Auflösung der Geschichte kam für mich etwas zu abrupt. Nachdem die Handlung eher langsam war, ist das Ende dann sehr schnell gegangen und war erledigt, was für mich leider nicht zum Rest gepasst hat. Was die Auflösung selbst betrifft, bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Einerseits war sie gut durchdacht, andererseits doch sehr einfach für so eine psychisch hochkomplexe Geschichte.

Unterm Strich ein unterhaltsamer, psychologisch gut gemachter Thriller, den Fans von Bernhard Aichner auf alle Fälle mögen werden.
Ich persönlich finde aber immer noch, dass an „Totenfrau“ nichts rankommen wird und deswegen steht der dritte Teil dieser Reihe jetzt weit oben auf meiner Leseliste.

Veröffentlicht am 16.09.2018

unterhaltsame Jugendfantasy in historischem Setting

JACKABY
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Im Jahr 1892 steigt Abigail Rook in New Fiddleham von einem Schiff, auf der Flucht vor ihrer behüteten Welt daheim in England bei ihren Eltern sucht sie nach Abenteuer.
Sie braucht dringend einen Job ...

Im Jahr 1892 steigt Abigail Rook in New Fiddleham von einem Schiff, auf der Flucht vor ihrer behüteten Welt daheim in England bei ihren Eltern sucht sie nach Abenteuer.
Sie braucht dringend einen Job und nach mehreren Absagen landet sie bei dem sehr schrägen Detektiv R.F. Jackaby. Er wirkt etwas neben der Spur, trägt eine unglaublich abgewetzte Mütze und nur kurze Zeit nachdem sie bei ihm ankommt, schlittert sie schon in den ersten Fall mit hinein. Ein Mord, bei dem offenbar ein nicht ganz menschlicher Täter am Werk war – so sieht es zumindest Jackaby.

Dafür, dass es eigentlich gar nicht mein Genre ist, hat es mir wirklich gut gefallen. Vorab: ich hab den großen Fehler gemacht und zu viele Bücher gleichzeitig gelesen – hätte ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, hätte es mir vielleicht noch besser gefallen, so hab ich mir immer wieder schwer getan, neu hineinzufinden, den Faden nicht zu verlieren.

Setting und Charaktere sind wirklich sehr gut gemacht – leicht historisch angehaucht, könnte Jackaby eine sehr sehr schräg abgedrehte Version eines Sherlock Holmes sein. Er bringt die ganz klassischen Detektiv-Merkmale mit sich (von der Mütze bis hin zur extrem guten Auffassungsgabe) und dazu noch eine Portion Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“. Jackaby tut sich sozial etwas schwer, versteht oft nicht, warum andere Menschen handeln, wie sie es tun und erst recht nicht warum andere nicht verstehen, was er macht.
Protagonistin Abigail ist die klassische, starke, junge Abenteurerin aus Jugendbüchern – sympathisch, sarkastisch, aber nicht neu.
Fast noch besser als die Charaktere, hat mir das Setting gefallen: historisch, kurz vor der Jahrhundertwende – ich konnte mir New Fiddleham wirklich gut vorstellen.

Der Schreibstil hat mich sehr positiv überrascht. William Ritter schreibt wirklich unterhaltsam und vor allem komisch. Ich musste an mehreren Stellen laut lachen. Nur leider konnte er mich nicht immer vollends packen, dadurch hatte das Buch immer wieder seine Längen. Aber das könnte auch an mir liegen.

Unterm Strich eine sehr unterhaltsame Spannende Jugendfantasy Geschichte in historischem Setting. Wem dieses Genre zusagt, auf alle Fälle lesen… ob ich mir den zweiten Teil anschaue, da bin ich mir noch nicht so sicher.