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SaintGermain

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2019

Pretty Woman - Krimidrama, aber kein Thriller

Der Fund
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Rita, eine 53-jährige Supermarktangestellte, entdeckt in der Bananenlieferung fast 13 kg Kokain. Anstatt es zu melden, nimmt sie es an sich. Sie will damit ein neues Leben beginnen. Einige Wochen später ...

Rita, eine 53-jährige Supermarktangestellte, entdeckt in der Bananenlieferung fast 13 kg Kokain. Anstatt es zu melden, nimmt sie es an sich. Sie will damit ein neues Leben beginnen. Einige Wochen später ermittelt ein Polizist, um den Tod von Rita aufzuklären.

Das Cover des Buches kommt unscheinbar daher, absolut unauffällig und nichtssagend. Gut gemacht hingegen finde ich, dass die Seiten am Rand gelb sind, so fällt das Buch dann doch auf.

Der Schreibstil des Autors ist ja mittlerweile bekannt: Sehr kurze, knappe Kapitel und noch kürzere und knappere Sätze sind sein Markenzeichen. Dieser Schreibstil ist für einen Thriller/Krimi doch recht ungewöhnlich und man benötigt seine Zeit sich daran zu gewöhnen.

Das Buch erzählt abwechselnd zwischen Ritas Erlebnissen und einem "Verhör" eines namenlosen Polizisten, der die Untersuchungen leitet. Auch dieses Verhör ist wieder in einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, denn es ist ein reiner Dialog.

Die Personen werden gut dargestellt, auch wenn sich dies nur auf einige Personen bezieht.

Der Plot an sich ist interessant, aber doch im Großteil sehr vorhersehbar, sodass mich nur wenig überraschen konnte.Nichtsdestotrotz konnte ich das Buch aber auch nicht weglegen und wollte unbedingt weiterlesen. Die ganze Geschichte kann man zwar als Krimi verkaufen, für mich erzählt es aber eher ein Drama - und dieses Genre wäre hier besser gewählt, auch wenn der Autor natürlich Thriller schreibt bzw. schreiben will. Das Genre "Krimi-Drama" wäre also sehr viel passender.

Nicht schlüssig war für mich der Tod des Zahnarztes mit dem der Polizist ja noch geredet hat - den Todeszeitpunkt konnte ich so nicht wirklich einordnen und verwirrte mich ein wenig.

Und ein Folgefehler ist mir noch dazu aufgefallen: Rita erzählt, dass sie bei Bachmair geraucht hat, und er nichts dagegen hatte, obwohl er strikter Nichtraucher ist. Als aber ca. 50 Seiten danach Bachmair zu Rita in die Wohnung kommt, raucht er sich gemütlich eine Zigarette an.

Fazit: Spannendes, aber vorhersehbares Krimidrama in ungewöhnlichem Schreibstil, aber kein Thriller. 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 28.09.2019

zum Schmunzeln

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
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Die SPIEGEL-ONLINE-Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg haben in einer Sammlung neue witzige und ideenreiche Schülerantworten und diesmal auch Lehrerhoppalas zusammengesammelt und ...

Die SPIEGEL-ONLINE-Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg haben in einer Sammlung neue witzige und ideenreiche Schülerantworten und diesmal auch Lehrerhoppalas zusammengesammelt und in diesem Buch veröffentlicht. Es ist bereits das dritte dieser Werke.

Zum Cover: Nicht gerade ideenreich, aber es passt auch irgendwie.

Meine Meinung zum Buch: Es ist eine nette zwischendurch-Unterhaltung die man auch gerne mal dazwischen weglegen kann um später wieder weiter zu lesen. Einfach mal ein wenig die Lachmuskeln anregen und vielleicht dabei noch was lernen, was man selber vielleicht auch nicht so ganz richtig in Erinnerung hat. Ich finde es gut, dass diesmal auch ein paar Lehrerantworten vertreten sind bzw. Spleens dieser. Auf jeden Fall habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Jesus, der Lichtkrieger

Wie ich Jesus Star Wars zeigte
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Der 38-jährige Florian Schneider ist nicht religiös und will beweisen, dass Religion austauschbar sei, denn schließlich gäbe es sonst nur einen Gott und nicht so viele Religionen. Da er Star Wars-Fan ist ...

Der 38-jährige Florian Schneider ist nicht religiös und will beweisen, dass Religion austauschbar sei, denn schließlich gäbe es sonst nur einen Gott und nicht so viele Religionen. Da er Star Wars-Fan ist und eine Zeitmaschinen-App erfunden hat, will er zu Jesus zurückreisen und ihm die Star Wars-Religion erklären. Sie soll das Christentum ablösen. Doch natürlich läuft nicht alles wie geplant.

Das Cover des Buches ist trotz seiner Einfachheit sehr gut gemacht und ist auch sehr detailreich. Es zeigt nicht nur Jesus und Florian, es erinnert auch an "Star Wars", wie es ja auch passt. Ebenso passend ist aber der Vergleich der sich zu "Das Leben des Brian" anstellen lässt.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet, die Charaktere und Orte werden sehr gut dargestellt. Die Spannung ist über das ganze Buch auf mittelhohem Niveau, der Humor deutlich spürbar.

Obwohl ich mit Star Wars gar nichts anfangen kann (ich bin eher ein Trekkie) hat mich das Buch interessiert. Zu einem liebe ich Zeitreisegeschichten und zum anderen ironisch-satirischen Humor, wie er auch bei "Das Leben des Brian" vorhanden ist. Und der Plot dieses Buches hat ja beides zu bieten.

Insgesamt wirkt das Buch auch gut recherchiert, allerdings reist Flo ins Jahr 28 n. Chr. zurück, um Jesus vor seiner ersten Predigt zu treffen. Und da ist es nicht ganz logisch, denn Jesus hat ja (laut wissenschaftlicher Meinung) von ca. 6 v. Chr. bis 31 n. Chr. gelebt. Und dass er erst die letzten 3 Jahre zu dem Jesus wurde, ist nicht ganz logisch. Ebenso wie Flo Jesus findet, denn in der Bibel sind ja keine Datumsangaben vermerkt. Des weiteren fragt Flo in Israel nach Jesus, wo ihn (vorerst) keiner kennt. Nur war Jesus damals ein relativ gebräuchlicher Name.

Ansonsten entwickelt sich die Story gut, auch wenn der Klappentext schon fast ein wenig zuviel verrät, denn die Rückreise erfolgt erst im vorletzten Kapitel. Bis dahin lernt Flo Jesus das Kämpfen mit Uzis und anderen Waffen und erobert Gebiet um Gebiet. Und genau dies störte mich dann auch: Um seine Theorie zu beweisen ist dies alles unnötig und das so ein gewaltiger Eingriff in die Zeit Folgen hat, kann mal wohl erahnen. Denn nicht nur das Waffen viel zu früh erfunden und eingesetzt werden, wenn man auch noch die Römer "vertreibt", kann das nur schwerwiegende Konsequenzen haben.

Nichtsdestotrotz gefiel mir das Buch im großen und ganzen und ich werde mir diesen Autor mal vormerken bzw. andere Bücher von ihm lesen.

Fazit: "Star-Wars" und "Das Leben des Brian" in einer Zeitreise-App kräftig durcheinandergemixt. 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 09.08.2019

A doctors life (will never be the same)

Alexander bricht aus
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Prof. Alexander Breitner arbeitet erfolgreich als Oberarzt in einem Berliner Krankenhaus. Er folgt seinen täglichen Routinen und ist in seinem Alltag gefangen. In dieser - seiner - Welt fühlt er sich wohl. ...

Prof. Alexander Breitner arbeitet erfolgreich als Oberarzt in einem Berliner Krankenhaus. Er folgt seinen täglichen Routinen und ist in seinem Alltag gefangen. In dieser - seiner - Welt fühlt er sich wohl. Sein Studienfreund Jürgen erpresst ihn seine Praxis an der Ostsee vorübergehend zu übernehmen. Dazu erfährt er auch noch von seiner unbekannten Tochter, Zusammen mit seinem Assistenzarzt Felix, der bei Alex promovieren möchte, begibt er sich schließlich dorthin.

Das Cover passt zwar schon irgendwie zum Buch, ist aber sehr schlicht und eher einfallslos gestaltet.

Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist gut. Die Orte und Charaktere werden ausgezeichnet dargestellt.

Die Handlung an sich ist primär nicht besonders aufregend, der Beginn erinnert eher an Groschenromane. Nach und nach entwickeln sich aber die Protagonisten - allen voran natürlich Alex und man merkt schon bald, dass dies keine übliche Geschichte ist. Denn das Ende kam für mich (mit kleinen Ausnahmen doch überraschend ohne dabei die Logik zu verlieren.

Das Buch lässt sich flüssig lesen - in einem ruhigen Nachtdienst konnte ich es lesen.

Fazit: Interessante Story, die sich mit Fortgang der Handlung deutlich steigert und mit einem überraschendem Ende aufwarten kann. 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 04.08.2019

Einfühlsames Debüt

Wir von der anderen Seite
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Rahel wacht im Krankenhaus auf und kann sich vorerst an nichts erinnern. Sie war im Koma und ist nun geplagt von Hilflosigkeit und Halluzinationen. Langsam kämpft sie sich ins Leben zurück und erkennt ...

Rahel wacht im Krankenhaus auf und kann sich vorerst an nichts erinnern. Sie war im Koma und ist nun geplagt von Hilflosigkeit und Halluzinationen. Langsam kämpft sie sich ins Leben zurück und erkennt so das was wichtig ist im Leben.

Zum Cover: Da Rahel immer wieder von einem Eichhörnchen halluziniert passt das Cover einfach super. Das Tier selber so in einzelne Fragmente gegliedert im Mosaikstil passt auch sehr zu den vielen Lücken in der Erinnerung und das zusammenbasteln einer neuen Zukunft. Gefällt mir gut.

Meine Meinung zur Geschichte. Vorweg muss ich sagen, dass ich normalerweise keine Hörbücher konsumiere sondern lieber lese, aber die Stimme von Katja Rieman passt einfach wunderbar zur Geschichte und sie liest es auch so, dass man einfach gerne zu hören mag. Die Story selber spielt mit den Gefühlen des Zuhörenden. Einerseits die Tragik des Geschehens, der Schmerz, die Hilflosigkeit, andererseits kommt so viel Wortwitz bzw. Situationskomik auf dass man auch mal herzlich lachen kann. Ich glaube, dass das Buch für einen gesunden Menschen eine tolle Lektüre ist. Wenn man gerade sehr krank ist, kann ich mir schon vorstellen, dass einen das Buch nicht abholen kann. Alles in allem spielt das Buch zumeist am Krankenzimmer bzw auf Reha, in Therapien. Das heißt, die Schauplätze sind nicht so prickelnd. Das macht die Person,aus deren Sicht erzählt wird aber umso interessanter, weil sich wirklich der ganze Fokus auf sie richtet.

Fazit: Ein Buch voller Trauer, Hilflosigkeit und auch Situationskomik. Toll wenn man gesund ist und über das wichtige im Leben sinnieren möchte.