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Veröffentlicht am 28.09.2019

Verkupplungsversuche mit Tiefgang

Es soll Liebe sein
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Dieses Buch habe ich in einem kostenlosen Bücherregal gefunden und innerhalb von 2 Tagen gelesen. Die Rezension schreibe ich nun aus dem Gedächtnis, da ich das Buch bereits ins nächste kostenlose Regal ...

Dieses Buch habe ich in einem kostenlosen Bücherregal gefunden und innerhalb von 2 Tagen gelesen. Die Rezension schreibe ich nun aus dem Gedächtnis, da ich das Buch bereits ins nächste kostenlose Regal gestellt habe.
Cassie ist mehr oder weniger aufgrund inkompetenter (akademischer) Eltern bei ihren Nachbarn, den Darlings, aufgewachsen. Die Darlings sind eine sehr sympathische und liebevolle Londoner Familie mit zwei Söhnen in Cassies Alter. Ben und Fritz sind gutaussehend und beliebt, aber leider völlig untauglich zum Verheiraten, da sie keine festen Einkommen haben, völlig chaotisch sind und noch bei Mami Phoebe wohnen, die die beiden idealisiert. Phoebe ist eine Art Mutterersatz und Vertraute für Cassie. Leider ist sie unheilbar erkrankt und bittet Cassie deshalb darum, geeignete Bräute für ihre beiden Söhne zu finden, damit sie die beiden nach ihrem Tod gut vorsorgt weiß.
Die Geschichte wird äußerst einfühlsam erzählt. Nicht nur die letzten Monate von Phoebe sind sehr ergreifend, sondern auch die Entwicklung der Charaktere. Alle machen bedingt durch innere und äußere Zwänge eine interessante und gut nachvollziehbare Wandlung durch. Durchweg alle Charaktere profitieren davon. Die Entwicklung wird so sensibel beschrieben, daß ich mich sehr gut in alle Personen versetzten konnte, auch wenn ich teilweise anders handeln würde. Jeder hat letztendlich eine gut begründete Erklärung für sein Verhalten. Ich fand das überhaupt nicht realitätsfern, sondern es hat in meinen Augen die Vielschichtigkeit der Gesellschaft gezeigt. Obwohl sich manche Szenen seitenweise hinziehen, habe ich das nie als langweilig oder lästig empfunden. Evtl. hätte man vielleicht die letzte Wendung um Fitzens Affäre etwas abkürzen können. Die hatte sich zu dem Zeitpunkt dann schon ziemlich erschöpft.
Ich bewundere Cassie für ihre Geduld und Stärke. Sie erschien mir eher wie eine lebende Person als ein erfundener Charakter. Sie durfte weinen, lachen, unglücklich bis hin zu depressiv und wieder glücklich sein.
Auch Phoebe war mir sehr nahe. Mich fasziniert ihre Stärke, Zielstrebigkeit und ausnahmslose Herzensgüte, auch im Angesicht des Todes.
Das Auf und Ab der Gefühlswelt aller Protagonisten war sehr plastisch und hervorragend ausgearbeitet.
Das Buch bot jedoch viel mehr: Situationskomik, Spannung und Drama.
Es setzte sich intelligent mit echten Freundschaften, Familiensinn, persönlichen Zielen, Geborgenheit, Eifersucht, Trauer, Selbstverwirklichung und Einsamkeit auseinander.

Veröffentlicht am 06.09.2019

Für alle, die gern am Glück anderer teilnehmen!

Cherish Love
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Sailor Bishop ist gerade dabei, sein eigenes Geschäft aufzubauen. Da kommt ihm seine rothaarige Traumfrau mit der Alabasterhaut unerwartet in die Quere. Bald merken die beiden, daß sie sich nicht nur ...


Sailor Bishop ist gerade dabei, sein eigenes Geschäft aufzubauen. Da kommt ihm seine rothaarige Traumfrau mit der Alabasterhaut unerwartet in die Quere. Bald merken die beiden, daß sie sich nicht nur sehr anziehend finden, sondern auch noch aus der Schule kennen. Damals hatte Isa Rain allerdings auf einer Party eine unschöne Begegnung, die sie bis ins Erwachsenenalter verfolgt und immernoch an manch einer Entscheidung hindert. Auch Sailor schleppt hartnäckigen Seelenbalast aus früher Kindheit mit sich herum. Doch die Gefühle, die beide füreinander entwickeln, sind stärker als die Vergangenheit.
Der Autorin ist es gelungen, eine wunderbare Liebesgeschichte zu verfassen, die mich kein einziges Mal gelangweilt hat. War anfangs nur heiße knisternde Erotik zwischen den beiden vorhanden, baute sich die Beziehung allmählich und unaufhörlich auf. Durch gute Dialoge und phantasievolle Szenen wirkte sie nie flach. Die Autorin webt geschickt Nebenschauplätze in die Geschichte ein.
Der Leser verfolgt Familienstreitigkeiten, fühlt bei Konflikten im Rahmen von Herkunft und Abstammung mit den Protagonisten mit, wird Zeuge von Selbstverwirklichung und leidet auf der Suche nach Zugehörigkeit mit.
Die Protagonisten lernen, daß man selbstgesteckte Ziele immer wieder neu bewerten und manchmal zugunsten höherer Güter ändern muss, ohne sich dabei selbst aufzugeben und sie lernen, sich ihren Geistern zu stellen.
Die Dialoge wirken real und ungestelzt. Die Charaktere der Protagonisten sind so, wie man sich gute Freunde wünschen würde: liebeswürdig, strebsam, ehrlich, phantasievoll und mit ausgeprägtem Familiensinn. Auch alle Nebendarsteller haben das Potential zu einer eigenen Geschichte.
Als Leser erlebt man eine liebevolle Geschichte rund um Leidenschaft, Erotik, Selbstverwirklichung und Freundschaft.
Absolute Leseempfehlung für alle, die gern am Glück anderer teilnehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 12.08.2019

Wunderschön und tiefgründig

Show me the Stars
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Liv Baumgart ist freie Journalistin beim Globus in Hamburg. Sie hat ihr Journalismus-Studium in Rekordzeit mit guten Noten abgeschlossen und hofft nun auf eine Festanstellung. Als ihr hoch angepriesener ...


Liv Baumgart ist freie Journalistin beim Globus in Hamburg. Sie hat ihr Journalismus-Studium in Rekordzeit mit guten Noten abgeschlossen und hofft nun auf eine Festanstellung. Als ihr hoch angepriesener Artikel über einen ehemaligen Kinderstar nicht wie angekündigt in der Zeitung erscheinen kann, sieht Liv ihre ersehnte Festanstellung in weite Ferne rücken. Sie beginnt, sich nach alternativen Jobs umzusehen und stößt auf die Anzeige eines deutschen Besitzers eines irischen Leuchtturms, der aus gesundheitlichen Gründen nach einem Housesitter für 6 Monate sucht. Kurzerhand packt sie ihre Sachen und verschwindet nach Irland. Dort trifft sie auf Kjer, einen gut aussehenden Iren, der sie mit seinem Schiff einmal wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen soll. Er erscheint ihr sehr feinfühlig, doch alle Welt warnt sie immerwieder vor ihm. So wird ihre Gefühlswelt immer wieder hin und her gerissen.

Der Autorin ist ein wunderbar gefühlvolles Werk gelungen, ohne auch nur ein einziges Mal kitschig zu wirken. Die Dialoge der tiefgründig ausgearbeiteten Charaktere sind glaubhaft. Die Entwicklung der beiden Protagonisten ist sehr schön zu verfolgen. Es finden sich zahlreiche magische Momente, die mir das Herz überfließen ließen. Wunderbare zwischenmenschliche Momente lassen nicht nur die Protagonisten, sondern auch den Leser schwindelig werden. Manche Abschnitte sind reine Poesie: „Sonnenstrahlen, die das Meer in Brand setzen.“ „Das Meer in seiner Ausschließlichkeit“. „Aquarell aus Himmel und Meer“.
Durch die angenehm bildhafte Sprache wird die jeweilige Umgebung, sei es der Leuchtturm mit seinen einzelnen Zimmern oder die irische Landschaft, so intensiv beschrieben, daß man im Buch spazieren gehen kann.
Wortschöpfungen wie „Kühlschrankmeditation“ oder „Hypochondergejammer“ ließen mich immerwieder auch schmunzeln.

Show me the Stars ist ein wunderschön tiefgründig ausgearbeiteter, doch niemals langweilig oder kitschig wirkender Liebesroman. Er erzählt eine Geschichte von Freundschaft und die Reise zu sich selbst. Es finden sich zahlreiche magische Momente. Der Titel hätte nicht besser passen können.



Veröffentlicht am 12.08.2019

Bezaubernd, liebevoll und ein bißchen wehmütig-volle Punktzahl mitten ins Herz

Sommerträume am Gardasee
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Nele arbeitet als Redaktionsassistentin in einem kleinen Zeitungsverlag und findet, ihr langweiliges Leben verläuft in einer Sackgasse. Ihre beste, aber charakterlich grundverschiedene Freundin, rät ihr ...


Nele arbeitet als Redaktionsassistentin in einem kleinen Zeitungsverlag und findet, ihr langweiliges Leben verläuft in einer Sackgasse. Ihre beste, aber charakterlich grundverschiedene Freundin, rät ihr zu einer verrückten Aktion, um ihrem Leben mehr Pep zu verleihen. In einer lustigen gedanklichen Zwiesprache mit ihr tut sie tatsächlich gleich mehrere verrückte Dinge. Eine davon ist, sich zu einem Wildfremden auf das Motorrad zu setzen und mit ihm gen Süden zu fahren. Obwohl die beiden kein Abenteuer im engeren Sinne erleben, so wird doch die Beziehung in wunderbarer Weise dargestellt, ohne daß man sich ein einiges Mal langweilt. Es sind die bezaubernd liebevollen Charaktere, gefühlvollen Gesten und der Hauch von Wehmut, von dem das Buch lebt. Die Autorin hat es verstanden, eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Vertrauen zu erschaffen und damit das Herz des Lesers zu berühren. Bei ihr dürfen Männer weinen, ohne weinerlich zu wirken und Frauen aufbegehren, ohne zickig zu sein.
Danke, daß wir Leser daran teilnehmen dürfen, wie eine fade Mahlzeit zu einem Essen, das nach Sommer und Lebensfreude schmeckt, werden kann!

Veröffentlicht am 12.08.2019

Witzig und herrlich aus dem Leben gegriffen

Waldstettener G'schichten
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Gloria ist eine arbeitslose promovierte Kunsthistorikerin, die mit ihrem Freund Daniel, der Gymnasiallehrer ist, in der Nähe von Wien lebt. Die beiden sind die absoluten Gegensätze. Während er einer geregelten ...

Gloria ist eine arbeitslose promovierte Kunsthistorikerin, die mit ihrem Freund Daniel, der Gymnasiallehrer ist, in der Nähe von Wien lebt. Die beiden sind die absoluten Gegensätze. Während er einer geregelten Arbeit nachgeht, verdient sie eher unregelmäßig Geld mit ungeliebten Kunstobjekten.
Gloria ist die entwurzelte Prinzessin auf der Erbse, die bei ihrem Onkel aufgewachsen ist, deren Mutter früh verstorben und deren Vater unbekannt ist. Daniel ist der besonnene Realist aus eher spießigem, aber intaktem Elternhaus. Gloria lebt hauptsächlich vegetarisch, Daniel ist bekennender Fleischesser. Gloria tanzt für ihr Leben gern und ist darüber hinaus gerne gesellschaftlich aktiv, Daniel hasst tanzen und zieht sich lieber stundenlang mit seinen Büchern zurück.
Eines Tages erbt Gloria ein Schloss in Waldstetten, einer ländlichen Gegend in Niederösterreich. Erblasserin ist Tante Adelheid, die sie jedoch nie kennengelernt hat. Sie verliebt sich sofort in das alte Gemäuer, während Daniel und der verwitwete Onkel Konrad (Glorias Vertrauensperson) aufgrund der fälligen Investitionen eher skeptisch sind.
Da Waldstetten Modellregion für das bedingungslose Grundeinkommen ist, fällt es Gloria und Daniel verhältnismäßig leicht, ihren Wohnsitz zunächst zeitlich begrenzt ins Schloss zu verlegen. Dort werden sie nicht nur mit dem Investitionsstau konfrontiert, sondern auch mit dem seltsamen und distanzierten Benehmen der Dorfeinwohner, allen voran dem Bürgermeister.
Das Buch lebt von diesen zwischenmenschlichen Aktionen, sei es den Dorfbewohnern untereinander, den Alteingesessenen gegenüber den „Zuagreisten“ oder den Protagonisten untereinander. Die Autorin versteht es wunderbar, eine menschliche Atmosphäre zu schaffen, in die man als Leser sehr schnell eintauchen und sich wohlfühlen kann. Oft haben mich die unperfekten und deshalb so realistischen, aber extrem sympathischen Charaktere in meinem Alltag begleitet, so daß ich schmunzeln musste. Überhaupt musste ich beim Lesen immerwieder lachen.
Zum einen gab es herrliche Situationskomik (die Pilz-Szene), zum anderen werden die Österreicher und insbesondere die Landbevölkerung wunderbar liebevoll auf die Schippe genommen, z.B. in der Artischocken-Szene: „Von mir aus, aber mir kannst mit diesen Disteln in Zukunft fernbleiben. Ein anständiges Bratl ist mir lieber.“
Die folgende Charakterbeschreibung fand ich auch ganz herrlich: „Sie war nicht der Typ der melodramatischen Überhöhung“ oder „Er ist ein Staudenhocker allererster Güte“.
Auch witzige Wortschöpfungen wie „die Schloss-Fiffi, depperte“ trieben mir immerwieder Lachtränen in die Augen.
Als Nicht-Österreicher habe ich auf kulinarischer Ebene viel dazugelernt. Bei Gerichten wie Grammelknödel mit Kraut, gefüllte Kalbsbrust, Selchfleisch oder Topfengolatschen ist mir regelmäßig das Wasser im Mund zusammengelaufen, und ich war froh, kein Vegetarier oder gar Veganer zu sein.
Da Gloria im gesamten Buchverlauf ihre Familienchronik zusammenträgt, wurden zwangsläufig Verwandschaftsbeziehungen aufgezeigt. Diese fand ich nicht immer leicht verständlich, zuweilen etwas verwirrend, da es um verwandtschaftliche Beziehungen bis in die 4. Generation geht. Das hat aber meinem Lesegenuß keinen wesentlichen Abbruch getan, deshalb vergebe ich dafür auch keinen Punktabzug, halte es aber für erwähnenswert.
Interessant finde ich, wie sich die Autorin mit hochaktuellen Themen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen oder der Landflucht befasst hat. Sie hat die Vor-und Nachteile neutral in die Handlung eingearbeitet, was der Geschichte einen gewissen politischen und gesellschaftskritischen Touch verleiht, ohne belehrend zu wirken oder das Genre des heiteren Gesellschaftsromans zu verlassen.

Obwohl ich das Buch aufgrund des Covers eher für die Zielgruppe >60 vermutete, war ich doch froh, den Klappentext gelesen zu haben. Nach der Lektüre kann ich guten Gewissens behaupten, daß das Buch in jeder Altersgruppe zu empfehlen ist.
Die Handlung ist modern, witzig und herrlich aus dem Leben gegriffen, dabei nie langweilig oder übertrieben. Ich freue mich auf die Folgegeschichten!